Beiträge

Über Photoshop hinaus: Collagen und Montagen

Auch wenn digital mittlerweile alles geht, kann man mittels Montage oder Collage noch Neues schaffen.

Evolution - (c) Franz Schmied

Evolution – (c) Franz Schmied

Photoshop hat die Art, wie wir auf Fotografie zugehen, für immer verändert: wo man früher davon ausging, auf fotografisches Medium gebannte Realität zu sehen, muß man mittlerweile beispielsweise beim World Press Photo Contest unveränderte RAW-Aufnahmen einschicken, auf deren Basis der Preis auch schon entzogen wurde. Im Zeitalter der digitalen Bildmanipulation sind wir so daran gewöhnt, teilweise komplett im Computer entstandene „Fotos“ zu sehen, daß sich die Frage stellt, ob Collage und Montage als Kunstform in der Fotografie überhaupt noch einen Sinn machen. Dabei geht es nicht darum, in Aufnahmen einzelne Bildteile durch andere zu ersetzen, um störende Elemente wegzuretouchieren, sondern um die Erschaffung von etwas ganz Neuem. Weiterlesen

Architekturfoto: M.C. Eschers Fotografien

Abbildungen der Realität wirken bisweilen surrealer als kreative Verfremdungen. An solchen Motiven sollte man sich jedenfalls ausgiebig versuchen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dirk Hunstein).

Kommentar des Fotografen:

Hommage an M.C. Escher – so habe ich das Bild betitelt. Idee war es, die irrealen – unmöglichen – Welten von Eschers Bildern in der Realität nachzubilden. Das Spiel mit Spiegel und Türen, also Durchgängen sowie verschiedenen Ebenen (der Boden scheint im Spiegel höher zu liegen als vor dem Spiegel) machte das Motiv für mich so reizvoll. In der Nachbearbeitung erfolgte keine Bildmontage, also Veränderungen des Bildinhalts, sondern nur Anpassungen von Kontrast, Schärfe usw.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Dirk Hunstein:

In einem Spiegel an einer Wand zwischen zwei Leuchtern mit drei Kerzen oder Kerzen-Glühbirnen ist in dieser Schwarz-Weiss-Aufnahme ein Korridor mit zwei Türen übers Eck zu sehen, von denen die eine deutlich höher als die andere ist. Die Szene wird dominiert von den Schwarz-Weissen Bodenplatten des Korridors.

Ein Bild wie aus einem Videogame – werden junge Leser jetzt sagen:

Weiterlesen

Manipulations-Porträt: Ohne Idee wäre alles nichts

Photomontagen und Photoshop-Spielereien setzen vor allem eines voraus: Eine gute Idee. Erst sie rechtfertigt weitreichende Manipulationen, welche sich im Bild aber gleichsam auflösen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Horst Fuchs).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand aus zwei einzelnen Bildern, die per Ebenen in Photoshop übereinander gelegt wurden. Der Hintergrund ist ausgetauscht um die langweilige, einfache Farbe meiner Kellerwand zu ändern. Ein weißer Durchlichtschirm von oben und ein silberner Reflektor leuchteten das Gesicht aus. Hinter mir stand ein weiterer Blitz (Nikon SB-25), der die Wand ausleuchtete und dabei wahrscheinlich auch ein bisschen die Decke, was ein leichtes Glanzlicht auf den Haaren verursachte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Horst Fuchs:

Dieses Bild ist ein Hingucker, bei dem sich der Betrachter nicht einfach nur fragt, wie es entstanden ist. Das durch die Hände scheinende Gesicht ist eine Herausforderung für unser logisches Sehen: Was macht eigentlich ein Gesicht aus? Reichen Nase, Mund und Augen, um einen Menschen zu erkennen? Und wieviel sagen die Hände über einen aus?

Du lieferst uns zwar nicht viel Information über deine Beweggründe, grade dieses Bild zu machen, die Entstehungsgeschichte der Idee, sozusagen:

Weiterlesen

Bildmontage: Der Versuchung erlegen

Bildmontagen sind ein Genre, das mit der Digitalisierung unendlich viel einfacher geworden ist. Das ist verführerisch. Vielleicht zu verführerisch.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Marco Genzel).

Kommentar des Fotografen:

Frauen können Träume platzen lassen – alles liegt in ihrer Hand. In der Seifenblase spiegelt sich unser gemeinsames Haus… Fotomontage von nacheinander aufgenommenen Szenen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Marco Genzel:

Bis ich Marcos Kommentar gelesen habe, kapierte ich nicht, dass es sich hier um eine Montage handelt. Ich habe noch nicht mal gesehen, dass der Hintergrund monochrom ist.

Das spricht für Deine Photoshop-Fähigkeiten. Die Idee, die Farbe aus dem Hintergrund zu nehmen, kann hier sehr gefallen, sie betont die Buntheit der Seifenblase. Ich gehe davon aus, dass das Gesicht deiner Gattin nachträglich ins Bild montiert wurde:

Weiterlesen