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„Sonnengruss“: Weniger ist mehr

Ein witziges Foto, das ich aber ansonsten viel zu überarbeitet finde.

(c) Christine Frick

Panasonic DMC-G1 Belichtungszeit: 1/60, ISO: 125 Blende: f/14 7mm (c) Christine Frick

Am Lago Maggiore bin ich auf dem Bootssteg gewesen mit meinem kleinen Rehpinscher, der sich natürlich langweilte, weil ich die schöne Landschaft fotografierte. Als ich mich umdrehte sah ich meinen Hund in dieser Pose und schon drückte ich ab.

Es lohnt sich immer, beim Fotografieren zurück, zur Seite, oder ansonsten in Richtungen zu schauen, die man vorher nicht in Erwägung gezogen hat. Das ergibt nicht nur besondere Perspektiven, sondern wie hier auch besondere Motive. Wie oft schon habe ich das, was ich visuell an einem Ort suchte, erst gefunden, als ich mich im Weggehen nochmal spontan in eine andere Richtung gedreht oder nach oben geschaut habe. Weiterlesen

Bildkritik: Landschafts-Schnappschuß: Regelbrüche bewußt einsetzen

Die Krux mit Regelbrüchen ist, daß sie bewußt und gekonnt eingesetzt werden müssen, wenn sie eben genauso wirken sollen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Huber).“ title=“© Christian Huber Canon – Canon EOS 5D – 1/100 – f16 – ISO 500 – 17mm“ width=“208″ height=“300″ class=“alignnone size-large wp-image-27959″ />

Kommentar des Fotografen:

Bild entstand kurz vor Sonnenuntergang im Aargauischen Fricktal. Freihandaufnahme, 1/100 sek. / ISO 500 / f16 -> damit auch Gräser im Vordergrund bzw. Landschaft im Hintergrund scharf sind.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Christian Huber:

Du hast hier einen Baum im Gegenlicht so fotografiert, daß die Sonne als Sonne und nicht bloß als heller Fleck im Bild erscheint. Viele Leute hätten in dieser Situation die Blende möglichst weit geöffnet, eine schnellere Verschlußzeit zu erreichen. Du hast das Problem damit gelöst, daß Du den ISO heraufgeschraubt hast, und bei einer Blende von f/16 entstehen so Sonnenstrahlen anstatt einer Sonnenaura. Da Du schreibst, die Wahl der Blende sei dadurch zustande gekommen, daß Du den Vordergrund scharf abbilden wolltest, nehme ich einmal an, daß es sich um einen „glücklichen Zufall“ handelt, daß die Sonne so „ausfiel“ – oder, wie man es im Amerikanischen ausdrückt, „you got lucky“. Es wirkt auch alles im Vordergrund leicht verschwommen, was allerdings an der Größe des Bildes liegen kann, das mir zur Verfügung stand – das sei also dahingestellt.

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Kühlturm in Abstraktion: Der Blick nach oben

Interessante Motive können überall gefunden werden, wenn man nur hinschaut.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Frank Noir).

Kommentar des Fotografen:

„A Hole in the Sky“ – Ich habe das Bild in einem stillgelegten Kühlturm in Belgien aufgenommen. Mir hat die imposante, massive Struktur des Kühlturms mit dem kleinen Loch Himmel imponiert. In dem Turm zu stehen war ein besonderes Erlebnis, mit dem Bild habe ich versucht die ganz besondere Stimmung einzufangen. Zum Einsatz kamen eine 5D Mark II mit einem TS-E 17mm Objektiv. Entstanden ist das Bild aus 3*3 Aufnahmen (Bracketing mit drei Belichtungen bei shift auf -12mm, 0mm und +12mm)

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Frank Noir:

Erst einmal Glückwunsch zu dieser Aufnahme! Wenn Du mir nicht gesagt hättest, daß es sich um einen stillgelegten Kühlturm handelt… Auf Deinem Flickr ist er dann zu sehen, wie er URSPRÜNGLICH aussieht. Um es mit einem der Kommentare zur unbearbeiteten Version zu sagen:

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Porträt mit Farbkontrast: Hintergrund sollte nicht mit Vordergrund konkurrieren

Hintergrund sollte Hintergrund bleiben. Wenn er mit dem Vordergrund zu sehr optisch konkurriert, ist das dem Foto namentlich bei Porträts abträglich.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Knut Haberkant).

Kommentar des Fotografen:

Nachmittags ca. 15 Uhr im Sept. 2011, an einem stillgelegten Bahnhofsgleise, für eine Sedcard-Erweiterung. Obwohl die „Regel“ besagt, dass sie nach links schauen müsste, habe ich mich bewusst dafür entschieden, hier zu brechen und sie aus dem Bild herausschauen zu lassen. Der Blick in den Himmel soll das Abschweifen mit ihren Gedanken an einem ruhigen, verlassenen Ort zeigen – jedoch nicht traurig und verzweifelt, sondern eher hoffnungsvoll. Durch den kräftigen Farbkontrast der Abdeckplane des Güterwagons links im Bild soll der Betrachter wieder zurückgezogen werden und nicht ebenfalls aus dem Bild triften.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Knut Haberkant:

Eine junge Frau steht vor einem Güterwagon. Etwas scheint sie abzulenken, sie schaut nach rechts oben. Was in diesem Blick zu lesen sei, liegt am jeweiligen Betrachter. Spontan gefallen hat mir an diesem Foto die grau-rote Farbpalette und das Experimentelle der Pose. Daß Subjekte aus dem Goldenen Schnitt heraus verschoben sind, sehe ich jetzt öfter – ein Regelbruch, der mir persönlich nicht immer zusagt, aber das kann man diskutieren.

Der rote Hintergrund ist, was das Foto mit ausmacht, aber auch gleichzeitig mein Hauptkritikpunkt:

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Gegenlicht-Fussballfans: Guter Regelbruch, schwacher Inhalt

Es gibt unzählige Regeln in der Fotografie, mit denen zu brechen sich lohnt. Darüber hinaus sollte aber die Bildaussage klar bleiben.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Michael Heinz Kelleners).

Kommentar des Fotografen:

eigentlich ein klarer fall von „unterbelichtung“ bzw. in „in die sonne fotografiert“, trotzdem wird gerade dadurch dieses bild so reizvoll. im letzten jahr beim auswärtsspiel meiner fortuna bei kickers emden entstanden & zeigt es den fussball von einer anderen seite, die fahne im wind ist der mittelpunkt symbolisch für den verein der niemals untergehen wird. über einen besuch auf meinem fotoblog über meine stadt düsseldorf würde ich mich sehr freuen …

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Michael Heinz Kelleners:

Klarer Fall von Unterbelichtung und gegen die Sonne fotografiert. Im Volksmund heißt das dann: „falsch fotografiert“ oder „darf man nicht“. Stimmt nicht, darf man sehr wohl. Denn wie immer im Leben: Keine Regel ohne Ausnahme. Also alles richtig gemacht. Jedenfalls fast alles:

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Brooklyn Bridge: Werbebild mit Freunden

Der bewusste Bruch mit Regeln kann zum Hingucker werden. Technische Mängel aber wirken sich selten positiv aus.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hendrik Auf'mkolk).

Kommentar des Fotografen:

Die Brooklyn Bridge einmal etwas anders. Auch wenn das Bild technisch nicht perfekt ist, gefällt es mir sehr. Gerade durch den leicht unterbelichteten Vordergrund entsteht eine interessante Stimmung.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Hendrik Auf’mkolk:

Wirkt irgendwie wie Werbung, das Bild: Es sind fast zu viele gute Elemente vorhanden, die Mittung ist ein krasser Regelbruch, und trotzdem oder grade darum wird der Blick sofort auf die Gruppe junger Menschen im rechten Drittel gelenkt. Sommer, Urlaub, Abend…

Tatsächlich ein andere Blick auf die Brooklyn Bridge:

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Fotografische Farbminiatur: Spektakulär einfach

Kleine Studien, Farbminiaturen oder Kontraste in Details am Wegesrande sind ein faszinierendes Feld der Fotografie. Allerdings verlangt diese Form der Reduktion der Fotografin viel ab.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bodo Viebahn).

Kommentar des Fotografen:

Diese Zusammenstellung von Material, Struktur und Farbe fand ich an einem alten Bootshaus. Ich bin auf Eure Meinung neugierig.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Bodo Viebahn:

Diesen Bildtyp sieht man oft bei Anfängern, die künstlerisch wirken wollen – und meistens sind die Aufnahmen sofort als erste Gehversuche erkennbar. Denn in der Reduktion liegt eine der Qualitäten einer guten Fotografie; die kommt aber nur zur Geltung, wenn alle andern Kriterien in traumwandlerischer Sicherheit erfüllt wurden.

Das gelingt diesem Bild recht gut: Es ist auf spektakuläre Art einfach und wirkt deshalb nicht simpel. Das Motiv ist dabei recht komplex:

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Berglandschaft: Das fehlende Element

Gerade in der Landschaftsfotografie müssen die Regeln bisweilen gebrochen werden, um Spannung zu erzeugen. Die klassische Postkartenaufnahme wirkt häufig flach, weil ein echtes Zusatzmotiv fehlt.

Bild

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Lienhard). – Canon EOS 400D – 1/400s – f/13 – ISO 200 – 18mm (27mm)

Kommentar des Fotografen:

Am 31. Dezember auf dem Dachberg im Skigebiet von Vals aufgenommen.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von David Lienhard:

Dieses Foto scheint alle Grundregeln der Fotografie zu befolgen: Es ist ein Landschaftsbild und vom Vorder- bis zum Hintergrund absolut scharf. Es befinden sich Objekte im Vordergrund, die unser Augenmerk auf sich lenken, und dann unseren Blick tiefer ins Bild ziehen:

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