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Beelitzer Heilstätten: Der „Motivgier“ widerstehen

Ein Motivierungsbeitrag statt einer Bildbesprechung: Warum man sich eine Chance auf ein wirklich tolles Bild nicht durch „Motivgier“ vergeben sollte.

Beelitzer Heilstätten, Chirurgie

Beelitzer Heilstätten, Chirurgie. Sony Alpha 58 Aufnahmedaten: 1/20s bei Blende 6.3 mit 18mm Brennweite und ISO 400, © Thomas Noack

Thomas Noack aus Chemnitz: Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, mich in der ehemaligen Chirurgie der Beelitzer Heilstätten für eine Stunde frei zu bewegen um Fotos zu machen. Da das Gebäude sehr groß und verwinkelt ist, ist eine Stunde ziemlich knapp, und ich habe natürlich versucht in kürzester Zeit so viele Aufnahmen zu machen, wie möglich. Ich hoffe mir ist es trotzdem gelungen, die Atmosphäre einzufangen, auch wenn nicht jede der Aufnahmen dem Profistandard entsprechen.
Auf jeden Fall ein Besuch wert. Es lohnt sich.

Wir leben in Zeiten, in denen nichts mehr unfotografiert bleibt. Kein Konzert, an dem nicht allen Aufnahmeverboten zum Trotz hunderte von Smartphones mitfilmen, kein Ausflug, von dem nicht Dutzende von Eindrücken auf Facebook und zwei vermeintlich künstlerische Aufnahmen auf Instagram landen. Hier deshalb mal ein Plädoyer für die intensivere Form der Fotografie.

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Kein Fehler: Das Motiv in der Unschärfe

Dass Fotografien als kleine Vorschauen oft ganz anders wirken als in der vollen Auflösung, ist seit dem Siegeszug der Digitalkameras mit ihren Bildschirm-Vorschauen jeder Fotografin klar. Dass der Effekt aber auch in „gross“ sehr reizvoll sein kann, zeigt diese Fotografie.

"Lost in Grass" – Kind im Gras in Botswana. Nikon D90 1/250s bei F/5.6 mit 200mm Brennweite und ISO 400 © Dirk Steffens

„Lost in Grass“ – Kind im Gras in Botswana. Nikon D90 1/250s bei F/5.6 mit 200mm Brennweite und ISO 400 © Dirk Steffens

Dirk Steffens aus Stuttgart schreibt zu diesem Bild: Mein Lieblingsfoto von meiner letzten Botswanareise. Ich war zu Besuch bei einer Gruppe von Locals. Das Kind spielte mit dem Stab, aber wusste schon gut damit umzugehen. Das Foto ist durch das hohe Gras aufgenommen.
Das Foto ist nicht bearbeitet – ich habe noch nicht die perfekte Lösung gefunden. Habt Ihr vielleicht einen Tip?

Wie oft habt Ihr auch schon beim Betrachten einer Vorschau auf dem Kamera-Monitor gedacht „Wow – Volltreffer“ – und zu Hause nach dem Download der RAW-Daten festgestellt, dass die Aufnahme als kleine Vorschau toll wirkt, aber in der vollen Auflösung nicht mehr funktioniert? Typischerweise stellt man dabei fest, dass die Schärfe nicht richtig gesetzt war – und obwohl das nicht der einzige Unterschied in den Bildformaten ist, handelt es sich doch nicht nur um einen typischen Effekt, sondern um einen, der mit der Physik zusammenhängt.  Weiterlesen

Fotoreportage: Eine Story in elf Bildern

Wie schwierig ist es, eine Geschichte, ein Ereignis, ein Erlebnis mit wenigen Bildern fesselnd zu beschreiben? Alexandra Stark macht’s mit einer kurzen Serie über einen Ausflug ins Hölloch vor.

Hölloch - © Alexandra Stark

Im Hölloch – © Alexandra Stark

In einer Zeit, in der alles fotografiert und ganze soziale Netzwerke nur noch aus Bildkommunikation bestehen, müssten wir doch eigentlich alle fähig sein, ganze Geschichten in wenigen Bildern zu erzählen. Dabei ist das gar nicht so einfach, und es wird mit steigender Zahl der Fotografien nicht leichter.

Das Geheimnis steckt in der Auswahl der Aufnahmen, ihrer Aussage und der Kraft, die jedes Element in der Reihe hat. Kann es die Geschichte weiterdrehen? Gibt es Antworten auf die Fragen, die sich die Betrachterin automatisch stellt?

Ich bin dieser Tage über eine kleine Bildserie der Journalistin Alexandra Stark gestolpert. Nach einem 30stündigen Ausflug in das verzweigte Höhlensystem des Schwyzer Höllochs (insgesamt 190 km) ist es ihr gelungen, mit wenigen Bildern die ganze Geschichte so zu erzählen, dass man als Betrachter einen ziemlich guten Eindruck des Erlebnisses gewinnt. Und das ohne eine einzige Bildlegende. Hier sind die 11 Bilder in der Reihenfolge von Alex‘ Reportage; Anhand dder Bildnummern ist erkennbar, dass sie weit über 100 Bilder zur Auswahl hatte. Und ich finde, Alex hat die Aufgabe extrem gut gemeistert: Die Bildserie schildert kohärent, wie sie den Ausflug erlebt hat: Ankunft im Schnee, Stiefel fassen, Besprechung im Höhleneingang, Stalaktiten und Stalagmiten, Enggpässe, durch die man sich zwängen muss, Trinkwasser von den Höhlenwänden, Biwak mitten im Berg mit verblüffender Einrichtung, ein letztes Durchzwängen.

Einige der Bilder sind mit dem iPhone, andere mit einer Lumix LX100 (Affiliate-Link) aufgenommen worden.

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Hölloch © Alexandra Stark 2016

Gute Aussichten 2012/2013: Sieben Preisträger

Gute Aussichten 2012/2013: Sieben Preisträger wurden ausgewählt in der neunten Auflage des Wettbewerbs für die neue, die junge deutsche Fotografie.

Svetlana Mychkine – Zuckerblau. Foto Svetlana Mychkine, www.guteaussichten.org

Mit 108 Einsendungen aus 40 Hochschulen, Akademien oder Universitäten war das (private) Nachwuchsförderungsprojekt diesmal so gut bestückt wie nie vorher. Die Arbeiten der Preisträger werden nun zuerst in Herford ausgestellt.

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Giacomo Giannini: Aus der Vogelperspektive

Giacomo Giannini fliegt über Italien und zeigt uns irritierend schöne Grafiken aus der Vogelperspektive.

Giacomo Giannini: Mais nell aia. Courtesy Con-Temporary Art Gallery Paola Sosio. Mailand


Diese auf den ersten Blick fremd erscheinenden Bilder sind aus einem Stoff, den wir wohl kennen: aus der vom Menschen gestalteten Landschaft.

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Das Leben schiesst die Bilder

Die Digitalisierung und der schleichende Niedergang des Pressesektors haben den Beruf des Pressefotografen mit Macht umgekrempelt. Ganze Redaktionen wurden halbiert, der Verdrängungswettbewerb ist härter geworden. Die Deadlines werden kürzer, Onlinemedien verlangen Fotos in Echtzeit, es gibt immer weniger Platz für Bilder auf den Zeitungsseiten, immer weniger Pressefotografen machen immer mehr Bilder.

Trotzdem tauchen jedes Jahr neue Autodidakten auf der Bildfläche auf, kommen ausgebildete Pressefotografinnen aus Schulen. Die Anziehungskraft des Traumberufes Bildjournalist scheint in den letzten Jahren zugenommen zu haben. Was treibt einen Menschen in den prekären Lebensentwurf eines Pressefotografen? Einem, der immer auf dem Sprung sein muss, der bei jedem Wetter und ungemütlich früh oder späten Tageszeiten unterwegs ist und die Ellbogen nicht selten ausfahren muss? Die Faszination könnte darin liegen, aus wenig oder gar nichts möglichst viel zu machen. Die Motive eines Pressefotografen liegen häufig im Alltäglichen, im Profanen. Die Herausforderung liegt darin, innert kurzer Zeit und mit beschränkten fotografischen Mitteln das Beste aus einer Situation herauszuholen.

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KEYSTONE präsentiert World Press Photo 12: fokussiert.com verlost Eintritte

Samuel Aranda hat das beste Pressefoto des Jahres 2011 geschossen. Der World Press Photo Contest ist der renommierteste Pressefoto-Wettbewerb der Welt. Eine internationale 19-köpfige Jury prämierte die besten Werke in 9 Kategorien aus 101‘254 Vorschlägen, eingereicht von 5‘247 Fotografen aus 124 Ländern.

Das Siegerbild, welches letzten Oktober in der New York Times abgebildet wurde, zeigt eine Frau in Vollschleier, die in einer zum Lazarett umgebauten Moschee in Sanaa ihren verletzten Sohn im Arm hält. Dieser leidet nach einer Demonstration während der Massenproteste gegen den inzwischen abgetretenen Herrscher Ali Abdullah Salih an den Folgen von Tränengas. Weiterlesen

Eve Arnold: Grande Dame der Bildreporter

Eve Arnold war die erste Frau bei der Fotoagentur Magnum. Viele legendäre Starporträts stammen von der Grande Dame unter den Bildreportern.

Eve Arnold: Joan Crawford in ihrer Garderobe während der Dreharbeiten zu Alle meine Träume. Hollywood, California, 1959. © Eve Arnold / Magnum Photos

Ob Marlene Dietrich, Clark Gable, Marylin Monroe oder Anthony Quinn – Eve Arnold hatte sie alle vor der Linse. Mit 99 ist sie Anfang 2012 gestorben – Anlass für eine Hommage mit erster Ausstellung in Deutschland.

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Paolo Pellegrin: Der glaubwürdige Zeuge

Magnum-Fotograf Paolo Pellegrin sieht sich als glaubwürdigen, verantwortlichen Zeugen der Ereignisse, von denen er uns berichtet: Krieg, Katastrophen, Elend.

Zivilisten suchen nach Überlebenden nach einem israelischen Luftangriff im südlichen Beirut. Libanon 2006. © Paolo Pellegrin / Magnum PhotosPellegrin will „Aufzeichnungen für unser kollektives Gedächtnis schaffen“, schrieb er einmal selbst. Wir sehen Rückblicke auf seine „Aufzeichnungen“ der letzten zehn Jahre aktuell in München und Innsbruck.

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Fotoreportage: Fußballschule in Buenos Aires

Natacha Pisarenko (Keystone/AP) war zu Besuch bei einem Training der Estrella de Maldonado Fußball-Schule in Buenos Aires.

Sune Czaijkowski

Der Club wurde vor 77 Jahren gegründet und hat heute 350 Schüler. Aus dieser Fußballschule kamen schon Stars wie Marcelo Gallardo, Maxi Lopez, Diego Latorre und Javier Saviola. Wir zeigen die Bilder in einer Auswahl.

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