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Leserfoto: Die fotografische Quadratur des Kreises

Die Kombination aus strengen geometrischen Formen und menschlichem Einfluss macht den Reiz dieses Straßenfotos aus.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Volker Rein).

Kommentar des Fotografen:

Am Münchner Marienplatz ist am Abgang zur U-Bahn dieses interessante Bodenmuster aufgeklebt. Per Zufall kam dann noch eine Dame mit dem gepunkteten Rock in Blau. Ich stand da gute 10 Minuten und habe einige Aufnahmen gemacht, aber diese hier gefällt mir besonders gut. Die räumliche Situation ist allerdings sehr beengt und man braucht ein gewisses Beharrungsvermögen, wegen der vielen Leute die rauf und runter gehen

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Volker Rein:

Ein guter Fotograf hat nicht nur eine Kamera, sondern auch ein geschultes Auge, welches spannende Farben, Formen und Motive auch dort entdeckt, wo die meisten Leute gedankenlos vorbeigehen. Oder wie in diesem Fall wortwörtlich täglich mit den Füßen darauf rumtrampeln. Volker Rein hat am Münchener Marienplatz dieses Foto gemacht, das auf den ersten Blick wie ein gelungener Schnappschuss aussieht, aber in Wahrheit Geduld und Ausdauer erfordert.

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Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie – Teil 4/4: How-To Tipps

In diesem letzten Teil, nach all den allgemeinen Betrachtungen der letzten drei Teile, möchte ich noch ein paar Tipps geben, wie bessere Street Aufnahmen zustande kommen.

  • Nimm Dir Zeit – Insbesondere in Großstädten ist das Tempo des Lebens so rasant, daß man von allen Seiten mit Reizen überflutet wird. Wo unzählige gute Motive gewesen wären, kommt man dann mit keinen oder mittelmäßigen Aufnahmen nach Hause. Anstatt einen ganzen Tag hektisch durch die Stadt zu rennen, ist es deshalb ratsamer, sich auf einen Markt im Freien, einen Straßenzug, ein Viertel zu konzentrieren.

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Einführung in die Street Fotografie/Straßenfotografie – Teil 1: Wie definiert man Street?

Der folgende Artikel richtet sich an Fotografen, die gerne mit der Kamera einen Ort erkunden, aber nur eine vage Vorstellung davon haben, was genau Street eigentlich ausmacht.


Hier auf fokussiert bekommen wir oft Bilder geboten, die jemand sozusagen im Vorbeigehen in einer Großstadt geschossen hat. Diese werden gerne unter „Straßenfotografie“ eingereicht, auch wenn es sich eher um einen Urlaubsschnappschuß handelt. Und konsequenterweise bekomme ich als Kritiker dann die Frage gestellt, was Street Fotografie denn eigentlich sei. Berühmte Vertreter des Genres, man denke an Henri Cartier-Bresson, haben Street ihren Stempel aufgedrückt, ohne den Begriff in eine Form zu gießen, die es für andere leichter macht, ihn zu erfassen.
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Experimentelles Porträt: Spezialeffekte allein machen nicht das Foto

Experimentieren, herkömmliche Motive neu erfinden, ist eine gute Übung, die allerdings nicht immer zu außergewöhnlichen Fotos führen muß.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© denise ellen schröder).

Kommentar des Fotografen:

in bewegung. mein mann durfte mal wieder diverse perücken ausprobieren und hatte sichtlich vergnügen daran…

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von denise ellen schröder:

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Axel Pfennigschmidt: Das Alltägliche ist Schönheit

Axel Pfennigschmidt findet seine Bilder draußen in den Straßen: „Das Alltägliche ist Schönheit“, so sein Credo.

Axel Pfennigschmidt: Prince StreetAxel Pfennigschmidt fotografiert Fragmente von dem, was einmal auf Häuserwände geklebt, gemalt oder gesprayt wurde. Unter seinem Blick entstehen daraus abstrakte, malerische Bilder.

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Natur in Abstraktion: Einfach gespiegelt

Für herausragende Fotos braucht man letztlich nur eines: ein gutes Auge.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Franz Bogner).

Kommentar des Fotografen:

Ein Schilfbestand im klaren, niedrigen Wasser des Weissensees in Kärnten spiegelte sich wunderbar auf der fast stillen Wasseroberfläche. Mich erinnerte das ganze an asiatische Schriftzeichen, und so versuchte ich in der SW-Umsetzung besonders die Kontraste heraus zu arbeiten, ohne den Wassereindrück gänzlich verschwinden zu lassen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Franz Bogner:

Immer, wenn ich Equipment-Neid bekomme, weil sich eine Bekannte mal wieder ein super-teures Objektiv gegönnt hat, oder ein Freund sich eine neue Kamera… Und wenn ich dann so meine „Ausrüstung“ anschaue und denke, „Was könnte ICH mit der Kamera alles machen!“ – dann muß ich mir nur etwa auf Flickr alle die schlechten Fotos anschauen, die die Leute zum Teil mit sehr teuren Kameras gemacht haben und mich darauf besinnen, daß letztlich nur eines zählt: ein gutes Auge.

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Landschaftsfotografie: Bilder machen statt aufzunehmen

Die Kamera sieht anders als das Auge: Das ist oft ein Vorteil der Fotografin, bisweilen aber auch ein fast unüberwindbares Hindernis.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Liselotte Brunner-Klaus).

Kommentar des Fotografen:

Zufällig blieb ich an diesem einfachen Motiv hängen bei einem abendlichen Spaziergang.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Liselotte Brunner-Klaus:

Teile eines aus Holzleisten gezimmerten Zauns inmitten einer Weidelandschaft mit blauem Himmel im Hintergrund sind auf dieser Farbfotografie zu erkennen.

Die wichtigste Fähigkeit, die eine Fotografin entwickeln muss – vor allen technischen Kenntnissen der eigenen Ausrüstung, der Wirkung von Blende und Verschlusszeit und Brennweite und so weiter – ist das eigene Sehen. Wer Motive in der Landschaft, auf der Strasse oder im Studio nicht erkennt, wird keine guten Bilder schiessen. Das gesagt:

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Kinderporträt in Schwarzweiß: Den besonderen Augenblick abwarten

Warten lohnt sich, insbesondere bei vielfotografierten Motiven. Dann bekommt man oft ein Motiv geboten, das sich von Gewöhnlichen, das man schon hundertmal so gesehen hat, abhebt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Krämer).

Kommentar des Fotografen:

Eines meiner Lieblingsmotive zur Zeit, mein Enkelkind. Das Wachsen, Lernen, Entdecken und Erfahren mitzuerleben und im Bild festzuhalten macht unheimlich Freude.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Krämer:

Das eigene Kind, insbesondere das erstgeborene, und Enkelkinder gehören in unserer Gesellschaft wahrscheinlich zu den meistfotografierten Personen. Jeder Schritt, jedes Lächeln wird festgehalten. Das war bei meiner Tochter damals so, die wohl das meistfotografierte Kind der Stadt war, und ich kenne eigentlich nur Fälle, die die Regel bestätigen. Man kann sich dem Zauber von (Klein-)Kindern auch nur schwer entziehen:

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Strassenfotografie: Maler ohne Bild

Ein Foto ohne Motiv kann als abstraktes Muster wirken oder als Zusammenspiel sorgfältig komponierter Farben oder Muster. Aber ein gegenständliches, realistisches Foto ohne Motiv wirkt langweilig.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Peter Gutzat).

Kommentar des Fotografen:

STREET PAINTER.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Peter Gutzat:

Auf den ersten Blick dachte ich, das Foto zeige einen obdachlosen Bettler auf der Straße sitzen und der Fotograf traue sich nicht, ihn von vorne zu fotografieren, aus Angst, bemerkt zu werden.

Erst beim zweiten Blick wirkte die Haltung nicht ganz passend, und der Kommentar „Street Painter“ des Fotografen brachte Aufschluss. Gezeigt wird kein Obdachloser, sondern ein Straßenkünstler, ein Zeichner:

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Wasserstruktur: Schwarzes Gold

In Motiven, die man auf eine ganz bestimmte Art kennt und oft sieht, eine Abstraktion zu entdecken, ist eine lohnende Sehübung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Steven Long).

Kommentar des Fotografen:

Eine Nahaufnahme von einer Riffelung. Ich wollte die Form der Wasseroberfläche zeigen. Links reflektiert sich Sonnenstrahlungen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Steven Long:

Eine Anzahl weicher, organisch anmutender schwarzer Stäbe oder Wellen reiht sich in diesem Bild von unten rechts diagonal nach oben links. Der Gegenstand der Fotografie ist nicht zu erkennen, in der linken unteren Ecke weist das Objekt weisse Flecken in einer klar strukturierten Folge auf.

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