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Bildschnitt: Mit Mut etwas neues schaffen

Ein „mutiger“ Bildschnitt kann bisweilen aus einem vermeintlich missglückten Bild das herausholen, was immer drinsteckt: Jenes Bild, das den Fotografen zum Drücken des Auslösers bewegt hat.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Deuer).

Kommentar des Fotografen:

Zur Zeit lese ich viel über „mutiges Schneiden“, konnte aber lange nicht wirklich damit etwas anfangen. Bein Durchstöbern meiner Foto-Müllkiste (Übungsmaterial) viel mir ein völlig Unterbelichtetes, nichtsagendes Bild auf. Aufgenommen bei absolut sch… Wetter, Ende letzten Jahres. Schwarz- und Weisspunkt gesetzt, Aufhellen, partielles Scharfzeichnen und „mutiges Schneiden“. So entstand ein Bild was einen Panorama-Effekt simuliert. Überraschend und Faszinierend wie ein Bild seine Eigenschaft ändern kann, wenn es „mutig beschnitten“ wird.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Deuer:

In einer verschneiten, möglicherweise aber auch versandeten Landschaft steht in dieser im Panorama-Schnitt gehaltenen Fotografie eine Hölzerne Anlage auf Pfählen, die wie eine Koppel oder eine Verladestation für Vieh aussieht, bei näherer Betrachtung aber ihren Zweck nicht preisgibt.

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Mittenhorizont: Symmetrisch ausgewogene Harmonie

Manchmal kann ein „regelwidrig“ in die Mitte des Bildes gelegter Horizont einem Bild das gewisse Etwas verleihen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Mirco Widmer).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand auf dem Alaska Highway in Kanada im Februar 2009. Meine Absicht war, mit Hilfe des Highways den Blick auf die weiss verschneiten Berge im Hintergrund zu lenken.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Mirco Widmer:

Vor ein paar Wochen habe ich die Rezension zu einer Art minimalistischem Bild geschrieben, das zwei fast gleich große Bildhälften über und unter der Horizontlinie zeigte. Ich sagte, man solle sich entscheiden, welche der beiden Hälften mehr ins Gewicht fällt, und dass diese Hälfte den größeren Bildanteil einnehmen solle.

In jenem Fall war es wichtig, eine größere Hälfte abzubilden, vorzugsweise im Rahmen der Drittelregel, weil die Komposition zu statisch und ohne Höhepunkt war.

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Vor Sonnenaufgang: Tiefengrafik in Blau

Fotografien mit Horizont-Schichtung gelingen am besten, wenn genau die richtige Menge Luftfeuchtigkeit für den Kontrast an den Kanten sorgt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Matthias Schaffner).

© Matthias Schaffner – Canon EOS 350D – 1/400s – f/11 – ISO 100 – 58mm (90mm)

Kommentar des Fotografen:

Diese Bild entstand eher zufällig. Auf dem Weg um die 3 Zinnen in Südtirol läuft man (in diesem Falle morgens) um die kleine Zinne und der Blick öffnet sich ins Ansiei-Tal. Mir gefielen vor allem die unzähligen Horizonte, die durch den Morgendunst sichtbar geworden sind. Das Foto wurde zugeschnitten und die Tonwerte wurden angepasst.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Matthias Schaffner:

Wer sich bisweilen fragt, woher die Redewendung von einer „Fahrt ins Blaue“ rührt, bekommt mit solchen Bildern eine Antwort.

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Sonnenaufgang-Foto: Weniger ist mehr

Vor und nach Sonnenauf- oder Untergang findet ein Spektakel von Farben, Formen und Licht statt, das oder gerade einfachen Bildern viel Emotionalität verleiht.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Torsten Muehlbacher).

Kommentar des Fotografen:

Früh morgens ging es zum Gipfel des Kellerjochs. Die Sicht war nicht gerade berauschend, jedoch wirkt dies -meiner Meinung nach – sehr gut auf die aufgehende Sonne. Man sieht dadurch die Sonne sehr gut und man meint, sie gehe zwischen den Bergen auf.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Torsten Muehlbacher:

Die Sonne geht auf und scheint durch den Dunst über den Bergen nur knapp und grellrot hindurch. Die Gipfel der Alpen um den Fotografen herum erscheinen als blosse Schemen in verschiedenen Blau- oder Grautönen, wobei sich die Kanten zum jeweils ferneren Berghang durch leichten weissen Dunsthauch abgrenzen. Der Himmel über der Sonne erstrahlt in einem knalligen Verlauf von Rot zu einem von Federwolken durchzogenen Gold.

Ich finde nicht, dass die Sicht nicht berauschend war, als Du diese Aufnahme gemacht hast – im Gegenteil:

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Nebelfoto mit Waldsilhouette: Japanischer Scherenschnitt

In der Landschaftsfotografie kann die Reduktion der Tiefe besonders spannend wirken – vor allem, wenn sie nicht so sehr durch die Fotografie als durch die Natur selber erzeugt wird.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Carl Knobel).

Kommentar des Fotografen:

Herbstlandschaft auf dem Üetliberg in Zürich. Nikon D700, AF-S Nikkor 24-70mm

Peter Sennhauser meint zum Bild von Carl Knobel:

Der Herbst steckt voller Wunder für Fotografen – von knalligen Farben bis zu nebligen Grauschattierungen mit den feinsten Verläufen und Abstufungen – und der Reduktion des Raums auf eine oder zwei Ebenen.

Carls Aufnahme vom Zürcher Hausberg ist eine solche Nebelaufnahme: Die freistehende Silhouette einer Baumreihe an einem durch den im Vordergrund wallenden Nebel leicht verwaschenen Horizont, davor eine in weicher Kurve ansteigende Wiese. Durch diese verläuft eine leicht abgeschrägte Horizontale – ein Weg.

Zu diesem Motiv kann man Dich nur beglückwünschen:

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Waldspaziergang: Porträt im Panoramaformat

Die ungezählten Optionen der digitalen Bildbearbeitung gereichen nicht jedem Foto automatisch zum Vorteil. Das gilt auch für die Wahl des Bildausschnittes.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dennis Greenberg).
Kommentar des Fotografen:

Sehr geehrte Damen und Herren des Fokussiert Blogs, kritisiert bitte dieses Bild, denn es ist sehr schön! In Lightroom bearbeitet

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Dennis Greenberg:

Ein junger Mann, im Wald fotografiert. Nach Angaben des Fotografen ist das Modell ein Freund, und das Bild ist während eines Waldspazierganges entstanden. Warmes Licht, das mit Lightroom verstärkt worden ist, und Schatten, die das Gesicht des Modells halb ins Dunkel tauchen, wie auch den Baum, gegen den es lehnt. Ein hübsches Foto, schön fotografiert und insgesamt ganz gut ausgeleuchtet.

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Sydney-Skyline: Zwei Bilder in einem

Panoramen sind eine eigene fotografische Gattung. Die Herausforderung besteht ind er Komposition, die nicht ohne weiteres im Sucher gelingt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Josef Heinz).

Kommentar des Fotografen:

Mit diesem Panorama, welches aus 2 Bildern besteht, wollte ich die Skyline von Sydney aus einer etwas anderen Perspektive fotografieren. Die ürsprunglichen Bilder wurden mit Photoshop zusammengefügt, wobei keinerlei Korrekturen an den Farben und dem Kontrast gemacht wurden.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Josef Heinz:

Technisch gesehen ist dies ein hervorragendes Bild, an dem alles soweit stimmt – die Belichtung, der Aufnahmezeitpunkt, das „Stitching“ genannte Zusammenfügen – welches, nebenbei gesagt, grade bei großen Himmelsanteilen in den Bildern schon wegen der Vignettierung (dunkle Ecken) des Objektivs nicht ganz trivial ist.

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After-Hour-Panorama: Handy-Fotografie

Es bedarf keiner High-Tech-Kamera, um gelungene Motive einzufangen. Dass auch mit einem Handy gelungene Fotos entstehen können, hat erst kürzlich Guido Karp mit seinem Buch „The Nudes – Photography with a Cyber-shot Mobile“ bewiesen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jonas Edler).

Kommentar des Fotografen:

Ist ein Zufallsprodukt mit dem Kamerahandy Sony Ericsson W8ooi. Aufgenommen wurde es bei der Rückfahrt nach einem Festival, was die Müdigkeit erklärt ;)

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jonas Edler:

Es bedarf keiner High-Tech-Kamera, um gelungene Motive einzufangen. Dass auch mit einem Handy gelungene Fotos entstehen können, hat erst kürzlich Guido Karp mit seinem Buch „The Nudes – Photography with a Cyber-shot Mobile“ bewiesen.

Jonas Edler macht es ähnlich: Weiterlesen

Sonnenaufgang am Bodensee: Panorama der Farben

Traumhafter Steinstrand am Bodensee, im Morgenrot sehr gut belichtet: Ein Panorama aus vier Bildern.

© Benjamin Hesser Leider keine Exif-Daten vorhanden

Kommentar des Fotografen:

„sunrise @ lake constance“ – Nikon D70s – F11 – 18mm – ISO200 – Panorama aus 4 fotos

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Benjamin Hesser:

Vielleicht bin ich ja schon etwas verschrien als harscher Kritiker. Dabei fiel mir, als ich dieses Panorama gesehen habe, erst einmal nichts mehr ein. Ich war von der Farbgebung fasziniert.

Der passende Moment wurde abgepasst, indem die Sonne gerade hinter den Wolken verschwunden ist, und dann wird das Motiv auch noch schön eingerahmt. Links die Bäume, rechts die Stangen. Klasse.

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Spiegelsee: Gib mir eine Mitte

Landschaftsaufnahmen sind prädestiniert für Weitwinkelobjektive. Die sorgen für Weite, aber nicht für Tiefe: Darum muss sich der Fotograf mit der Komposition und entsprechender Schichtung selber kümmern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Yves Dulex).

Kommentar des Fotografen:

Auf der Fahrt von Zürich nach Murmansk (3000km) fuhren wir plötzlich in Finnland an diesem spiegelglatten See vorbei. Nach einem abrupten Bremsmanöver hielt ich den faszinierenden Anblick mit zwei Fotos fest und erstellte in CS3 dann ein Panorama. Ich habe das Bild unzählige Male betrachtet und mittlerweile auch auf Leinwand aufgehängt, doch frage mich immer, wie dies ein Profi festgehalten hätte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Yves Dulex:

Auf den ersten Blick ist das eine wundervolle Landschaftsaufnahme mit einer schönen Gewichtung nach links. Ich will Dir die Freude an dem Bild keinesfalls vergällen. Allerdings wirkt die Aufnahme in der kleinen Vorschau unseres Auswahl-Tools deutlich besser als in der Vollansicht, wogegen sie in wandfüllendem Grossformat ebenfalls wieder ganz neue Qualität erreichen dürfte. Zweifellos ein gelungenes Panorama – und trotzdem fehlt mir bei genauerer Betrachtung einiges, das es hätte grossartig machen können:

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