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Fototaschen:
Die Qual der Wahl

Fototaschen gibt es in vielen Formen, Farben und Größen. Welche ist die richtige Tasche für mich? Ein kleiner Ratgeber mit Erfahrungsberichten.

Von meinen Taschen erschlagen

Von meinen Taschen erschlagen

Ich gestehe, ich bin ein Taschenfreak (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Fototaschen-Webseite). Mein G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) habe ich ganz gut im Griff, das gilt aber nicht für Taschen und Rucksäcke. Damit habe ich mittlerweile eine beachtliche Sammlung angehäuft. Früher habe ich so manche Frau mit ihrem Taschen-Tick belächelt, heute staune ich über mich selbst und frage mich, wie es so weit kommen konnte.
Des Rätsels Lösung ist die Erkenntnis, dass es die perfekte Fototasche nicht gibt.

Egal welche Tasche man wählt, irgendwann wird man Kompromisse eingehen müssen. Ich möchte diese Kompromisse möglichst gering halten und habe daher nun Taschen und Rucksäcke die an meine jeweiligen Bedürfnisse und Vorlieben angepasst sind. Und die wandeln sich nun mal ständig.

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Balloons in Dutch Angle:
Aus dem Rahmen gefallen

Wenn man mit ungewöhnlicher Perspektive unerwünschte Elemente ins Foto bringt, sollte man sich ihrer zumindest in der Nachbearbeitung annehmen.

Aliza im Dutch Angle mit Ballons am Strand

Die technischen Daten: EOS 5D Mk III, Sigma 1.4/50 mm, Blende 5 bei 1/160s. © Reinhard Witt

Reinhard Witt aus Loose schreibt zu diesem Bild: Es war kalt, lausig kalt… Mein langjähriges Modell Aliza kam immer auf solche „grenzwertigen“ Ideen. Aber sie hat den Job einer Eventmanagerin, der es eben an den schönen Tagen des Jahres nicht möglich macht solche Bilder zu schießen. Die Zeit wird für etwas anderes gebraucht. Nun entschloss sie sich im Oktober das nachzuholen, was sie sich im Sommer ausgedacht hatte. Schon die Vorbereitungen mit den Luftballons gerieten fast zu einem Desaster. Helium hat eben seine Tücken… Wir entschieden uns für Strand… ja klar… und dann dieser eisige Wind… Aliza ließ sich nichts, aber auch nichts anmerken. Konzentriert wie immer… Welche Absicht steckte hinter dem Bild, ihr stellt Fragen. Muss denn immer eine hochtrabende Absicht dahinter stehen, darf man keine Bilder nur aus Spass mehr machen? :-) Gibt schon genug traurige Bilder auf der Welt. Und was ist speziell?… Vielleicht die Nachbearbeitung die ich mit dem Pixlr ausgeführt habe. Mittlerweile ein eigenständiges und für meine Zwecke hervorragendes „Verhübschungsprogramm“ :-)

Einer der Hauptgründe, warum ich gerne Bildkritiken schreibe, ist, dass ich permanent damit zu kämpfen habe, mein eigenes ästhetisches Empfinden – sprich, wie ich an Motive herangehe, wie ich sie umsetze, hintanzustellen. Hätte ich diese Szene fotografiert, wäre alles düster, Aliza schwarz angezogen, entsprechend geschminkt etc. Genau deshalb habe ich mir Dein Bild ausgesucht: es ging in eine so vollkommen andere Richtung. Weiterlesen

Touristen am Zytglogge:
Näher ran

Bei hohen Kontrasten im Bildausschnitt muss auf das wesentliche Motivteil belichtet werden. Die Automatik der Kamera wird das häufig vermasseln.

Canon EOS 600D, 1/125s bei Blende 7 mit 55mm und ISO 100, "Tourists", © Lena Hahner

Canon EOS 600D, 1/125s bei Blende 7 mit 55mm und ISO 100, „Tourists“, © Lena Hahner

 

Lena Hahner aus Heidelberg: Ich habe dieses Bild in Bern geschossen. Ich kam durch den Torbogen der Zytglogge und sah dort eine Menschenmenge darauf warten, dass die Stunde schlägt. Als nur ein Glockenschlag ertönte, rissen alle ihre Kameras und Handys hoch, um den Moment einzufangen, anstatt es sich mit bloßem Auge anzusehen. Das hat mich so zum Lachen gebracht, dass ich wartete, bis es beim nächsten Mucks, den die Uhr von sich gab, wieder geschah. Dann habe ich abgedrückt.
Ich habe das Bild hinterher bearbeitet (s/w, einige Schatten und Kontrast verändert).
Ich halte das Bild von der Aufteilung her eigentlich für gelungen, auch wenn es da noch besser hätte sein können. Es kommt mir jedoch ein wenig zu unruhig vor – zu viele kleine Details, und der Fokus zu wenig auf den Menschen. Mich würde interessieren, was ich an meinen Kameraeinstellungen und der Bildkomposition hätte besser machen können, um den Moment besser einzufangen.

Du bist genau in die Mittagslicht-Falle gelaufen – und dagegen gäbe es zwei Abhilfen: Auf das eigentliche Motiv belichten oder eine Belichtungsreihe anlegen (HDR). Hier stellt sich indes die Frage, ob Du die richtigen Entscheidungen für das von Dir geplante Bild getroffen hast. Weiterlesen

Kompositions-Porträt:
Grundregeln beachten

Es schadet nichts, sich früh in der Fotografie mit neuen Techniken und Experimenten zu beschäftigen. Schade ist es, wenn verletzte Grundregeln das Resultat schwächen.

Nikon D750 im Studio mit einer Softbox, f/14, die darübergelegten Wolken wurden etwa in der gleichen Woche aufgenommen.

Wolkige Gedanken: Nikon D750 im Studio mit einer Softbox, 1/125s, f/14, 48mm bei ISO 100 – die darüber gelegten Wolken wurden etwa in der gleichen Woche aufgenommen.

Kamran von Kleist schreibt zu diesem Bild: Erst einmal vielen Dank für die Mühe, mit denen die Bilder hier ‚auseinandergenommen‘ werden, was gerade für Anfänger, wie mich, mehr als hilfreich ist.

Die Intention dieser Aufnahme war es, das Sinnieren über die Zukunft darzustellen, aber nicht eine schwermütige, von der Vergangenheit belastete, sondern im Gegenteil eine hoffentlich positive, die auf das Erreichte aufbauen kann.

Beeindruckend: Du bezeichnest Dich als Anfänger, aber Du lieferst ein Bild ab, das in mehrfacher Hinsicht fortgeschritten ist. Weiterlesen

Infrarot-Fotografie:
Bilder einer unsichtbaren Welt

Mit Infrarot-Fotografie kann man eine Welt sichtbar machen, die normalerweise dem menschlichen Auge verborgen bleibt. Doch wie sieht etwas aus, was man eigentlich nicht sehen kann?

Infrarot-Fotografie mit etwas Photoshop Kung Fu

Infrarot-Fotografie mit etwas Photoshop Kung Fu

Vorgeschichte

Jeder Fotograf, der schon länger digital fotografiert, kennt vermutlich dieses Phänomen. Irgendwann kommt die Zeit, da man seine in die Jahre gekommene Kamera durch eine neue ersetzt. Leider leiden digitale Kameras unter dem gleichen Problem wie fast jegliche Unterhaltungselektronik: Sie verliert immens schnell an Wert. Eine einst teure Kamera bekommt man nur noch mit hohem Verlust verkaufen. Wenn überhaupt. Daher kaufe ich mein Equipment mittlerweile oft nur noch gebraucht, wie ich schon im Artikel zu G.A.S. (Gear Acquisition Syndrome) berichtet habe.

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Langzeit-Belichtung aus der Hand:
Flatterhaft

Was wir angesichts der digitalen Technik häufig vergessen: Dass man auch mit diesen Kameras spannende Langzeit-Aufnahmen, Mehrfach-Belichtungen und andere kreative „Fehler“ machen kann.

Möwen in Langzeitbelichtung

Nikon D5500,1/4s bei Blende 18 mit 105mm Brennweite und ISO 100 © Ingrid Steinmel

Ingrid Steinmel aus Kriftel schreibt zu diesem Bild: Aufgenommen bei Sonnenuntergang in Ahlbeck auf Usedom mit einer Nikon D5500 mit AF-S Nikkor 18 – 105 mm. Eine Frau warf von der Seebrücke aus Brotstückchen in die Luft und ich habe einige Aufnahmen von den Lachmöwen, die nach dem Brot gejagt haben, gemacht. Dieses Bild gefällt mir besonders gut, weil zwei der Vögel noch erkennbar sind, der Rest aber nur noch schwirrende Formen vor einem tiefblauen Meer. Die Bildaufteilung ist unter den Umständen Glücksache, von daher konzentriert sich das Geschehen in den oberen zwei Drittel. Mich würde interessieren, ob ich es mit der Nachbearbeitung hinsichtlich der Farben übertrieben habe.

Ich hatte diese Ausnahme markiert und wollte sie schon für später reservieren, wenn ich wieder an einem kalibrierten Bildschirm sitze. Schliesslich fragst Du nach den Farben. Und die wollte ich nicht am Notebook-Computer im Zug beurteilen. Und dann dachte ich: Kann man es denn mit der Farbe übertreiben?

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Abendsonne auf Sizilien:
Abstrakt durch Licht

Urlaubsfoto ganz anders: Wer genau hinsieht, findet selbst in den Aussenwänden des Bungalows der Unterkunft ein spannendes Spiel von Formen und Farben.

Abendsonne

Abendsonne auf Sizilien – Hausteil, © Rolf Kretzschmar

Rolf Kretzschmar aus Aachen schreibt zu diesem Bild: Der Titel sagt, was das Foto zeigt. Es wurde ohne Stativ fotografiert. Das Motiv (abgesetzter Kamin am gemieteten Bungalow) hatte ich schon einige Tage beobachtet. Meistens störten Wolken die räumliche Klarheit.
An diesem Spätnachmittag stimmte es für mein Empfinden.

Urlaubsbilder sind gerne eher etwas für Instagram – wir selbst haben vielleicht noch vor Augen, was wir beim Anblick der Szene empfunden haben; was aber oft nur bleibt ist ein Schnappschuss, der schnell ad acta gelegt wird. Aus diesem Grund habe ich meine Kamera mittlerweile eher nur noch für Momente wie diesen dabei, den Du hier eingefangen hast. Sie ist gewissermaßen mein Skizzenblock und nicht unbedingt dafür gemacht, einen Augenblick im Urlaub einzufrieren, sondern wie hier ein davon abgesetztes Motiv zu erkunden. Weiterlesen

Siegerfotos im Juli:
Rainshower

Ab Juli haben wir die eingereichten Fotografien erstmals nach einer langen Pause wieder nach Originalität, Umsetzung, fotografischem Eindruck und unseren Vorlieben bewerten können, und wir haben einen Sieger und vier Bilder auf den Rängen.

Die Top-Einreichungen vom Juli 2016: Rainshower, Schwankende Gestalten, Sternboot, Ohne eine Spur von Reue verliess Frau Emma den Tatort, Ackerrillen.

Die Top-Einreichungen vom Juli 2016: Rainshower, Schwankende Gestalten, Sternboot, Ohne eine Spur von Reue verliess Frau Emma den Tatort, Ackerrillen.

Dieser Artikel kommt fast einen Monat zu spät, aber er kommt: Die Kritiker von Fokussiert.com haben bestimmt, welche der im Juli eingereichten Fotografien sie am meisten beeindruckt haben. Auf dem ersten Platz liegt, wenig verwunderlich, das bereits in einer Kritik gewürdigte Nass-Selbstporträt „Rainshower“. Dicht dahinter folgen ein halbabstraktes Street-Bild, eine Konzeptfotografie, eine grafisch anmutende Fotografie aus der Landwirtschaft und eine Lichtmalerei.

Der erste Preis geht damit an Manuel Stülten aus Hamburg, der sich aus den verfügbaren Büchern einen Preis aussuchen kann.  Weiterlesen

Kein Fehler:
Das Motiv in der Unschärfe

Dass Fotografien als kleine Vorschauen oft ganz anders wirken als in der vollen Auflösung, ist seit dem Siegeszug der Digitalkameras mit ihren Bildschirm-Vorschauen jeder Fotografin klar. Dass der Effekt aber auch in „gross“ sehr reizvoll sein kann, zeigt diese Fotografie.

"Lost in Grass" – Kind im Gras in Botswana. Nikon D90 1/250s bei F/5.6 mit 200mm Brennweite und ISO 400 © Dirk Steffens

„Lost in Grass“ – Kind im Gras in Botswana. Nikon D90 1/250s bei F/5.6 mit 200mm Brennweite und ISO 400 © Dirk Steffens

Dirk Steffens aus Stuttgart schreibt zu diesem Bild: Mein Lieblingsfoto von meiner letzten Botswanareise. Ich war zu Besuch bei einer Gruppe von Locals. Das Kind spielte mit dem Stab, aber wusste schon gut damit umzugehen. Das Foto ist durch das hohe Gras aufgenommen.
Das Foto ist nicht bearbeitet – ich habe noch nicht die perfekte Lösung gefunden. Habt Ihr vielleicht einen Tip?

Wie oft habt Ihr auch schon beim Betrachten einer Vorschau auf dem Kamera-Monitor gedacht „Wow – Volltreffer“ – und zu Hause nach dem Download der RAW-Daten festgestellt, dass die Aufnahme als kleine Vorschau toll wirkt, aber in der vollen Auflösung nicht mehr funktioniert? Typischerweise stellt man dabei fest, dass die Schärfe nicht richtig gesetzt war – und obwohl das nicht der einzige Unterschied in den Bildformaten ist, handelt es sich doch nicht nur um einen typischen Effekt, sondern um einen, der mit der Physik zusammenhängt.  Weiterlesen

Selbstporträt mit Wasser:
Ein langsamer Blitz

Wer kein Modell hat, muss sich was einfallen lassen – ein Selbstporträt unter der Dusche etwa. Diese Fotografie hier besticht als Low-Key-Aufnahme mit extrem nassem Wasser.

Canon EOS 60D, 50mm mit 1/250s bei F/4 mit und  ISO 100, © Manuel Stülten

Canon EOS 60D, 50mm mit 1/250s bei F/4 mit und  ISO 100, © Manuel Stülten

Manuel Stülten aus Hamburg: Ich beschäftige mich seit kurzer Zeit mehr mit der Portrait-/Peoplefotografie und habe im Zuge dessen auf unterschiedliche Weisen mit Wasser herumexperimentiert. Dieses Bild ist ein Selbstportrait, das mehr aus dem Fehlen eines Models entstand. Aufgenommen mit einem Blitz mit Standardreflektor und Wabe (Affiliate-Link) ohne zusätzliche Aufhellung in der heimischen Dusche.

Ein bärtiger junger Mann ist in dunkler Nacht in einen Platzregen geraten: Dieses Schwarz-Weiss-Foto zeigt das Gesicht des Mannes in Rembrandt-Beleuchtung von links. Der Mann blickt direkt in die Kamera. Sein Gesicht trieft von Wasser, das in wahren Sturzbächen vor allem von den Augenbrauen fliesst. Weiterlesen