Beiträge

Buchrezension «New York Sleeps»: Augenschmaus in Schwarzweiß

Den urbanen Raum von Menschen optisch zu „befreien“ mag vielleicht nicht neu sein, aber wenn die Idee mit besonderer Ausrüstung und Film umgesetzt wird, entstehen dennoch faszinierende Fotos, die einen in ihren Bann ziehen. Eine eigentlich totfotografierte Stadt plus ein von anderen auch umgesetztes Konzept vereinen sich in den Bildern Christopher Thomas‘ so zu Motiven, derer man nicht nur nicht müde wird, man möchte sie sammeln.

Brooklyn Bridge - (c) Christopher Thomas

Brooklyn Bridge – (c) Christopher Thomas

„I want to wake up in a city
That never sleeps“

~ Frank Sinatra, „New York, New York“

Jeder, der schon einmal in New York City war, weiß, daß diese Stadt tatsächlich irgendwie nie zur Ruhe kommt. Der Verkehr hört nie auf, und wenn einen nach einer langen Nacht morgens um 3 Uhr noch einmal der Hunger packt, findet man irgendwo irgendein Geschäft, das offen hat. Weiterlesen

Test (2/2): Impossible Project Color 600 und Fujifilm Instax Wide

Sofortbildkamera und Sofortbildfilm ist nicht gleich Sofortbildkamera und Sofortbildfilm.

Polaroid 600/Fujifilm Instax Wide 300

Polaroid 600/Fujifilm Instax Wide 300

Dieser Artikel schließt sich an mein Interview mit meiner Tochter zum Thema Fujifilm Instax Wide an.

Weil ich selbst eine der alten Polaroid-Kameras besitze, habe ich meine Tochter gebeten, mir ihre Instax (Affiliate-Link) auszuleihen. Ich wollte einfach mal wissen, ob beide vergleichbar sind. Mit zwei Pack Color 600 Film, die mir Impossible freundlicherweise zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat, und einem Doppelpack (Affiliate-Link) für die Instax, den ich mir selbst zugelegt habe, war ich auf dem Hof einer Freundin unterwegs, die dort jede Menge schönen Schrott herumliegen hat. Der Film von Impossible trug das Produktionsdatum 12/15, war also noch bis 12/16 haltbar; der von Fuji noch bis 06/17. Weiterlesen

Fujifilm Instax Wide: Analoges für die Selfie-Generation (Teil 1/2)

Warum legt sich die Selfie-Generation eine Sofortbildkamera zu?

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Anstatt wie ursprünglich geplant einfach nur einen Vergleich von Fujifilm Instax und Polaroid/Impossible Color zu schreiben, wollte ich erst einmal erforschen, warum sich die Selfie-Generation heutzutage eine Sofortbildkamera zulegt. Der detaillierte Vergleich beider Kameras und Filme ist hier zu lesen.

Vor kurzem hat sich unsere Tochter eine Fujifilm Instax Wide (Affiliate-Link) gekauft. Zugegebenermaßen habe ich mich etwas gewundert – sie hatte sich eigentlich nie wirklich für Fotografie interessiert, aber ihre Freundin hatte eine, und mit den Aufnahmen eine klassische Collage an einer Pinwand zusammengestellt. Weil ich genauer wissen wollte, wie sie als junge Erwachsene zur Sofortbildfotografie steht und warum es ausgerechnet eine Instax sein mußte, habe ich ihr ein paar spezifischere Fragen gestellt. Weiterlesen

Analog in zitronengelbem Duochrome: Der «Third Man Records» Sofortbildfilm

Die Zukunft ist nicht nur analog, sie hat einen dezidierten „Coolness Faktor“. Und zwar in der „Third Man Records“ Edition von Impossible Project.

The Two Towers - (c) Sofie Dittmann

The Two Towers – (c) Sofie Dittmann

Dieser Artikel knüpft an einen Beitrag an, den ich vor einiger Zeit über das Impossible Project verfaßt habe.

Vor ein paar Jahren, nachdem ich mich bei meinem Mann beschwert hatte, daß er mir schon lange keinen Schmuck mehr geschenkt hatte, sagte er nur lapidar, “Kauf Dir halt etwas, was Dir gefällt.“ Das tat ich dann auch, und kam mit noch einer Kamera nach Hause. Man konnte sie sich um den Hals hängen, das zählt ja irgendwo als Schmuck.

Seitdem frage oder beschwere ich mich nicht mehr; so, wie dieses Mal, als es dann ein paar Packungen des koolsten Films sein mußten, den ich seit langem in den Händen gehalten habe: die „Third Man Records“ Edition (Affiliate-Link) von Impossible Project. Nicht vollkommen ohne Schattenseiten (mehr unten), aber wirklich kool. Weiterlesen

Werner Kiera: Das verlängerte Auge

Werner Kiera aka Datenverarbeiter findet seine Motive in aller Welt – über Live-Webcams. Zuhause in Bonn setzt er daraus Kompositionen zusammen, die uns in eine phantastische Film-Noir-Welt entführen.

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The Extended Eye – das verlängerte Auge, so nennt Kiera sein Projekt, an dem er über zwei Jahre gearbeitet hat und immer noch arbeitet. Inzwischen ist unter diesem Titel ein E-Book erschienen.

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Walker Evans: Jahrzehnt für Jahrzehnt

Walker Evans in einer umfassenden Retrospektive in Köln – den Blick auf die Originale sollte sich der wahre Foto-Enthusiast nicht entgehen lassen.

Walker Evans: Pabst Blue Ribbon Sign, Chicago, Illinois, 1946
 © Walker Evans Archive, The Metropolitan Museum of ArtSchon 2009 bei der Ausstellung im Fotomuseum Winterthur hatten wir darauf aufmerksam gemacht, wie gut es ist, die Klassiker zu kennen. Jetzt ist Walker Evans‘ Werk erstmals in großem Umfang in Deutschland zu sehen.
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Polaroid Collection: Das Wiedergänger-Medium

Von Ansel Adams bis Andy Warhol haben sie alle das Polaroid für ihre fotografische Arbeit genutzt. Obwohl längst totgesagt – das Medium hält sich als Wiedergänger bis heute.

Oliviero Toscani: Andy Warhol with camera, 1974 © Oliviero Toscani.

Mit dem Konkurs von Polaroid stand auch die legendäre Sofortbild-Collection vor der Versteigerung. Immerhin konnten Teile davon erhalten werden und über 500 Beispiele sind nun in Düsseldorf ausgestellt.

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The Impossible Project: Nichts ist Unmöglich

Macht es Sinn, im Zeitalter digitaler Fotografie ein analoges Filmformat wiederzubeleben?

Spectra Colorful

Polaroid Spectra Colorful

Polaroid ist der Inbegriff der Sofortbildfotografie. Generationen sind mit Polaroid aufgewachsen, haben so ihre Erinnerungen festgehalten. Und doch stellte Polaroid 2008 nach über sieben Jahrzehnten die Produktion von Sofortbildfilmen in den letzten noch funktionstüchtigen Fabriken ein. Das war zumindest der Plan. Weiterlesen

Hallo, ich bin neu hier

Ich freue mich, nun auch Teil von fokussiert.com sein zu dürfen. Als die neue Redaktorin erwarten mich viele spannende Aufgaben – und alle drehen sie sich um mein Lieblingsthema: die Fotografie.

fokussiert.com kenne ich bereits seit einiger Zeit als Leserin der Bildkritiken und neusten Beiträgen über Ausstellungen, hilfreiche Produkte oder Fototipps. Und euch, liebe Leserinnen und Leser, habe ich über eure Kommentare bereits ein bisschen kennenlernen dürfen. Und nun will ich mich bei euch vorstellen:

Ich bin zur Fotografie gekommen, als noch Filme belichtet und in Labors mit Chemie hantiert wurde. So habe ich auch meine Ausbildung zur Fotografin analog abgeschlossen. Die Analogfotografie ist mir als Hobby geblieben; in meiner Freizeit schiesse ich Polaroidfotos mit Kameras, die viel älter sind als ich. Seit da ist viel passiert in der Branche und ich hatte das Glück, bei diversen Arbeitgebern, welche stets mit der Zeit gingen, viel Neues dazulernen zu können. Ich durfte beispielsweise eng mit Lithografen zusammenarbeiten und kenne heute dank ihnen die Finessen der digitalen Bildbearbeitung und -manipulation. In meiner letzten Anstellung als Produktionsleiterin musste ich für Modestrecken geeignete Models buchen, stimmige Locations auskundschaften und das richtige Equipment organisieren. Zusätzlich dem Shooting an sich gehören auch all diese Arbeiten zum wunderbaren Beruf des Fotografen und machen ihn so faszinierend.

Heute bin ich selbständig und nebst der People- und Werbefotografie gebe ich kleine und grössere Fotokurse und Workshops in den verschiedensten Bereichen – wie schön es doch ist, Dinge zu vermitteln, welche einem persönlich so grossen Spass bereiten.

Dies ist denn auch der Grund, weshalb ich meine Aufgabe bei fokussiert.com mit viel Enthusiasmus antrete: ich will das vermitteln, was ich gut kann und freue mich, Photo-Addicts in ihrem Hobby und ihrer Passion weiterzubringen.

Und jetzt gehts los!
Eure Barbara Hess

Sybille Bergemann: Die Polaroids

Sybille Bergemann hat neben ihren Auftragsfotografien viel mit Polaroids gearbeitet. Es sind Unikate „vom Rand der Welt“, wie sie selbst bekannte.

Sybille Bergemann - Polaroids 1979 - 2010

Polaroids sehen, kaum haben sie Konturen angenommen, schon so aus, als seien sie vor Jahren bereits fotografiert worden. Diese Spannung zwischen dem „Jetzt“ und dem „Vergangenen“ finden wir in Sybille Bergemanns „Sofortbildern“, die erstmals zu sehen sind.
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