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Fingerübungen Nachtfotografie: Stadt am Fluss

Nachts in der Stadt geht am besten mit einem Stativ. Und am Fluss liefern lange Belichtungszeiten Spiegelungen wie auf Eisflächen.

Basel, Grossbasler Seite, bei Nacht © PS

Basel, Grossbasler Seite, bei Nacht © PS

Ich habe mich während meines Arbeitsaufenthalts in der Heimat wenigstens einmal so richtig mit der Kamera rausgetraut: Nachdem ich das Lichtspiel an den Fassaden des Grossbasler Rheinufers gesehen habe, wollte ich am Tag danach nach Sonnenuntergang versuchen, das Farbspiel einzufangen.

Das war einerseits nicht ganz einfach wegen der Menschenmassen am Kleinbasler Ufer, die sich die lauen Sommernächte um die Ohren schlugen.

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Schneediamanten: Bokeh sei mit Dir

Es ist schwierig, die optischen Effekte, die unsere Umwelt so reich machen, bewusst wahrzunehmen – und zu fotografieren. Es ist noch schwieriger, die technischen Mittel voll auszuschöpfen, um sie als Motiv zu betonen. Die Belohnung sind aussergewöhnliche Fotos.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Carola Gregersen).

Kommentar der Fotografin:

Klövsjö, Schweden, im Januar 2009. Der unberührte Schnee faszinierte mich ungemein, und die Sonnenstrahlen liessen tausende von Diamanten im Schnee glitzern. Einfach toll, finde ich. (exif: F8, 1/250 sek. ISO 100, Focal length 60 mm) Sony alpha200, Kitobjektiv 18-70.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Carola Gregersen:

Das Diamantenfeld abzubilden, ist Dir jedenfalls gut gelungen – und das ist keine Selbstverständlichkeit, denn häufig sind grade solche Lichteffekte in ihrer subjektiven Wahrnehmen sehr schwer wirkungsvoll in einer Fotografie umzusetzen.

Aber, und daran muss ich mich auch immer wieder selber erinnern:

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Hyperfokale Distanz: Die richtige Blende

„Hyperfokale Distanz“ lautet die kryptische Antwort auf die Frage nach der richtigen Blende in der Landschaftsfotografie. Was ist das? Und warum braucht man deswegen immer ein Stativ?

Wenn Schärfe hinten wie vorne gefragt ist. Klick für Vollansicht (Bilder P. Sennhauser)

Eben grade noch habe ich mit riesigem Vergnügen mit meinem neuen 30mm-Objektiv mit Lichtstärke 1.4 herumgespielt und alles in Unschärfe getaucht, was Millimeter vor oder hinter der Schärfenebene lag.

Und jetzt stehe ich im Death Valley und stelle mir und Gary die Frage: Welche Blende sorgt hier für durchgehende Schärfe? – „Deswegen belästige ich all meine Workshopteilnehmer mit meiner Stativ-Lektion“, sagt Gary. „Nur wenn Du ein Stativ hast, kannst Du ohne Rücksicht auf die Verschlusszeit die für Dein Motiv richtige Blende wählen.“ Vielen Dank – die Frage lautete aber eigentlich: Welches ist die richtige Blende? Und warum fotografiere ich, wenn ich sowieso mit dem Stativ unterwegs bin und alles scharf haben will, nicht einfach mit der kleinsten Blende meines Objektivs?

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Nächtlicher Strand: Technik im Weg

Nachtaufnahmen sind mit digitalen Kameras wesentlich einfacher zu erstellen als mit Film. Dabei wird aber sofort ersichtlich, ob der Fotograf die Technik im Griff hat oder sie ihn.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Irene Buetikofer).

Kommentar der Fotografin:

Mitternacht am Strand von Bonassola am 16.6.08

Peter Sennhauser meint zum Bild von Irene Buetikofer:

Das ist eine typische Nachtaufnahme, wie sie mit unseren digitalen Kameras heute leicht erstellt werden kann: Mit Matrix-Messung übernimmt die Kamera alle Einstellungen und schiesst ein Bild, das ausgewogen belichtet ist. Und da liegt eines der Probleme dieser Aufnahme.

Leider sagst Du uns nicht, was Du mit dem Bild beabsichtigt hast. Das würde mehr Aufschluss darüber geben, in welche Richtung man die Aufnahmetechnik hätte anpassen müssen, um zu einem gewollten und nicht einem – wie ich vermute – zufälligen Resultat zu kommen:

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Leica Noctilux-M 1:0,95/50 mm ASPH: Weltrekord in Lichtstärke

Blendenöffnungen von 1:1,4 oder 1:1,2 gelten schon als extrem. Nun liegt das Verhältnis mit dem Leica Noctilux-M 1:0,95/50 mm ASPH erstmals unter 1

Leica Noctilux-M 1:0,95/50 mm ASPHStanley Kubrick benutzte für seinen Spielfilm „Barry Lyndon“ ein enorm lichtstarkes Objektiv, das eigentlich von der NASA für den Einsatz im Weltraum entwickelt worden war.

Es bot eine Blendenöffnung unter 1:1. Das erlaubt nicht nur Aufnahmen unter extrem lichtarmen Bedingungen, sondern eine ebeson extreme Freistellung des Motivs.

Nun kommt etwas Derartiges erstmals als reguläres Kleinbild-Objektiv auf den Markt:

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24 Stunden: Fluchtpunkte und weite Winkel

New York, USA; Scheveningen, Holland; Gaza, Israel; Frisco, Colorado, USA; Houston, Texas. (Bilder Keystone)

Mit einem Tele lassen sich Dinge zusammenziehen und dichter, lebhafter machen. Mit dem Weitwinkel und / oder einer kleinen Blende lassen sie sich strecken und furchteinflössend weit, einsam und leer machen.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Strandbild: Wo sind die Farben?

Keine schlechte Komposition, aber oh weh, wo ist all die Farbe geblieben? Überlass es nicht dem Computer in der Kamera, wie Deine Fotos am Ende aussehen.

Leserfoto (© Martin Dotzauer). - Konica Minolta Dynax 5D - 1/1250s - f/5.6 - ISO 100 - 35mm

 

Kommentar des Fotografen:

Habe das Bild im Urlaub an der Ostseeküste auf dem Darß gemacht. Ich wollte damit den Eindruck festhalten, den ich hatte, als ich am Strand spazieren ging: Sonne, Sand und das Meer. Keine Nachbearbeitung am PC.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Dotzauer Martin:

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn Du die Belichtung der Kamera überlässt: Moderne Kameras haben soviel Hightech eingebaut, dass es kaum etwas gibt, was sie nicht können.

Aber sie sind immer noch nicht so pfiffig wie wir Menschen, was die Wahl der Belichtungszeit angeht:

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Test Canon EF-50 mm 1:1,2 L USM: Mit dem verfügbaren Licht

Das Canon-Objektiv EF-50 mm 1:1,2 L USM bringt die lichtstarken Festbrennweiten der Analogfotografie auch in die Digitalwelt.

Canon 50 mm 1:1,2 L USM
Das Canon EF-50 mm 1:1,2 L USM mit Gegenlichtblende, beim Klick aufs Bild neben einem Canon EF-S 17-85 mm 1:4,0 – 5,6 IS USM (Bild: W.D.Roth)

Zum Test der Canon 40D, die wir von Lens Avenue bestellt hatten, gönnte ich mir abschließend auch noch eine richtig dicke Linse: Das Canon EF-50 mm 1:1,2 L USM. Das klassische Normalobjektiv – hier in einer besonders lichtstarken Variante.

Noch stärker (1:1 oder gar 1:0,8) gibt es sie höchstens noch bei der NASA – Stanley Kubrick drehte „Barry Lyndon“ mit so einem Monster. 1:1,2 ist dagegen, was auf dem normalen Fotomarkt an größter Blendenöffnung zu haben ist.

An der Canon 40D ist ein 50-mm-Objektiv natürlich gar kein Normalobjektiv, sondern mit Verlängerungsfaktor eine 80-mm-Portraitlinse. Und gerade da kann so ein lichtstarkes Objektiv sehr nützlich sein, wie wir gleich sehen werden:

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Objektive für Portraitaufnahmen: Bitte keine Knollennasen!

Welche Objektive sind für Portraits geeignet – und welche garantiert nicht? Ein paar Beispiele aus der Praxis.

Portrait einer blonden Frau, ZUIKO DIGITAL ED 35-100 mm 1:2,0

Aufgenommen wurde dieses Bild mit einer Studioblitzanlage und dem ZUIKO DIGITAL ED 35-100 mm 1:2,0 (Bild: W. D. Roth)

Makroobjektive mit längeren Brennweiten werden ebenso wie gemäßigte Teleobjetive oft in der Porträtfotografie eingesetzt, weil sie Beleuchtungsprobleme bei kurzen Aufnahmeabständen abmildern. Die geringere Schärfentiefe der langen Brennweiten spielt hier keine Rolle, da die Kamera bei kurzen Brennweiten für den gleichen Abbildungsmaßstab wieder näher an das zu fotografierende Objekt gerückt werden muss – das Ergebnis ist dasselbe.

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Pflanze am Strassenrand: Mehr Objekt-Kontrast

Wenn Alltägliches in einer Fotografie herausgehoben werden soll, muss es entweder isoliert oder in einen brutalen Kontrast zur Umgebung gesetzt werden. Und das gilt nicht nur im Sinne von Licht und Farbe.

Alexander Gruel
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Gruel). – Leider keine Exif-Daten vorhanden

Kommentar des Fotografen:

Ein „gestalteter Schnappschuss“ auf meinem Heimweg von der Uni – ein einsames Pflänzchen das aus einem ganzen Gebüsch frech in den Weg hinauswächst und dort auch schon einer ganzen Weile täglich vorbeiströmenden Horden an Studenten und Anwohnern trotzt.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Alexander Gruel:

Ich denke, die Absicht des Fotografen hier war, die Verlorenheit einer einsamen Pflanze zu zeigen, die von einer Beton- und Metallwüste umgeben ist. Während wir als Betrachter das zwar sehen, glaube ich nicht, dass der Effekt, die Komposition, aussagekräftig genug ist, um einen bedeutungsvollen Eindruck zu hinterlassen.

Was hätten wir als Fotografen tun können, um das Bild visuell stärker zu machen, sodass es eine kraftvollere Botschaft sendet?

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