Neue Schule für Fotografie Berlin: Neue Fotokunst – Elf Vor Zwölf

Wie sieht ganz aktuelle Fotokunst aus? Elf Studentinnen und Studenten der Neuen Schule für Fotografie in Berlin gewähren uns einen Einblick. „Elf vor zwölf“ heißt die Ausstellung.

Paula da Silva … aus: Luz Vermelha

„Elf vor zwölf“ ist die erste Ergebnispräsentation der 2007 gegründeten Neuen Schule für Fotografie in Berlin. Gezeigt werden fotografische und filmische Ergebnisse aus eineinhalb Jahren intensiver Auseinandersetzung mit persönlichen Themen – bis 12. Oktober im Kunstraum Kreuzberg / Bethanien.

Geleitet wird die Klasse von Eva Bertram. Die Dozentin, Jahrgang 1964, studierte an der Essener Folkwangschule und war seit 1998 als freischaffende Künstlerin tätig. Bei Galerie Zone B können wir online einen Blick auf einige ihrer Arbeiten werfen.

Die Bilder aus der Ausstellung „elf vor zwölf“ sind auf einer eigenen Website ebenfalls online zu sehen. Die Fotografinnen und Fotografen und ihre Themen im Einzelnen:

Luz Vermelha. Paula da Silva fotografierte Tänzer, Prostituierte und Erotikdarsteller und blendete dabei aus, wofür die Protagonisten dieses Geschäfts gemeinhin stehen – sexuelle Verfügbarkeit. Ihre Aufnahmen zeugen von teils sehr persönlichen Begegnungen und durchkreuzen damit auch durch Stigmatisierung geprägte Vorstellungen. Luz Vermelha – Rotes Licht.

Lukas Hoffmann – aus: If There Are Images Attached They Will Not Be DisplayedIf There Are Images Attached They Will Not Be Displayed.

Lukas Hoffmann fotografiert seine installativen Eingriffe im öffentlichen Raum, mit denen er auch Fragen nach der Privatisierung von städtischen Flächen aufwirft und Farbwirkungen untersucht.

Aug’ um Auge. Maria Beate Effertz ist angezogen von Leerstellen und Freiräumen und begibt sich fotografisch und zeichnerisch auf die Suche nach dem Schnipsel Zeit und Raum.

Tante Erika. Vergeben und vergessen. Cordula Gieses Familie ohne fotografisches Gedächtnis war für sie der Auslöser einer filmischen Reise in die Heimat der Eltern ins heutige Polen, wo es mal so schön gewesen sein soll, „bevor der Russe kam“ und sie umkreiste fotografisch die wenigen auf der Flucht mitgeführten, zur Erinnerung gewordenen Habseligkeiten.

Sören Krajci – aus: Vorübergehend bei sichVorübergehend bei sich. Sören Krajci beschäftigt sich in seiner Arbeit mit dem Bei-sich-Sein, kurzen Momenten des Innehaltens: “Wenn auch nur vorübergehend, oft nur für einen Augenblick, und zuweilen mit einer schwer durch Worte zu beschreibenden Intensität nehmen wir einander wahr.”

Stand der Dinge. Hermann Loew lauscht der Sprache der unbelebten Gegenstände, die sich aus dem Gewohnten heraus zu schälen scheinen. Ein leises, unheimliches Spiel zwischen Übersehen und Wahrnehmen.

Überlebenszeit. Michael Martin, vorübergehend von Krebs geheilt, untersucht mittels Detailansichten die hiesige Friedhofskultur. Hierbei verschränkt sich symbolisch Aufgeladenes mit der Funktionalität der Grabpflege.

The Other Me. Maria Schiffer, fasziniert von der Parallelwelt hinter den Bühnen, portraitiert Momente des Übergangs – zwischen Inszenierung und Authentizität.

Johanna Wunderlich – aus: Das Bild, das im Innern aufgegangenDas Bild, das im Innern aufgegangen. Johanna Wunderlich entwirft im Sinne E.T.A. Hoffmanns “Phantasie als wahres Sehen” ihre poetischen Bilderwelten. „Ich will in seine Geschichten eintauchen und schauen, was ich dann in meiner Umgebung sehe.“

1/8 Sekunde. Patrick Schlimme spürt in seinen Bildern der nächtlichen Flüchtigkeit und Zufälligkeit nach. Seine anonymen Gestalten wirken wie aus der Zeit gerissen.

Ordensmeisterstrasse, Ecke Tempelhofer Damm. Gilbert Wedam, zu seiner Arbeit durch eine zufällige Begegnung in einem ihm fremden Wohnhaus inspiriert, nähert sich in sehr persönlichen Bildern der Seele dieses städtischen Mikrokosmos.

elf vor zwölf – Abschlussausstellung der Klasse Eva Bertram
Bis 12. Oktober
Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Projektraum 1, Mariannenplatz 2, D-10997 Berlin
+49 (0) 30-90298-1455, bethanien@kunstraumkreuzberg.de
Geöffnet Mittwoch bis Freitag 14 – 19 Uhr, Samstag, Sonntag 12 – 19 Uhr

Neue Schule für Fotografie, Brunnenstr. 188-190, D-10119 Berlin
+49 (0) 30-28 04 68 62, 0160-8022 564, office@neue-schule-berlin.com

elf vor zwölf
Kunstraum Kreuzberg / Bethanien
Neue Schule für Fotografie

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