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„Rad rasant“: Bewegung ins Bild gebracht

Zugegeben: Manchmal beneide ich ja die Filmer um die Möglichkeit, Bewegungen „einfach“ einfangen zu können. Aber auch die Fotografie bietet hierzu interessante Ansätze. Eine Herangehensweise wollen wir uns in der heutigen Bildbesprechung anschauen.

Canon A1, 2.8/24mm, auf Ektrachrome 100, Diaper Klebeband am Schienenbein befestigt, AV Modus, Blende 8 - (c) Dirk Althoefer

Unser Leser Dirk Altehoefer aus Wittenbach im Kanton St. Gallen hat uns das obige Bild unter dem Titel „Rad rasant” in der Kategorie ‚Landschaftsfotografie‘ zur Besprechung eingereicht. Er schreibt dazu: „Canon A1, 2.8/24mm, auf Ektrachrome 100, Diaper Klebeband am Schienenbein befestigt, AV Modus, Blende 8, Versuch Bewegung und dennoch Durchzeichnung des Waldweges zu erkennen.”

Ich hoffe, Dirk und seine Canon haben diesen Ausflug unbeschadet überstanden. Rasant sieht diese Abfahrt tatsächlich aus. Mit etwas Klebeband hat Dirk die alte A1 in eine Vollformat-Actioncam verwandelt. Vermutlich war noch ein langer Drahtauslöser im Spiel. Schauen wir uns nun aber das Ergebnis dieses interessanten Experiments an. Weiterlesen

M42-Adapter: Alte Schätze an neuer Technologie

Digitale Pentax Q7 mit M42-Objektiv (flickr Creative Commons)

Viele Fotografen, die früher analog fotografiert haben, besitzen noch ihre alte(n) Kamera(s) und/oder die dazugehörigen Objektive. Teilweise hat man sich einfach nicht trennen können, und viel Geld hätte man für das gute Stück sowieso nicht mehr bekommen. Doch auch, wenn man jetzt digital fotografiert, können zumindest die alten Objektive zum Einsatz kommen. Wie? Mit einem M42-Adapter! Weiterlesen

Analogfotografie: Welcher Film passt zu welcher Gelegenheit?

Kleinbildfimverpackungen (flickr Creative Commons)

Die Frage, welchen Film man für welche Gelegenheit benutzen sollte, stellt sich dem DSLR-Fotografen natürlich nicht. Man hat eben die eine Kamera dabei, drückt verschiedene Knöpfe, „zieht“ das Foto vielleicht hinterher noch durch ein Bearbeitungsprogramm – fertig. Für den analogen Fotografen ist die Wahl des Films dagegen äußerst wichtig, denn dadurch beinflußt man aktiv das Aussehen und die Qualität des späteren Bildes. Das Medium wird von vorneherein zum Gestaltungsmerkmal. Nach welchen Gesichtspunkten sollte man also Kleinbildfilme auswählen? Weiterlesen

“Candidplatz, München“ auf Ilford HP5+: Das analoge Medium macht nicht allein das Bild

Wenn das fotografische Medium schlußendlich das Foto macht, sollte man das Motiv noch einmal erkunden

candidplatz

Entstanden im U-Bahnhof Candidplatz in München auf ILFORD HP5+, Canon EOS 500, Zoom 35-80mm auf 35mm eingestellt, Film selbst entwickelt und vergrößert auf 13x18cm.
Scan vom Abzug.

Du hast uns eine eingescannte Aufnahme des zum Bahnsteig führenden Ganges der U-Bahnstation Candidplatz in München geschickt. Dieser Bahnhof, wie U-Bahnhöfe überhaupt, sind bei Fotografen ein beliebtes Motiv, der Architektur wegen. Man sieht die Station Candidplatz online jedoch oft in Farbe und digital eingefangen; Du hast Dich dagegen nicht nur für schwarzweiß, sondern auch für analog entschieden. Weiterlesen

Leserfoto – „Nudelsuppe“: Qual der Wahl des Beschnitts

Manchmal ist der beste Beschnitt, keinen vorzunehmen.

(c) Alexander Sprinz

Letztes Jahr in Thailand im Heimatdorf meiner Frau. Eine kleine Suppenküche, jeder kennt jeden und es wird immer gerne und ausführlich über die Alltagsthemen diskutiert.

Analog fotografiert mit einer Minox 35GL und Kodak Gold 200. Entwicklung und Scan stammen vom Großlabor. Bearbeitung mit Gimp, geradegestellt, beschnitten, selektiv konvertiert nach BW mit Betonung auf den roten Kanal, Tiefen etwas angehoben und eine leichte Vignette dazu. Falls für das Fokussiert.com-Team von Interesse, das Ausgangsbild gibt es hier: http://www.rotemorgen.de/wp-content/uploads/2014/03/Bild011_Neg.Nr_.9.jpg

Ich höre häufig die Kritik an der Kritik, daß immer nur empfohlen werde, das Bild zu beschneiden. Vorliegendes Leserfoto ist ein exzellentes Beispiel, wie dieser Entscheidungsprozeß ablaufen mag, und wann man sich gegen einen Beschnitt entscheiden kann.

Du hast hier einen Schnappschuß aus Thailand eingereicht. Zu sehen sind mehrere Leute unter einem Wellblechdach. Eine Frau steht an einem Tisch und bereitet etwas zu. Eine andere neben ihr läuft mit einer Schale Suppe auf zwei wartende Männer zu, die wiederum rechts auf einem Tisch sitzen. Niemand scheint Dich als Fotografen wahrzunehmen. Das Foto ist körnig, und Du hast Dich für eine Schwarzweißumwandlung entschieden, was den Dokumentarcharakter des Bildes noch unterstreicht. Weiterlesen

Hallo, ich bin neu hier

Ich freue mich, nun auch Teil von fokussiert.com sein zu dürfen. Als die neue Redaktorin erwarten mich viele spannende Aufgaben – und alle drehen sie sich um mein Lieblingsthema: die Fotografie.

fokussiert.com kenne ich bereits seit einiger Zeit als Leserin der Bildkritiken und neusten Beiträgen über Ausstellungen, hilfreiche Produkte oder Fototipps. Und euch, liebe Leserinnen und Leser, habe ich über eure Kommentare bereits ein bisschen kennenlernen dürfen. Und nun will ich mich bei euch vorstellen:

Ich bin zur Fotografie gekommen, als noch Filme belichtet und in Labors mit Chemie hantiert wurde. So habe ich auch meine Ausbildung zur Fotografin analog abgeschlossen. Die Analogfotografie ist mir als Hobby geblieben; in meiner Freizeit schiesse ich Polaroidfotos mit Kameras, die viel älter sind als ich. Seit da ist viel passiert in der Branche und ich hatte das Glück, bei diversen Arbeitgebern, welche stets mit der Zeit gingen, viel Neues dazulernen zu können. Ich durfte beispielsweise eng mit Lithografen zusammenarbeiten und kenne heute dank ihnen die Finessen der digitalen Bildbearbeitung und -manipulation. In meiner letzten Anstellung als Produktionsleiterin musste ich für Modestrecken geeignete Models buchen, stimmige Locations auskundschaften und das richtige Equipment organisieren. Zusätzlich dem Shooting an sich gehören auch all diese Arbeiten zum wunderbaren Beruf des Fotografen und machen ihn so faszinierend.

Heute bin ich selbständig und nebst der People- und Werbefotografie gebe ich kleine und grössere Fotokurse und Workshops in den verschiedensten Bereichen – wie schön es doch ist, Dinge zu vermitteln, welche einem persönlich so grossen Spass bereiten.

Dies ist denn auch der Grund, weshalb ich meine Aufgabe bei fokussiert.com mit viel Enthusiasmus antrete: ich will das vermitteln, was ich gut kann und freue mich, Photo-Addicts in ihrem Hobby und ihrer Passion weiterzubringen.

Und jetzt gehts los!
Eure Barbara Hess

Schattenfoto: Indirekte Gestaltung

Schatten sind ein ebenso legitimes Mittel zur Bildgestaltung wie das Licht selbst, von dem sie erzeugt werden. In fast klassischer „Street Photography“-Manier werden hier die Schatten eines Hauses für den Bildaufbau benutzt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sven Schwinning).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild habe ich im Novemer 2009 in Valencia/Spanien aufgenommen. Es ist eines der ersten Versuche, wieder mit der analogen Spiegelreflex zu arbeiten. Dieses Bild ist Teil einer Serie, die als Straßenfotografie bezeichnet werden kann. Gelungen finde ich an dieser Fotografie das Spiel zwischen Licht und Schatten.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Sven Schwinning:

Ich kann dem Fotografen Sven nur zustimmen, wenn er als Kommentar zu seinem Bild schreibt: „Gelungen finde ich an dieser Fotografie das Spiel zwischen Licht und Schatten.“ Das ist es in der Tat.

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Mittelformat: Von Canon zur „Möwe“

In seiner Wahlheimat Shanghai hat Blogger Lukas Hadorn nicht nur die Fotografie entdeckt – sondern auch eine analoge Mittelformatkamera: Die „Seagull“ oder „Haiou“. Erfahrungsbericht einer Liebesbeziehung (Teil I).

Von Lukas Hadorn, Shanghai

Die Seagull oder Haiou (© Lukas Hadorn)
Chinesische Haiou (© L. Hadorn)

Verschlusszeit? Blende? Fokus? Bis vor ein paar Monaten waren dies Begriffe, die ich zwar zweifelsfrei der Fotografie zuordnen konnte, aber damit hatte es sich auch schon.

Ich besass eine digitale Kompaktkamera, mit der ich Bilder im Automatikmodus knipste.

Das Thema „manuelle Einstellung“ reduzierte sich für mich auf die Entscheidung, mit oder ohne Blitz zu fotografieren:

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