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Herbststillleben: Hintergrund ist nicht gleich Hintergrund

Bei einer minimalistischen Komposition sollte auf alles Ablenkende verzichtet werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Carmen Jahnke).

Kommentar des Fotografen:

Eins der ersten Herbstbilder mit meinem neuen Lieblingsobjektiv Tamron 60mm f/2 Makro auf meiner D90 (f14, 1/15).

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Carmen Jahnke:

Stillleben sind eine gute Übung für Komposition, denn als Fotograf hat man in der Regel volle Kontrolle über die ganze Szene. Nichts läuft aus dem Bild, gähnt im falschen Augenblick etc:

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Naturfotografie: Sehtraining im Freien

Auf der Suche nach dem grossen Überblick übersehen wir oft die Details, die ein eigenes Bild ergeben.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephan Mentzner).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild eines Calla-Blattes ist an einem wettermäßig wechselhaften Tag enstanden. Zum Aufnahmezeitpunkt herrschte eine geschlossene Wolkendecke und ich musste die ISO auf 400 hochdrehen, so dass ich bei Blende 3,5 und einer Belichtungszeit von 1/160 mit meinem 100mm F2,8 Makro, Reihenaufnahme, eine nahezu verwackelungsfreihe Aufnahme (ohne Stativ – das war anderweitig unterwegs…) hin bekam. Ich war mit Freunden unterwegs und stand zeitlich ein wenig unter Druck, deshalb freute es mich bei der Nachbearbeitung besonders, ein für mich doch sehr (grafisch) ansprechendes Bild abgelichtet zu haben. Mit mehr Zeit hätte man noch etwas am Schärfeverlauf/Bildausschnitt arbeiten können, mit der Farbgebung bin ich soweit zufrieden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Stephan Mentzner:

Ein rot-lila Pflanzenblatt biegt sich in dieser Farbfotografie in leichtem Schwung von links oben nach rechts unten. Die Adern bilden klare Linien, welche die Aufnahme in vier Sektoren trennen; ausserdem sorgt der Lichteinfall dafür, dass jeder Teil des Blattes eine leicht andere Tönung hat. Im Zentrum der Aufnahme aber stehen Wassertropfen, die auf der Oberfläche perlen, und die mit minimaler Schärfentiefe so erfasst wurden, dass von links oben nach rechts unten ein Band von scharf abgebildeten Tropfen entsteht.

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Löwenzahnstilleben: Platz lassen

Negativer Raum ist Dein Freund. Oder der so manchen Sujets, das in einem engen Motivrahmen eingesperrt wirkt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Esther Bachmann).

Kommentar des Fotografen:

„Löwenzahn-Lichter“ – als Sujet etwas verbraucht, aber trotzdem schön und spannend zum Üben, in diesem Fall mit Makro-Objektiv.Nach einer längeren Pause haben die Models dann ziemlich auf schlapp gemacht…

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Esther Bachmann:

Das Licht in Deinem Foto ist schön, weich, und die Töne hatten mich sofort in ihren Bann gezogen. Das Licht und die blasse, schon fast monochrome Farbpalette sind klassisch, gut gesehen. Ob verbraucht oder nicht, entscheidet letztlich jeder selbst – und ich fand den Löwenzahn hier dennoch interessant. Ein gutes Übungsprojekt.

Was mir bei diesem Bild ins Auge stach, war das Glas, das alles dominiert – nein, erstickt:

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Ephemicropolis und Bostitch-City: Makro-Stadtlandschaften

Was man mit Makro-Fotografie auch noch machen kann: Illusionen einer futuristischen Welt – gebaut aus Heftklammern.

Ephemicropolis, Peter RootRoger Albani: Bostitch CityDer Schweizer Roger Albani, der auf fokussiert.com auch bereits mit einem Architekturbild vertreten war, hat eine Serie Stadtfotos geschossen, die der Romantik der Skyscraper-Klischees folgt und mit Silhouetten und Lichteinfällen operiert. Allerdings handelt es sich um Makro-Fotos, die dank geringer Schärfentiefe (Modell-Effekt, Fake Tilt/Shift) wie Aufnahmen grosser Städte aussehen. Uns hat Roger erzählt, dass er nicht von Peter Root’s Staple-Stadt Ephemicropolis inspiriert war, die aber nicht minder interessant ist:

[photos title=“Roger Albanis Bostitch City und Peter Roots Ephemicropolis“ pics=“3 4 6 7″]

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Makro-Naturbild: Opfer in der Fokusfalle

Mit der Fokusfalle lassen sich auch mit verhältnismässig „einfachen“ Kameras raffinierte Bilder bewegter Objekte schiessen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Becker).

Kommentar des Fotografen:

IKARUS: Ein Löwenzahn-Samen schwebt der untergehenden Sonne entgegen.

Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Michael Becker:

Ein Löwenzahnsamen segelt in diesem Bild in der linken Hälfte einem Objekt im rechten Bildteil entgegen, das der Sonne gleicht.

Ich weiss nicht, ob das Objekt im Bild die Sonne ist. Der Eindruck allerdings, den es erweckt, ist treffend und eindeutig: Sommerabend, Letzte Sonnenstrahlen, und im Vordergrund schwebt ein Löwenzahnsamen an der Linse vorbei gen Sonnenuntergang.

Diese Fotografie ist in ihrer Einfachheit so raffiniert wie wirksam:

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Das Stativ in der Landschaftsfotografie (II): Positive Nebenwirkungen

Ein Stativ bremst den Fotografen, es sorgt für Ruhe und eine feste Routine bei der Komposition – einige weitere Argumente für das Dreibein, das jeder Landschaftsfotograf mit sich rumschleppen sollte.

Profi Gary Hart ist Spezialist für Landschaftsfotografie und Instruktor

Lupine. © Gary Hart

Das wichtigste Argument dafür, warum eine Landschaftsfotografin nie ohne Stativ unterwegs sein sollte, ist die Kompromisslosigkeit bei der Bildqualität – nur wenn Du die richtige Blende für Deine Komposition wählen kannst, hast Du eine Garantie für die beste Bildqualität. Das haben wir im ersten Teil dieses Stativ-Argumentariums geklärt.

Aber es gibt noch mehr Gründe, warum ein ernsthafter Landschaftsfotograf nicht ohne das Dreibein in die Gegend zieht.

Nehmen wir als erstes die zusätzliche Kontrolle, welche das Stativ beim kreativen Prozess der Komposition ermöglicht.

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Bremsenporträt: Umfeld geschickt genutzt

Die Umgebung – und sei sie auch so unnatürlich wie eine Autoscheibe – geschickt zu nutzen ist ein Element guter Fotografie.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jens Wildner).

Kommentar des Fotografen:

eins meiner ersten makros. diese bremse saß auf meiner windschutzscheibe des autos und ich konnte sie ganz in ruhe fotografieren. es war wie im studio. sie ließ sich nicht beirren.

Peter Sennhauser meint zum Bild von jens wildner:

Ein Insekt – eine Bremse – sitzt auf einem weitgehend monochromen Hinter- oder Untergrund. Die Makro-Fotografie stellt das Tier aus einer Perspektive von Schräg vorne oben ins Zentrum des Bildes und bietet Gelegenheit, das Tier im detail zu mustern.

Ich kann nicht sagen, dass Tiere dieser Art zu meiner Lieblingsgattung gehören – aber interessant anzuschauen, speziell im Makro, sind sie allemal.

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Makro-Naturaufnahme: Kleine grosse Libelle

Auch mit dem Tele lässt sich Makro-Fotografie erstellen. Besonderes Augenmerk verlangt dabei die Schärfentiefe.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bernhard Schindele).

Kommentar des Fotografen:

Habe ich ohne Stativ fotografiert.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Bernhard Schindele:

Eine Libelle bei der Eiablage an einem Tümpel oder einer Pfütze. Das Tier steht im Zentrum der Aufnahme mit sehr geringer Schärfentiefe. Eine Art natürliches Spotlight entsteht durch eine punktuelle Sonnenbestrahlung, die den Rücken und den Kopf des Insekts in grelles Licht taucht. Der Hinterleib ist gekrümmt in den Schlamm gestreckt; von den vier Flügeln sind drei gut sichtbar, zwei ragen dem Betrachter fast im rechten Winkel entgegen, weshalb einer kaum auszumachen ist.

Insekten sind ein ebenso beliebtes wie schwieriges Fotomotiv:

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Makrofoto: Die Lese-Fliege

Einfache Makroaufnahmen im Haus machen Spass – aber auch Mühe: Meistens ist Licht Mangelware.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Norman Hamley).

Kommentar des Fotografen:

Das Foto entstand spontan. Die Fliege las scheinbar die neusten News. Leider habe ich kein Makro, deshalb habe ich mein bereits uraltes Nikkor 18-135mm auf meine D5000 geklemmt. Geschossen @ 135mm, ISO=1600, f/5.6, shutter 1/160, raw, entwickelt in PS4. Die Lichtquelle ist eine Tischlampe, von der man rechts noch den Sockel im Vordergrund sieht. In 100% Auflösung ist das Bild leider nicht ganz scharf (Hand-Verwackelung und die Fliege hat sich dauernd bewegt). Ich hätte gerne einen Tipp wie man in so einer Situation das Bild noch schärfer hinkriegt und auch bezüglich der Belichtung, resp. Helligkeit des Bildes. (Exposurekorrektur? oder ISO=3200 etc? Was macht hier am meisten Sinn?) und auch gerne eine Beurteilung der Bildkomposition und Farbigkeit/Tönung. Besten Dank!

Peter Sennhauser meint zum Bild von Norman Hamley:

Eine gemeine Stubenfliege sitzt auf der Kante einer Tageszeitung, wie wenn sie die darunterliegenden Zeilen lesen würde. Die Schärfentiefe in der Farbaufnahme ist sehr gering, die beiden Worte direkt unter der Fliege sind lesbar, alles andere im Bild ist unscharf.

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Makroaufnahme: Belebter Mini-Engel

In Ausnahmesituationen lohnt es sich, mit unorthodoxer Beleuchtung zu experimentieren. Zum Beispiel auch bei Makroaufnahmen (hier mit Retro-Adapter).

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Arvid Kammler).

Kommentar des Fotografen:

Aufnahme einer etwa 10 cm hohen Engelsfigur: Beleuchtung durch Aufsteckblitz und Reflexion per Spiegel von oben zur Erzielung des „Rampenlichts“. Objektiv 18-55 per Retroadapter angeflanscht, für den kleinen Bildausschnitt. Ziel war die Darstellung einer Theaterähnlichen Situation, sowie dem unbelebten Gegenstand Leben einzuhauchen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Arvid Kammler:

Das Gesicht einer steinernen Figur, vielleicht aus Jade, seitlich mit sehr geringer Tiefenschärfe fotografiert. Es handelt sich um eine Makro-Aufnahme mit einem Retroadapter und einem Standard-Objektiv. Das Gesicht des Engels wird von rechts oben beleuchtet – relativ heftige Schattenpartien, die aber keinen zu hohen Kontrastumfang mitbringen, machen das pausbäckige Antlitz plastisch.

Dein Ansatz ist unübersehbar und somit wohl gelungen:

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