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Aussenbezirk: Verlorene Farbe

Zuviele Ideen in einem Bild funktionieren in der Komposition meist schlechter als die Reduktion auf eine.

[textad]

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jürgen Beckmann).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand vor einem ehemaligen Werksgelände in Düsseldorf das neu bebaut wurde. Gereizt hatte mich an der Situation einmal der Kontrast zwischen der farbigen Litfasssäule und dem fast farblosen Hintergrund, die recht klaren graphischen Strukturen, der Kranstumpf im Hintergrund, der ein bisschen surreal wirkte und auch die Anspielung an ältere ähnliche Städtebilder, die mit einer durchgehenden Mauer im Vordergrund eher schäbige oder heruntergekommene Stadtteile zeigten. Hier könnte sich der Betrachter fragen, ob hinter dieser Mauer wirklich etwas Schöneres entsteht und wie es dort wohl aussieht. (Aufgenommen mit Canon 1000D und Leica-R 2,8/28mm II. Version, wahrscheinlich f/8. Der linke Teil des Vordergrundes stand im Schatten.)

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jürgen Beckmann:

Situationsbild aus dem Aussenbezirk einer Stadt – Im Vordergrund des an ein Pano-Format angelehnten Bildes ist der Gehsteig einer Strasse zu sehen, auf dem links eine Litfasssäule mit bunten Plakaten, in der Mitte und rechts Strassenschilder stehen.

Der etwas verwahrloste Eindruck wird durch Grasbüschel verstärkt, die aus dem Boden wachsen; in der Bildmitte ragt ein Bauzaun aus Beton und Holz auf, über dessen Oberkante die Obergeschosse zweier postmoderner Büro- oder Hotelbauten aufragen, zwischen denen im weiteren Hintergrund ein Kran im Aufbau zu stehen scheint.

In diesem Bild ziehen zunächst zwei Punkte die Blicke an:

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Klaus Staeck: Der entlarvende Blick

Klaus Staeck, bekannt mit seinen politisch-satirischen Plakaten und Fotomontagen, zeigt Fotografien aus 30 Jahren. Die meisten sind entlarvende Blicke auf das Groteske im Alltag.

Klaus Staeck: Vaterland, Bitterfeld, 1991. © Klaus Staeck

Daneben hat Klaus Staeck auch seine Begegnungen mit prominenten Zeitgenossen in zahlreichen Porträts festgehalten. Die Fotos sind aktuell zusammen mit Plakaten und Drucken in Berlin zu sehen.

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Martin Parrs Welt: Fotografische Grotesken

Eine neue Gelegenheit, die groteske Welt von Martin Parr zu besichtigen: „Parrworld“ im Haus der Kunst in München, bis 17. August.

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Martin Parr: Russia. Moscow. The Millionaire Fair, Crocus Expo International Exhibition Center, 2007, © Martin Parr

Dass Martin Parr, Mitglied der Fotoagentur Magnum, auch sammelt, ist nicht jedem bekannt. Die Ausstellung „Parrworld“ präsentiert seine Sammlungen von Postkarten, Objekten, Fotobüchern und Fotografien und stellt sie einer Auswahl aus seiner eigenen neuen Serie „Luxury“ gegenüber. Zusammengenommen ergeben diese Sammlungen eine Art mediale Wunderkammer, ein Psychogramm ihres Urhebers und eine augenzwinkernde Analyse des Mediums Fotografie.

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