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Einstieg in die Nachtfotografie: Linz, taghell

Nachtfotografie ist dank der Digitalisierung zum grossartigen fotografischen Spielfeld geworden: Einstellbare Empfindlichkeit des «Films» und sofortige Resultate ermöglichen es, zu experimentieren. Hier hat Jakob einen ersten Versuch gemacht.

Linznacht

Linz bei Nacht, Canon EOS 60D, © Jakob Staltner

 

Ich bin 17 Jahre alt und habe ein Bild von Linz in der Nacht aufgenommen. Jakob Staltner

Eine Stadt, erstrahlend in den nächtlichen Leuchtzeichen unserer Zivilisation, liegt in dieser Farbfotografie im Vordergrund. Rauchschwaden mit starker Bewegungsverzeichnung deuten auf eine längere Belichtungszeit hin; der rabenschwarze Nachthimmel, der das Bild fast mittig horizontal teilt, ist durchsetzt mit einen Sternen , die bereits deutliche Sternschweife tragen.

Unsere Kameras werden immer lichtempfindlicher:

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Landschaftsfotografie: Marschland-Tiefe

Tiefe, Vordergrund, Hintergrund, Mittelgrund sind weitgehend zwingende Merkmale der Landschaftsfotografie. Ein paar andere Dinge gehören aber schon noch dazu.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thorsten Fischer).

Kommentar des Fotografen:

Dies ist eins meiner ersten Gehversuche in Sachen Fotografie. Selber kritisieren würde ich daran mittlerweile das ich es besser im Querformat aufgenommen hätte. Es zeigt den Strand des Wattenmeeres bei Norddeich während der Ebbe

Peter Sennhauser meint zum Bild von Thorsten Fischer:

Eine Doppelreihe von Pfählen, die aus dem Boden ragen und zwischen denen im Mittelgrund des Fotos Wasser zu sehen ist, verläuft aus dem Vordergrund des Hochkant-Bildes nach links hinten. Dahinter ist ein Maschendrahtzaun zu erkennen, in dem irgendwelche Dinge hängen. Dahinter wiederum fängt der Himmel an. Er ist weitgehend weiss.

Der Himmel:

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Alleefoto: Das Auge trumpft beim Kontrastumfang

Kameras und das menschliche Auge sind ähnlich, aber doch so verschiedenen. Diese Fotografie illustriert gut, wo die Grenzen einer Kamera liegen, während das Auge das Szene in ihrer vollen Schönheit wahrnehmen kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sophie Wolter).

Kommentar des Fotografen:

Ich liebe Alleen und versuche hin und wieder, eine gute Bildumsetzung von diesem Motiv. Probleme habe ich mit den hier herrschenden hohen Kontrastunterschieden. Daher stelle ich zeitgleich eine Fachfrage: Lohnt sich die Verwendung eines nicht allzu starken Graufilters? Bei der Aufnahme habe ich die kamerainterne automatische Belichtungszeit etwas korrigiert. Vielleicht bewirkt der Graufilter auch nur das Gleiche? Die Kamera- und Objektivdaten sind in der Bilddatei hinterlegt. Ich freue mich über Hinweise!

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Sophie Wolter:

Das Prinzip ist ähnlich, aber die Unterschiede sind enorm. Wer das menschliche Auge mit dem System einer Kamera vergleicht, wird viele Parallelen, aber auch Differenzen finden. Ein sehr wichtiger Unterschied für Fotografen ist die Tatsache, dass das menschliche Auge gleichzeitig einen deutlich höheren Kontrastumfang wahrnehmen kann und sich so schnell an unterschiedliche Lichtgegebenheiten anpasst, dass wir zum Beispiel verschiedene Farbtemperaturen kaum wahrnehmen.

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Ufer-Stillleben: Die Madonna über dem Wasser

Eine ausgeglichene Belichtung ist bei Gegenlichtaufnahmen mit der Sonne praktisch unmöglich. Es gibt aber Hilfsmittel und Tricks, um extreme Kontrastprobleme abzuschwächen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johann Kühnl).

Kommentar des Fotografen:

Für ein Projekt fotografiere ich zur Zeit die Leitern und Treppen in Strandbädern in ihrer Eigenschaft als Grenzübergänge – nicht nur zwischen Land und Wasser, sondern vor allem zwischen Zivilisation und Natur. Das ist eins davon, entstanden am Attersee/OÖ.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Johann Kühnl:

Ein von der abendlichen Sonne beleuchteter Holzsteg führt vom Betrachter weg in den unmittelbaren Vordergrund dieser Schwarz-Weiss-Fotografie. Die Bügel der daran rechts versetzt montierten Badeleiter liegen genau in der horizontalen Bildmitte, ihre Schatten fallen nach schräg rechts unten über die zum Fluchtpunkt weisenden Latten des Stegs. Das Klare Wasser eines Sees füllt das Bild bis etwa einen Drittel in der Vertikalen, dahinter zieht sich von rechts eine Bergkette nach links über den Horizont, wo die Sonne gleissend unter leichten Wolken durchscheint.

Gegenlichtaufnahmen sind ein heikles Unterfangen. Wenn die Sonne direkt im Bild zu sehen ist und nicht von Wolken verdeckt wird, ist der Kontrastumfang jedenfalls zu gross für den Sensor:

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Strandfoto: Endzeit-Leuchten

Abends wird das Licht am Strand oft zusätzlich durch Dunst und Nebelschwaden spannend. Wenn das Meer zur Lichtsee wird, lassen sich tolle Stimmungsbilder schiessen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andrea Schneider).

Kommentar des Fotografen:

Letzten Sonntag in Nordwijk, Niederlande. Die bereits vorhandene Lichtstimmung wurde durch Verlaufsfilter dramatisiert. Ich bin unsicher, ist das zuviel, zu bunt?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Andrea Schneider:

Der Strand am Abend, mit flach einfallendem, goldenem Sonnenlicht, dramatischer Bewölkung und schemenhaften, als Schatten wahrnehmbaren Spaziergängern.

Mir fällt hier zunächst die Komposition positiv auf, indem der Wasserhorizont ungefähr im unteren Drittel, die Menschen am Strand links im Goldenen Schnitt platziert sind.

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Sonnenaufgang in den Alpen: Fotografische Kontrast-Strafaufgabe

Grosse Kontrastumfänge sind eines der Hauptprobleme in der Landschaftsfotografie. Es kann mit verschiedenen Mitteln bewältigt werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Roland Horni).

Kommentar des Fotografen:

Morgenstimmung zwischen Grosser Scheidegg und Grindelwald, Berneroberland CH. Mir ging es darum, diese bes. Beleuchtung durch die hinter den Bergen aufgehende Sonne, die vom Aufnahmestandpunkt aus noch nicht sichtbar war, einzufangen; das voll in der Sonne stehende Tal mit Grindelwald und die teilbeschienenen Berge mit dem leuchtenden Eis des Schneefeldes auf dem Mönch. Ich selber stand noch voll im Schatten.

Die hellen Steine nahm ich als Vordergrund mit ins Bild, wobei ich mir nicht ganz sicher war, ob ich die ersten Steine doch beschneiden sollte und nur die Steine vor der Fichte ins Bild nehmen soll. Letzteres hätte einen leichten Panobeschnitt gegeben, so ist es Fullframe wie aus der Camera.

Der erhöhte ASAwert ist eigentlich ein Fehler(!) vor dieser Aufnahme brauchte ich sie, vergass aber wieder auf ASA 100 einzustellen. Fokussiert wurde auf die Berge im Vordergrund. Ich stellte leider fest, dass das Bild nach dem Skalieren und dem Einbetten des sRGB-Farbprofils beim Ligtroomexport an Dynamik und Helligkeit leicht verloren hat. Die Meinung eines Experten würde mich interessieren in Bezug auf die Bildkomposition und technischer Güte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Roland Horni:

Da hast Du Dir eine schöne Strafaufgabe ausgesucht: Du wolltest just das fotografieren, was die meisten Landschaftsfotografen meiden wie der Teufel das Weihwasser – die grossen Kontrastumfänge morgens nach Sonnenaufgang.

Das Histogramm spricht Bände: Am linken Rand häufen sich die (zu) dunkeln Pixel, per Aufhelllicht lässt sich das Gebirge nach rechts verschieben. Weiterlesen

Landschaftsaufnahme vom Boot: Brücke zur Nacht

Landschaftsaufnahmen aus Booten sind spannend, weil sie eine ungewohnte Perspektive erlauben. Aber Boote sind schlechte Standorte für Landschaftsfotografen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Harald Manger).

Kommentar des Fotografen:

Während einer Schifffahrt mit Hurtigruten um die Westküste Norwegens ist am frühen Abend dieses Bild entstanden; durch eine leichte Unterbelichtung um 2/3 Blendenstufen wollte ich die Abendstimmung einfangen und die Brücke als symbolische Verbindung und Spannungsbogen zwischen Abend und Nacht nutzen

Peter Sennhauser meint zum Bild von Harald Manger:

Dies ist eine Landschaftsaufnahme mit einer einfachen Aussage und ebenso einfachen Formen, die aber sehr einprägsam sind. Wir blicken in die untergehende Sonne hinter der geschwungenen Brücke, haben rechter Hand die Nacht und im Bildzentrum den schwindenden Tag. Und stehen sofort unter dem Eindruck, hinaus zu fahren ins dunkle Meer, das hinter uns wartet.

Die Beobachtung, dass die Brücke faktisch zur Verbindung zwischen Tag und Nacht wird, finde ich umsetzungswürdig; die Umsetzung selber ist Dir nicht schlecht gelungen. Nebst technischen Einschränkungen kommt aber die Komposition des Bildes einen Hauch überladen daher.

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Neutralgrau-Verlaufsfilter: Hilfe gegen Histogramm-Klippen

Neutralgrau-Verlaufsfilter helfen an hellen Tagen und bei Motiven mit hohem Kontrastumfang, ausgewogene Fotos zu erstellen. Die partielle Abdunkelung bei der Aufnahme ist Vorläufer der HDR-Technik – und ein bequemer und schneller Ersatz.

Ohne Verlaufsfilter nicht fotografierbar: Badwater im Death Valley, nachmittags um 14.00 Uhr © Peter Sennhauser

Meine ersten Mondaufnahmen versuchte ich in stockdunkler Nacht mit einem gleissend hellen Vollmond hinter der Golden Gate Brücke zu schiessen – und erst als das Stativ stand und das Bild mehr oder weniger komponiert war, realisierte ich, dass darauf entweder der Mond eine zeichnungsfreie weisse Fläche oder von der Brücke im Vordergrund nichts zu sehen sein würde:

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Cokin-Filter und Filterhalter: Graue Verläufe

Cokins Filterhalter hält alles vor dem Objektiv – obwohl die meisten Filter obsolet geworden sind. Grauverlaufs-Filter allerdings helfen noch immer enorm.

Cokin Filterhalter mit Neutralgrau-Verlaufsfilter. (Alle Bilder PS)Anfangs neunziger Jahre versuchte ich mich eine Zeit lang in der Spiegelreflex-Schwarz-Weiss-Fotografie, und bald stiess ich dabei auf die Wirkung von Filtern: Farbfilter, vor die Linse geschraubt, sorgten für höheren Kontrast und anderes Bildverhalten.

Heute sind sie ebenso wie die Stern- und Verzeichnungsfilter, mit denen vor der Digitalisierung viel bestaunte Effekte erzeugt werden konnten, grossteils obsolet geworden: PhotoShop erledigt das alles einfacher, schneller und meist auch beeindruckender. Dennoch haben die Filterhersteller wie beispielsweise Cokin, deren System ich hier vorstelle, noch eine umfangreiche Auswahl an Filtern im Sortiment.

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