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Dokumentation: Soldaten im Sandsturm

Dokumentarbilder müssen ihre Aussage eindeutig transportieren – wobei die Aussage auch in einer Stimmung liegen kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Marcel C.).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist während meines Afghanistaneinsatzes in Kundus enstanden. Ich wollte die angespannte Stimmung bei wenig Sicht im Feindesland einfangen und frage mich ob ich das auch für diejenigen ohne Bezug zum Bild hinbekommen habe. Als Titel dachte ich mir das „Schönwetterfront“ ganz gut passen könnte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Marcel C.:

Ein Soldat in Wüstenausrüstung steht in diesem Farbbild im rechten Vordergrund am Rand einer Piste vor gepanzerten Fahrzeugen und einem kleinen Trupp seiner Kameraden. Die Luft scheint sandgeschwängert, der Mann schützt Gesicht und Kopf mit einem Tuch.

Diese Aufnahme weckt im Betrachter Beklemmung:

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Donovan Wylie: Ruhige, poetische Bilder vom Krieg

Tagtäglich flimmern aus dem fernen Afghanistan Bilder über die Fernsehschirme. Zeugen vom Töten in diesem Krieg. Es sind inzwischen allzu bekannte Bilder, die nur noch selten aufrühren. Donovan Wylie zeigt in seinem Bildband «Outposts» ebenfalls Bilder von diesem unsichtbaren Krieg. Bilder ohne Blut und Gemetzel, Bilder fast ohne Menschen, aber dennoch anrührende, berührende und nachdenklich stimmende Bilder.

Zwischen 2006 und 2011 hat Donovan Wylie immer wieder die afghanische Provinz Kandahar besucht und dabei die Wachposten der kanadischen Armee fotografiert. Das Ergebnis ist ein poetischer, leiser Bildband mit ruhigen Aufnahmen. Die Fotos sind fast durchgehend in beigen und sandfarbenen Tönen gehalten. Sie leben von den Schattierungen und Abstufungen dieses Farbraumes – und spiegeln so die Landschaft und wohl auch das Lebensgefühl Afghanistans wider: trostlos, sandig, karg. Weitläufig und gebirgig. Eine Landschaft, die nicht unbedingt zum Leben und Verweilen einlädt.

[photos title=“Donovan Wylie «Outposts» pics=“2 3 4 5″] Weiterlesen