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HDR-Schwarz-Weissbild: Regelbrüche und Harmonien

Regelbrüche sollten – in der Regel – nur vereinzelt als Stilmittel angewandt werden. Die bewusste Kumulation kann aber ebenfalls eine starke Wirkung erzeugen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Dierk Topp).

Kommentar des Fotografen:

Los Llanos, La Palma, Kanarische Inseln, Nikon D3, Nikor 24mm/2.8 PC-E, Belichtungsreihe mit +-1 EV aus der Hand, HDR mit Photomatix, Filter NIK Silver Efex

Peter Sennhauser meint zum Bild von Topp Dierk:

Am liebsten gucken wir Menschen uns Menschen an, und menschenleere Fotografien, noch dazu solche von einem Ort, der von Menschen gestaltet wurde und von ihnen genutzt wird, wirken häufig kalt, uneinladend und langweilig.

Dieses Bild hingegen vermittelt südliche Hitze, flimmernde Luft und Mittagsruhe und stellt uns mitten in die Szenerie. Dabei basiert es, als Schwarz-Weiss-Aufnahme, fast ausschliesslich auf Flächen und Linien.

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Seedrama: Schwarz-Weiss wird zu Silber

Wetter allein kann bisweilen dramatische Szenerien abgeben: Wolken und Wasser sind vor allem in Schwarz/Weiss hervorragende Stimmungsträger. Besonders bei gekonnter Nachbearbeitung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johannes Huss).

Kommentar des Fotografen:

Die Hoffnung auf gutes Wetter stirbt zuletzt. Dieses Bild ist abends während eines Kurzurlaubs am Bodensee entstanden und drückt recht gut meine/unsere Stimmung zu dieser Zeit aus: Vorsaison, d.h. extrem wenig los, durchwachsenes Wetter in Verbindung mit fehlenden Rückzugsmöglichkeiten (fremdes Hotelzimmer). Leica M8 mit 25mm Voigtländer Objektiv, verfeinert mit Silver Efex Pro.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Johannes Huss:

Warum auf „besseres“ Wetter hoffen? Für den Fotografen besteht schlechtes Wetter aus strahlendem Sonnenschein bei blauem Himmel.

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Mädchen bei Verkleidungsspiel: Ein Bild wie ein Gemälde

Fotografieren heisst „mit Licht malen“. Dieses Bild zeigt, warum.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Kerstin Koletzki).

Kommentar des Fotografen:

Berlin, 1997, Porträts (aus Serie) von Mädchen beim Verkleidungsspiel, analoge Aufnahme, Mittelformat

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Kerstin Koletzki:

Dieses Bild ist der beste Beweis dafür, dass Fotografie Lichtmalerei ist. Es erinnert mich stark an die alten holländischen Meistermaler wie Vermeer (das Mädchen mit dem Perlohrring) oder Rembrandt, die es schafften, in Porträts eine unglaublich Stimmung durch Licht herzustellen. So auch hier:

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Fotografie als Hobby: Die vierte Dimension

Fotografie ist, nüchtern betrachtet, ein simpler Vorgang. Warum also sind wir so fasziniert vom Knöpfedrücken? Weil wir mehr lernen können als bei irgendeiner anderen Tätigkeit.

Mit Dokumentation fängt es an... (© PS)

Er wisse doch gar nicht, was er eigentlich wolle, klagte ein Freund kürzlich , dessen Leben durch die Trennung von Frau und Kindern auf den Kopf gestellt worden ist: Vorher hatte sich alles um Familie und Job gedreht. „Ich brauche etwas anderes“, sagte er.

Ich begann nachzudenken, welche Dinge denn in meinem Leben eine grosse Rolle spielen – und warum.

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Fischen, Beten, Waschen: Früh Aufstehen wird belohnt

Früh morgens ist das Licht noch sehr kontrastschwach, was eine besondere Stimmung möglich macht.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sybille Stempel).

Kommentar des Fotografen:

In Varanasi, ca. 5 a.m., fotografiert mit Nikon Coolpix compact. Mich hat die Selbstverständlichkeit interessiert, mit der in Indien Religion ausgeübt wird – die einen beten, die anderen fischen, daneben wird auch im Morgengrauen schon gewaschen…

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Sybille Stempel:

Ein wunderschönes Foto. An diesem Bild gefällt mir vor allem die einfache, aber trotzdem sehr effektive Aufteilung der Bildelemente (der Bildaufbau) und natürlich dieses Licht, das das Wasser irgendwie konturlos, kontrastarm und dickflüssig macht. Eigentlich gibt es dem nichts hinzuzufügen. Nur eins vielleicht:

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See-Dramatik: Zuviel fantastisches Licht

Die Lichtstimmung hier ist toll, allerdings hätte die Konzentration auf einen der beiden Farbtöne dem Bild geholfen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bodo Viebahn).

Kommentar des Fotografen:

Die Aufnahme entstand auf Usedom, am Hafen von Raknitz am Achterwasser. Ich war von der Lichtstimmung und der fast meditativen Ruhe beeindruckt. Jetzt bin ich neugierig auf die Bildbesprechung.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Bodo Viebahn:

Zur rechten Zeit am rechten Ort. Das denkt man häufiger und ist wahrlich glücklich über diese Momente. So auch hier:

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Herzinfarkt II: Die Kraft des Persönlichen

Manchmal sind Fotos ganz einfach wertvoll, weil sie persönliche Befindlichkeiten besser ausdrücken als alle Worte der Welt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Martin Lacher).

Kommentar des Fotografen:

herzinfarkt II. Zugefallen während einem Spitalaufenthalt nach 2. Herzinfarkt binnen 6 Monaten. Fotos dieser Kategorie zeige ich jeweils bestenfalls engen Vertrauten. In diesem Fall nach der Frage nach meinem damaligen Befinden. Für einmal wage ich es, nach der Wirkung auf Aussenstehende zu fragen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Martin Lacher:

Ist das ein gutes Bild? Was ist ein gutes Bild? Sind Nan Goldins Fotos „gut“, oder jene von William Eggleston?.

Es gibt sehr viele Definitionen von Qualität, und bei Bildern und Fotos sind sie so vielfältig wie die Techniken, mit der die Technologie angewandt werden kann.

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Einsamkeit des Seglers: Mitten im Sturm

Menschen oder menschgemachte Maschinen als ruhende Pole inmitten des Ungemachs der Natur ergeben wirksame Symbolbilder. Die Majestät eines Segelflugzeugs eignet sich dazu hervorragend.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© D.M.).

Kommentar des Fotografen:

„Wahre Größe“ Da ich derzeit unseren Flugplatz mit Fotos unterstütze und gestern mal wieder „einer dieser Tage“ war, nämlich ein Tag an dem es zu windig für schönen Kunstflug und zu diesig für gute Sicht und was weiß ich nicht alles war, hatte ich genug Zeit mir Gedanken zu machen wie ich denn diese „Dinger“ prominent in Szene setzen könnte. Das oben stehende Ergebnis funktioniert meiner Meinung ganz gut, die Kollegen vom Platz waren begeistert. Hab ich schon erwähnt, dass es sich um einen MODELLflugplatz handelt :) zur Technik: 1/800, f9, -1, LR: Kontrast, downsizing

Peter Sennhauser meint zum Bild von D. M.:

Mich würde ja interessieren, was „was weiß ich nicht alles“ auch noch umfasst – aber lassen wir das mal beiseite:

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Karneval auf Teneriffa: Näher ran!

Um tolle Stimmungsbilder zu bekommen, brauchst du entweder einen Termin oder viel Zeit, Glück und Geduld. Das Teleobjektiv ist dabei eine undankbare Krücke: Es schafft Distanz statt Nähe.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Ulrich Brodde).

Kommentar des Fotografen:

Der Karneval auf Teneriffa ist der zweitgrößte der Welt. Im Februar finden überall auf der Insel Festivitäten unterschiedlicher Größe statt, die bis in die Morgenstunden andauern. Das bunte Treiben habe ich in den letzten Jahren ausgiebig fotografiert und wollte in diesem Jahr etwas andere „Stimmungs“bilder vom Karneval machen. Ob mir dieses mit diesem Foto gelungen ist und auch, ob die etwas experimentelle Art der Bearbeitung beim Betrachter ankommen, möchte ich gerne wissen. P.S. Bei den Kategorien fehlt m.E. die „street-Fotografie“

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Ulrich Brodde :

Von Karnevalfeiern erwarten wir Paraden und Tanzen. Aber was passiert eigentlich hinter den Kulissen? In diesem Fall wollte der Fotograf Stimmungsbilder schaffen; alles anderes als die üblichen Paraden- und Partyfotos.

Dafür gibt es normalerweise zwei Möglichkeiten:

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Bootssteg im Goldlicht: Absicht umsetzen

Tolles Licht kann der Grund für eine Fotografie sein – und auch ihr Inhalt. Aber es darf nicht von langweiligen Motiven überlagert werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Wenskat).

Kommentar des Fotografen:

Bei dem Bild ist es mir vor allem um das goldene Licht an diesem Nachmittag des 14. März am Etang du Stock in Lothringen gegangen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Wenskat:

Mir fallen an diesem Bild sofort die goldenen Schilfhalme im Hintergrund und die grossartige Struktur des Holzes auf dem Steg auf.

Aber ich käme nie auf die Idee, dass es das Licht war, was Dich zu der Aufnahme motiviert hat:

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