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Fotografie mit Spiegelungen: Eine harte Entscheidung

Fasszinierende Fotografie einer Spiegelung in einer Glasfassade. Wenn man solches exakt rechtwinklig aufnehmen will, kommt einem aber fast unweigerlich die perspektivische Verzerrung in die Quere.

Spiegelungs-Fotografie

Wintersonnen: oder Spiegelung und Lichter. 1/8s, Blende 10, ISO 200, 26,0 mm © Karsten Zolk

Karsten Zolk aus Düren :  Reizvolle Überlagerung der gespiegelten herbstlichen Landschaft mit dem Licht der Kugellampen in dem Cafe, entdeckt bei einem Spaziergang in Bamberg. Am Abend aus der Hand aufgenommen, daher technisch nicht perfekt. Könnte man das Bild verbessern?

Die Kreuzung verschiedener Welten durch Spiegelung ist immer wieder faszinierend – hier gelingt sie Dir auch noch in den Komplementärefarben blau und gelb – und weiteren spannenden Gegensätzen. Weiterlesen

Berglandschaft im Winter: Mehr oder weniger Vordergrund

Die Herausforderung von Landschaftsaufnahmen besteht in der Simulation von Raum im zweidimensionalen Bild: Das gelingt hier gut. Stolperstein ist häufig der Vordergrund.

Berner Oberland NIKON D800, 1/80s bei Blende 13/1 mit 24mm Brennweite und ISO 80. - © Guy Goetzinger

Berner Oberland NIKON D800, 1/80s bei Blende 13/1 mit 24mm Brennweite und ISO 80. – © Guy Goetzinger

Guy Goetzinger aus Dättwil in der Schweiz schreibt zu diesem Bild: Aufnahmeort: Lauenen Berner Oberland (CH)

Ein beeindruckendes Gebirge im Hintergrund dieser Landschaftsfotografie dominiert die Aufnahme, deren Mittelgrund eine winterlichen, schneebedeckte Hochebene belegt. Im Vordergrund spiegelt ein Gewässer den einen Gipfel des Gebirges, wobei in nächster Nähe des Betrachters der Grund des Gewässers sichtbar ist. Ausserdem wird die vordere rechte Ecke des Bildes von einem Stück Ufer geschnitten.

Eine stimmungsvolle Winter-Landschaftsfotografie aus dem Berner Oberland, die von den beiden Gipfeln in der mittelbaren Ferne dominiert wird: Weiterlesen

Perspektivenwechsel: Von draussen nach drinnen

Wenn Menschen sich auf etwas konzentrieren, werden sie zu attraktiven Motiven. Anlässe wie Ausstellungsvernissagen bieten damit ein spannendes Übungsfeld.

 

Vernissage Foto Schaufenster Spiegelung

it’s coming closer. – Basel, Galerie Katapult, März 2015. Nikon D810, 24-70mm @24mm, 1/50s, ISO 250 – © Peter Sennhauser

 

Eigentlich gibt es ja nur zwei Zustände, in denen Menschen fotografiert werden: Wenn sie sich der Kamera bewusst sind oder eben nicht. Bei ersterem liegt das Interesse an der Persönlichkeit des abgebildeten Menschen im Vordergrund: Er wird in den meisten Fällen bis zu einem gewissen Grade posieren und versuchen, seine Sonnenseite zu betonen. Letzteres ist dagegen meistens mehr auf die Tätigkeit, die Situation und die Gestik ausgerichtet und birgt mehr Spannung in der Situation. Bloss: Wo findet man solche Menschen, wenn man nicht mit einem Tele durch die Altstadt von Marrakesch schleichen kann? Weiterlesen

Leserfoto: Die Gunst der blauen Stunde

Nächtliches Farbenspiel benötigt immer einen Anteil Restlicht oder zumindest Fremdlicht.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ragnar Manneck).

Kommentar des Fotografen:

Nächtliches Farbenspiel
Mich faszinierte Lichtstimmung und die Farben und wollte den Eindruck ins Bild setzen.
Eine Aufnahme bei Regen. Kleine Nachbearbeitung mit PSE 8

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Ragnar Manneck:

Ich kann Ragnar gut verstehen, dass er fasziniert von den Farben der Nacht zur Kamera gegriffen hat und dann auch noch sein Stativ mit zu Hilfe zog. Ohne Stativ oder eine andere stabile Auflage besteht keine Chance für stimmungsvolle Nachtaufnahmen. Und die Stimmung ist es, die mir in Ragnars Bild noch ein wenig fehlt.

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Carlo d’Orta: Spiegelverzerrtes

Carlo d’Orta interessiert sich für Spiegelungen auf Glasflächen: Spiegelverzerrtes oder -verformtes entsteht daraus; spiegelverkehrt ist es ohnehin.

Carlo d'Orta - aus: Spiegelungen

Es sind also nur zum Schein Fassadenausschnitte, die Carlo d’Orta da festhält. Wir können die Bilder aktuell bis Mitte Februar in Stuttgart sehen.

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Spiegelbild: Täuschung durch Sehfehler

Vermeintliche „Bildfehler“ ergeben bisweilen spannende Fotografien. Das kann eine Spiegelung ebenso sein wie ein falsch eingesetztes Objektiv.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Erich Werner).

Kommentar des Fotografen:

Durchs Fenster im Luidpoldpavilion in Neustadt a.d. Aisch fotografiert – im Sommer ein Jugendtreff im Winter eingemottet und verschlossen. Leider (oder zufällig) war das Fenstergitter eng und weit weg von der Scheibe und es kam die faszinierende Spiegelung zum Vorschein. Es erscheint so, als wäre man weder drinnen noch draußen. – Keine Montage

Peter Sennhauser meint zum Bild von Erich Werner:

Wir blicken in dieser Farbfotografie von aussen in einen Gartenpavillon, vielleicht aus der Jahrhundertwende. In dem Raum mit Kerzenleuchtern und Schwarz-Weissem Plattenboden stehen zwei Stapel Plastik-Gartenstühle, die hier nicht wirklich hineinpassen; am rechten Bildrand mischt sich der Blick in den raum mit einer Spiegelung der verschneiten Aussenwelt.

Fotografien, sagt unser Hirn, sind Abbilder der Realität – oder dessen, was wir gemeinhin für Realität halten. Dass die Kamera anders sieht als unser Auge, oder vielmehr eben unser Hirn, kann einerseits für Bilder verwandt werden, die wir so noch nicht gesehen haben und nie in der „Realität“ sehen werden:

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Fensterfront mit Fluchtpunkt: Der Sonne entgegen

Wenn man mit perfekter Symmetrie spielt, muß man diese auch ein-/durchhalten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Borg Enders). Kommentar des Fotografen:

Die Spiegelung des Hamburger Hafens an einem Winterabend in der Glasfront des Dockland Gebäudes. Ich habe hier die Linien der Gebäudekonstruktion veruscht zu nutzen, um die Elemente in der Spiegelung zu unterstützen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Borg Enders:

Der Hamburger Hafen einmal ganz anders. Dein Foto ist ein gutes Beispiel dafür, daß auch oft dargestellte Motive noch anders bearbeitet werden können, wenn man nur ein Auge dafür hat. In dieser Spiegelung wirkt diese Industrielandschaft nicht nur attraktiv und interessant, sondern beinahe romantisch, weil man erst beim zweiten Hinschauen sieht, daß um den Sonnenuntergang herum Ladedocks etc. sind.

Insgesamt gefällt mir Dein Foto also sehr gut, insbesondere die Idee der Aufnahme an sich. Was mir allerdings sofort auffiel:

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Landschaftsfoto mit Spiegelung: Optische Täuschung

Ein gutes Foto bringt den Betrachter dazu, noch einmal hinzuschauen, im Foto mehr entdecken zu wollen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stefan Wieczorek).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild entstand bei einem abendlichen Spaziergang an der Ostsee. Mir gefiel die Spiegelung des Himmels in der Pfütze. Ich ließ meine Freundin vorgehen, um die linke Bildhälfte nicht zu leer werden zu lassen, und wählte die größtmögliche Blende, um den Fokus auf dem Vordergrund zu halten.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stefan Wieczorek:

Stimmungsvolle Abendlandschaft am Meer. Durch die Pfütze rechts wird das Bild zur optischen Täuschung, man muß zweimal hinschauen, um zu erkennen, was man eigentlich vor sich hat. Das hat mich an dieser Aufnahme gefesselt. Es zeigt mir, daß Du ein gutes Auge hast.

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Architekturfoto: M.C. Eschers Fotografien

Abbildungen der Realität wirken bisweilen surrealer als kreative Verfremdungen. An solchen Motiven sollte man sich jedenfalls ausgiebig versuchen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dirk Hunstein).

Kommentar des Fotografen:

Hommage an M.C. Escher – so habe ich das Bild betitelt. Idee war es, die irrealen – unmöglichen – Welten von Eschers Bildern in der Realität nachzubilden. Das Spiel mit Spiegel und Türen, also Durchgängen sowie verschiedenen Ebenen (der Boden scheint im Spiegel höher zu liegen als vor dem Spiegel) machte das Motiv für mich so reizvoll. In der Nachbearbeitung erfolgte keine Bildmontage, also Veränderungen des Bildinhalts, sondern nur Anpassungen von Kontrast, Schärfe usw.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Dirk Hunstein:

In einem Spiegel an einer Wand zwischen zwei Leuchtern mit drei Kerzen oder Kerzen-Glühbirnen ist in dieser Schwarz-Weiss-Aufnahme ein Korridor mit zwei Türen übers Eck zu sehen, von denen die eine deutlich höher als die andere ist. Die Szene wird dominiert von den Schwarz-Weissen Bodenplatten des Korridors.

Ein Bild wie aus einem Videogame – werden junge Leser jetzt sagen:

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Seespiegelung: Ein Loch unterm Himmel

Spiegelungen in Gewässern sind beliebte Motive, sie sollten aber einen interessanten Effekt bieten.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Roland Schweers).

Kommentar des Fotografen:

Diese Aufnahme wurde im „Großen Torfmoor“ gemacht. Umwandlung in SW.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Roland Schweers:

Ein Weiher erstreckt sich in diesem Bild fast vom unmittelbaren Vordergrund bis ins oberste Drittel der Schwarz-Weiss-Aufnahme. Gerahmt wird er am unteren und an den seitlichen Bildrändern von allerlei Gräsern und Krautzeug; hinter dem gegenüberliegenden Ufer ist in der Ferne ein Hügelzug zu erkennen und darüber prangt ein dramatischer, von lockeren Wolken durchzogener Himmel.

Spiegelungsbilder – oder jedenfalls Aufnahmen mit einer Himmel- und einer Wasserfläche – ziehen ülicherweise unsere Blicke an. Ich nehme an das liegt daran, dass der Anblick für die wenigsten von uns alltäglich ist und sich nicht aus dem Wohnzimmerfenster ergibt:

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