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Cafetiere-Stillleben:
Mit Volldampf zum guten Bild

Das Bild erinnert mich an eine Studienaufgabe. Hier lernten wir gutes Sehen von Lichtsituationen, die wir immer wieder anwenden können.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Simon).

Kommentar des Fotografen:

Guter Espresso, ganz einfach. Ich mag den Kaffee aus der guten alten Bialetti noch immer. Hier in Aktion in meiner Küche. Ich habe versucht durch das morgendliche Gegenlicht des Fensters den Dampf sichtbar zu machen.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Michael Simon:

Wenn ich, wie gerade jetzt auch, am Computer sitze und langsam die Müdigkeit zuschlagen will (wie jetzt im Moment nicht), gehe ich gerne in meine Küche und stell mir einen Espresso auf die Herdplatte. Das sieht in etwa genauso aus wie auf Michaels Bild.

Schon deswegen möchte ich was zu dem Foto der Bialetti sagen. Aber auch, weil wir während unserer Ausbildung so einiges an genau diesem Beispiel der Lichtführung gelernt haben:

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Ufer-Stillleben:
Die Madonna über dem Wasser

Eine ausgeglichene Belichtung ist bei Gegenlichtaufnahmen mit der Sonne praktisch unmöglich. Es gibt aber Hilfsmittel und Tricks, um extreme Kontrastprobleme abzuschwächen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johann Kühnl).

Kommentar des Fotografen:

Für ein Projekt fotografiere ich zur Zeit die Leitern und Treppen in Strandbädern in ihrer Eigenschaft als Grenzübergänge – nicht nur zwischen Land und Wasser, sondern vor allem zwischen Zivilisation und Natur. Das ist eins davon, entstanden am Attersee/OÖ.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Johann Kühnl:

Ein von der abendlichen Sonne beleuchteter Holzsteg führt vom Betrachter weg in den unmittelbaren Vordergrund dieser Schwarz-Weiss-Fotografie. Die Bügel der daran rechts versetzt montierten Badeleiter liegen genau in der horizontalen Bildmitte, ihre Schatten fallen nach schräg rechts unten über die zum Fluchtpunkt weisenden Latten des Stegs. Das Klare Wasser eines Sees füllt das Bild bis etwa einen Drittel in der Vertikalen, dahinter zieht sich von rechts eine Bergkette nach links über den Horizont, wo die Sonne gleissend unter leichten Wolken durchscheint.

Gegenlichtaufnahmen sind ein heikles Unterfangen. Wenn die Sonne direkt im Bild zu sehen ist und nicht von Wolken verdeckt wird, ist der Kontrastumfang jedenfalls zu gross für den Sensor:

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Architekturbild:
Präzision ist das A & O

Bei Architekturaufnahme ist eine hohe Präzision und eine klare Gestaltung gefragt. Beides gelingt bei dieser Aufnahme sehr gut. Das besondere Format, das sich ganz am Motiv orinentiert, verstärkt die Gesamtwirkung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fabian Heusser).

Kommentar des Fotografen:

Entstanden während der Besichtigung einer Glashütte. Einzelne Fensterzeile der Fertigungshalle mit Herbstwald im Hintergrund. Mit Ligthroom gegrädet und der Kontrast mittels Kurven erhöht. Das ungewöhnliche Format ergibt sich aus dem Objekt – aufgrund des Gegenlichts ist die Umgebung der Fensterzeile schwarz. Mir persönlich gefällt die Metapher der Scheiben zu Pixeln und deren spielerische Umgang damit. Auch wie das Glas der farbige Herbstwald verändert und die schräggestellten Fenster einen „ungetrübten“ Blick auf diesen freigeben. Man verliebt sich zuweilen schnell in seine eigenen Bilder, darum würde mich interessieren, ob dies in diesem Fall berechtigt ist oder nicht.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Fabian Heusser:

Als Architekt fühle ich mich von dieser Aufnahme sehr angesprochen. Aber ich bin als Architekt auch sehr anspruchsvoll, was gute Architekturbilder angeht:

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Gegenlicht-Strahlen:
Kalt-warme Lichtstimmung

Lichtstimmungen verfliegen schnell. Dann heißt es den richtigen Standpunkt finden und die Kamera beherrschen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© M. M.).

Kommentar des Fotografen:

Bei dem Bild hatte ich wenig Zeit die Lichtstimmung einzufangen, da Sie jeden Moment wieder verflogen sein könnnte.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von M. M.:

Auch bei einem relativ normalem Motiv und nicht ungewöhnlicher Gegend hast Du es echt gut drauf gehabt, dieses Objekt ins rechte Licht zu rücken – oder besser, Du bist in die richtige Position gegangen, um das Licht für Deine Bildaussage zu nutzen.

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Konzeptbild:
Nur Licht am Ende des Tunnels

Ein spannendes Bildkonzept reicht noch nicht ganz für eine richtig gute Fotografie: Ohne inhaltliches Thema fehlt etwas.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Alexander Rieber).

Kommentar des Fotografen:

Ist eine Bahnunterführung. Wurde Tagsüber aufgenommen, als das Licht von vorne stark zu sehen war, und ich habe solange gewartet, bis eine Frau vorbeikam und auf die andere Seite ins Licht reinlief. Minimal bearbeitet, damit ich diese Stimmung ins Bild setzen konnte.

Profi Stuart Schwartz meint zum Bild von Alexander Rieber:

Ein Korridor im Gegenlicht, vielleicht eine Unterführung oder der Zugang zu einem Stadion. Wir blicken aus der Dunkelheit und einer starken Vignettierung ins Licht. Die Wände und der Boden sind gekachelt, die Decke zieht sich in den Fluchtpunkt im Bildzentrum mit zwei Reihen quer hängender Leuchtstoffröhren.

Die Perspektive und die Brennweite arbeiten Dir hier in die Hände:

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Dorflandschaft:
Silhouette oder nicht

Gegenlicht-Aufnahmen ermöglichen Silhouetten-Spiele. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Soll im Vordergrund noch Zeichnung sichtbar sein?

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Kayser).

Kommentar des Fotografen:

Früher Morgen in einem Park, die Sonne geht grade erst auf.

Peter Sennhauser meint zum Bild von André Kayser:

Die markante „Skyline“ eines Dorfes mit Kirchturm und Giebeldächern steht in dieser Gegenlichtaufnahme vor der noch nicht sichtbaren, aufgehenden Sonne. Im Vordergrund spiegelt ein Teich den in der Dämmerung von Dunkelblau zu gelb verlaufenden Himmel; vorne rechts schwimmt eine Ente mit eindeutigem Profil durch das Weiss der Spiegelung auf dem Wasser.

Die Ente macht’s: Ohne diesen Bildanker unten rechts hätte mich die Aufnahme niemals ausreichend in den Bann gezogen, dass ich sie eines zweiten und dritten Blickes gewürdigt hätte.

Die Spannung hier entsteht allein durch die Verteilung des Lichts:

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Strassenfotografie:
Im Lichtschein der Zeremonie

Menschen im Kreis und im Widerschein einer Flamme sind die Ikone der Zivilisation und immer wieder ein faszinierendes Bild.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frank Ruland).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme entstand an einem Ghat in Varanasi während der bekannten Abendzeremonie. Still beobachtete ich von einem erhöhten Standpunkt das bunte Treiben. Leider steht der Schärfepunkt etwas zu weit vorne, was jedoch nicht schlimm ist. Dennoch stört mich an diesem Foto etwas. Leider komme in nicht darauf.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Frank Ruland:

Eine indische Familie mit vielen Mitgliedern reiht sich in dieser Aufnahme um einen mehrstöckigen Kerzen- oder Öllampenhalter. In offensichtlicher Andacht und Ernsthaftigkeit konzentriert sich der Kreis auf das Licht und die Zeremonie, die von der Mutter im prächtigen Sari in der hinteren Reihe zelebriert wird. Wir sehen sieben Familienmitglieder im indirekten Kerzenschein und drei ältere Männer und zwei Jungen als Silhouette, deren Umrisse aber vom Lichtschein erleuchtet werden.

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Porträt mit Aufhellblitz:
Warum einfach, wenn…

In Situationen mit Gegenlicht oder hartem Kontrast durch hohen Sonnenstand lässt sich mit dem Aufhellblitz einiges retten. Besser ist es, solche Situationen zu vermeiden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Unterdorfer).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand während eines Ausflugs am Alpsee in Hohenschwangau. Aus dem Spaß am Fotografieren entstand mein „erstes Fotoshooting“ mit diesem Ergebnis. Das Model zu fotografieren war kein Problem, der Hintergrund dagegen schon. Erst in der Nachbearbeitung mit PSE8 konnte ich den Himmel sichtbar machen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Christian Unterdorfer:

Eine Junge Frau sitzt auf einem Felsbrocken vor einem See. Hinter ihr steigt ein Wald den Hang am andern Seeufer hinauf zu den Felsgipfeln der Berge, über denen in einem knallblauen Himmel einige weisse Wolkenfetzen treiben.

Erinnerungsfotos aus Ferienorten und von Ausflugszielen machen es bisweilen nötig, unter suboptimalen Bedingungen zu fotografieren.

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Kunstaktion:
Grosse Herausforderung

Kunstaktionen im Foto festzuhalten ist eine schwierige Aufgabe. Sie geht von klar dokumentarisch bis hin zu eigener künstlerischer Aussage. Nicht immer lässt es sich zum Beispiel so einfach dokumentieren wie Aktionen von Christo.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sandra Rohmann).

Kommentar des Fotografen:

Am Samstag startete bei uns im Revier die Aktion SchachtZeichen: über 300 Ballone schweben über ehemaligen Schächten (von denen es rund 1000 gab). Am Sonntag waren Tausende von Leuten auf „Ballonjagd“, fast alle mit Kamera bewaffnet. Ich habe inzwischen zahlreiche Fotos davon gesehen (und natürlich auch selber gemacht). Dieses hier gefällt mir deshalb, weil es sich von der Masse der Bilder abhebt und die Ballone in eine besondere Beziehung zur Umgebung bringt. Aufgenommen habe ich das Bild auf der Zeche Zollverein mit einer kleinen Ixus von Canon.

Profi Lars Krueger meint zum Bild von Sandra Rohmann:

Kunstaktionen sind schwierig zu fotografieren. Hier sind bunte Ballons über etwas zu sehen, was wie eine Industrie- oder Verkehrsanlage aussieht; der Vordergrund mit Stahlgeländern ist im Gegenlicht zu einer Schwarzen Linien-Struktur geworden, dahinter schweben zwei gelbe Ballons.

Mit der Aktion „Schachtzeichen“ sollten sie an die ehemaligen Schächte im Ruhrgebiet erinnern.

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Raum und Mann:
Unentschlossenes Portrait

Bei einem Portrait sollte das Hauptaugenmerk auf der Person liegen. Hier fehlt diese Konzentration.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© walo thoenen).

Kommentar des Fotografen:

Tageslicht mit Blitzaufhellung

Profi Jan Zappner meint zum Bild von walo thoenen:

Eigentlich eine wunderschöne Szenerie. Alt und verblichen die Umgebung, staubige Fensterscheiben und Spinnenweben an der Decke.

Ich würde sagen, das Setting stimmt. Nur der Mann im Bild scheint mir igendwie nicht zu passen. Er ist zu weit an den Rand gedrängt, die Szenerie erdrückt ihn geradezu.

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