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Blumenbild: Freistellung und Redundanz

Wildblumen, die in grösserer Menge wachsen und dadurch prächtige Blumenteppiche bilden, lassen sich mit selektiver Schärfe besonders gut inszenieren.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Florian Birkle).

Kommentar des Fotografen:

Auf diesem Bild sind Flocks zu erkennen. Um das Bild interessanter ausehen zu lassen, habe ich mit selektiver Schärfe gespielt. Beim Fotografieren habe ich versucht, die Blume möglichst prachtvoll und schön darzustellen.

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Florian Birkle:

Eine Lila Blüte steht in diesem fast quadratischen Bild aus einem im Hintergrund in der Unschärfe aufgehenden Teppich der gleichen Pflanzensorte heraus.

Du hast dieses Bild in der Kategorie Naturfotografie eingereicht, die wir in unserer Definition als Fotos von Pflanzen und Tieren in freier Wildbahn definiert haben.

Ich habe in einem kürzlichen Workshop in Nordkalifornien realisiert, dass sich das Genre bis zu einem gewissen Grad mit der Landschaftsfotografie überschneidet. Prächige Blumenteppiche in freier Wildbahn lassen sich nämlich am besten in einer für die Landschaftsfotografie eher untypischen Art fotografieren:

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Blumenfoto: Weniger ist mehr

Wenn sich ein Foto auf nur einen Bildgegenstand reduziert, sollte man Einzelheiten besondere Beachtung schenken. Dazu gehören auch Dinge, die sich unbeabsichtigt ins Bild schleichen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Elwenholl Marcel).

Kommentar des Fotografen:

Flowers for my Flower Fotografiert im Botanischen Garten auf Teneriffa mit meiner Canon Eos 350d. Leider weiß ich nicht mehr wie diese Blume hieß :-( dann hätte ich einen Schriftzug im Bild mit dem Namen untergebracht. Nachbearbeitet habe ich es ein wenig mit Photoscape.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Elwenholl Marcel:

Eine schöne Blume, insgesamt schön fotografiert. Ein Freund von mir, der jahrelang auf den Kanarischen Inseln lebte, hat einen großen Teil seiner Zeit damit verbracht, die dortige Flora fotografisch zu erkunden. Es ist auch schwer, sich von so etwas loszureißen.

Daß Du die Blume hier mittig ins Bild gesetzt hast, paßt, denn sie hat für mich genug Interessantes, um das Bild trotzdem nicht langweilig werden zu lassen – etwa, wie sie nach unten hin abfällt.

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Digitale Kunst: Gänseblümchen einmal ganz anders

Um effektive Fotos zu schießen muß man manchmal nur vor die Haustür gehen. Und dort etwas sehen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stefan Leisi)

Kommentar des Fotografen:

Mich fasziniert, wie die im Frühling alle Pflanzen mit aller Macht den ersten Sonnenstrahlen entgegenwachsen, mögen sie noch so klein sein. In diesem Fall ist es eine kleines Gänseblümchen, welche seine Blüte der Sonne entgegen streckt.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stefan Leisi:

Mein Kunstmaler-Vater hat einmal gesagt, die Welt bestünde aus denen, die schauen, und denen, die sehen. Du siehst. Glückwunsch zu diesem beeindruckenden Foto, das wieder einmal beweist, daß für gute Bilder eigentlich nur ein gutes Auge und die Fähigkeit, mit der Kamera das Gesehene wiederzugeben, gehört.

Die Nachbearbeitung gibt, zusammen mit den fast ausgebrannten Blütenblättern, dem Ganzen den Charakter digitaler Kunst.

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Blumenbild: Zeitdimension durch Bokeh

Mit langer Brennweite, kurzer Fokusdistanz und weit offener Blende lassen sich die typischen Bokeh-Kreise im Hintergrund erzeugen – was durchaus eine vierte Dimension schaffen kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Annemarie Berlin).

Kommentar des Fotografen:

Bei diesem Bild reizte es mich besonders, die im von der Sonne beleuchteten Hintergrund stehenden Blüten als Kontrast mit einzubeziehen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Annemarie Berlin:

Eine Krokus-Blüte stösst in dieser Tele-Farbaufnahme im Schatten im rechten Vordergrund durch den von dürrem Laub bedeckten Boden. Dahinter ist in der linken Bildhälfte in der Unschärfe der Tiefe eine weitere gelbe Doppelblüte zu erkennen, die sich gegen oben in den grossen Bokeh-Kreisen vor einem hell erleuchteten Hintergrund auflöst.

Bokeh stammt aus dem Japanischen und steht für „unscharf, verschwommen“;

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Blumenbild: Verborgener Blick

Noch eine raffinierte Art, Blumenbilder zu machen: Der Blick ins Unsichtbare, das Subjekt als Entdeckung, macht Banales spannend.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Becker).

Kommentar des Fotografen:

…blühen, im Verborgenen. Die ersten Frühlingsboten unter einer blühenden Azalee

Peter Sennhauser meint zum Bild von Michael Becker:

Ein Paar Osterglocken sind in dieser Farbfotografie im Halblicht der Sonnenstrahlen zu sehen, welche zwischen dem Bewuchs eines Gartens hindurch scheint. In der unmittelbaren Vordergrund-Unschärfe sind die violetten Blütenblätter einer Azalee mehr zu erahnen als zu sehen. Sie bildenen einen Rahmen um die gelben Osterglocken, die deutlich ausserhalb des Bildzentrums oben links angeordnet sind.

Es gibt unzählige Arten, wie man Blumen spannend fotografieren kann. Leider ist ihre natürliche Anmut meistens so vereinnahmend, dass die wenigsten Fotografinnen und Fotografen auf die Idee kommen, die Umgebung einzubeziehen oder einen frischen Blickwinkel zu wagen.

Du hast hier eine besonders raffinierte Methode gewählt, welche aus der hinlänglich bekannten Osterglocke eine Entdeckung macht:

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Pflanzenstilleben: Durch Reduktion auf das Wesentliche lenken

Fotos können durch die Nachbearbeitung durchaus gewinnen, jedoch sollte das Augenmerk nicht in die Leere gelenkt werden.

Vollansicht (© Leserfoto: Klick für Topp Dierk).
Kommentar des Fotografen:

Nikon D3, 14-24/2.8, HDR, bracketing +- 2 EV, MLU, Ausschnitt, Filter: NIK Silver Efex

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Topp Dierk:

Dierk hat in sein Foto durch die mittlerweile salonfähige HDR-Bearbeitung zusammen gestellt. Durch diese Technik spart man sich manchmal den großen Aufwand der perfekten Ausleuchtung.

In diesem Motiv wäre es sicher sehr schwierig geworden, all die Pflanzen ohne störende Schatten abzubilden, wenn nicht durch die Zusammenführung mehrerer unterschiedlicher Belichtungen ein ausgewogenes Bild möglich wäre.

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Blumenfotografie: Buschwindröschen, weichgezeichnet

Blumenfotografie wirkt besonders, wenn sie mit passendem Hintergrund, minimaler Schärfentiefe und ungewohnter Perspektive arbeitet.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Anne Berlin).

Kommentar der Fotografin:

Dieses Bild entstand Anfang April, als überall die Buschwindröschen zu blühen begannen. Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie diese zarten Blümchen Wind und Wetter trotzen. Die Zartheit der Blüte und ihre schlichte Schönheit wollte ich in diesem Bild einfangen, die Schönheit, die in der Einfachheit liegt.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Anne Berlin:

Ein Buschwindröschen (?) ragt in diesem in weichen Pastellfarben gehaltenen Hochkant-Bild über den Betrachter hinaus auf. Aus dem dunklen Grün der Stammblätter unten ragt ein Stiel in weichem Schwung ins oberste Drittel des Bildes, wo die weisslila Blüte sich ganz leicht vom Betrachter abwendet und einem vollständig in der Unschärfe verlaufenen Hintergrund fast nahtlos vorsteht.

Daraus ragen die kräftiggelben Stempel der Blüte, die im Fokus liegen.

Was soll man dazu sagen:

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Eliška Bartek: „Erregte“ Fotografie

Eliška Bartek ist eine sehr vielseitige Künstlerin: Sie experimentiert nicht nur mit Fotografie, sondern ist auch Malerin und Videokünstlerin.

Eliska Bartek - aus der Serie: Erregte Fotografie – Paris, 2008

„Mit Licht malen“ – ob als Fotografie oder Malerei, das steht im Zentrum von Eliška Barteks Arbeit. In Berlin sind aktuell zwei Ausstellungen von ihr zu sehen – eine mit Fotografie, die andere mit Malerei und Video.

„Erregte Fotografie“ sind Momentaufnahmen aus den Städten Abu Dhabi, Paris, London und St. Petersburg. Diese Schwarzweißserie entstand in den vergangenen beiden Jahren. Weiterlesen

Blumenfoto: Die vielen Unterschiede

Was hebt diese Fotografie einer wilden Orchidee von den üblichen Blumenbildern ab? Eine ganze Liste beachtenswerter Punkte.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephan Amm).

Kommentar des Fotografen:

Das Holunderknabenkraut, früher eine weit verbreitete Orchidee, ist heute außerhalb der Alpen nur noch an wenigen Fundorten anzutreffen. Bei uns im Frankenwald gibt es noch einige Stellen mit teilweise über 100 Exemplaren. Besonderes Glück hatte ich dieses Jahr bei einer kleineren Population, die in ihrer Lage für mich einmalig ist, am Hang, mit der Chance, daß die Frühjahrssonne mit ihren letzten Strahlen die Orchideen, von denen es auch eine rote Variante gibt, illuminiert. Ein Makro mit langer Brennweite (200mm) bei offener Blende sorgte für die Vignettierung und die „Auflösung“ der Umgebung.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Amm:

Eine wilde Orchidee im letzten Licht des Tages, fotografiert mit extremer Brennweite, steht in einer Wiese mit hohen Grashalmen, die im Vorder- und Hintergrund ind er Unschärfe verschwinden.

Diese Aufnahme könnte als Schulbeispiel für gut gemachte Blumenaufnahmen dienen:

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Robert Mapplethorpe: Im Museum angekommen

Zu Lebzeiten waren Robert Mapplethorpes Fotografien heftig umstritten, wurden boykottiert und zensiert. Jetzt sind sie im Museum angekommen.

Robert Mapplethorpe: Phillip Prioleau, 1980 
© Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission

Dennoch ist die aktuelle große Werkschau in Düsseldorf Robert Mapplethorpes erst ab 16 Jahren frei, darunter nur in Begleitung Erwachsener erlaubt.

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