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Wim Wenders: Wenders‘ Welt

Wim Wenders ist nicht allein Regisseur. Er fotografiert auch – auf seinen vielen Reisen rund um den ganzen Erdball.

Wim Wenders: Street Corner Butte, Montana, 2003 c-print 186 x 224 cm. Courtesy Wenders Images

Merkwürdige und stille Orte sind es, die Wim Wenders auffallen und interessieren. „Wenders‘ Welt“ sehen wir aktuell in Hamburg unter dem nämlichen Titel: „Places, strange and quiet“.

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Architektur-Schnappschuß: Funkturm in „Anlehnung“

Der Blick nach oben und entsprechende Ausrüstung können aus bekannten Motiven immer noch Neues herausholen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Westphal).

Kommentar des Fotografen:

Bildtitel: Stütze Tja, hab halt versucht den Punkt zu finden, wo die Turmspitze, das „Kugelelement“ (sorry, ich bin in Funkturm-Architekturterminologie – schönes Wort auch – nicht bewandert) und das Dachelement so im Einklang sind, dass der Eindruck des gegenseitigen Abstützens entsteht.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Alexander Westphal:

Bei diesem Foto hatte ich zuerst vermutet, es handele sich um eine Montage. Ich weiß nicht, welchen Funkturm Du hier fotografiert hast (Berlin?), aber die Art, wie er sich an das Dachelement „anlehnt“, war etwas, was ich in einer Aufnahme wie dieser nicht erwartet hätte:

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Brandenburger Tor: Der Teufel liegt im Detail

Vielfotografierten Motiven neuen visuellen Reiz zu verleihen ist schwierig. Allerdings sollte dabei auf Details geachtet werden, insbesondere, wenn man sich die Zeit nehmen kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sabina Schöfer).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme entstand am 4.9.11 um 7.52 morgens … Freehand. Ich wollte Sonntagsmorgens die Stimmung in Berlin einfangen, ohne dass Touristen vor der Kamera herumlaufen. Es waren Menschen unterwegs, die der Aufnahme, wie ich persönlich gaube, noch einen Reiz verleihen. Diese Aufnahme habe ich einmal in Farbe und SW und finde die SW Form sehr passend für diese Stimmung. Es lenkt nichts ab.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:

Bei diesem Foto mußte ich zweimal hinsehen, denn ich hätte nicht gedacht, daß das Brandenburger Tor dermaßen menschenleer sein kann. Ich bin schon sehr oft in Berlin gewesen, habe aber nie die Gelegenheit gehabt, so früh unterwegs zu sein. Glückwunsch zu dieser Aufnahme.

Ein paar Kleinigkeiten sind zu bemängeln, aber diese sind nur Kleinigkeiten. Zunächst einmal hast Du das Tor vollkommen mittig ins Bild genommen.

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Schauspielerin-Porträt: Lässig auf dem Häuserdach

Weniger ist mehr – das gilt oft auch beim Hintergrund, der manchmal so dominant ist, dass er das wesentlich wichtigere Hauptmotiv in den Schatten stellt. Abhilfe schafft bisweilen nur radikales Beschneiden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Sage).

Kommentar des Fotografen:

Schauspielerin Patricia A. auf den Dächern Berlins.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jens Sage:

Vor vielen Jahren hatte ich ein Schuljahr lang Unterricht in einer Dunkelkammer, wo mir die zuständige Kunstlehrerin immer erklärte, ein gutes Foto sei eins, an dem man nichts mehr wegschneiden könne.

Das fiel mir beim Anblick dieser jungen Frau auf den Berliner Häuserdächern sofort wieder ein. Grundsätzlich ist es ein gutes und gelungenes Foto, darauf komme ich gleich zu sprechen:

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Stadtschnappschuß: Auch Spontanfoto braucht Finesse

Egal, wie das Foto entstanden ist – auch ein spontanes Bild darf nachbearbeitet werden, insbesondere, wenn es unter nicht idealen Lichtbedingungen entstanden ist. Das tut dem spontanen Charakter keinen Abbruch.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sabina Schöfer).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme entstand bei einem meiner Fotoexcursionen in Berlin. Hier bin ich in einem Hinterhof in der Brunnenstr. hinein. Alles war voller interessanter Graffiti und auch dieser Aussage: Kein Fotos im Hof und keine Touristen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:

2009 bin ich mit meinem Sohn zwei Wochen durch Berlin gepilgert, und die ganze Zeit haben wir praktisch nur Graffiti fotografiert. Berlin ist ein Dorado in dieser Hinsicht, wenn auch die betroffenen Hausbesitzer sich meiner Meinung wohl nicht anschließen würden. Dieses Graffiti wäre denn auch für uns mehr als verführerisch gewesen, insbesondere mit der Ironie der Aufforderung, keine Fotos im Hof zu machen.

Fotos dieser Art haben, genauso wie Streetphotography, einen spontanen Charakter – genau das macht den Reiz einer Fotoexkursion ja aus:

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Ellen von Unwerth: Berlin bei Nacht

Ellen von Unwerth entdeckte einst Claudia Schiffer. In neuen Bildern zeigt sie uns ihr Berlin bei Nacht.

© Ellen von Unwerth – aus: Berlin bei Nacht

Das „Berliner Nachtleben“ entstand als Werbekampagne für einen Shampoohersteller. Es will aber doch authentisches Zeugnis sein, versichern Ellen von Unwerth und die Ausstellungsmacher vom NRW-Forum Düsseldorf. Weiterlesen

Peter Lindbergh: Mode auf der Straße

Ungeschönte Bilder statt gelangweilter Model-Posen: Peter Lindbergh durchbricht die künstliche Welt der Modefotografie – Straße statt Studio.

Peter Lindbergh: Angela Lindvall, Chris Dye, Harper‘s Bazaar, Warner Bros Studios, Burbank, California, USA, 2004

Natürlichkeit gibt Lindbergh, einer der weltweit renommiertesten Modefotografen, als Maxime an. Trotzdem inszeniert er seine Bilder sorgfältig, auch wenn die aktuell in Berlin zu sehenden Straßenfotografien einen unkalkulierbaren Anteil enthalten. Weiterlesen

Olaf Unverzart: Massive Spuren

Olaf Unverzarts Fotografien zeigen die massiven Spuren, die der Mensch in der Natur hinterlässt, in den Alpen zum Beispiel. Oder diejenigen, die die Natur dem Menschen zufügt.

Olaf Unverzart: ohne Titel/ofenpass, aus der serie strata, 2005

Als Hans-guck-in-die Luft zeigt sich Olaf Unverzart auf dem Titel seiner Website, mit einem Bein gefährlich über dem Abgrund. „Stand“ wie standfest heißt die aktuelle Ausstellung in Berlin.

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Michael Schmidt: Grau als Farbe

Schwarzweiß, das ist für Michael Schmidt das Spektrum zwischen dem dunkelsten und dem hellsten Grau. Grau ist für ihn so gesehen Farbe und Programm.

Michael Schmidt: o. T., aus Berlin nach 1945, 1980

Seit 1965 fotografiert Michael Schmidt analog und in Schwarzweiß, mit einem ungewöhnlich breiten Spektrum an Grautönen. Im Münchner Haus der Kunst ist jetzt eine Übersicht über dieses große Werk zu sehen.

Den Bildern von Michael Schmidt fehlt jede oberflächliche Attraktion; sie sind ohne Ereignis, denkbar weit vom fotografischen Konzept des „entscheidenden Moments“ entfernt, sie sind weder plakativ noch erzählerisch, so schreibt das Haus der Kunst. Weiterlesen

Claus Stolz: Sonnenbrände

Claus Stolz betreibt die radikalste Form der Fotografie. Er richtet die Kamera in die Sonne und lässt die Filme anbrennen. Filme, nicht Sensoren!

Claus Stolz: Sonne 106, negative version, 2007

Daraus entstehen Bilder von verblüffender Schönheit und Vielfältigkeit. Seit 15 Jahren arbeitet Stolz nach diesem Verfahren, das er „Heliografie“ nennt. Zu seiner aktuellen Ausstellung in Berlin beantwortete Claus Stolz uns einige Fragen.

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