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Robert B. Fishman

Rinder: Bergidylle von unten

23. Juli 2008/1 Kommentar/in Bildkritik, Landschaftsfotografie/von Robert B. Fishman

Tierfotos gelingen häufig besser, wenn man sich mit der Kamera auf Augenhöhe mit dem „Modell“ begibt. Abgeschnittene oder eigenartig in der Luft hängende Körperteile stören aber auch hier.

Matthias Glatthaar
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Glatthaar). – Sony CYbershot- 1/400s – ISO 100 – f/8

Kommentar des Fotografen:

Das Foto entstand während einer Wanderung im Prättigau (Graubünden) mit einer sehr alten Kompaktkamera. Obwohl es sich um einen Schnappschuss handelt, finde ich die Bildkomposition recht gelungen. Ausserdem gefällt mir die Intensität, welche von den von unten fotografierten Kühen ausgeht.

Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Matthias Glatthaar:

Da schließe ich mich dem Fotografen gerne an. Das Bild beeindruckt mich durch seine Intensität. Die Kühe sind dank der gewählten leichten Untersicht sehr präsent im Bild:

Sie wirken stark, geerdet und füllen das Bild aus. Die Qualität der Aufnahme ist für eine «alte Kompaktkamera« beeindruckend.

Die Tiere sind gestochen scharf, ihre Farben klar, auch wenn sie sicherlich noch kräftiger sein könnten. Ich nehme an, dass die Aufnahme um die Mittagszeit entstanden ist. So scheint mir das Licht sehr hart. Man sieht es am schwachen Blau des Himmels und dem unnatürlichen Gelbstich im Grün der Wiese.

RinderIn Lightroom habe ich die Helligkeit etwas verringert und die Lichterkorrektur erhöht. So ist die Tonwertkurve links nicht mehr so stark abgeschnitten: Das Blau des Himmels wird kräftiger und das Orange in den Ohren der Kühe (entstanden, weil die Sonne dahinter scheint) kommt deutlicher zum Vorschein.

Zwei Dinge stören mich an der Aufnahme: Der Kopf der linken Kuh ist leider oben abgeschnitten und die rechte Kuh schaut halb nach hinten. Schade finde ich auch, dass die mittlere Kuh fast völlig verdeckt ist. Irritierend finde ich das eine Bein (der hinteren Kuh), das etwas unmotiviert in der Luft hängt.

Da hätte es sich gelohnt, nach der Aufnahme ein wenig zu warten, ob sich die Rinder nicht noch fotografenfreundlicher positionieren. Vielleicht hätte es ja noch geklappt. Dennoch: Eine schön komponierte Aufnahme.

In der Rubrik «Bildkritik» analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
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Schlagworte: Landschaftsfotografie, Naturfotografie, Wanderung
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https://static.fokussiert.com/1361910813/mini_thmb_233.jpg 74 99 Robert B. Fishman https://static.fokussiert.com/20151121174132/fokussiert-logo-schriftzug-klein-fok-300x62.png Robert B. Fishman2008-07-23 15:56:002013-02-26 21:33:30Rinder: Bergidylle von unten
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1 Kommentar
  1. Matthias Glatthaar
    Matthias Glatthaar sagte:
    23. Juli 2008 um 16:17

    Vielen Dank für die wohlwollende Besprechung.

    Ich stimme Ihnen zu, dass die mittlere, halb verdeckte Kuh irritiert und die Bildkomposition stört. Da die aus ca. zehn Tieren bestehende Gruppe junger Rinder (die es wohl auf unser Picknick abgesehen hatten) äusserst lebhaft und in ständiger Bewegung war, blieb leider kaum Zeit für eine sorgfältige Komposition.

    Dass der Kopf der linken (Haupt-)Kuh abgeschnitten ist, stört mich persönlich nicht. Ich finde sogar, dass dies die Intensität des Bildes verstärkt.

    Ich muss gestehen, dass mir das Originalbild etwas besser gefällt als Ihre überarbeitete Version. In Ihrem Bild wirken die Farben auf mich etwas unnatürlich.

    Noch ein Wort zur Kamera: „Alt“ ist natürlich immer relativ. Es handelte sich um eine äusserst kompakte 4-Megapixel-Kamera aus dem Jahr 1999. Deren Bildqualität (sogar bei wenig Licht) war wirklich erstaunlich – inzwischen bereue ich es, die Kamera weggegeben zu haben. Vergleichbare Bildqualität findet man bei den heutigen überpixelten Kompaktkameras leider nur noch selten.

    Das Bild wurde übrigens im Sommer um halb zwei Uhr nachmittags aufgenommen. Wie Sie richtig vermutet haben, stand die Sonne also noch ziemlich hoch.

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