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Berglandschaft im Winter: Mehr oder weniger Vordergrund

Die Herausforderung von Landschaftsaufnahmen besteht in der Simulation von Raum im zweidimensionalen Bild: Das gelingt hier gut. Stolperstein ist häufig der Vordergrund.

Berner Oberland NIKON D800, 1/80s bei Blende 13/1 mit 24mm Brennweite und ISO 80. - © Guy Goetzinger

Berner Oberland NIKON D800, 1/80s bei Blende 13/1 mit 24mm Brennweite und ISO 80. – © Guy Goetzinger

Guy Goetzinger aus Dättwil in der Schweiz schreibt zu diesem Bild: Aufnahmeort: Lauenen Berner Oberland (CH)

Ein beeindruckendes Gebirge im Hintergrund dieser Landschaftsfotografie dominiert die Aufnahme, deren Mittelgrund eine winterlichen, schneebedeckte Hochebene belegt. Im Vordergrund spiegelt ein Gewässer den einen Gipfel des Gebirges, wobei in nächster Nähe des Betrachters der Grund des Gewässers sichtbar ist. Ausserdem wird die vordere rechte Ecke des Bildes von einem Stück Ufer geschnitten.

Eine stimmungsvolle Winter-Landschaftsfotografie aus dem Berner Oberland, die von den beiden Gipfeln in der mittelbaren Ferne dominiert wird: Weiterlesen

Video-Bildbesprechung: Papas Braut

Kinder-Schnappschuss-Porträt: Situative Menschenfotos sind mitunter die besten Porträts überhaupt, wobei mit einzelnen Problemen zu rechnen ist – hier ist es der Hintergrund. Mit Eingriffen wie Bildschnitt und S/W-Konversion kann man aber viel herausholen.

Das Bild entstand auf einer Hochzeit. Meine Nichte war absolut unglücklich darüber, dass ihr Vater ein Bild statt mit ihr mit ihrer Mutter gemacht hat. Sie war doch papas Braut und nicht ihre Mutter. Ich nochte ihre deutlich gestellte Pose (sollte ja bei Papa für Mitleid und evtl. schlechtes Gewissen sorgen). Im Hintergrund sieht man noch das Kleid der Mutter, da es aber ein Schnappschuss war, blieb mir keine Zeit mehr eine andere Position zu suchen, Leider.

Die Aufnahme ist aus mehreren Gründen sehr interessant. Wir möchten sie in einem neuen Format besprechen und sind gespannt, was Ihr davon haltet: Eine Kritik in Video-Form.

Hier ist das Transkript der Besprechung für die, welche lieber lesen als videoschauen: Weiterlesen

Pflanzenbild: Zentraler Blickpunkt

Tropfen auf Blättern sind sehr beliebte Motive für Fotografen. Hier gelingt es Alex Glawe einen schönen grossen Tropfen auf einem dunklen Blatt festzuhalten. Die Bildkomposition ist allerdings noch etwas verwirrend, so dass der Tropfen nicht ganz seine Wirkung entfalten kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alex Glawe).

Kommentar des Fotografen:

Sommerregen im Juli

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Alex Glawe:

Nach einem Sommerregen sammeln sich für eine kurze Zeit Tropfen auf den Blättern. Je nach Beschaffenheit der Blätter sammelt sich das Wasser manchmal zu grossen glitzernden Wassertropfen.

Diese wirken sehr schön und fotogen und sind deshalb auch sehr beliebte Motive. Entsprechend schwierig ist es auch, in diesem Bereich eine überraschende und stark wirkende Aufnahme zu machen. Alex Glawe gelingt das mit seiner Aufnahme ganz gut:

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Bildschnitt: Mit Mut etwas neues schaffen

Ein „mutiger“ Bildschnitt kann bisweilen aus einem vermeintlich missglückten Bild das herausholen, was immer drinsteckt: Jenes Bild, das den Fotografen zum Drücken des Auslösers bewegt hat.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Deuer).

Kommentar des Fotografen:

Zur Zeit lese ich viel über „mutiges Schneiden“, konnte aber lange nicht wirklich damit etwas anfangen. Bein Durchstöbern meiner Foto-Müllkiste (Übungsmaterial) viel mir ein völlig Unterbelichtetes, nichtsagendes Bild auf. Aufgenommen bei absolut sch… Wetter, Ende letzten Jahres. Schwarz- und Weisspunkt gesetzt, Aufhellen, partielles Scharfzeichnen und „mutiges Schneiden“. So entstand ein Bild was einen Panorama-Effekt simuliert. Überraschend und Faszinierend wie ein Bild seine Eigenschaft ändern kann, wenn es „mutig beschnitten“ wird.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Deuer:

In einer verschneiten, möglicherweise aber auch versandeten Landschaft steht in dieser im Panorama-Schnitt gehaltenen Fotografie eine Hölzerne Anlage auf Pfählen, die wie eine Koppel oder eine Verladestation für Vieh aussieht, bei näherer Betrachtung aber ihren Zweck nicht preisgibt.

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Fantasyfilm-Romantik: Gelungener Tunnelblick

Nebel, Bäume, Wasser, Rennaissance: Ein gelungenes Stimmungsbild mit einem raffinierten Dreh – dem „Filmausschnitt“.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Martin Wolf).
Kommentar des Fotografen:

„Another World“: Nebel, Linien, die das Auge leiten, Reflexion, Statuen, mystische Atmosphäre und ein paar andere Umstände waren einfach fantastisch an diesem Morgen. Ich liebe diese Fantasy-Film-Ähnlichen Fotos einfach!

Peter Sennhauser meint zum Bild von Martin Wolf:

Nebel ist etwas Faszinierendes, mit dem zu spielen sich lohnt. Wie oft habe ich im Sommer (in San Francisco ist der Sommer ein konstanter Herbst, der im Herbst in einen wunderschönen Sommer übergeht…) im Golden Gate Park nach Sonnenuntergang geflucht, weil ich die Kamera nicht dabei hatte und die Nebelschwaden mal wieder die eigene Vorstellungskraft auf eine Karussellfahrt mitnahmen.

Dir ist meiner Ansicht nach hier ein schönes, wenn auch etwas sehr melancholisches Bild gelungen. Vor allem aber zeigt es, was man mit einer dezenten, wohlüberlegten Bearbeitung aus einem Foto zusätzlich herausholen kann.

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Schmetterling: Umkehr-Farbkontrast

Wenn Motive sich anders präsentieren, als gemeinhin erwartet wird, ist das halbe Bild gemacht. Der Rest ist Komposition. Oder eben Bildschnitt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Derek Brandt).

Kommentar des Fotografen:

Ich habe dieses Bild im Herbst im Papiliorama in Kerzers/Schweiz aufgenommen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Derek Brandt:

Schmetterlinge werden gemeinhin mit Buntheit assoziiert. Ein unbunter Schmetterling ist demnach ein ungewohnter Anblick – aber noch nichts wirklich Interessantes.

Wenn er allerdings in Kontrast zu einem bunten Hintergrund gestellt, aus einer ungewohnten Perspektive und mit Gegenlicht fotografiert wird, hast Du ein spannendes Bild.

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Mädchenporträt: Raum für den Blick

Schnappschussportäts sind ein Risiko. Häufig scheitern ansonsten grossartige Bilder an einem unglücklichen Ausschnitt. Daran ist der Autofokus mitschuldig.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jeannine Jentsch).

Kommentar des Fotografen:

Die Serie mit meiner jüngeren Schwester habe ich letzten Sommer an einem See aufgenommen. Ich wollte den Übergang vom Kind-Sein zum Erwachsenwerden zeigen, die Nachdenklichkeit, die ebenso Kindern wie Erwachsenen eigen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jeannine Jentsch:

Vor rund einem halben Jahr habe ich das erste Bild aus dieser Serie besprochen. Hier sehen wir das gleiche Mädchen, schätzungsweise in der gleichen Örtlichkeit, aber diesmal in schwarz/weiss und ohne jeden Hintergrund.

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Unkonventioneller Bildschnitt: Freche Komposition

Inspirierte und ungewöhnliche Kompositionen sind einer der ersten Schritte, um originelle und aufsehenerregende Fotos zu kreieren.

Damian Byland: Robin (sollte sich mal wieder rasieren... - Gruss, Pit)
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Damian Byland). – Sony DSC H3 – 1/1250s – f/4.4 – ISO 125 – 63mm (380mm)

Kommentar des Fotografen:

Schnappschuss; entstanden am Sempachersee am 22.06.08.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Damian Byland:

Dies ist etwas, was ich immer gern sehe: ein Fotograf, der Grenzen herausfordert, der sich auf Terrain jenseits des Gewöhnlichen begibt. Wir alle sollten beim Fotografieren danach streben, nach einer neuen Art des Porträtierens zu suchen, ganz egal, was für ein Motiv sich vor dem Objektiv befindet:

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Komposition: Bildschnitt ist immer erlaubt

Nicht immer gelingt die beste Bildkomposition bei der Aufnahme – aber ein Blick in die Ecken des Sucherausschnitts hilft. Und: Ein Bildschnitt ist keine Retusche und auch dem Fotojournalisten erlaubt – es gibt k(aum )einen Grund, ein Bild nicht zu beschneiden, wenn es dadurch gewinnt.

Michael Klein
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Klein). – Pentax K10D – 1/45s – f/5.6 – ISO 100 – 55mm (110mm)

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild entstand in einem Wildpark in Bayern als Schnappschuß. Ich finde die Situation sehr amüsant, beide Hühner sitzen seelenruhig auf dem Dach und scheinen als ob sie plaudern. Störend finde ich jedoch das dritte Huhn am Rande.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Michael Klein:

«Störend finde ich jedoch das dritte Huhn am Rand.» sagt der Fotograf über sein Bild. Ich auch. Warum ist es also da?

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