Beiträge

Greifvogel-Actionfoto:
Direkt auf uns zu!

Auch Schnappschüsse setzen technische Bedingungen voraus, um ihr ganzes Potential zu entfalten. Hier wäre weniger Schärfe mehr. In der gezeigten Fassung wirkt der Vogel viel zu gross.

Adler im Anflug

Canon EOS 70D  1/320s bei Blende 4.5 mit 31mm Brennweite und ISO 200 © Nico Koch

Nico Koch aus Köln schreibt leider nichts zu diesem Bild. Uns hätten die Umstände und die Absicht interessiert: Flog der Vogel nur einmal auf den Fotografen zu? Denn im Wiederholungsfall hätte Gelegenheit bestanden, die technischen Einstellungen zu optimieren.  Weiterlesen

Fotokritik Wildes Wasser:
Extremer Kontrast

Der Gegensatz von totaler Stille und Bewegung in einer Landschaftsaufnahme: Hier geht jemand hart an die Grenzen.

Landschaftsfotografie mit wildem Bach

Sony Alpha 7 2 Aufnahmedaten: 173s bei Blende 11 mit 16mm Brennweite und ISO 50 © Ralf Lehmann

Ralf Lehmann aus Dresden schreibt zu diesem Bild: Das Bild ist im vergangenen Sommer in Island entstanden (Hochland, in der Nähe der Bergkette „Kerlingarfjöll“), 173 Sekunden Belichtungszeit. Normalerweise wähle ich bei solch wilden Wasserfällen viel kürzere Belichtungszeiten, um die Bewegung nur ein wenig verwischen zu lassen. Hier kam aber zum Wasser ein in warmen Farben beleuchteter Himmel, so dass ich mich entschloss, auch den Zug der Wolken einzufangen. Hatte mir bei der gewählten Zeit sogar noch mehr sichtbare Wolkenbewegung erhofft. Das sedimentreiche Wasser ist nun sehr stark verwischt, was die hohe Durchflussmenge sichtbar macht. Habe versucht, eine spannende Blickführung zu finden, die Blume im Vordergrund setzt einen kleinen Farbpunkt in die sonst karge Landschaft.

Fast glaubt man, das Wasser in dieser Landschaftsfotografie bewege sich tatsächlich. Der Kontrast zwischen den scharfkantigen, knallhart fokussierten Felsen zu dem samtweichen Wasser und den wie Federn dahintreibenden Wolken könnte nicht stärker wirken. Weiterlesen

Schleierwolken:
Statist Himmel als Star

Herr im Himmel – warum nicht mal die Nebensache zum eigentlichen Motiv machen? Das geht auch in der Landschaftsfotografie. Wie diese Fotografie eines Himmels mit Schleierwolken zeigt, ziemlich gut.

schleierwolken an blauem Himmel, Landschaftsfotografie

Schleierwolken – Olympus OMD EM5, 9mm Weitwinkelobjektiv, Blende 7,1, 1/100 sec © Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt aus Illingen: Ein interessanter Himmel hat mich gereizt eine Aufnahme zu machen. Ich hab mir dabei Gedanken gemacht in welchem Umfeld ich ihn fotografiere und diesen asymmetrischen Ausschnitt gewählt. Mir gefällt das ganz gut, hätte jetzt aber auch von „neutraler Seite“ eine Rückmeldung was ich bei Ausschnitt und Bearbeitung doch noch hätte besser machen können. Aufgenommen habe ich das Bild mit einer Olympus OMD EM5 (Affiliate-Link), 9mm Weitwinkelobjektiv, Blende 7,1, 1/100 sec

Der Himmel: In der Landschaftsfotografie häufig ein wichtiger Statist, der nicht zu langweilig sein darf, aber auch nicht die Hauptrolle spielt. Das darf man aber durchaus ändern. Du hast es hier erfolgreich getan. Ich würde allerdings ein Wort für Deine Statisten einlegen.

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Baum mit Aussicht:
Mehr Überlappung

Landschaftsfotografie simuliert im Idealfall Tiefe durch Perspektive. Wenn man die Räume zu sehr trennt, kann das nicht gelingen.

Baum-mit-Aussicht

Baum mit Aussicht Fuji X-Pro2 1/210s bei Blende 9 mit 16mm Brennweite und ISO 200

Sven Koesling aus Untervaz schreibt: Dieser einsame Baum auf seinem Felsen fasziniert mich seit Jahren. Der Wind hat ihn so gebeugt, dass er einen rechten Winkel im Stamm hat. Für die Aufnahme habe ich mir einen Tag ausgesucht, an dem der Sonnenuntergang ein schönes Licht auf Stamm und Krone gibt.

Meinen Glückwunsch zu Deiner Beharrlichkeit, ein Motiv in der Landschaft über lange Zeit im Auge zu behalten und schliesslich zu fotografieren. Ich würde raten: Weiter machen, ausreizen, alle Varianten testen! (Affiliate-Link) Weiterlesen

Tischkicker-Stillleben:
Tristes Fussballfieber

Wie man Tristesse auf dem Tischkicker-Fussballplatz fotografiert, zeigt diese Aufnahme.

DSC-RX100 Aufnahmedaten: 1/100s bei Blende 22/10 mit 1040/100mm Brennweite und ISO 125

Sony DSC-RX100, 1/100s bei Blende f/2.2 mit 10mm Brennweite und ISO 125

Carsten S aus Köln schreibt zu diesem Bild: Das Bild entstand Mitte Juni kurz nach Beginn der Fußball-EM. Ich war am Abend in einem Dorf im Kölner Umland unterwegs. Das Wetter war mäßig, mir ging es elend und ich wollte eigentlich schöne Bilder machen – das einzige, das ich behalten habe, war dieses Foto von einem Outdoor-Tischkicker. Für mich symbolisiert es die Trostlosigkeit dieses Tages.

Zur technischen Seite: aufgenommen wurde es im Weitwinkel mit einer Sony RX100. Das Bild habe ich hinterher auf 16:9 beschnitten, in Schwarz-Weiß umgewandelt und (glaube ich) den Kontrast erhöht.

 

Die Stimmung hast Du jedenfalls getroffen: Melancholie drückt es aus, und irgendwo ist auch Fussball drin.

Wir sehen in dieser Schwarz-Weiss-Fotografie ungefähr auf „Augenhöhe“ eines Tischkickers zwischen zwei der Spielfiguren hindurch in die Reihen der Gegner. Der Platz  ist nass, der Ball liegt auf dem Anspielpunkt, die Stangen, an denen die Spielfiguren festgemacht sind, schimmern im Licht.

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Die Aufnahmedaten dieser Fotografie gefallen mir deshalb, weil nicht oft die Schärfentiefe bei Weitwinkelaufnahmen zum tragen kommt: Die Verkürzung des Schärfenbereichs ergibt sich hier nur, weil die Fokusdistanz sehr, sehr kurz und die Blende weit offen war.

Das allein schafft schon eine ungewöhnliche Stimmung. Das „Wetter“, die Umwandlung in Schwarz-Weiss und der, Verzeihung, schon fast obszön pausbäckige Gesichtsausdruck der und vor allem des zentral stehenden Spielers tun das ihre, um die Aufnahme geradezu skurril wirken zu lassen. Der Kontrast zwischen Stillstand und erwarteter Bewegung, Farbe und Schwarz-Weiss, Tristesse und Ausgelassenheit ist in dieser Fotografie spürbar erfasst. Das macht sie zum Hingucker, zum Stillleben.

Das einzige, was mich etwas stört, ist das Abkippen nach links, erkennbar an der Spielkastenbegrenzung und der Mauer im Hintergrund.  Wie so oft, wenn man etwas nachträglich gerade stellen muss, verliert man dabei Bildanteile, Ich achte deswegen vor Ort immer peinlich genau auf eine exakt horizontale Ausrichtung, jedenfalls dann, wenn wie hier künstliche Horizonte ins Spiel kommen und die Verkippung anzeigen könnten. Oder aber ich kippe die Kamera eigens so stark, dass die Abweichung aus der Horizontalen als Absicht erkennbar wird – dann muss sie aber zur Komposition beitragen.

Vertikal-Perspektive:
Der Fotograf in der Fotografie

Probleme der Bildanlage bei extremer Weitwinkelfotografie: Die händische Aufnahme führt zu stürzenden Linien, Perspektiven werden nur zu schnell verzerrt. Hier allerdings ist das gut vermieden worden.

locked-in-syndrome © Kay Kietzmann

Leser Kay Kietzmann aus Berlin hat uns das obige Bild unter dem Titel „Locked-in Syndrome” in der Kategorie ‚Architektur‘ zur Besprechung eingereicht.

Ein Bild, das bei einem Streifzug durch Berlin und Umgebung entstand. Abgebildet ist ein Detail des (noch immer) im Bau befindlichen Flughafens Berlin Brandenburg. Eigentlich handelt es sich sogar eher um einen Schnappschuss. Denn als ich gerade ein anderes Motiv ablichten wollte, sah ich im Augenwinkel, wie mein Kumpane sich gerade am Oberlicht zu schaffen machte. Ich nutzte die mir gegebenen vielleicht 10 Sekunden, um diese ausweglos scheinende Szene einzufangen. Wie beim vorher hochgeladenen Bild ist mir auch hier während der Bearbeitung aufgefallen, dass ich noch einen Schritt weiter nach rechts hätte gehen sollen. Hierzu habe ich nun eine ganz praktische Frage: Wie finde ich den idealen Standpunkt? Durch den Sucher ist mir diese Verschiebung nicht aufgefallen. Bei vielen anderen an diesem Tag entstandenen Bildern zeigte sich das Problem übrigens noch viel gravierender. Bilder, die ich gerne gezeigt hätte, mussten so leider im Papierkorb landen.

Zur Aufnahme wurde eine Canon EOS 350D mit Weitwinkelzoom verwendet. Die Brennweite betrug 10 mm (entsprechend 16 mm Kleinbildäquivalent bei einem Formatfaktor von 1.6), die Belichtungsdaten waren 1/15 Sekunde bei Blende f/8,0 und ISO 100.

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Stillleben am Meer:
Das Kleine im Grossen

Für eine Gute Fotografie müssen nicht alle Regeln eingehalten sein – im Gegenteil. Bisweilen ist die Gesamtwirkung verschiedener Faktoren ausschlaggebend. Dieses Landschafts-Stillleben vom Meeresufer entfaltet seine Wirkung, ohne dass (mir) ganz klar ist, warum.

Mann beim Angeln am Meer

Ein Mann angelt. DMC-FT5 von Panasonic, Aufnahme mit Blende 13 bei einer Brennweite von 11mm; 100 ISO bei 1,6s ©

Diese Aufnahme stammt von André Kaiser aus Dortmund:

Entstanden in einem Urlaub vor zwei Jahren in Nazaré, doch jetzt erst aufgetaucht.

Die Farbfotografie zeigt eine weissblaue, in leichter Bewegung wabernde Meeresoberfläche vor altrosa Himmel mit einem Horizont im obersten Drittel. Im Vordergrund der Aufnahme sind rechts zwei Felsnasen zu sehen, die gegen die Bildmitte in eine leichte Brandung hinausragen; im linken Bilddrittel liegt ein gewaltiger Felsklotz wie eine kleine Insel im Meer. ziemlich genau in der Bildmitte ist auf der Felsnase bei genauem Hinsehen ein Mann zu erkennen, der unter dem Betrachter am Wasser steht und offenbar angelt.

Mich zieht diese Aufnahme sofort in ihren Bann, weil die Stimmung diese unbeschreibliche Spanne zwischen den eigentlichen Tageszeiten widergibt:  Weiterlesen

Leserfoto:
Die Sonne im Nebel

Geduld oder Glück werden für viele Landschaftsfotos benötigt. Und wie dieses Beispiel zeigt, kann auch das Teleobjektiv manchmal für Effekte sorgen, die ein Weitwinkelobjektiv nicht geschafft hätte.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Prinz).

Kommentar des Fotografen:

Dieses Bild wurde im verträumten Allgäu an einem frühen Herbstmorgen aufgenommen. Das Wetter an diesem Morgen war wolkig, die Sonne war kaum zu sehen und „alles war Grau in Grau“. Ich wollte auf diesem Morgentrip lediglich ein passenden Fotoplatz für Aufnahmen bei „besseres“ Wetter ausfindig machen. Doch als ich an einem kleinem Fluss/Bach vorbei schlenderte sah ich plötzlich die Sonne aus dem Boden aufsteigen, die Wolken waren so gut wie verschwunden und es gab lediglich noch einzelne Nebelschwallen am Horizont zu sehen. Ich hatte keine andere Wahl wie meine CANON EOS 600D aus meiner Tasche zu ziehen, ein paar Einstellungen zu betätigen und drauf los zu „knippsen“

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von David Prinz:

Gute Landschaftsfotos sind sehr stark vom passenden Wetter abhängig und damit entweder oft eine Frage der Geduld oder des Glücks. Kann der Fotograf lange genug an einer Stelle ausharren, um auf die richtigen Wetterverhältnisse zu warten oder ist ihm ein glücklicher Zufall hold, der ihm das passende Wetter genau dann liefert, wenn der Fotograf einsatzbereit ist? Weiterlesen

Landschaftsfotografie:
Plastische Küste

Ohne Extreme in den Kontrasten des Motivs ist kein HDR notwendig. Eine Aufnahme in RAW reicht bereits für vieles.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© André Bax).

Kommentar des Fotografen:

Zu sehen hier ein Küstenstreifen meiner Heimat auf Mallorca. Ich versuche mich mit der Technik des HDR und erhoffe mir Tips. Was ist zu viel und worauf sollte ich achten. Vielen Dank :) es war grau und diesig.

Peter Sennhauser meint zum Bild von André Bax:

Eine mediterrane Küstenlandschaft zieht sich in dieser Farbfotografie hinter einem felsigen Vordergrund von rechts unten nach links in die Bildmitte.

Landschaften dürfen eines nicht in der Fotografie: flach wirken. Das tut dieser Küstenabschnitt auf Mallorca jedenfalls nicht: Du hast die Bucht hinter den Felsen im Vordergrund und einem Mittelgrund platziert, dahinter zieht sich eine Landzunge ins Bild hinaus und darüber hängt ein spannend bewölkter Himmel. Alle Elemente für eine gute Landschaftsaufnahme sind vorhanden, und die Räumlichkeit gewinnt durch den diagonalen Aufbau der Bucht in die dritte Dimension.

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Weitwinkel:
Der schiefe Turm zu München

Weitwinkelaufnahmen hoch aufragender Objekte verlangen einen bewussten Umgang mit der Verzerrung. Stürzende Linien können genutzt, aber nicht in Kauf genommen werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fabian Frölich).

Kommentar des Fotografen:

Ich habe das Bild Ende August bei Sonnenuntergang mit Stativ und Weitwinkel im Olympiapark in München aufgenommen. Im Hintergrund ist das Olypmiastadion zu sehen, rechts der Olympiaturm, im Vordergrund der See im Park. Das Motiv ist der Olympiaturm, dessen imposante Form und Höhe ich auf dem Bild darstellen wollte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Frölich:

Diese Hochkantaufnahme zeigt bei lieblichem Sommerwetter nach Sonnenuntergang aufgenommen einen park mit Teich und Enten im Vordergrund, in dem sich der Münchner TV-Turm rechts vorne spiegelt, der in den oberen zwei Bilddritteln am rechten Bildrand hoch aufragt und dabei extrem nach links zur Bildmitte kippt.

Weitwinkelobjektive sind für viele Einsteiger in die Fotografie eine späte Entdeckung:

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