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Schmetterlingsporträt: Freigestellt für mehr Wirkung

Makro-Aufnahmen sind auch mit Normal- und Teleobjektiven möglich, verlangen aber grösste Sorgfalt und Detailgenauigkeit bei der Planung des Hintergrunds.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Brausewetter).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme entstand im Barockgarten in Heidenau am 8.8.09 gegen 13:30. Da ich derzeit kein Fan/Anwender von Photoshop bin wurde an dem Bild nichts verändert bin auf ausschneiden/skalierung (keine Anpassung der Helligkeit/Farben usw.). Zusätzlich war dies mein 1. Tag in die Makro/Nah-Aufnahme mit meiner neuen (4Tage) Olympus E330.

Peter Sennhauser meint zum Bild von David Brausewetter:

Ein Schmetterling sitzt auf einer knallroten Blume und senkt seinen Saugrüssel in einen Blütenkelch.

Das Bild ist ausgewogen belichtet und zeigt für eine Aufnahme, die um die Mittagszeit entstanden ist, eine gute Kontrastverteilung. Der Schmetterling liegt sauber im Fokus, der Hintergrund verschwimmt leicht in der Schärfen-Untiefe, zeigt aber klar erkennbar ein natürliches Umfeld.

Dennoch ist er zu wenig unscharf; die Zeichnung der Schmetterlingsflügel kann sich gegen den fast genau so wilden Hintergrund nur mit Mühe behaupten.

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Pralinenbild: Essen oder nicht essen?

Ein gutes Food-Foto erweckt beim Betrachter, auch dem nicht hungrigen, einen unbändigen Appetit auf die gezeigte köstliche Speise oder das verlockende Getränk. In dieser Hinsicht gibt es bei diesem Foto viel zu verbessern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Barbara Krausz).

Kommentar des Fotografen:

In der Adventszeit habe ich selber Pralinen gemacht. Das Christkind hat mir eine Canon EOS 1000D unter den Weihnachtsbaum gelegt, mit der ich meine ersten Gehversuche unternommen habe und die Pralinen fotografiert habe.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Barbara Krausz:

Die Fotografin hat zu Weihnachten eine digitale Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen und dieses Foto ist eins der ersten Versuche. Lange habe ich überlegt, ob es fair ist, deshalb jetzt gleich harsche Kritik zu üben.

Da ich jedoch davon ausgehe, dass jemand, der sein Foto zu einer Bildkritik einsendet, nicht automatisch Lobhudelei erhofft, sondern an einer ehrlichen Meinung interessiert ist, die bei den weiteren Fotoversuchen hilft, folgt nun „starker Tobak“:

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Fotografie als Hobby: Die vierte Dimension

Fotografie ist, nüchtern betrachtet, ein simpler Vorgang. Warum also sind wir so fasziniert vom Knöpfedrücken? Weil wir mehr lernen können als bei irgendeiner anderen Tätigkeit.

Mit Dokumentation fängt es an... (© PS)

Er wisse doch gar nicht, was er eigentlich wolle, klagte ein Freund kürzlich , dessen Leben durch die Trennung von Frau und Kindern auf den Kopf gestellt worden ist: Vorher hatte sich alles um Familie und Job gedreht. „Ich brauche etwas anderes“, sagte er.

Ich begann nachzudenken, welche Dinge denn in meinem Leben eine grosse Rolle spielen – und warum.

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Slinkachu: Kleine Leute ganz gross

Strassenkünstler Slinkachu erschafft winzige Welten in der unseren, die wir ohne seine Fotografien gar nicht wahrnehmen würden. Die Makrofotografie wird bei ihm zur Bühne seiner Kunst.

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder slinkachu)

Seit 2006 setzt der 29jährige britische Strassenkünstler Slinkachu seine Protagonisten in der Grossstadt aus: Die winzigen Modelleisenbahnfigürchen werden zu Strassenmusikern neben einem verlorenen MP3-Kopfhörer, zu Fliegentötern, Reisenden in der Wüste des Trottoirs oder Skateboardern in der Half-Pipe einer Orangenschale. So klein sind die Szenen, die der Künstler schafft, dass man sie als Passant nicht nur übersehen, sondern wohl auch zertreten würde – weshalb er sie für die Nachwelt fotografisch festhält.

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Friedhofs-Makro: Eisige Zwergwelt

Das Makro-Motiv am Wegesrand ergibt bisweilen ein im wahrsten Sinne des Wortes „wunder-bares“ Bild. Kompaktkameras eignen sich dafür besonders.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frank Goebels).

Kommentar des Fotografen:

Ich entdeckte das Kreuz auf einem Friedhof im Münsterland. Es ist wirklich nur knapp einen Zentimeter groß. Ich fand es beeindruckend, wie sich die Eiskristalle abbildeten und man sogar sehen konnte, woher denn der Wind kam. Leider hatte ich kein Stativ dabei und so musste ich mit zittriger Hand auslösen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Frank Goebels:

…und die Hand zitterte wohl noch umso mehr, da Du, wie ich annehme, mit einer Kompaktkamera unterwegs warst. Das ist ein Aspekt der Mini-Knipsen, der immer wieder Diskussionstoff hergibt: Spiegelreflex sind gross und schwer – und liegen viel besser und ruhiger in der Hand als die Hosentaschen-Kameras.

Andrerseits könnte man als Spiegelreflex-Fotograf bisweilen die Kompaktfotografen beneiden, wenn sich solche kleine Motive am Wegesrand anbieten.

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Hafen-Makro: Schärfe am falschen Ende

Die Kombination von Makro mit Hintergrund kann durchaus funktionieren. Dazu muss aber der Vordergrund etwas bieten, was ich gerne sehen möchte.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Lindeman Andreas).

Kommentar des Fotografen:

Ein Bügel, wahrscheinlich zum vertäuen der Schiffe, im Hardenberghafen in Dortmund. Im Hintergrund nur noch durch seine Umrisse und Farbgebung zu erkennen, ein großer Verladekran. Mir gefällt an diesem Bild, neben den Farben (irgendwie warm und blaß) die Kombination aus Makroaufnahme und verschwommenem Landschaftsbild. Eure Meinung dazu und höchstwahrscheinlich fällige Tipps, sind mir wichtig, da ich diese Art der Bildkomposition gerne als Linie für mein weiteres „Werkeln“ als Hobby-Fotograf fortführen möchte und auch teilweise schon tue.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Lindeman Andreas:

Landschaftsfotografie braucht Ebenen – Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund im besten Fall – und auf Industrielandschaften trifft das auch zu. Nur ist Schärfentiefe, oder deren Begrenzung, für die Schaffung von Ebenen in Landschaftsbildern denkbar ungeeignet:

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Achat-Makro: Dinosaurier, Vögel und Meereswellen

Durch eine interessante Beleuchtung oder einen kreativen Einsatz von Schärfentiefe kann man abstrakt anmutende Makro-Fotos interessanter machen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Kurt Worni).

Kommentar des Fotografen:

Ich mache Makro-Aufnahmen vom Innenleben spezieller Achate. Dieses Bild stellt einen Ursaurier in der Wüste dar (meine Interpretation:-) Bildgrösse 5mm! Aufnahme bei Sonnenlicht, Objektiv Canon MP-E 65mm F2.8 1-5x, ISO 100, Belichtungszeit 2 Sek. Das Problem bei diesen Fotos ist wie bekannt die Tiefenschärfe, zumal ich die Fotos bis zu 80×120 cm vergrössere.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Kurt Worni:

Trotz des Aufgebots an Formen, Mustern und flotten Farben wirken Fotos wie diese auf die meisten Menschen etwas einfach. Obwohl ich verstehen kann, dass man solch ein Motiv fotografieren möchte, braucht man meiner Meinung nach viel Kreativität, um ein wirklich interessantes Foto zu machen.

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Zeiger-Makro: Der unerbittliche Zeitverlauf

Makrofotografie lässt sich auch mit Tele-Objektiven realisieren. Die Schärfentiefe wird dabei sehr gering. Zum wirklich bewussten Freistellen aber sollte man sich lichtstarker Objektive bedienen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Antje Zwanzig).

Kommentar der Fotografin:

Ich wollte unbedingt mal ein Foto machen, bei dem man mit der Tiefenschärfe experimentieren kann. Dafür habe ich mir dieses Motiv ausgesucht. Ich hatte das Foto ursprünglich noch mit einem kleinen Spruch zum Thema „Zeit“ versehen, den ich hier mal weglasse … Jetzt interessiert mich natürlich, ob/wie mir dieses Foto gelungen ist.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Antje Zwanzig:

Natürlich weisst Du, dass Dir dieses Bild gelungen ist – und wie. Das Zusammenspiel der Zeigerspitze und der römischen 5 funktioniert so gut, dass man den Zeiger förmlich sich bewegen sieht. Der Hintergrund mit dem Stundenzeiger in der Unschärfe und dem Farbverlauf des Zifferblatts am Rand rahmt die Aufnahme sehr schön und lässt die Stunden sozusagen in der Unschärfe verrinnen.

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Tropfenblatt: Flaches Makro

Makro- und andere Aufnahmen kleiner Dinge bringen die ungewohnte „Perspektive“ einer originellen Fotografie naturgemäss mit. Das heisst nicht, dass man nicht mit kompositorischen Mitteln noch mehr herausholen könnte.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© CorinneZS).

Kommentar der Fotografin:

Vor kurzem bei Regen im Wald aufgenommen mit Sony Cybershot DSC-P100, Kontrast etwas erhöht. Ich versuche weiterhin, Natur so zu fotografieren, dass der eigentliche Gegenstand in den Hintergrund tritt und etwas anderes sichtbar wird. Dazu benutze ich auch, wie hier, das Makro. Das kürzlich in der Bildkritik gezeigte Studiobildniss eines Mannes hat mich animiert, dieses ähnlich aus dem Schwarzen heraus tretende Bild hochzuladen. Leider erzählen meine Bilder noch immer keine Geschichten, aber vielleicht sind sie schon etwas geheimnisvoller? Für mich sieht das Blatt erstaunlich ledrig aus und die Wassertropfen unwirklich plastisch, das gefällt mir.

Peter Sennhauser meint zum Bild von CorinneZS:

Ein gelungenes und auch originelles Bild, das Deinem Anspruch, den eigentlichen Gegenstand in den Hintergrund treten zu lassen, zweifellos gerecht wird. Tautropfen auf einem Blatt haben wir zwar schon hundertfach gesehen – aber selten auf einem verdorrten Laubblatt:

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Superzoom-Makro: Echse ganz nah

Makrofotografie mit dem Superzoom: Mit langer Brennweite lässt sich Tiefe in die Miniatur bringen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Schroff)

Kommentar des Fotografen:

Makro-Aufnahme eines Gekkos auf der Veranda des Ferienhauses in Italien. Da der Gekko bereits seinen Schwanz verloren hat, musste ein akzeptabler Blickwinkel her – die Lösung war das Blatt im Vordergrund. Das Tier wollte nur kurz hinhalten.

Peter Sennhauser meint zum Bild von David Schroff:

Diese Echse sitzt schon sehr lange in unserer Datenbank – dabei blickt sie so freundlich zwischen den Blättern hervor, dass man sich durchaus mal ihrer annehmen dürfte.

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