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Tanzende Bäume: Ausprobieren!

Was soll man als Fotograf ausprobieren, um spannende Bilder zu kriegen? Alles. Und wenn es schon jemand gemacht hat, dann tauscht man sich drüber aus und macht’s noch besser. Hier ein Beispiel.

Bewegter Wald © Torsten Jäger

Nikon D90; Nikon DX AF-S NIKKOR 10-24mm 1:3,5-4.5G; Blende 25, Manuell 1,3 s, 16 mm Brennweite (CROP 1,5 = 24), Stativ. © Torsten Jäger

Torsten Jäger aus Berlin schreibt zu diesem Bild:
Liepnitzsee (Brandenburg). Aufgenommen Ende Oktober 2015,  Nach eigentlich erledigter „Arbeit“ wollte ich noch etwas rumprobieren und habe mich an einer abstrakten Aufnahme versucht. Ich habe mit kleiner Blende und langer Belichtungszeit die Kamera bei der Aufnahme senkrecht nach oben gezogen. Grundsätzlich bin ich mit dem Resultat zufrieden. Ich mag die Farben und wie die Bäume im Gras tanzen. Man hat das Gefühl durch Milchglas zu schauen. Lediglich der Baum im rechten Bereich stört m.E., weil er oben und unten an den Bildrand grenzt. Bildbearbeitung: entwickelt aus RAW mit PS Elements; normale Bildbearbeitung (Tonwerte, Kontrast, Sättigung, Schärfe, etc.)

Tolle Idee, und das sie schon jemand vor Dir hatte, spielt überhaupt keine Rolle.

Wir sehen in diesem Farbbild offensichtlich einen Blick durch den unterholzfreien Jungbaumbestand in einem Wald. Die Aufnahme ist unscharf, und auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass es sich wahrscheinlich um vertikale Bewegungsunschärfe handelt.   Weiterlesen

Güterwagenstellwerk Hagen: Endstation Bildrand

Linien, die in einen Fluchtpunkt laufen, sind ein dankbares grafisches Motiv. Bei Bahnanlagen spielt dabei der Horizont eine zusätzliche Rolle.Dort sollte ein wenig Raum dem Blick Auslauf gewähren.

Der Gueterbahnhof - schwarz-Weiss-Foto

Güterbahnhof Hagen. Nikon D5300 1/250s bei f/7 mit 18mm Brennweite und ISO 100

Sebastian Jonton aus Herten schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist in Hagen entstanden.
Es ist mit der Nikon D5300 und dem 18-105er Kit aufgenommen. Blende 7,1 (sollte ne 8 sein) und 1/250 Sekunden belichtet. Ich wollte einen alten etwas fischäugigen Look erzeugen. Die Ausrichtung hätte besser sein können, da ich ein Stück Himmel wegschneiden musste…

Wenige Erfindungen der Menschheitsgeschichte sind mit mehr Symbolik belegt als die Eisenbahn und das Bild von Eisenbahnschienen. Ihre kompromisslose Gradlinigkeit und die gleichmässige Struktur sind ein Motivmagnet für Fotografen.

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Abstraktion aus der Kamera: Bewegte Brücke

Mit minimalen Belichtungsverfehlungen lassen sich zeitweilig sehr spannende Fotos machen. Hier hat der Fotograf die Kamera bewegt – und ein paar andere Tricks angewandt.

Oberbaum-Brücke in Berlin in Bewegung

Oberbaum-Brücke in Berlin in Bewegung. © Martin Wolfert

Martin Wolfert aus Waldbronn: Das Foto habe ich in Berlin auf der Oberbaumbrücke mit einer längeren Belichtungszeit mit meiner Fuji X100 (Affiliate-Link) aufgenommen.
Während des Auslösens habe ich die Kamera ein wenig vertikal nach oben gezogen, um den Bewegungseffekt zu erreichen. Das Foto wurde in Photoshop unter Zuhilfenahme verschiedener Ebenen und zwei zusätzlichen Hintergrundbildern stark bearbeitet. Das Ziel meiner Bearbeitung war es, die Lichtstimmung in der Bildmitte vom dunklen Vordergrund zu separieren, und beides abstrakt zu „interpretieren“.

In diesem quadratisch geschnittenen Bild blickt der Betrachter durch den Innenraum einer gedeckten, stark abstrahierten (Holz-) Brücke in den hellen Teil. Dort sind mindestens vier Personen knapp erkennbar, die aus dem Bild heraus auf den Betrachter zuzugehen scheinen. Die Aufnahme wirkt in der Vertikalen stark bewegt, hat etwas von einem Aquarell, weist aber auch einen durchgehenden Schleier eines Marmor-Musters auf und zeigt in der Bildmitte einen seltsam glühenden roten Punkt.

Der Punkt: Er stört mich, muss ich sagen. Wie überhaupt die zweite Bildebene. Aber der Reihe nach: Weiterlesen

Stadtansicht: Lichtstrahlen wirken lassen

Die einfachsten Eindrücke von Licht wirken in der Fotografie, wenn sie sichtbar gemacht werden, nicht selten grandios.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Claudia Portmann-Caminada).

Kommentar des Fotografen:

Ich war auf dem Rückweg vom Sonnenaufgang fotografieren in Venedig. Ich machte einen Blick zurück – und gerade dieses Licht, die Stimmung haben mich so fasziniert. Was meint Ihr Profis zu meinem Bild?

Peter Sennhauser meint zum Bild von Claudia Portmann-Caminada:

Ein stuckverziertes Gebäude, respektive Teile seiner Fassade, ragen in diesem farbigen Hochkantbild links auf und füllen den oberen Teil des Formats; darunter und im rechten Bilddrittel sind die glatten Steinplatten des Markusplatzes (oder was ich dafür halte) zu erkennen, dahinter die Lagune von Venedig. Zwischen den Kolumnen des Säulengangs am Boden des Gebäudes gleisst das Licht der kurz nach dem Sonnenaufgang noch sehr flach stehenden Sonne hindurch.

Es ist ein simples, aber gar nicht so einfach umzusetzendes Rezept: Fotografie ist die Malerei mit Licht, die Sonne ist die beste Lichtquelle, und wenn man Schatten und Licht richtig betrachtet, erstaunen einem die Wechselwirkungen der beiden immer wieder aufs Neue.

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Gebäudesalat: Zu ausgewogen

Linien und Licht – mehr brauchts zu einem Foto nicht. Abgesehen davon, dass das reimt, holpert es leicht im Rhythmus. Dem Bild hier geht es ähnlich.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hans Niemietz).

Kommentar des Fotografen:

An diesem Motiv hat mich einfach die Lichtstimmung gereizt.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Hans Niemietz:

es ist unübersehbar, was Du mit der Aufnahme angestrebt hast: Das Blau links, der gelbe, hell erleuchtete Kran und darunter die gleißende Lichtfassade, und rechts die grünliche Spiegelung.

Linien und Licht und Farben: Die Elemente für eine tolle Fotografie sind vorhanden. Allein – irgendwie funktioniert die Geschichte nicht ganz. Mir geht es oft ähnlich:

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