Robert Adams: Wo wir leben

Wo wir leben: Robert Adams fotografierte über 45 Jahre die Veränderungen in der Landschaft des amerikanischen Westens – zwischen wuchernden Vorstädten und der urwüchsigen Kraft der immer noch grandiosen Weite.

Robert Adams
: Quarried Mesa Top, Pueblo County, Colorado, 1978 (abgetragene oberste Schicht einer Hochebene), Silbergelatine-Abzug, 22.7 x 28.3 cm, Yale University Art Gallery, gekauft mit einer Schenkung von Saundra B. Lane und Zuschüssen aus dem Trellis Fund sowie dem Janet and Simeon Braguin Fund.
© Robert Adams

Adams gehört zu den Klassikern unter den Landschaftsfotografen. Deshalb sollten wir auf die große Retrospektive seiner Originalabzüge in diesem Sommer im Fotomuseum Winterthur nicht verzichten, selbst wenn wir das eine oder andere Werk schon kennen.

The Place We Live – wo wir leben, die Landschaftsbilder wurden im letzten Jahr schon einmal in Deutschland gezeigt und fokussiert.com hat darauf hingewiesen: Amerikas neuer Westen. In Winterthur können wir das ganze Werk sehen, darunter auch Porträtserien.

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Robert Adams‘ bahnbrechendes Buch The New West erschien schon in den Siebzigerjahren.Vor allem mit diesen Fotografien dieser wuchernden Vorstädte im Staat Colorado wurde Robert Adams während der späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren bekannt, wie das Fotomuseum mitteilt. Auf The New West folgte die legendäre Ausstellung New Topographics: Photographs of a Man-Altered Landscape, die 1975 vom International Museum of Photography and Film, Rochester im Staat New York organisiert wurde. Diese Ausstellung stand für eine formal radikale Landschaftsfotografie ein. Die romantischen und symbolistischen Vorlieben der amerikanischen Moderne wurden durch einen formaleren Blick ersetzt. Die Colorado-Bilder, so schrieb Roberts selbst, dokumentieren „unsere Abspaltung von uns selbst und somit auch von der natürlichen Umwelt, die wir vorgeben zu lieben“. Weitere wichtige Projekte, die im Fotomuseum in Winterthur gezeigt werden, sind Our Lives and Our Children (1979-1983), eine Porträt-Serie von Menschen, die im Schatten einer nahen nuklearen Waffenfabrik leben; Los Angeles Spring (1978-1983), das Porträt eines einst grünen Paradieses, das nun von Gewalt und Smog erstickt wird; Summer Nights (1976-1982) mit leuchtenden Nachtszenen, und Turning Back (1999-2003), eine Werkserie über eine von Flächenrodungen zerstörte Landschaft im pazifischen Nordwesten, Adams heutiger Heimat.

Dabei war Robert Adams, Jahrgang 1937, ursprünglich kein Fotograf. Er promovierte an der Universität von Südkalifornien und kehrte 1962 als Assistenzprofessor für Englisch nach Colorado zurück, mit der Absicht eine akademische Karriere einzuschlagen. Verstört durch die raschen Veränderungen der Umwelt von Colorado Springs und Denver begann Adams die Landschaften zu fotografieren, die nun von Reihenhäusern, Autobahnen, Einkaufszentren und Tankstellen überwuchert wurden. Er schrieb eine Reihe von Essays über das fotografische Handwerk, die in den Büchern Beauty in Photography: Essays in Defence of Traditional Values (1981) und Why People Photograph: Selected Essays and Reviews (1994) publiziert wurden. Viele seiner über 40 Fotobücher sind ebenfalls Teil der Ausstellung The Place We Live.

Seit 1997 lebt Adams in Oregon, dessen Landschaften die letzten zwanzig Jahre seiner Arbeit geprägt haben. Bei Wikipedia erfahren wir mehr über den Hasselblad-Preisträger des Jahres 2009.

Robert Adams – The Place We Live
Bis 31. August
Fotomuseum Winterthur, Grüzenstr. 44+45, CH-8400 Winterthur (Zürich)
+41 52 234 10 60, fotomuseum@fotomuseum.ch
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr, Mittwoch 11-20 Uhr

Robert Adams bei Wikipedia
Fotomuseum Winterthur

 

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