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24 Stunden: Reportage

Kibati, Kongo; Lahore, Pakistan; Hangzhou, China; Harare, Zimbabwe; Hamburg, Deutschland. (Bilder Keystone)

Bilder als Stellvertreter für ganze Berichte über Geschehnisse und Nachrichten. Manche Geschichte ist offensichtlich, die nächste nicht.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

24 Stunden: Reportage

Wuhan, China, Karbala, Irak; Rajastan, Indien; Belgrad, Serbien. (Bilder Keystone)

Gute Reportagebilder vermögen den Betrachter sowohl durch technische Finesse als auch durch überraschenden oder schockierenden Inhalt zu fesseln.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

24 Stunden: Flüchtlingsleben

Katcha Garhi-Flüchtlingslager bei Peshawar, Pakistan. (Keystone / AP / Emilio Morenatti)

Ich machs mir heute sehr einfach: Emilio Morenatti ist mir mehrfach durch seine Reportagen aus Afghanistan aufgefallen – und heute habe ich in den Agenturbildern sofort seine Serie aus den Flüchtlingslagern in Pakistan gesehen. Sie ist deshalb ergreifend, weil sie zeigt, dass auch im Zeltlager der Flüchtlinge nicht alle Köpfe hängen, Kinder Spass haben, das Leben weitergeht. Und das eingefangen mit langer Brennweite und grosser Blende, mit tollen Lichteffekten und Kompositionen.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Tagebuch eines Fotoreporters (3/3): Die Katastrophe am Wahltag

Am dritten Tag seines Weissrussland-Reportageauftrags erlebt Jan Zappner die gewohnte Pressefotografenhektik – allerdings gipfelt sie in einer persönlichen Katastrophe. Einblicke in die Arbeit eines Fotoreporters, letzter Teil.

28.September 2008, Sonntag – 4. Tag: Wahltag, Demonstration der Opposition

Demo für die Fotografen: Wo sich etwas tut, da bewegt sich die Medienmeute hin. (© 2008 Jan Zappner)

Heute sind Wahlen. Wir gehen um 10 Uhr zur Universität in ein Wahllokal. Der dortige Wahlleiter sieht zu Beginn ein wenig nervös aus. Wir zeigen unsere Presseakkreditierungen, sie werden ordentlich aufgenommen, anschließend kann ich fotografieren – ein Wahllokal. Wahlkabinen mit einem Vorhang, zwei Wahlurnen mit kleinen Versiegelungen. Die Wahlbeobachter sitzen ca. 7 Meter von der Ausgabestelle entfernt, wo nach Wahlschluss auch die Stimmen ausgezählt werden:

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Tagebuch eines Fotoreporters (2/3): Der Geheimdienst stellt Fragen

Am zweiten Tag der Wahlbeobachtung in Weissrussland standen vor allem Informationsgespräche auf dem Programm – harte Zeiten für den Fotografen. Jan Zappner gibt an Hand einer Journalistenreise Einblick in die Arbeit eines Fotoreporters.

26. September 2008, Freitag – 2. Tag Gespräche und erste Fotos

Vorgespräche mit Offiziellen (© 2008 Jan Zappner)

Die Gruppe von Journalisten aus dem Westen, die tags zuvor angereist ist, führt am Freitag weitere Gespräche mit dem Botschafter der EU und dem Chef der OSCE. Beide verweisen zum großen Teil auf die offiziellen Stellungsnahmen: Die Kontrolle der Wahlbeobachter sei nur eingeschränkt möglich, da diese zu weit weg von den Stimmauszählungen sitzen würden, um sie wirklich kontrollieren zu können.

Auch die vorzeitige Stimmabgabe entspreche nicht den demokratischen Kriterien. Dabei werden vor allem Studenten, Soldaten oder Polizisten aufgefordert, ihre Stimme schon vor dem Wahlsonntag abzugeben. Geködert werden sie mit freien Wochenenden oder Druckmitteln wie Urlaubssperre oder ähnlichem. Das Problem dabei sei die Kontrolle der Stimmen, da die Überwachung der Wahlurnen über drei Tage vor allem nachts nicht gewährleistet ist und somit Wahlfälschung sehr wahrscheinlich sei.

Ich werde langsam nervös, da ich bisher noch keine interessanten Fotos machen konnte:

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Tagebuch eines Fotoreporters (1/3): Aufbruch nach Minsk

Jan Zappner hat als Fotojournalist in Weissrussland Ende September die Wahlen verfolgt. Für fokussiert.com hat er ein Tagebuch verfasst: Einblick in die Arbeit eines Fotoreporters.

Stimmabgabe (© Jan Zappner 2008)

Präambel. Am 28.9.2008 fanden in Belarus Parlamentswahlen statt. Ich bin als Mitglied einer Gruppe von deutschen, österreichischen und polnischen Journalisten mitgereist, die über die Wahlen berichteten. Zusätzlich sammelte ich Bilder für mein eigenes Fotoprojekt „Belarus“, an dem ich seit Anfang 2007 arbeite und wofür ich immer noch Bilder aus der politischen Szenen brauche.

23.September 2008, Dienstag Vorbereitung der Reise:

Das Visum und die Akkreditierung sind vor einer Woche angekommen. Endlich! (nach 3 Wochen Wartezeit).

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24 Stunden: Festivals

San Francisco, USA; Jerusalem, Israel; Rom, Italien; Mumbai, Indien; Kulasekarapattinam, Indien. (Bilder Keystone)

Festivals sind beliebte Hintergründe für Reise- und Reportagejournalisten. Derzeit finden viele religiöse und andere Festivitäten rund um den Erdball statt.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Narrative Bilder: Das beste Geheimnis

Die Wunderrezepte für tolle Bilder? Das Geheimnis der Reportage? Oh ja, es existiert. Aber für manchen, der die Experten danach fragt, ist die Antwort eine Enttäuschung.

Julia Seufer
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Julia Seufer). – Canon IXUS 750 – 1/160s – f/2.8 – 7.7mm

Kommentar der Fotografin:

Ich wollte dokumentarisch das Scheren eines Schafes festhalten. Die Perspektive habe ich so gewählt, um eine gewisse ‚Vertrautheit‘ zu dem Schaf zu schaffen. Dennoch ist das Bild doch noch sehr verbesserungsbeduerftig. Ich hoffe auf konstruktive Kritik. Vielen Dank schon einmal im Voraus.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Julia Seufer:

Viele Leute nehmen fälschlicherweise an, professionelle Fotografen würden „Top Secrets“ kennen, mit denen man großartige Fotos macht:

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Thomas Hoepker:Sein Lebenswerk

Thomas Hoepkers Lebenswerk gibt es vom 14. Juni an den ganzen Sommer über in Oberhausen zu sehen: Fotografien aus fünf Jahrzehnten.

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Thomas Hoepker: Mädchen mit dem japanischen Nationalsymbol auf der Stirn, Tokio, Japan, 1977

Thomas Hoepker, 1936 in München geboren, zählt international zu den bedeutendsten deutschen Fotografen. Neben seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Fotojournalist für die Illustrierten „Kristall“, „Magnum“, „twen“ und „Stern“ hat er auch die Zeitschrift „Geo“ als Fotograf und Executive Director der amerikanischen Ausgabe wesentlich mitgeprägt. Von ihm stammt das schöne Zitat: „Das wichtigste Werkzeug des Fotografen sind seine Füße.“

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Fußball-Fotografie (III) Spielfelder Europas

Spielfelder im fussballerischen Hinterland: Zehn Jahre lang hat Hans van der Meer den Freizeit-Fussball in Europa fotografiert – ohne Teleobjektiv oder prätentioses Fotografengehabe. Das Resultat ist ein unterhaltsames soziokulturelles Panoptikum (mit einer Lektion für Amateur-Fotografen). Im Fotomuseum Winterthur (CH).

G.D. Aldeia Nova - Estrelas de Guifões F.C., 3 - 2; Camp. Dist. Amadores A Assoção de Futebol do Porto, Perafita, Portugal, 28-02-2004. Aus der Serie «Spielfelder - Landschaft des Amateur-Fussballs in Europa» © Hans van der Meer
G.D. Aldeia Nova – Estrelas de Guifões F.C., 3 – 2; Camp. Dist. Amadores A Assoção de Futebol do Porto, Perafita, Portugal, 28-02-2004. Aus der Serie «Spielfelder – Landschaft des Amateur-Fussballs in Europa» © Hans van der Meer -> Galerie

Auf den ersten Blick und in kleiner Auflösung wirken sie trist, die Fussballfelder der europäischen Amateure. Bei genauerem Hinsehen jedoch spielt sich in jeder einzelnen Aufnahme ein kleines, sonntägliches Drama ab, Szenen, wie man sie aus dem Fernsehen kennt und wie sie derzeit anlässlich der Euro 08 täglich vor Millionenpublikum über den Rasen gehen.

In Hans van der Meers Bildern aber besteht die Kulisse nicht aus jubelnden Fans, sondern aus der Weite der Landschaft, grauen Wohnsiedlungen oder einer Gruppe gelangweilter Hirsche; die Akteure sind keine hochbezahlten Stars, und der Platz selber gleicht nicht selten einem Acker. Der Zweck der Bilder ist nicht die Dokumentation einer Spielszene – obwohl van der Meer darauf geachtet hat, dass jede Bild einen solchen Moment zeigt:

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