Beiträge

Boris Becker: Der Bildfinder

Der Kölner Fotograf Boris Becker bezeichnet sich selbst als Bildfinder. Die Bilder liegen sozusagen auf der Straße und warten darauf, fotografiert zu werden.

Boris Becker: Hochbunker Bochum Am Pumpwerk, 1986

Die Bilder waren schon da, bevor sie aufgenommen wurden, so Boris Becker – in der eigenen visuellen Erinnerung. Aktuell können wir uns Beckers Werk in Köln anschauen.

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Fotografisches Können (1/2): Wie gut bin ich als Fotograf?

Lässt sich fotografisches Können messen? Buchautor George Barr hat ein einfaches System zur Selbsteinschätzung entwickelt. Es trennt zwischen technischem und ästhetischem Niveau.

Eichhörnchen oder Meisterfotograf am Auslöser? Selber rausfinden! (keystone)

In der Diskussion über unsere Foto-Kritik habe ich unter anderem eine Idee erwähnt, die ich seit den ersten Kritiken auf fokussiert.com mit mir herumtrage: Wäre es nicht für Kritiker und Fotografen sinnvoll, wenn sie ihr fotografisches Können einschätzen und uns mitteilen könnten, um eine angemessene und für sie individuell umsetzbare Kritik zu erhalten? Es ist immerhin nicht sehr befriedigend, wenn wir einem Anfänger mit Kompaktkamera oder einer Profi-Landschaftsfotografin mit 20 Jahren Erfahrung einfache Ratschläge zum Objektivwechsel geben oder jemandem, der grade die ersten Gehversuche macht, komplexe Kompositionsempfehlungen und einen Haufen Fachausdrücke um die Ohren hauen.

Einige Leserinnen wie Corinne halten die Selbsteinschätzung der Fotografen mangels objektiven Kriterien für nicht machbar. Bei George Barr, einem Fotografen, Arzt und Blogger, an dessen Workshop ich teilgenommen habe und dessen Buch „Besser Fotografieren“ ich hoch schätze, habe ich allerdings ein System zur Einschätzung des fotografischen Könnens gefunden, das funktioniert (es war nebenbei der Grund, weshalb er vom Verlag Rocky Nook zum Verfassen des Buches eingeladen wurde):

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Hannes Kilian: Die kunstvolle Bewegung

Hannes Kilian wurde bekannt als Fotograf des Stuttgarter Balletts mit seiner außergewöhnlichen Fähigkeit, die kunstvolle Bewegung festzuhalten.

Hannes Kilian: Rudolf Nurejew, 1962

Die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt mit 320 Schwarzweiß-Fotografien einen Querschnitt aus 50 Jahren von 1937 bis 1987. Hannes Kilians Sichtweise auf die Dinge und sein Talent, Situationen festzuhalten und Schicksale in ihrer Vielschichtigkeit aufzuspüren, sind einzigartig. In diesem Jahr wäre er hundert geworden.

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Matt Mallams: Fundstücke und Collagen

Matt Mallams fotografiert Relikte der Gegenwart, findet Details buchstäblich auf der Strasse und schafft mit Vexierbildern eine vierte Dimension.

Matts Collagen: Fundstücke von der Strasse. Sie finden ihre Fortsetzung in den meist Schwarz-Weissen Collagen: Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder Matt Mallams / Aevum)

[hide](Matt Mallams / Aevum)(Matt Mallams / Aevum)Matt Mallams Journal (Matt Mallams / Aevum)Bild[/hide]Matt Mallams ist unter dem grössten Himmel aufgewachsen, den es gibt – in einem kleinen Kaff in Iowa. Vielleicht ist der junge Fotograf, der heute in San Diego lebt, deswegen so fasziniert vom Großstadtleben. Er betreibt etwas, das man als Fotografische Gegenwarts-Archäologie bezeichnen könnte: Weiterlesen

Robert Kneschke: Fotoproduzent

Der Spezialist für Stockfotos: Robert Kneschke verstärkt das fokussiert.com-Team als Kritiker und Autor.

Er bezeichnet sich nicht als Fotograf, sondern als Fotoproduzent: Robert Kneschke lebt seit drei Jahren von der Produktion hochwertiger Stockfotos. Das sind Themenbilder, die gewissermassen „auf Verdacht“ erstellt und dann in Archiven für Medien, Werbung und PR angeboten werden.

Der studierte Politologe Kneschke hat sich dieses Geschäft ausgesucht, um mit seiner Leidenschaft – Fotografie – den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Und weil dazu viel mehr gehört als „nur“ zu fotografieren, von der Marktforschung über das Finden von Modellen bis zur pingelig genauen Verschlagwortung der Bilder – findet Robert, dass die Bezeichnung „Fotoproduzent“ seine Expertise genauer trifft.

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Lukas Roth: Dokumentarisches und Unwirkliches

Lukas Roth arbeitet auf zwei Schienen: Architektur fotografiert er so dokumentarisch wie möglich. In seinen freien Bildern setzt er aus Schnipseln neue (Un)Wirklichkeiten zusammen.

© Lukas Roth: Ohne Titel (Aquarium), 2007

Zwei aktuelle Ausstellungen zeigen die beiden verschiedenen Wege, die Lukas Roth verfolgt. Die eine – bei Camera Work in Berlin – heißt „Rekonstruktionen“ und der Titel verweist auf die wiederhergestellte Wirklichkeit. Die andere – in der Stuttgarter vhs-photogalerie – heißt „Lukas Roth – Architekturfotograf“.

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Horst Kløver: Fotograf, Kurator, Kritiker

Der Fotograf Horst Kløver verstärkt ab sofort unser Autorenteam – zunächst mit Profikritiken, demnächst mit Postings.

Horst Kloever

Horst Kloever

Horst ist ziemlich „rumgekommen“ in den fotografischen Berufen, seit er 1991 beschlossen hat, Fotograf zu werden. Wir freuen uns über eine sachkundige Verstärkung fürs Team, wobei hier auf fokussiert.com jeder Autor seinen eigenen Stil pflegen kann, soll und wird.

Horst über Horst: „Ich denke nicht, dass Fotografie zwangsläufig Kunst ist und möchte auch mit Arbeiten konfrontiert werden, die einen kommerziellen, propagandistischen oder dekorativen Zweck haben. Jeder aussergewöhnliche und auch gerne experimentelle Blick auf die äussere Wirklichkeit oder eine Welt, die nur dem Fotografen zugänglich ist, der sie erschaffen hat, soll in meinen Beiträgen auf fokussiert.com zur Sprache kommen.“

Die ganze Geschichte und einige seiner eigenen Arbeiten gibts im Autorenporträt von Horst Kløver.

Bangladesch: Safder Ali, Berufsfotograf

Safder Ali ist 62 und Berufsfotograf: Am Straßenrand nimmt er in Gullistan Passfotos für Kunden auf. Sein Beruf liegt im Sterben.

Die Kamera hat keinen Auslöser, Safder hat keine Dunkelkammer: Sein Geschäft betreibt der 62jährige Bangladeschi auf der Strasse, in Gullistan, einem Teil der Stadt Dhaka. Mit zehn Jahren hat er den Beruf ergriffen, seither schießt er Passfotos für Kunden, dis sich vor seiner Holzkamera aufstellen, während Safder von Hand mit der Abdeckung der Glaslinse die Belichtung des Negativs vornimmt.

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Objektivkauf mit Folgen: Was ich 2008 gelernt habe

Ein Objektivkauf als Beispiel dafür, wie sich mit der vermeintlichen Erfüllung eines Anspruchs ein Dutzend neuer kreativer Ansprüche ergibt. Was die Tiefe und die Faszination des Mediums Fotografie ausmacht.

Die Küchenlampe spiegelt sich im 80-400mm Objektiv.

Seit dem 26. Dezember renne ich in der Gegend rum und mache eine neue fotografische Erfahrung nach der andern. Denn am Tag nach Weihnachten wurde mein neues Objektiv geliefert.

Ein Stück Ausrüstung, und das führt gleich zu einer Erfahrungslawine? Muss ja ein Superwahnsinns-Spezialgerät sein, nicht?

Nicht wirklich.

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Elliott Erwitt: Großmeister zum Anfassen

Die Galerie Stephen Hoffmann in München zeigt zum 80. Geburtstag des Magnum-Fotografen Elliott Erwitt eine Auswahl seiner Werke.

© Elliott Erwitt / Magnum Photos / Agentur Focus
Bereits anfangs des Jahres berichteten wir über „Seen & Unseen“, eine Ausstellung neuer Fotografien Erwitts in Hamburg, jetzt wird eine Auswahl seiner Arbeiten in München präsentiert. Am Samstag wurde die kleine Ausstellung eröffnet – in Anwesenheit des Künstlers.

Für mich Grund genug mal wieder die alte Leica auszupacken und in klassischer Manier mal wieder einen Schwarzweißfilm zu belichten. Allerdings war ich mit dieser Idee nicht allein.

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