Beiträge

The Impossible Project: Nichts ist Unmöglich

Macht es Sinn, im Zeitalter digitaler Fotografie ein analoges Filmformat wiederzubeleben?

Spectra Colorful

Polaroid Spectra Colorful

Polaroid ist der Inbegriff der Sofortbildfotografie. Generationen sind mit Polaroid aufgewachsen, haben so ihre Erinnerungen festgehalten. Und doch stellte Polaroid 2008 nach über sieben Jahrzehnten die Produktion von Sofortbildfilmen in den letzten noch funktionstüchtigen Fabriken ein. Das war zumindest der Plan. Weiterlesen

Stefan Gesell: Sturzflug in die Welt der Erotik

Selbstmörderische Mädchen? Nein. Aber starke, selbstbewusste Frauen, die sich mit ihrer Sexualität in das Leben und die Tiefen der Erotik werfen, als gäbe es kein Morgen. Das sind die Bilder von Stefan Gesell in seinem Erotik-Band «Kamikaze Girls».

Die Posen sind oft sehr offen, provokant bis hin zu obszön. Sie lassen im wahrsten Sinne oft tief blicken. Dennoch wandeln die Bilder gekonnt an der Grenze zur Pornographie, ohne diese zu überschreiten. Gesell inszeniert Frauenakte, in denen sich die Frauen wie Kamikaze-Piloten in die Welt der Erotik stürzen – mit dem Unterschied, dass diese Frauen darin garantiert nicht umkommen werden. Dafür sind sie zu stark und sich ihrer selbst zu bewusst.

[photos title=“Stefan Gesells «Kamikaze Girls»“ pics=“2 3 4 5″] Weiterlesen

Studioporträt: Allzu weich ist ungesund

Ein wunderschönes Gesicht und ein weiches Beautylicht sind die Basis für ein klassisches Beautyporträt. Wenn allerdings mit der Weichzeichnung so stark eingegriffen wird, verliert das Gesicht seine Persönlichkeit.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Diana Roscher).

Kommentar der Fotografin:

Mein erstes Beauty Shooting mit einer Freundin in meinem Low-Budget Studio. Fotobearbeitung mit Gimp

Profi Martin Zurmuehle meint zum Bild von Diana Roscher:

Die Maler hatten es viel leichter als die Fotografen. Sie konnten ihre Porträts nach Belieben beeinflussen und so unschöne Stellen weglassen und ihre Kunden viel schöner Malen, als sie eigentlich waren.

Die Fotografie wurde auch erst dann für das Porträtieren von Menschen interessant, als auf der einen Seite die Belichtungszeiten kürzer wurden (aufgrund lichtstarker Objektive und lichtempfindlicheren Filmen) und es möglich wurde, die Bilder nachträglich zu retuschieren:

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Stadtschnappschuß: Auch Spontanfoto braucht Finesse

Egal, wie das Foto entstanden ist – auch ein spontanes Bild darf nachbearbeitet werden, insbesondere, wenn es unter nicht idealen Lichtbedingungen entstanden ist. Das tut dem spontanen Charakter keinen Abbruch.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sabina Schöfer).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme entstand bei einem meiner Fotoexcursionen in Berlin. Hier bin ich in einem Hinterhof in der Brunnenstr. hinein. Alles war voller interessanter Graffiti und auch dieser Aussage: Kein Fotos im Hof und keine Touristen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sabina Schöfer:

2009 bin ich mit meinem Sohn zwei Wochen durch Berlin gepilgert, und die ganze Zeit haben wir praktisch nur Graffiti fotografiert. Berlin ist ein Dorado in dieser Hinsicht, wenn auch die betroffenen Hausbesitzer sich meiner Meinung wohl nicht anschließen würden. Dieses Graffiti wäre denn auch für uns mehr als verführerisch gewesen, insbesondere mit der Ironie der Aufforderung, keine Fotos im Hof zu machen.

Fotos dieser Art haben, genauso wie Streetphotography, einen spontanen Charakter – genau das macht den Reiz einer Fotoexkursion ja aus:

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Mischbild: Bildbearbeitung kann unterstützen, aber nichts erzwingen

Nachbearbeitung eines Fotos kann das, was bereits vorhanden ist, anheben, unterstützen, und dadurch den Charakter des Bildes verstärken. Nachbearbeitung ist aber immer nur das: Bearbeitung danach.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephanie Olden).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto war eine spontane Aufnahme und deswegen ein Schnappschuss. Bei spazieren gehen, auf der Suche nach einem Interessanten Motiv, habe ich diese Kühe auf einem Feld gesehen wo ich sie nicht erwartet hätte. Ich lebe zwar in einer sehr ländlichen Gegend, aber auch hier nimmt die Landwirtschaft immer mehr und mehr ab. Das finde ich sehr schade, ich selbst hatte die Gelegenheit ein Teil meiner Kindheit auf einem Bauernhof aufzuwachsen und erinnere mich sehr gerne an die Zeit zurück.

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Samuel Raymanns Multilayer: Die Welt in vielen Schichten

Leere und Überfluss kreiert Samuel Raymann in seinen Bildern. Die Technik nennt er „Multi-Layer“: Aus der Idee eines Touristen wurde so ein Projekt.

Basketball Court, West 4th Street, New York. © 2009 Samuel Raymann

Der Times Square in New York, der Stadt, die niemals schläft, ist rund um die Uhr eines der belebtesten Zentren Manhattans. Aber auf Samuel Raymanns grossformatigem Foto ist er absolut menschenleer: Kein Yellowcab, kein Cop, kein Bombenkommando.

Die gleiche trostlose Leere herrscht im Grand Central Terminal, wo der glänzende Boden nur das Sternbild im Tonnendach spiegelt. Und in einem McDonalds-Restaurant, das aussieht, als hätten vor Sekunden noch Leute auf den festgeschraubten Stühlen gesessen.

Dafür tummeln sich im Washington Square Park scheinbar Millionen von Eichhörnchen, und auf einem Basketball-Court an der 4th Street springen Dutzende von Bällen auf und ab, als hätten sich grade zwei Schulklassen mitten im Sportunterricht in Luft aufgelöst:

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Retro-Eisenbahnfoto: Des einen Traum…

Ein perfekt fotografiertes und bearbeitetes Motiv macht ein schönes, aber nicht immer interessantes Foto.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Calcada).

Kommentar des Fotografen:

Ich mag Eisenbahnbilder und besonders Dampflokomotiven. Ich finde das Motiv eignet sich hervorragend für eine Retro- Bearbeitung. Das Bild ist für mich eine kleine Zeitmaschine, in der die vergangene Zeit wieder lebendig wird. Die Oberleitung und andere „neumodische“ Details habe ich entfernt.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Calcada:

Seit Photoshop und anderen digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten für Fotografen zum normalen Handwerkszeug wurden, haben sich Fotos zusehends von der Darstellung von „Realität“ wegentwickelt. In einer Zeit, wo jeder, der sich etwas auskennt, mit Bildern alles Mögliche machen kann, zählt verstärkt die Idee und deren Umsetzung.

Dein Foto einer Dampflokomotive, verfremdet durch einen antiken Effekt, fand ich spontan sehr ansprechend, wenn ich mich persönlich auch nicht für Lokomotiven interessiere.

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Kiwi-Banane: Küchenposter

Eine Inflation von inhaltlichem, farblichem und optischem Blickfang kann, muss aber nicht ins Auge gehen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Tobias Göbel).

Kommentar des Fotografen:

ist ein bisschen mit photoshop Elements 4.0 bearbeitet. Kenne mich da leider nicht aus.

Peter Sennhauser meint zum Bild von tobias göbel:

Eine in gesättigtem Grüngelb gehaltene Bananenschale liegt in einer spiegelnden Wasserpfütze in dieser in flacher Perspektive gehaltenen Aufnahme. Der Inhalt der Schale ist allerdings eine geschnittene, giftgrüne Kiwi.

Ein Bild, wie man es in mancher Küche an der wand finden könnte: Lebensmittel, kreativ inszeniert und farblich wie inhaltlich verfremdet. Die Kiwi-Banane weckt gleich aus mehreren Gründen das Interesse des Betrachters:

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Fotoespresso 2/2010: Über das neue Photoshop CS5

Was bringt Photoshop CS5 uns Fotografen? Der neue Fotoespresso gibt einen Überblick zu den neuen Funktionen.

Fotoespresso 2/10 mit den Neuerungen bei Photoshop CS5

Der kostenlose Newsletter Ausgabe 2/2010 berichtet auch über Erfahrungen mit dem iPad: Was kann Apples neuestes Gerät den Fotografen nützen? Weiterlesen

Schneewüste: Photoshopeffekte sparsam anwenden

Photoshop hat seinen Platz, aber Spezialeffekte können ein gutes Foto nachträglich verschlimmbessern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Leipold).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild habe ich auf einer Fototour in der Rhön unweit von Frankenheim gemacht. Auf einer Höhe von über 700m wird die Landschaft oftmals zur Schneewüste in dieser Jahreszeit. Starke Schneeverwehungen werden oft nur durch Fangzäune verhindert. Doch in diese Wüste gibt es Leben! Eine geschwungene Straße durchzieht die Landschaft, und ab und zu kommen hier Fahrzeuge durch, die in der Ferne wieder im Nebel verschwinden. Ein Amsel sitzt auf einen Baum am Straßenrand, mitten in dieser lebensfeindlichen Umgebung. Futter wird sie hier kaum finden, aber was macht sie dann hier? Mit diesem Bild will ich zeigen, dass weniger oft mehr ist. Bearbeitet habe ich das Bild mit PS. Als Hobbyfotograf konzentriere ich mich hauptsächlich auf die Landschaft in der Rhön.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Leipold:

Kompliment zu diesem Foto. Es vereinigt einige Ratschläge, die hier in den vergangenen Wochen in der Kritik erschienen sind. Vom inneren Schweinehund zu Tiefe im Foto zu einfacher Komposition – ein insgesamt sehr gelungenes Bild.

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