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Mitzieher: Bewegung als Motiv

Fotografie kann Vorgänge als Motiv haben, weil sie anders sieht als wir.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Moritz Wörle).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild ist im Rahmen eines Projektes für die Schule entstanden. Selbstgewähltes Thema war „Bewegung“. Die Technik die Kamera mitzubewegen während sich das Objekt bewegt hatte es mir angetan. Ich habe probiert das ganze in verschiedenen Situationen umzusetzen wie z.B. in diesem Bild eines Besuchers in einer Kathedrale.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Moritz Wörle:

Ein Mann in rotem Pullover mit hinter dem Rücken verschränkten Armen geht in diesem Bild von der Kamera weg in einen zeremonialen Raum. Es kann ein Rathaus, eine Uni oder ein Gerichtsgebäude, vielleicht auch ein Museum sein: Am Boden ist in der Bewegungsunschärfe ein Siegel zu erkennen. Die Kmaera wurde für die Aufnahme in einer Drehbewegung dem Mann entsprechend nach rechts mitgezogen.

Diese Aufnahme hat etwas, obwohl sie kein an sich spannendes gegenständliches Motiv zeigt. Deine selbstgestellte Aufgabe, Bewegung zu zeigen, hätten zwar die meisten von uns wohl anders und mit deutlich mehr „Schwung“ gelöst, aber das Bild ist sehr spannend, weil es seinen Inhalt nicht auf den ersten Blick preisgibt:

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Farbenherbst: Mut zur Retusche!

Ein wunderbar komponiertes Bild eines herausragenden Moments – und mittendrin kreischt eine Telefonleitung. Was Journalisten stört, sollte Künstlern Alltag sein: Ein kleiner Eingriff zur Verbesserung des Bildes ist nicht nur erlaubt, sondern schon fast Pflicht.

Jean Pierre Ritler: Olivenernte in der Toskana
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jean-Pierre Ritler). Nikon D200 – 1/100s – f/5 – ISO 400 – 180mm (270mm)

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen in der Abendstimmung in der Toskana während der Olivenernte. Ich habe mich lange gefragt, ob ich das Telefonkabel, das schräg über das Bild verläuft, wegretuschieren soll oder nicht… Am Schluss habe ich es so gelassen, wie es war, weil ich retuschierte Bilder eher nicht mag.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Jean-Pierre Ritler:

Perfekt komponiert, die herbstliche Toskana, eine Bühne für den alleinstehenden Ahorn (?) inmitten der stahlgrauen Olivenbäumen. Der leichte Schwung des Abhangs zum unteren rechten Bilddrittel und die Andeutung eines Fahrwegs durch den Hain geben dem goldenen Schnitt, der hier sehr schön eingesetzt wurde, eine dünne Unterstreichung.

Und dann diese Telefonleitung!

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