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Mondaufnahmen mit Vordergrund: Sechs kreative Varianten

Wer den idealen Tag für Mondfotografie, den Tag vor Vollmond, verpasst, kann auf kreative Varianten der Mondfotografie zurückgreifen.

Mond mit Vordergrund: Klick für Legende und Vollansicht. (Bilder keystone)

Ich könnte mir die Haare raufen: Wie im letzten Mondfotografie-Artikel angekündigt, habe ich mir alle verbleibenden Vollmond-Tage des Jahres im Kalender markiert – aber zu wenig acht gegeben und den für Mondfotografie idealen Tag vor dem Vollmond, an dem Sonnenuntergang und Mondaufgang sich perfekt überschneiden, verpasst.

Nun, das ist zwar schade, denn in der Tat gibt es die idealen Verhältnisse für solche Mondfotos nur zwölf Mal pro Jahr (wenn man auf dem Mondaufgang beharrt). Aber es gibt Varianten für spannende Mondfotos, allerdings mit anderen Problemen:

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Planung Mondfotografie: Kein Mond in Sicht

Wenn’s auch nicht geklappt hat: Vor Ort sein ist alles. Landschaftsfotografie verlangt Geduld, und nichts ärgert mehr als eine verpasste, einmalige Chance.

Zehn Minuten vor Erscheinen des Mondes - noch hat's Lücken in den Wolken...

Zwar bietet sich diese Chance zwölf Mal im Jahr: Der (fast) volle Mond geht auf und bietet einen grandiosen Hinter- zu einem gut gewählten Vordergrund. Der beste Tag für diese Aufnahme ist in der Regel der letzte vor dem aktuellen Vollmond – und alle andern Daten muss man sich errechnen. (Übrigens: Vollmonduntergangsfotos wären auch einen Versuch wert, und dann gibt’s auch die reine Mondsichel-Aufnahme)

Mir hat gestern das Wetter einen Strich durch die Mond-Rechnung gemacht, aber ich bin trotzdem froh, vor Ort gewesen zu sein. Denn:

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Mondfotografie: Einen Tag vor dem Vollmond

Am Montag herrscht Vollmond, am Sonntag ist der Beste Tag, Um Mondfotos vor markanten Landschaftsteilen oder Gebäuden zu machen. Planung ist alles. Noch eine Anleitung. Update: Google Earth benutzen!

Mond über Alcatraz - schaffe ich heute sowas in der Schweiz? (© PS)

Jeden Monat gibt es einen Tag, der sich besser als alle andern zum Fotografieren des Mondes eignet. Und jedes zweite Mal verpasse ich ihn – weshalb ich jetzt mittels dieser Tabelle der US-Naval Services alle entsprechenden Daten in meinem Kalender markiere.

Das nächste Stichdatum ist – heute, 6. 6. 2009: Das ist ein Tag vor Vollmond in Europa, und der Mond geht rund eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang auf. Warum das Ideal ist?

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Landschaftsfotografie: Nach Sonnenuntergang

Es muss nicht immer Vollmond sein: Aufnahmen nach Sonnenuntergang können auch bei Sichelmond oder scheinbar vollständiger Dunkelheit grossartige Fotos ergeben. Ein paar Tricks helfen dabei.

Die 30 minütige Belichtung - das Licht der Venus erhellt die Berge nicht mehr. (©PS)

Die 30 minütige Belichtung – das Licht der Venus erhellt die Berge nicht mehr. (©PS)

Ein Faszinosum der Wüste oder einfach abgelegener Gebiete (in den Weiten der USA beispielsweise) sind die absolut sternenklaren Nächte. Und wer hier draussen auf Fotopirsch ist und ohnehin jeden Sonnenauf- und Untergang erlebt, der sollte sich auch nach anderen Möglichkeiten umsehen, diese unglaubliche Szenerie zu nutzen. Wir haben das im Death-Valley-Workshop getan, sehr viel Spass gehabt, unheimlich gefroren und am Ende staunend die Sternspuren-Bilder heimgetragen, die unsere Digitalkameras ausgespuckt haben. Das weitaus beste darunter hat Rick Trautner allerdings später am Mono Lake, etwa hundert Kilometer nördlich, geschossen.

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Blaue Stunde: Wie hell ist es denn, bitte?

Die „Blaue Stunde“ ist die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit – die schönsten 20 Minuten des Tages. Bloss: wie dunkel ist es denn eigentlich?

Mond über Alcatraz. Klick für Detailangaben. © PS

Mond über Alcatraz. © PS

Natürlich konnte ich nicht widerstehen: Wir haben 12 Mal im Jahr die Gelegenheit zu Vollmondfotos. Und auch wenn ich es jedes Mal zu spät realisiere, kann ich der Versuchung nicht widerstehen, die mühsam zusammengesuchten Erkenntnisse zur Mondfotografie umzusetzen zu versuchen.

Natürlich war ich auch diesmal zu spät: Das Zeitfenster zwischen Mondaufgang am Horizont (hinter einem möglichst attraktiven Motiv) und dem Ende der Dämmerung beträgt derzeit etwa 25 Minuten:

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Mondfotografie III/II: Eine Sache von Minuten

Wer den Vollmond hinter markanten Motiven ablichten will, hat zunächst ein paar Astronomie-Lektionen und einige Arbeit mit Landkarten und Winkelmessern vor sich. Vor Ort hilft der Kompass – und rasche Entscheidungen.

Vollmond ueber San Francisco
Einigermassen geglückt: Meine erste Vollmond-Fotografie auf Basis von Astronomie-Daten- und Landkarten-Studium. Der Standort war nicht ideal gewählt, aber das Zusammenspiel von aus dem Nebel auftauchendem Mond und Sonnenspiegelungen in Kuppeldach und Fensterscheiben bietet einen gewissen Reiz. ISO 320, f/8, 210/315mm, 1/125s (© PS)

Eigentlich sollte die „Mondfotografie“ ja eine zweitelige Serie werden. Aber nachdem ich gestern Abend die Probe aufs Exempel gemacht habe, bin ich wohl einen Erfahrungsbericht schuldig.

Alles in allem: Das Hantieren mit Winkelmesser, Zeichendreieck und Bleistift auf einem alten Busfahrplan hat sich bezahlt gemacht. Ich wusste genau ungefähr, wo der Mond hinter der Rathauskuppel und dem neuen Wolkenkratzer in San Franciscos Skyline aufgehen würde. Der Rest war: Laufen, spähen und rasch entscheiden. Ein paar Bilder sind ganz passabel geworden:

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Mondfotografie II/II: …und kehrt von da zurück

Den Mond zu fotografieren (morgen ist Vollmond), ist keine grosse Kunst. Aber reine Mond-Bilder sind langweilig. Es sei denn, man arrangiert den Trabanten mit einem anderen Motiv. Das wiederum macht die Sache kompliziert.

Mond Fotografie
Zufallstreffer: Mond-Fotografie in Downtown San Francisco. August 2007 (© PS)

«Mein Fräulein! Sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.“

Heinrich Heine hatte Recht: Die Sonne ist unspektakulär zuverlässig. Sie erscheint jeden Tag „voll“ und fast zur gleichen Zeit am fast gleichen Ort wie am Vortag. Der Mond hingegen ist ein unpünktlicher, torkelnder Geselle. Und das erschwert dem Fotografen die Arbeit.

Die besteht nicht so sehr in den technischen Einstellungen. Wir haben im ersten Posting zur Mond-Fotografie behauptet, eine lange Brennweite, manuelle Einstellmöglichkeiten der Kamera und die sonnig f/16-Regel reichten für gute Mondaufnahmen. Das stimmt grösstenteils. Falsch ist allerdings die Behauptung, dass die Belichtung auf den Mond von dessen Phase unabhängig erfolgen kann, weil er immer gleich hell ist (ein Halbmond steht im Seitenlicht), und die sonnig f/16-Regel ist schon laut Ansel Adams eher eine „Mond f/8 Regel“, denn seine Oberfläche ist von grauer Farbe. Aber mit wenig Experimentieren und etwas Korrektur oder Bracketing bin ich bisher mit den Werten gut gefahren.

Das bringt aber nicht viel, denn Fotos eines alleinstehenden Mondes oder gar Vollmondes am schwarzen Himmel wirken schal und zweidimensional – der Gute sieht nämlich immer genau gleich aus. Im Frontallicht der Sonne hat er noch nicht mal viel Textur zu bieten. Etwas besser sind Bilder aus einer anderen Phase, dann werfen die Krater Schatten – aber auch davon haben wir schon genug gesehen, und gegen die Nasa kommt kein Amateurfotograf an.

Das ändert sich allerdings durch die Komposition in Kombination mit einer Landschaft, einem Bauwerk oder anderer Szenerie radikal. Doch wer den Deckel von dieser Pandora-Büchse lüpft, stürzt sich in ein Abenteuer.

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Mondfotografie I/II: Die vertrackte Silberscheibe

Er ist sehr weit entfernt und liegt als Motiv so nah: Der Mond stellt Fotografen vor aussergewöhnliche Anforderungen. Dabei ist die korrekte Belichtung (fast) das kleinste Problem.

Image

Aufgehender Vollmond mit Jumbojet-Passage (Bildausschnitt). ISO 400, 400/600mm, Blende 5.6, 350/s. Klick aufs Bild: 1:1-Ansicht (pixelweise). Die „Unschärfe“ ist eine Folge des flachen Aufnahmewinkels: Die aufsteigende warme Luft dicht über dem Boden zum Horizont hin erzeugt ein Flimmern. (© PS)

Der Faszination des Mondes kann sich wohl kaum ein Mensch entziehen – und schon gar kein Fotograf. Aber wer mit dem Erdtrabanten und der Kamera zu experimentieren beginnt, macht rasch zwei grundlegende Erfahrungen:

  • Belichtungstechnisch sind Mondbilder ein Kinderspiel
  • Künstlerisch sind Mondbilder eine Schlangengrube

Wie bitte? Wer mit der Kompaktkamera oder der automatischen Spiegelreflex schon einmal versucht hat, den „riesigen“ Mond am klaren Firmament abzulichten, hat mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enttäuschende Ergebnisse zu beklagen gehabt. Im Bild zu sehen war ein grosses schwarzes Nichts mit einem hoffnungslos überbelichteten weissen Punkt drin – je nach Teleobjektiv grösser oder kleiner. Warum?

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