Zwanzig Jahre Wüstenrot-Preis: Dokumentarfotografie unserer Zeit

Seit zwanzig Jahren vergibt die Wüstenrot-Stiftung ihre Förderpreise für Dokumentarfotografie. Sie werden jeweils an herausragende von Absolventen der Hochschulen vergeben und spiegeln über die Jahre Tendenzen unserer Zeit.

Christine Steiner, aus der Serie Mehr als ein Arbeitsplatz, 2013

Aktuell können wir uns dazu zwei Ausstellungen ansehen: eine mit den Arbeiten der jüngsten Förderpreisträger Nr. 09 in Ludwigsburg, die andere mit neuen Projekten von Preisträgern der vergangenen Jahre im Folkwangmuseum Essen.

Paula Markert, Till Müllenmeister, Marcel Noack und Christine Steiner sind die Träger der aktuellen Förderpreise 09. Alle vier versuchen dabei die Wirklichkeit hinter den Bildern in ihrer Wandelbarkeit und Deutbarkeit erfahrbar zu machen, so teilt die Wüstenrot-Stiftung dazu mit. Aber dafür wählten sie ganz unterschiedliche Sujets und Präsentationsformen. Dem klassischen Wandbild verpflichtet ist die Arbeit von Christine Steiner, die sich mit non-territorialen Arbeitsplatzmodellen der modernen Dienstleistungsbranche beschäftigt.

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Paula Markert erweitert ihre Porträtserie von Protagonisten aus der Finanzwelt um eine Audioinstallation, die die Porträtierten selbst zu Wort kommen lässt. Till Müllenmeister wiederum kombiniert seine in mehrteiligen Tableaus gefassten Serien über prekäre Lebensverhältnisse in Kenia mit einer großformatigen Diaprojektion von Porträts. Und Marcel Noack, der die durch Braunkohle-Tagebau bedrohte sorbische Landschaft dokumentiert, zeigt die bereits verschwundenen Orte und Naturräume in zu Triptychen angeordneten Wandbildern in Verbindung mit einer Installation aus Landkarte und Archivkästen. Diese Arbeiten sind noch bis 30. April in Ludwigsburg ausgestellt.

In Essen wurden unter den vierzig bisher Preisträgern siebzehn aktuelle Projekte ausgewählt. Das gemeinsame Interesse an der politischen, kulturellen und sozialen Verfasstheit von Wirklichkeit zeichnet diese Projekte aus. Während zahlreiche Arbeiten sich mit den Hinterlassenschaften von Utopien einer vergangenen Moderne auseinandersetzen, greifen andere wiederum Aspekte der Migrationsbewegungen unserer gegenwärtigen Welt auf oder blicken auf die neuen sozialen Milieus unserer Gesellschaft. Zu sehen sind hier Fotografien, Videos und Buchprojekte von Frank Breuer, Andrea Diefenbach, Chris Durham, Espen Eichhöfer, Sibylle Fendt, Ulrich Gebert, Kirill Golovchenko, Margret Hoppe, Verena Jaekel, Matthias Koch, Maziar Moradi, Wolfgang Müller, Linn Schröder, Kim Sperling, Andreas Thein, Christian von Steffelin und Tobias Zielony (Folkwang-Museum bis 15. Juni).

Die Dokumentarfotografie-Förderpreise werden alle zwei Jahre von der Wüstenrot-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museums Folkwang Essen, ausgeschrieben. Die Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert und ermöglichen die Verwirklichung eines neuen Projekts. Nach Ablauf eines Projektjahres wird aus den Arbeitsergebnissen eine Wanderausstellung mit Begleitkatalog konzipiert. Ausstellung, Katalog und Tournee sind Teil des Förderpreises und werden in vollem Umfang von der Wüstenrot-Stiftung getragen.

Dokumentarfotografie Förderpreise 09 der Wüstenrot Stiftung
Bis 30. April
Ludwigsburg Museum im MIK, Eberhardstraße 1, D-71634 Ludwigsburg
+49 (0) 7141-163095, museum@ludwigsburg.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 -18 Uhr

Was war und was ist – Dokumentarfotografie Förderpreise der Wüstenrot-Stiftung – Neue Arbeiten der Preisträger
Bis 15. Juni
Museum Folkwang, Museumsplatz 1, D-45128 Essen
+49 (0)201 88 45 444, info@museum-folkwang.essen.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Freitag 10 – 22:30 Uhr

Wüstenrot-Stiftung
Museum im MIK Ludwigsburg
Museum Folkwang Essen

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