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Stadthalle Magdeburg: Linien von A bis Z

Diese Architekturfotografie lebt von Abstraktion, die auch bis zum Rand durchgehalten werden sollte.

Olympus E-620 Aufnahmedaten: 1/320s bei Blende 5,6 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Olympus E-620 Aufnahmedaten: 1/320s bei Blende 5,6 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Henrik Lauber aus Nienburg: Ich fand die Stadthalle Magdeburg mit ihren Linien und den verschiedenen Rotbrauntönen beeindruckend. Gleichzeitig ergaben sich beim Zeitpunkt der Aufnahme interessante Schattenformen. Das Foto entstand von einem benachbarten Aussichtsturm aus.

Wie der Fotograf in seiner Beschreibung bereits erwähnt, wird das Bild von seinen diagonalen Linien und den Farben grau und rotbraun dominiert. Weiterlesen

Schmetterlingsaufnahme: Zuviel drumrum?

Bei manchen Fotos kann der Raum um das eigentliche Motiv jenes überwältigen – oder aus dem ganzen ein interessantes Suchbild machen, das illustriert, wie gut sich manche Tiere an ihre Umgebung angepasst haben. Letztlich entscheidet der Fotograf, aber auch der Betrachter.

Kamera: SLT-A58 Aufnahmedaten: 1/400s bei Blende 71/10 mit 2000/10mm Brennweite und ISO 100 - Richard Göppel

Kamera: SLT-A58 Aufnahmedaten: 1/400s bei Blende 71/10 mit 2000/10mm Brennweite und ISO 100 – Richard Göppel

Richard Göppel aus Dillingen schreibt zu diesem Bild:

Der eigene Garten orange Blumen oranger Schmetterling ein wenig grüner Kontrast und fertig ist ein ansprechendes Bild,oder geb ich mich einer Täuschung hin.

Naturbilder sind so eine Sache. Man hat diese Motive schon oft geboten bekommen, und es ist schwierig, noch etwas Neues aus dem Thema herauszuholen. Weiterlesen

Biene auf Blume: Zuviel Drumherum

Durch Konzentration auf den wichtigen Bildinhalt kann die Bildaussage wesentlich verstärkt werden. Oder, wie Robert Capa sagte: Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran.

Eine Blume mit besuchender Biene.

Eine Blume mit besuchender Biene. © Jonny Michel. Nikon D300, 1/320s bei f/11 mit 200mm und ISO 200

Jonny Michel aus Chemnitz zu diesem Bild: Entstanden auf Garte- und Blumenschau in Erfurt 2012

Für diejenigen (wie mich), die sich an die Brennweiten vom 35mm Kleinbild gewöhnt haben, entspricht die von Dir für diese Fotografie gewählte Brennweite derjenigen von 300mm, das ist also schon ein  längeres Teleobjektiv. Die Belichtungsdaten und der Schattenwurf deuten auf helles Tageslicht hin. Die Belichtung passt, da gibt es wenig Worte darüber zu verlieren. Weiterlesen

Ausdrucksstarkes Frauenporträt: Ein Gesicht wie eine Geschichte

Wenn ein Foto den Betrachter so in den Bann zieht, dass er Mängel darüber vergisst, ist man als Fotograf am Ziel.

myanmar-elderly-pa-o-woman-portrait

Matthias Kleinmanns aus Hofheim schreibt zu diesem Bild:

Das Foto entstand auf einem Markt in einem Bergdorf in Myanmar. Bei der abgebildeten Person handelt es sich um eine Angehörige der ethnischen Gruppe Pa-O. Aufgenommen wurde das Foto mit eine Sony A7R ( ILCE-7R ) (Affiliate-Link) mit dem 90mm Voigtländer Objektiv Apo Lanthar (Blende 4.0, ca. 1/250 sek), verbunden mit einem Metabones Adapter .

Für Fotos dieser Art streife ich gerne stundenlang über Märkte in Regionen, in denen kulturelle Besonderheiten, wie landestypische Kleidung, Frisuren, Tattoos, oder ähnliches zu sehen sind. Hierbei achte ich heute zuerst auf die Lichtsituation, danach auf eine infrage kommende Person. Viele Jahre Erfahrung haben mich gelehrt, wie ich eine Kontaktaufnahme erreiche, ohne die Person zu erschrecken oder zu vergraulen. Unabdingbar für mich ist eine angenehme ungezwungene Atmophäre, die nicht zu einer Ablehnung des Fotos oder erstarrten Pose führt.

Eine freundliche Gestik und ruhig gesprochene Worte, sprachlich bedingt, oft auch unverstanden, helfen die oft anfängliche Scheu zu nehmen. Es ist nicht immer einfach die lockere Pose zu halten, da ich oft nicht mit Autofokus fokussiere, sondern mit der Einstellupe, um sicherzustellen, dass die Augen extrem scharf abgebildet werden.

Den bei diesem Foto abgeschnittenen Kopf und die nur teilweise dargestellte Hand habe ich toleriert, um den Kopf in einer bildbestimmenden Größe zu halten. Auf die Lichtpunkte oben rechts hätte ich gerne verzichtet, wollte sie aber auch nicht mittels Photoshop übertünchen.

M.E. wichtige Bildelemente sind der Bambusstamm und der Schal in satten Rottönen, die mir bezüglich Rahmung des Kopfes und Quantitäts-Kontrast sehr willkommen waren.

Als Fotografin habe ich den in den Medien vorherrschenden Jugend- und Schönheitswahn noch nie verstanden. Es ist für mich persönlich motivisch interessanter, Gesichter abzubilden, in denen das Leben der jeweiligen Person buchstäblich geschrieben steht. Nicht, dass Schönheit und Perfektion nicht fotografierenswert wären – sie sind eben nicht meins. Weiterlesen

Perpektive Blau-grün: Nach oben gehalten

Bei Architekturabstrakten reicht es nicht, einfach die Kamera daraufzuhalten, nach dem Motto Abstrakt ist ja schließlich Abstrakt. Man sollte sich über den Auschnitt Gedanken machen.

IMG_5394

Walter Von Emden aus Eningen schreibt zu diesem Bild:

Aufgenommen Kunstmuseum Stuttgart. Nachbearbeitet in LR (Kamerakorrekturen, Schärfen, lichter runter, tiefen hoch) und nik filter.

Vor kurzem habe ich bereits anläßlich einer anderen Bildbesprechung erwähnt, daß Abstrakte nach außen hin einfach wirken, sie aber deshalb als Fotografiesparte umso schwieriger sind. Das illustriert für mich Dein Bild sehr gut. Weiterlesen

Storch auf Strohballen: Landschaft mit „I-Tüpfelchen“

Manchmal kann man auch zuviel an Bildern herumdoktern; dabei übersieht man dann gerne andere Probleme.

Canon 500D - f/8 - 1/400s - ISO 100 - 200 mm - (c) Rainer Bachmann

Canon 500D – f/8 – 1/400s – ISO 100 – 200 mm – (c) Rainer Bachmann

Rainer Bachmann aus Berlin schreibt zu diesem Foto:

Bei einer Radtour durch die Uckermark konnte ich diesen Storch ablichten. Besonders gefallen hat mir dabei die Dreieckskomposition mit den Stohballen. Ich war mir aber nicht sicher, ob ich das Bild hätte noch mehr um den Himmel beschneiden sollen, um nur 2 Hintergründe und Farben zu haben. Andererseits fand ich die abfallende fast parallele Linienführung der Horizonlinie und der ersten Feldlinie schön. Ich finde das sorgt für zusätzliche Dynamik im Bild.

Manche Leserbilder schaue ich mir an, und weiß sofort, was ich schreiben werde. Das hier war so eines, obwohl es weniger zu kritisieren, als zu erläutern gibt. Umgetrieben hat Dich die Frage nach einem weiteren Beschnitt – ich bin froh, daß Du nicht weiter beschnitten hast, dafür scheint Dich das, was ich im folgenden ansprechen werde, nicht gestört zu haben. So geht es manchmal. Störendes ist aber nicht viel vorhanden. Weiterlesen

Leserfoto – „Nudelsuppe“: Qual der Wahl des Beschnitts

Manchmal ist der beste Beschnitt, keinen vorzunehmen.

(c) Alexander Sprinz

Letztes Jahr in Thailand im Heimatdorf meiner Frau. Eine kleine Suppenküche, jeder kennt jeden und es wird immer gerne und ausführlich über die Alltagsthemen diskutiert.

Analog fotografiert mit einer Minox 35GL und Kodak Gold 200. Entwicklung und Scan stammen vom Großlabor. Bearbeitung mit Gimp, geradegestellt, beschnitten, selektiv konvertiert nach BW mit Betonung auf den roten Kanal, Tiefen etwas angehoben und eine leichte Vignette dazu. Falls für das Fokussiert.com-Team von Interesse, das Ausgangsbild gibt es hier: http://www.rotemorgen.de/wp-content/uploads/2014/03/Bild011_Neg.Nr_.9.jpg

Ich höre häufig die Kritik an der Kritik, daß immer nur empfohlen werde, das Bild zu beschneiden. Vorliegendes Leserfoto ist ein exzellentes Beispiel, wie dieser Entscheidungsprozeß ablaufen mag, und wann man sich gegen einen Beschnitt entscheiden kann.

Du hast hier einen Schnappschuß aus Thailand eingereicht. Zu sehen sind mehrere Leute unter einem Wellblechdach. Eine Frau steht an einem Tisch und bereitet etwas zu. Eine andere neben ihr läuft mit einer Schale Suppe auf zwei wartende Männer zu, die wiederum rechts auf einem Tisch sitzen. Niemand scheint Dich als Fotografen wahrzunehmen. Das Foto ist körnig, und Du hast Dich für eine Schwarzweißumwandlung entschieden, was den Dokumentarcharakter des Bildes noch unterstreicht. Weiterlesen

Leserfoto – Herbstidylle am Wegesrand: Nimm Dir die Zeit

Wenn die Zeit hat, sollte man die richtigen kompositionellen Entscheidungen bei der Aufnahme treffen, damit man Korrekturen in der Nachbearbeitung auf ein Minimum beschränken kann.

(c) Marcus Leusch

Berghausen bei Aarbergen (Hessen): Eher zufällig sprang mir im Morgennebel dieses Motiv auf einer abgelegenen Koppel in die Augen. Es dauerte eine Weile, bis sich die Pferde in eine Position bewegt hatten, die mir für eine Fotografie geeignet erschien. Die Szene reizte mich neben den besonderen Beleuchtungsverhältnissen (Nebelwand im Hintergrund) wegen ihres beschaulichen, unaufgeregten Charakters – für mich eine ungewöhnliche Aufnahme, da ich doch eher zur Streetfotografie neige und solche Naturszenen bislang eine Ausnahme darstellen … Insofern bin ich mir auch recht unsicher, ob ich mich da mit meiner Bildauffassung auf einem guten Weg befinde …? Weiterlesen