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Mette Tronvoll: An den Rändern der Zivilisation

Mette Tronvoll fotografiert Menschen an den Rändern der Zivilisation, in abgelegenen Steppen und Wäldern, auf Gletschern und einsamen Meeresstränden.

Mette Tronvoll. Goto Fukue #1, 2008

Die Norwegerin Mette Tronvoll folgt den Menschen in ihre Abgeschiedenheit, lässt sich ihre Geschichten erzählen und gewinnt ihr Vertrauen. „Auf Augenhöhe“, so heißt die aktuelle Ausstellung in Berlin. Weiterlesen

Konzeptfoto: Originelle Hochzeitsinszenierung

Die Hochzeitsfotografie ist voller Stereotypen und Klischees. Ralf Menzel verweigert sich diesen und beweist, dass auch ein gängiges Thema wie die Hochzeitsfotografie künstlerischen Freiraum bietet – sofern man Kunden findet, die das auch unterstützen und mögen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© fLy_Ralf Menzel).

Kommentar des Fotografen:

Hier mal ein anderes Bild zum Thema Hochzeitsfotografie… Warum immer Posengymnastik und Hinstellzwang? Mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, dass sich viele Paare unzufrieden über ihre Hochzeitsbilder äussern. Auch im Web tauchen Fotografien als Referenzen (auch von angeblichen Fotografen-Meisterinnen) auf, bei denen man sich wirklich für die Zunft schämen muss! Bis vor 2 Jahren habe ich es auch vehement abgelehnt, Heiratswillige abzulichten, da ich kein „Hochzeitsfotograf“ sein wollte. Inzwischen bin ich überzeugt, vom Bedarf und der Sehnsucht nach neuen Sichtweisen in diesem Bereich. Es ist schliesslich auch der „schönste Tag im Leben“ und der bedarf meiner Meinung nach, einer besonderen Sichtweise. Aus dem Grund habe ich mir einen eigenen Arbeitsstil erarbeitet, mit dem ich einen solchen Tag in Lichtbildern umsetze. Ich arbeite gern mit zeitlosen Sujets, bei denen man kleine Geschichten oder andere Nebeninformation einbauen kann. Weiterhin mag ich es, wenn man mit Licht und Schatten aus der Realität ein Stück Surrealismus schaffen kann… Hinstellen war gestern!

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von fLy_Ralf Menzel:

Ralf Menzel hat absolut recht. Die Hochzeitsfotografie ist sehr stark „genormt“, einerseits von den üblichen Arbeitsweisen der Fotografen, andererseits auch von den Wünschen und Erwartungen der Kunden. Das ist eine Huhn und Ei-Geschichte und es ist müssig darüber zu diskutieren, was wohl zuerst kam:

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Traumwandlerin: Idee und Resultat

Langzeitbelichtungen in Menschenmengen bieten tolle Effekt-Möglichkeiten. Alle anderen fotografischen Grundregeln dürfen dabei aber auch angewandt werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dariusz Misztal).

Kommentar des Fotografen:

Das ist ein Bild dass mir schon lange Zeit durch den Kopf gegangen ist. Mir kam die Idee als ich einen Artikel zum Thema Schlafwandeln gelesen habe. Ich wollte irgendwas darstellen, dass das Träumen deutlich verstärkt und nicht so real wirkt. Da kamen mir die verschwommenen Leute, der Schlafanzug und der Teddy in den Sinn. Die Ausführung war witzig. Sonntag nachmittag in der Kölner Innenstadt. Viele neugierige Blicke, Kommentare und sogar zwei mal die Frage ob sie auch mit aufs Bild dürfen. Wir haben uns amüsiert :-) Wir haben auch Passanten angesprochen ob sie mitmachen wollen. Sehr offene Menschen in Köln. Und sogar Polizisten waren sich nicht zu schade mitzumachen ;-) Ich zähle das noch nicht zu der digitalen Kunst, weil nicht die Bearbeitung wichtig ist, sondern die Aussage zu der Thematik. Es wurden drei Bilder gemacht um eine gleichmäßige Belichtung aller Ebenen zu bekommen. Das Hauptbild (stehendes Mädchen) aber wurde mit Blende 4.5 bei 1/100s, ISO 160 und 24mm gemacht. Damit die Leute verschwommen dargestellt werden hab ich die Zeit hochgeschraubt und die Blende erhöht. Für den Himmel genau umgekehrt. Die Bilder wurden mit der Nikon D80 gemacht. Lieben Gruß Dariusz

Peter Sennhauser meint zum Bild von Dariusz Misztal:

Eine junge Frau im Schlafanzug steht, mit Teddybär an der Hand, mit geschlossenen Augen in einer geschäftigen Ladenstrasse. Links und rechts von ihr strömen die Menschen in der Bewegungsunschärfe entlang den Schaufenstern.

Methoden, um (vermeintlich) feststehende Objekte inmitten von Bewegungsunschärfe glasklar abzubilden, gibt es mindestens drei Methoden:

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Kurt Caviezel: Bilderfluss aus Webcams

Kurt Caviezel sammelt und präsentiert Fotos, die von Webcams rund um den Globus gemacht wurden. Das ist manchmal surreal, manchmal überraschend, manchmal langweilig.

Still life with two cement trucks, 2009 © Kurt Caviezel

Zuhause am Computer sieht sich Kurt Caviezel die Welt durch die Objektive öffentlicher Webcams an. Eine Auswahl aus diesem Bilderfluss sehen wir aktuell in Winterthur. Weiterlesen

Frank Gaudlitz: Menschen im Sonntagsstaat

Frank Gaudlitz porträtierte Menschen im Sonntagsstaat, in ihrer guten Stube – in den südosteuropäischen Ländern entlang der Donau.

Frank Gaudlitz: Ion Daiman, 81, Rumäne, Rasova - Dobrogea/Dobrudscha (Rumänien) 2007

„Casa Mare“ bedeutet im Rumänischen so etwas wie die „gute Stube“. Und deshalb heißt Gaudlitz‘ aktuelle Ausstellung so. Wir sehen da berührende Aufnahmen.

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Menschengruppe: Form, Licht und Schatten

Das Spiel mit klaren geometrischen Formen und mit harten Schatten ist in der Fotografie sehr beliebt und immer auch sehr wirkungsvoll. Solche Orte und Momente zu erkennen macht die Qualität eines Fotografen aus.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Axel Kistenich).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist auf der Besucherplattform des Triangle Towers in Köln Deutz entstanden. Die Lichtverhältnisse waren an diesem Tag ideal. Durch das seitliche Licht enstanden die langen Schatten der Menschen, sowie eine gute, schattenfreie Ausleuchtung der Architektur. Mir gefielen die strengen Formen der Metallkonstruktion, welche die Linienführung in die Bildtiefe vorgeben. Im Kontext dazu die Schatten der Menschen. Die Umsetzung in SW habe ich gewählt, da ich Ablenkungen durch die intensiven Farben vermeiden wollte.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Axel Kistenich:

Alex Kistenich besitzt das Auge des Fotografen, wenn es darum geht, potentiell interessante Lichtsituationen und Motive zu erkennen:

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Strassenfotografie: Blitzschnell und im richtigen Winkel

In der Straßenfotografie kommt es darauf an, besondere Momente festzuhalten. Hier fehlt nur der Weitwinkel.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Dornauer).

Kommentar des Fotografen:

Titel: One of these days … Eine meiner Leidenschaften seit ich mit der Fotografie begann, stellen Streetfotos dar. Mein Fokus liegt besonders darauf, emotionale Alltagssituationen so diskret wie möglich und mit starker Aussage abzulichten. Dafür gehe ich regelmäßig in der Wiener Innenstadt auf die „Jagd“.

Dieses Foto entstand im Rahmen einer Fototour am Wiener Stephansplatz. Es tummeln sich dort regelmäßig viele Unterhaltungskünstler und Konsorten herum, u.a. auch Clowns, die Luftballone für Kinder anbieten. Dieser eine Clown war mir schon vor längerem bei älteren Touren durch seinen melancholischen Gesichtsausdruck aufgefallen. Als ich nun schon am Ende meiner „Jagd“ war, sah ich plötzlich dieses Motiv und wusste sofort: Das ist es! Also Auslöser gedrückt, Einverständnis geholt und ab zur Nachbearbeitung.

Ich habe mich auf simples Feintuning in Lightroom und einen Filter von ColorEfex beschränkt, um die Bildwirkung zu verstärken. Es kam meine alte Canon 500D mit meinem 50mm Immerdrauf zum Einsatz. Für Street verwende ich auch meistens die Belichtungsautomatik, um schnell reagieren zu können, da die Motive meistens sehr vergänglich sind.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von David Dornauer:

Ein Clown sitzt mit leerem Blick in einer belebten Straße. Sein Blick ist so traurig wie seine Haltung kraftlos:

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Taj Mahal: Gegensätze wirkungsvoll eingesetzt

Viele Bildideen leben von Gegensätzen. Eine überwältigende Architektur wirkt nur überwältigend, wenn wir auch die Grösse abschätzen können. Und wenn diese Grössenbezüge gleichzeitig auch noch plakativ wirken, verstärkt sich der Gesamteindruck.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Birkmeier).

Kommentar des Fotografen:

Bei einem Besuch des Taj Mahals früh morgens während der Monsunzeit waren nur sehr wenige westliche Touristen anwesend, dafür viele interessante indische Menschen. Diese Gruppe Herren in Orange ließ sich an verschiedenen Orten rund um das Mausoleum zu Gesprächen nieder und ermöglichte mir diese Aufnahme vor einem Seitenportal. Was mir an dem Bild gefällt, sind zum einen die Details der Fassade und zum anderen die Mächtigkeit des Gebäudes, die in Relation zur Größe der Personen gut zum Ausdruck kommt. Das Bild habe ich nachträglich gerade gerichtet. Dadurch mussten die unteren Ecken ergänzt werden. Ausserdem haben mich zwei sitzende Touristen gestört, die ich digital entfernt habe.

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Christian Birkmeier:

Die Zentralperspektive ist sowohl in der Architektur wie auch in der Fotografie eine sehr stark wirkende Gestaltungsform, die aber gleichzeitig auch ein hohes Mass an Genauigkeit verlangt. Dies ist dir bei dieser Aufnahme sehr gut gelungen:

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Michael Wolf: Tokyo Compression

In der U-Bahn eingequetscht – solche Momente gehen ans Unerträgliche. Michael Wolf zeigt uns Gesichter aus dem Untergrund Tokios.

„Tokyo Compression“ – viel treffender hätte der deutsch-amerikanische Fotograf Michael Wolf seine Serie nicht nennen können. Die Bilder sind aktuell in Köln ausgestellt, das Buch gewann den Deutschen Fotobuchpreis 2011. Weiterlesen

Julius Shulman: Architektur-Ansichten

Das abendliche Los Angeles setzt sich im Fenster eines Hauses scheinbar fort. Eine Fotografie von Julius Shulman, der als einer der bedeutendsten Architekturfotografen gilt.

Julius Shulman/Jürgen Nogai: Blue Jay Way House, Los Angeles, 2006, Architekt: Zoltan Pali © J. Nogai

Julius Shulmans „Ansichten“ von der Architektur prägt das Genre bis heute. In diesem Oktober wäre er hundert geworden, sein Lebenswerk wird aktuell in Mannheim gezeigt.

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