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Ephemicropolis und Bostitch-City: Makro-Stadtlandschaften

Was man mit Makro-Fotografie auch noch machen kann: Illusionen einer futuristischen Welt – gebaut aus Heftklammern.

Ephemicropolis, Peter RootRoger Albani: Bostitch CityDer Schweizer Roger Albani, der auf fokussiert.com auch bereits mit einem Architekturbild vertreten war, hat eine Serie Stadtfotos geschossen, die der Romantik der Skyscraper-Klischees folgt und mit Silhouetten und Lichteinfällen operiert. Allerdings handelt es sich um Makro-Fotos, die dank geringer Schärfentiefe (Modell-Effekt, Fake Tilt/Shift) wie Aufnahmen grosser Städte aussehen. Uns hat Roger erzählt, dass er nicht von Peter Root’s Staple-Stadt Ephemicropolis inspiriert war, die aber nicht minder interessant ist:

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Bewegtzoom: Technik allein ist nicht alles

Gelerntes anzuwenden ist ein guter Weg zum besseren Bild, doch sich nur auf die Technik zu konzentrieren, bringt noch kein gutes Bild hervor.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Wolfgang Müller-Bertran).

Kommentar des Fotografen:

Wurde bei einem Fotokurs im Studio von mir gemacht, mit Dauerlicht und zoomen beim belichten.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Wolfgang Müller-Bertran:

Der Besuch verschiedener Fotokurse und – workshops ist durchaus anzuraten. So wie Wolfgang uns hier zeigt, bekommt man immer neue Impulse und die Gelegenheit, das Neue gleich anzuwenden.

Bei diesem Porträt im Studio wurde nun die Technik des Zoomens bei der Belichtung gezeigt. Dies ist ein ganz guter Effekt, um statischen Motiven Dynamik und Leben einzuhauchen. Ob es bei Studioportraits unbedingt nötig ist, sei dahingestellt, aber im Studio ist es auf jeden Fall gut zu üben:

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Colorkey im Maisfeld: Farben brauchen Sinn

Colorkey ist ein wichtiger Effekt zum Üben vom Markieren und Freistellen. Optisch ergibt er aber nicht immer Sinn.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Franzi Reiner).

Kommentar des Fotografen:

Bearbeitet mit Adobe Elements 7.0 Im Maisfeld

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Franzi Reiner:

Colorkey ist eine Bildbearbeitungstechnik, bei der ein farbiges Foto in ein Schwarz/Weiß-Bild umgewandelt wird, dabei aber ein Teil der Farbflächen erhalten werden.

So entsteht ein Foto, mit dem die Aufmerksamkeit schnell auf einen wichtigen Bildbereich gelenkt werden kann. Zum Beispiel könnte damit die Lage von Weinbergen einfach gezeigt werden, wie es ein Flickr-Nutzer illustriert.

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Kiwi-Banane: Küchenposter

Eine Inflation von inhaltlichem, farblichem und optischem Blickfang kann, muss aber nicht ins Auge gehen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Göbel).

Kommentar des Fotografen:

ist ein bisschen mit photoshop Elements 4.0 bearbeitet. Kenne mich da leider nicht aus.

Peter Sennhauser meint zum Bild von tobias göbel:

Eine in gesättigtem Grüngelb gehaltene Bananenschale liegt in einer spiegelnden Wasserpfütze in dieser in flacher Perspektive gehaltenen Aufnahme. Der Inhalt der Schale ist allerdings eine geschnittene, giftgrüne Kiwi.

Ein Bild, wie man es in mancher Küche an der wand finden könnte: Lebensmittel, kreativ inszeniert und farblich wie inhaltlich verfremdet. Die Kiwi-Banane weckt gleich aus mehreren Gründen das Interesse des Betrachters:

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Möwen auf der Brücke: Effekt macht Motiv

Auch scheinbar überholte, ausgelutsche Motive können durch eine neue Herangehensweise wieder an Reiz gewinnen: In diesem Fall sorgt ein Tilt-Shift-Objektiv für eine neue Betrachtungsweise auf Möwen in der Stadt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Friedrich Ganter).

Kommentar des Fotografen:

Ich war mit dem Tilt-Shift für Architekturaufnahmen unterwegs. Da fiel mir diese Möwenszene auf. Um bei diesem Weitwinkel eine geringere Tiefenschärfe zu bekommen habe ich das Objektiv stark verschwenkt. Durch Nachbearbeitung wurden die Möwen noch optisch hervorgehoben. 24mm f/5.6, 1/80s

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Friedrich Ganter:

Ein gewöhnliches Motiv. Möwen auf dem Geländer eine Brücke. Durch zwei kleine Kunstgriffe wird jedoch auch dieses Bild zu einem Hingucker:

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Mohnblütenfoto: Verführung statt Zwang

Ausbleichen und Weichzeichnen sind starke Effekte, die deswegen mit Mass angewandt werden wollen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andrea Schneider).

Kommentar des Fotografen:

Eines meiner liebsten Sommermotive. Objektiv: das Canon 100-400 bei 400mm. Beschnitten, entsättig. Die Tiefenschärfe verringert, obwohl die 400mm und f5,6 eh schon gering war.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Andrea Schneider:

Eine Mohnblüte in einem grünen Feld, stark weichgezeichnet im Zentrum eines fast quadratisch geschnittenen Bildes. Im Hintergrund sind in der Unschärfe weitere Mohnblüten erahnbar. Auf der Blüte sitzt, bei genauem Hinsehen zu erkennen, eine Hummel.

Ein sehr impressionistisches Bild, das wir – wohl erworben aus der Anwendung in Filmen – mit Illusion oder Traum zu assoziieren tendieren.

Sehr gut funktioniert hier die Entsättigung der Farben, welche das Grün der Wiese auf eine feine Pastellfarbe reduziert, dabei aber die Leuchtwirkung des Klatschmohns nicht herabmindert.

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Setzlingsfeld mit Drohwolken: Behutsames HDR

Wenn ein Effekt das Motiv erdrückt, wird ein Foto zur Effekthascherei. Wenn ein Effekt, in diesem Fall HDR, behutsam benutzt wird, kann er das Motiv jedoch unterstützen und sinnvoll verbessern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hans Niemietz).

Kommentar des Fotografen:

Gesehen von der A9 aus kurz vor Lobenstein-Thüringen. Blick vom Auto aus sehr spektakulär. Standpunktsuche auf der Rückfahrt war sehr schwierig, da das Gelände unmittelbar an der Autobahn nicht zugänglich war.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Hans Niemietz:

HDR steht für High Dynamic Range und ist eine Technik, die es Fotografen ermöglicht, Fotos mit einem Kontrastumfang zu erstellen, den heutige Kamerasensoren üblicherweise nicht gleichzeitig aufnehmen können.

Auch das Bild von Hans Niemitz benutzt diese Technik, bzw. simuliert sie nur:

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Entsättigter Wald: Effekte brauchen eine Begründung

In der digitalen Dunkelkammer lässt es sich trefflich mit Effekten herumspielen. Die machen allerdings aus einem Bild niemals eine erstklassige Fotografie.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Jobst).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild wurde an einem sonnigen Tag im Gegenlicht aufgenommen. Der Effekt wurde folgendermaßen mittels Gimp erzielt: Zunächst habe ich eine entsättigte Ebene mit einem leichten „Warmes Leuchten“-Effekt erstellt, über die ich die farbige Ebene mittels „Überlagern“ gelegt habe. Dies führt zu einer allgemeinen mehr oder weniger leichten Entsättigung und dem dramatisch wirkendem Effekt. Um das Ganze abzurunden habe ich den „Warmes Leuchten“-Effekt noch einmal in einer sehr schwachen Form wiederholt und das Bild leicht geschärft.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Michael Jobst:

Ein Baumstrunk inmitten eines moosbewachsenen Stücks lichten Nadelwaldes, daneben ist die saubere Schnittfläche eines gefällten Stammes zu sehen. Die Szene scheint einerseits überbelichtet und fast monochromatisch in grün gehalten mit einem Anflug von Sepiatönung; die hellen Flächen auf den querliegenden Stämmen und Wurzelstücken und der Waldboden im mittleren Hintergrund im Sonnenlicht scheinen fast schneebedeckt im hellen Weiss:

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Winter-Lichtspurfoto: Experimente mit Kunstlicht

Der Fotograf spielt mit Licht und fügt dem stillen Bild eine wichtige Komponente hinzu: Bewegung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Günther Christian).

Kommentar des Fotografen:

Es war eine Vollmondnacht, sehr klar und sehr kalt (-13°C). Ich war mit dem Stativ draussen und habe einige Aufnahmen gemacht. Kurz bevor ich abbrechen musste, weil das Display meiner Kamera schon frostig war, kam mir noch eine Idee. Ich habe die Kamera aufgestellt, die Belichtung u. Blende eingestellt und habe einer Freundin gesagt, sie solle abdrücken, sobald ich ihr bescheid gebe. Dann bin ich mit dem Schlitten und zwei Taschenlamen (eine Grühbirne u. eine LED) den Berg zu der Stelle hochgelaufen, die ich mir gemerkt hatte, habe ihr das Zeichen gegeben und bin losgefahren… Ich konnte mir das Bild erst zuhause richtig angucken. Aber ich fand es sofort sehr interessant. Was meint der Profi zu dem Bild?

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Günther Christian:

Der Fotograf hat etwas rumgespielt. Genauer gesagt hat er mit Licht gespielt. Warum auch nicht? Übesetzt heißt „Fotografie“ nichts anderes als „Zeichnen mit Licht“. Lichtspiele sind damit die Essenz der Fotografie und Günther Christian zeigt, was dabei entstehen kann.


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Pont Alexandre Colorkey: Effekte-Overkill

Zu viele Tricks in einem Bild machen das Motiv zum Statisten und das Bild zum Knallkörper ohne Nachhall.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ronny Ritschel).

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen wurde dieses Foto an einem Februartag in Paris. Ich wollte schon lange mal die Pont Alexandre III in Paris fotografieren. Diese Brücke ist meiner Meinung nach sehr schwierig zu fotografieren. Es gibt zwar viele Aufnahmen, jedoch zu wenig Interessante. Ich wollte mit dieser Aufnahme Architektur und Streetfotografie vereinen. Aus diesem Grund habe ich diese Perspektive auf die Strasse genommen. Um der Aufnahme noch ein wenig Dynamik zu schenken, wählte ich eine diagonale Ansicht. Zusätzlich wollte ich durch ein Colorkey-Effekt das „Street“ in der Aufnahme unterstreichen.

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