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Architektur: Banken im Nebel

Nebelbilder wirken am besten, wenn etwas aus der Suppe herausragt. Und wenn man in sie hineinzoomt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Urs Mücke).

Kommentar des Fotografen:

Nebel, nasskaltes Wetter, Baustellen und pures Stadtleben (Frankfurt) verleiten leicht zu solch düsteren, mysteriösen Aufnahmen. Die Schwarz/Weiß-Aufnahme zeigt mehrere Hochhäuser im Stadtkern von Frankfurt am Main.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Urs Mücke:

Die Bankenkrise ist noch nicht vorbei, die Weltwirtschaft taumelt, und in Frankfurt versinken mächtige Kreditinstitute im Nebel. Auch ohne Krise würde dieses Bild eine enorme Stimmung ausstrahlen. Denn wenn das Wetter nicht gefällig ist, werden Fotos zuerst außergewöhnlich und dann spannend.

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Das Schlossbild: Architektur mit Anforderungen

Architekturfotografie hat spezielle Anforderungen. Einige Faktoren lassen sich dabei beeinflussen, andere nicht. Technische Hilfsmittel gibt es, aber sie sind teuer.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sascha Ronge).

Kommentar des Fotografen:

HDR Aufnahme bestehend aus 9 Aufnahmen (3×3). Aufgenommen mit der Canon EOS 350D und einem Standard-Objektiv von Sigma. Das Panorama zeigt das Schloss Solitude in Stuttgart.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Sascha Ronge:

Architekturfotografie kann bisweilen eine Herausforderung sein. Eine der größten Schwierigkeiten ist die Beleuchtung:

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24 Stunden: Schatten, Strukturen, Menschen

Sao Paulo, Brasilien; Cali, Kolumbien; Hinterkappelen, Schweiz; Bukarest, Rumänien. (Keystone)

Menschen inmitten von Linien und Strukturierten Flächen: Funktioniert mit Architektur, Strasse, aber auch Sport und sogar Hochzeit.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Sabine Wild: Freizeit-Architektur

Wir wissen nicht, ob Nordrhein-Westfalen ein Freizeitpark ist. Sabine Wild zeigt in Düsseldorf jedenfalls ihre Bildreihen über sogenannte Freizeit-Architektur aus NRW.

Sabine Wild: Movie Park, Bottrop-Kirchhellen. Aus Freizeit.Architektur.NRW

Architekten zeigen Bilder über Architektur: Unter dem Titel „Freizeit.Architektur.NRW“ sind Sabine Wilds Fotografien im Düsseldorfer Haus der Architekten versammelt – bis zum 2. Oktober.

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Grössenvergleich: Zu viel ist zu wenig

Diesem Bild fehlt eine eindeutige Aussage – durch fehlenden Vorder- und Hintergrund und einen Mangel an Konzentration auf das Wesentliche. Die Bildabsicht – ein Grössenkontrast – wird nicht erreicht.

© Thomas Meier. - Canon EOS 450D - 1/250s - f/11 - ISO 100 - 10mm (15mm)
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Meier). – Canon EOS 450D – 1/250s – f/11 – ISO 100 – 10mm (15mm)

Kommentar des Fotografen:

War am Wochenende in Cadiz. Den Kontrast zwischen kl. Fischerbooten und gigantischen Strommasten fand ich interessant (alt und modern, groß und klein). Zum Bildaufbau: Hauptmotiv ist der Strommast rechts, Blick soll von den Seezeichen unten halb rechts in einer Linie zum Hauptmotiv und dann in den Mittelpunkt zum zweiten Mast auf der anderen Seite der Meerenge gehen.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Thomas Meier:

Der Fotograf wollte bei diesem Bild den Kontrast zwischen kleinen, alten Fischerbooten und dem gigantischen, moderenen Strommast hervorheben. Eine gute Idee, da diese Kontraste ganz offensichtlich vorhanden sind und damit allein schon Spannung im Bild erzeugen könnten.

Könnten, denn im Foto selber gibt es keine Spannung, da die Kontraste der Bildinhalte nicht sorgfältig genug herausgearbeitet wurden:

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Posterfoto: Zu gleichförmig

Manchmal ist das bloße Befolgen der Regeln nicht genug. Such nach etwas, das eine Komposition aufpeppt.

Jürgen Schulte
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Schulte). – Leider keine Exif-Daten vorhanden

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Jürgen Schulte:

Dies Foto, das den grundlegenden Regeln der Landschaftsfotografie zufolge entstanden ist, ist okay, aber trotzdem scheint etwas zu fehlen: Es gibt keinen spezifischen Punkt, der unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, und nichts, das unseren Blick durch das Bild führt.

Lasst uns einige der typischen Regeln hier beleuchten und dann sehen, was hätte getan werden können, um das Foto ein wenig aufzupeppen:

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Farbenrausch: Mutige Entscheidung

Farben und Formen machen dieses Bild zu einem gelungen Foto und Hingucker. Das ist eine sehr effektive Form der Vereinfachung. Sie braucht aber vor Ort oft mehr „Mut“ als das Resultat verrät.

Tobias Kopp
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Kopp). – Canon EOS 20D – 1/15s – f/4 – ISO 100 – 25mm (37mm)

Kommentar des Fotografen:

Die Aufnahme entstand vor einigen Jahren bei einem China-Festival im Olympistadion in München. Das tolle Rot vor dem abendlichen Himmel hat mich mächtig beeindruckt und mich dazu bewegt, es mit der Kamera einzufangen. Das Bild ist unbearbeitet. Ich freue mich auf das Feedback, vielen Dank im Voraus!

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Tobias Kopp:

Bei diesem Foto passt vieles zusammen. Natürlich ist die Kombination aus rot und blau immer ein kontrastreicher Hingucker. Hier kommen aber zusätzlich zu der Farbe auch noch andere Punkte, die das Bild hervorheben:

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Der Stahlkrake: Tolle Linien

Industrieanlagen bieten eine Vielfalt an Motiven dank der Häufung von Linien, mit denen sich ein Bild komponieren lässt. Sie eignen sich noch dazu nicht selten für S/W-Aufnahmen.

Marco Stuewe
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Marco Stuewe). – NIKON D300 – f/4 – ISO 200 – 150mm (225mm)

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen an einem Winterabend (nach einem der raren Schneefälle) schienen sich die stahlgeschützten Förderbänder dem Betrachter entgegenzustrecken … Wie die Arme eines gewaltigen, mechanischen Kraken der mit hydraulischer Leblosigkeit, lärmend und zischend zu einem unheimlichen Leben erwacht ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Marco Stuewe:

Der Schnee- war hier zugleich ein Glücksfall (respektive wohl der Grund für die Aufnahme): Durch den starken Kontrast erst werden die Linien des Stahlkrakens deutlich sichtbar, die Schienen unter den Förderbändern ergänzen die ansonsten vielleicht etwas zu direkte Linienführung mit den Feinheiten, die einen im Bild halten.

An der Aufnahme fallen mir drei Dinge auf:

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Gegenlicht: HDR, Graufilter oder Schattenriss

Mit nichts haben digitale Kameras mehr Mühe als mit Gegenlicht und den hohen Kontrasten, die es bringt. Abhilfe schaffen eine bewusste Schattenriss-Komposition, Graufilter oder HDR-Technik.

© Jasper Hahn
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jasper Hahn). – HP PhotoSmart R707 – 2/1000s – f/4.8 – ISO 100 – 8mm (39mm)

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Jasper Hahn:

Dies ist kein richtig „schlechtes“ Bild, aber wirklich interessant ist es auch nicht – und es hätte wohl viel besser werden können. Wenn wir es einen Moment lang betrachten, bemerken wir, dass es im Grunde aus drei Elementen besteht: der Brücke, dem Hügel und dem Himmel. Wir sehen auch, dass es einen großen Kontrast gibt zwischen dem Himmel, der Brücke und dem Hügel:

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Linien im Tunnel: Zu gewohnt aussergewöhnlich

Hans Jakob Rausch
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hans Jakob Rausch). – Canon EOS 400D – 1/6s – f/5.6 – ISO 800 – 18mm (27mm)

Kommentar des Fotografen:

Der Elbtunnel in Hamburg. Fotografiert auf der Suche nach ungewöhnlichen Motiven.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Hans Jakob Rausch:

Es tut mir leid, dass ich so direkt sein muss, aber dieses Bild sagt mir nichts und ist leider alles andere als originell. Genau diese Art Bild wurde wahrscheinlich so oft fotografiert wie Sonnenuntergänge, Babies und Daumen.

Ich gebe zu, wenn ich in einem solchen Tunnel stehe, scheinen die Formen, Lichter und die Perspektive ziemlich cool. Aber weil Millionen von Menschen täglich mit der U-Bahn fahren, wurden bereits Millionen von Fotos dieser Art gemacht.

Das soll nicht heissen, dass man das Motiv nicht fotografieren kann oder soll:

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