Beiträge

Konzeptfoto:
Märchenbild mit Wolf

Krasse Brüche mit den grundlegendsten Bildregeln – einem abgeschnittenen Subjekt beispielsweise – sind oft ärgerlich, und manchmal spannend.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Susanne Schlott).

Kommentar des Fotografen:

An einem schönen sonnigen Abend auf dem Spaziergang in den Schrebergärten. Hinterher wurde das Bild noch in s/w umgewandelt und mit einer leichten Vignette versehen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Susanne Schlott:

Dieses schwarz-weisse Hochkant-Bild zeigt etwas wie eine Heckenreihe in sehr geringer Schärfentiefe. Im Vordergrund, wo im Fokuspunkt scharf gezeichnetes Gras zu sehen ist, sehen wir den hinteren teil eines Tiers – Hund, Wolf, Fuchs? – aus dem rechten Bildrand hinauslaufen.

Wer kommt, und warum, auf die Idee, einem Tier im Bildfokusbereich den Kopf und mehr abzuschneiden? Du hast es hier getan, und zwar so bewusst und konsequent – oder so wirkt es zumindest – dass niemand an der Absicht zweifelt:

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Ephemicropolis und Bostitch-City:
Makro-Stadtlandschaften

Was man mit Makro-Fotografie auch noch machen kann: Illusionen einer futuristischen Welt – gebaut aus Heftklammern.

Ephemicropolis, Peter RootRoger Albani: Bostitch CityDer Schweizer Roger Albani, der auf fokussiert.com auch bereits mit einem Architekturbild vertreten war, hat eine Serie Stadtfotos geschossen, die der Romantik der Skyscraper-Klischees folgt und mit Silhouetten und Lichteinfällen operiert. Allerdings handelt es sich um Makro-Fotos, die dank geringer Schärfentiefe (Modell-Effekt, Fake Tilt/Shift) wie Aufnahmen grosser Städte aussehen. Uns hat Roger erzählt, dass er nicht von Peter Root’s Staple-Stadt Ephemicropolis inspiriert war, die aber nicht minder interessant ist:

[photos title=“Roger Albanis Bostitch City und Peter Roots Ephemicropolis“ pics=“3 4 6 7″]

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Tilt/Shift und Timelapse-Videos:
Ameisen-Fotokunst

Noch ist die Modelleisenbahn-Optik von Tilt/Shift nicht verbraucht. Ihre Anhänger wie Sam O’Hare treiben die Technik jetzt auf die Spitze – mit perfekt inszenierten Timelapse-Videos.

Sam O'Hare: Coachelletta. Ausschnittbild

Mit seinem Video einer Baustelle in New York, „The Sandpit„, zusammengesetzt aus Abertausenden von hochaufgelösten Einzelfotos und nachträglich mit extrem geringer Schärfentiefe versehen, hat uns Sam O’Hare anfangs dieses Jahres verzückt und ist zu Internet-Bekanntheit gelangt.

Jetzt scheint sein Wissen um Fake-Tilt/Shift dem Regisseur/Fotografen kommerzielle Aufträge zu verschaffen, und er perfektioniert die Technik. Sein jüngstes Werk vom Rockfestival Coachella – erst das zweite Video, das er bei Vimeo eingestellt hat – überzeugt mit durchgehender Planung:

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Tilt/Shift-Film „The Sandpit“:
Miniatur-New York in 35’000 Bildern

Dieser wunderbare Fake-Tilt/Shift-Film, der New York im Sommer 2009 „en miniature“ zeigt, ist mit einer Spiegelreflex und der Intervall-Funktion entstanden. Das verleiht ihm zusätzlich einen Timelapse-Effekt.

Sam O'Hare: The Sandpit - Church Square, New York

Rund 35’000 Aufnahmen hat Sam O’Hare seiner Nikon D3 (und ein paar seiner D80) zugemutet, alle innerhalb von fünf heissen Tagen im August 2009, und daraus diesen schmucken Kurzfilm über den Sommer in New York produziert:

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Slinkachu:
Kleine Leute ganz gross

Strassenkünstler Slinkachu erschafft winzige Welten in der unseren, die wir ohne seine Fotografien gar nicht wahrnehmen würden. Die Makrofotografie wird bei ihm zur Bühne seiner Kunst.

Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder slinkachu)

Seit 2006 setzt der 29jährige britische Strassenkünstler Slinkachu seine Protagonisten in der Grossstadt aus: Die winzigen Modelleisenbahnfigürchen werden zu Strassenmusikern neben einem verlorenen MP3-Kopfhörer, zu Fliegentötern, Reisenden in der Wüste des Trottoirs oder Skateboardern in der Half-Pipe einer Orangenschale. So klein sind die Szenen, die der Künstler schafft, dass man sie als Passant nicht nur übersehen, sondern wohl auch zertreten würde – weshalb er sie für die Nachwelt fotografisch festhält.

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Fotografische Farbminiatur:
Spektakulär einfach

Kleine Studien, Farbminiaturen oder Kontraste in Details am Wegesrande sind ein faszinierendes Feld der Fotografie. Allerdings verlangt diese Form der Reduktion der Fotografin viel ab.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bodo Viebahn).

Kommentar des Fotografen:

Diese Zusammenstellung von Material, Struktur und Farbe fand ich an einem alten Bootshaus. Ich bin auf Eure Meinung neugierig.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Bodo Viebahn:

Diesen Bildtyp sieht man oft bei Anfängern, die künstlerisch wirken wollen – und meistens sind die Aufnahmen sofort als erste Gehversuche erkennbar. Denn in der Reduktion liegt eine der Qualitäten einer guten Fotografie; die kommt aber nur zur Geltung, wenn alle andern Kriterien in traumwandlerischer Sicherheit erfüllt wurden.

Das gelingt diesem Bild recht gut: Es ist auf spektakuläre Art einfach und wirkt deshalb nicht simpel. Das Motiv ist dabei recht komplex:

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Frank Kunert:
Kleine, verkehrte Welten

Wenn die Straße senkrecht aufwärts führt und der Grabstein einen Briefkasten hat, dann ist der Frankfurter Fotograf Frank Kunert am Werk gewesen. „Verkehrte Welt“ heißt sein neuer Bildband.

kunert_aufwaerts.jpg
Frank Kunert: Aufwärts!

Frank Kunert arbeitet an „Fotografien kleiner Welten“, wie er auf seinen Webseiten schreibt. Das meint er ganz wörtlich: Die „kleinen Welten“ baut er in mühevoller Kleinarbeit im Studio zusammen, bevor er sie fotografiert.

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Modellfotografie Die Liebe zum Detail

Modellfotografie schärft unseren Blick für die kleinen Dinge und ermöglicht Perspektiven, die uns in der lebensgroßen Realität oft verborgen bleiben.


Thomas Demand

Ganz im Gegensatz zur Fake-Tilt-Shift Fotografie, die die Wirklichkeit als Modell abbildet, lässt die Modellfotografie die nachgebaute Wirklichkeit in der Fotografie als Realität erscheinen. So werden spannende Blickwinkel möglich, und der Künstler selbst kann „seine“ gewünschte Welt bauen, bevor er sie ablichtet.

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