4 zufällige Bildkritiken zum Thema Stilleben:
Alle 9 Artikel zum Thema Stilleben auf fokussiert.com:
Ungewöhnliche Motive bieten sich als Foto-Motive an. Trotzdem müssen sie, um die volle Wirkung erzielen, kreativ inszeniert werden.
Kommentar des Fotografen:
Juni 09 auf Naxos, Griechenland. Der Baum trotzt den Elementen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Alois Oberlin:
Ein einsamer, blattloser Baum an einem Sandstrand. Das quadratische Bild zeigt nichts ausser diesem Baum, etwas rechts vom goldenen Schnitt platziert, einen kleinen Streifen Sand und ein Bilddrittel Meer. Am Horizont sind eine Felsgruppe rechts, ein Segelboot und eine Felsgruppe links zu erkennen.
Grundsätzlich ist dies ein spannendes Motiv, ein regelrechter Blickfang:
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Auch in der hektischen Umgebung eines Marktes darf eine Belichtung nur zu künstlerischen Zwecken ausgebrannte Stellen enthalten. Belichtungsserien oder die Nachbearbeitung können schwierige Situationen meistern helfen.
Kommentar des Fotografen:
Dies ist ein Bild aus einer Serie, die ich auf dem Fischmarkt in Ciutadella, Menorca, aufgenommen habe. Ein freies Projekt. Die Bilder gehören zu meinen Lieblings-Stills. Danke für die Aufmerksamkeit!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Florian Müller:
Dieses Stilleben ist Teil einer im Stil einer Fotoreportage geschossenen Serie (Link oben) Auf Nachfrage hat mir Florian erklärt, der Markt sei überdacht, die Aufnahme also innen gemacht.
Mein Blick blieb an dem Foto ursprünglich hängen, weil mich der Fisch in der unteren Mitte links so klagend anstarrte, und das macht auch den Charme dieses Fotos aus. Nicht nur ist es ein ungewöhnliches Motiv, Fotograf Florian Müller hat sich ganz bewußt auf die untere Bildmitte konzentriert.
Die große Blende von f/2.2 verleiht dem Foto eine geringe Schärfentiefe, so daß die Fische nach hinten hin schnell verschwimmen. Man bekommt den Eindruck, selbst mit in der Auslage zu sein.
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Nebel, Regen oder Wind muss man zwar auf der Fotopirsch ertragen können, sie bieten aber häufig sehr ungewohnte und spannende Motive.
© Antje H – Nikon D40 – 1/80s – f/5 – ISO 200 – 38mm (52mm)
Kommentar des Fotografen:
Das Bild wurde aufgenommen während einer Wanderung am Rigi. Durch den Nebel an diesen Tag gab es zwar keine gute Aussicht, aber dafür dieses sanftes Leuchten. In der Bearbeitung des Bildes habe ich dieses Leuchten nur ein wenig verstärkt und die Struktur der Bäume im Vordergrund ein wenig aufgehellt, so dass man sie erkennen kann.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Antje H:
Mächtige Tannen im Gegenlicht, das durch Nebelschwaden zwischen den Bäumen wie glühendes Plasma um die senkrechten Stämme streicht und die in leichtem Abwärtswinkel verlaufenden Äste räumlich von den in der Tiefe verschwimmenden nächsten Bäumen abhebt. Eine Schwarz-Weiss-Aufnahme, die auf einen seltenen Lichteffekt und die Mischung mit einem sehr schematischen Linienmotiv baut.
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Landschaftsfotografie kann auch Details umfassen. Aber im Bild sollte sich nichts befinden, was nicht eindeutig dem Motiv, der Linienführung oder der Stimmung dient.
Kommentar der Fotografin:
Ich fand die Stimmung sehr schön und das Farbspiel.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Sabine Pankratz:
Ich habe die Erfahrung schon oft gemacht: Man zieht los mit der Kamera, um grandiose Landschaftsbilder zu machen. Und es tut sich einfach nichts: Der Himmel ist langweilig wolkenfrei, die Umgebung verzückt zwar, ist aber bildlich kaum festzuhalten, oder es bietet sich einfach nichts als Vorder- oder Hintergrund an. Dann hilft es meistens, den Blick und die Ansprüche zu senken:
Stillleben und Schärfentiefe
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Die schönsten Natur-Abstraktionen sind die, welche in der Kamera entstehen. Ein Stillleben aus Farbe, Linien und etwas Natur.
Kommentar des Fotografen:
Das Motiv fand ich auf einer Fotopirsch beim Casino des Schlosses Glienicke in Berlin Zehlendorf an einem lauen Frühlingsabend. Es ist der Blick in einen noch nicht in Betrieb genommenen Springbrunnen. Das Blatt stellt den letzten Rest von Herbst und Winter dar, das gespiegelte Blau des Himmels und das Ockergelb der Säule stehen für den Frühling. Die abstrahierende Wirkung der Bildaufteilung hat mir gefallen. Das Bild schwächelt etwas mit der Unschärfe im unteren Bereich. Ich bin neugierig, was ihr dazu sagt.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Bodo Viebahn:
Wenn Du Du halbe Kritik vorwegnimmst… Mir gefällt das Motiv, weil es eine Abstraktion und zugleich ein Stillleben ist.
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Die kleinen Stilleben am Rande der Strasse: Eine reizende Art der Fotografie. Die beste Inszenierung des Unbeachteten besteht aus Ästhetik mit einer Geschichte.
Kommentar der Fotografin:
Am 3. November 2008 im schönen Hamburg aufgenommen mit einer Sony Cybershot DSC-P100, nicht bearbeitet. Ich konnte in Hamburg kaum den Blick vom Boden heben, so sehr gefielen mir die Pflastersteine überall. Als sich dann noch in der Pfütze das Strassenschilder-Kreuz spiegelte, fand ich, es habe genug Winkel und Strukturen für ein Bild. Dann wartete ich noch, dass jemand sein Bein im Vorbeigehen im Bild vergisst, und drückte ab.
Da meine Kamera zwar prima ins Handtäschen passt aber sehr schlecht darin ist, exakt dann ein Bild zu lieferen, wenn ich es will (sprich: sie hat eine grässliche Auslöseverzögerung), ist vom Bein schlussendlich weniger zu sehen als ursprünglich vorgesehen.
In Hamburg war ich gerade in einer Phase, in der ich versuchte, aus dem Handgelenk Bilder zu schiessen, ohne Umweg übers Denken, quasi als Lockerungsübung. Nun bin ich gespannt, was die Fokussiert-Autoren dazu meinen (selber brüte ich öfter über der Linienführung, aber eine Erkenntnis stellt sich leider nicht ein.) Zuhause stellte ich übrigens fest, dass fast alle Hamburg-Bilder in Brauntönen gehalten sind. Falls das Bild also arg verrissen würde, könnte ich behaupten, es sei Teil eines in sich stimmigen Braunzyklus ;-)
Peter Sennhauser meint zum Bild von Corinne ZS:
Vielleicht ist ja die Auslöseverzögerung ein Segen: Hier jedenfalls hat sie Dir meiner Ansicht nach die beste Beinposition beschert, die überhaupt möglich war:
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Eine minimalistische Fingerübung mit zwei verschiedenen Federn, die von der Kombination gegensätzlicher Assoziationen lebt.
Kommentar des Fotografen:
Bildtitel ” Leichter Federtraum”. Stilleben mit Federn, die auf einen Spiegel liegen. Beleuchtung war ein Halogenstrahler (35W) von der rechten Seite.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Uwe Minuth:
Weiße Feder auf schwarzem Grund. Sehen wir ehrlich: Originell ist das Motiv nicht. Aber wozu auch? Als Fingerübung im Umgang mit Licht und Arrangement eignen sich auch zwei schlichte Federn.
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Ein Blick nach rechts und links lohnt sich immer. Auch wenn man wegen etwas ganz anderem unterwegs ist.
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Pascal Reis). – Canon EOS 400D – 1/80s – f/7.1 – ISO 100 – 31mm
Kommentar des Fotografen:
Auf einer Hochzeitsreportage in Italien habe ich auch die Aufgabe gefasst, das Heimatdorf zu portraitieren. Dieses alte Bergdorf hatte viele alte Häuser, aber diese Fassade hat es mir angetan. Der Wechsel der Farben, die abstrakt verlaufenden Treppen und die vielen Unstimmigkeiten (alle Fenster und Türen sind komplett verschieden) machen für mich das Bild interessant.
Profi Jan Zappner meint zum Bild von Pascal Reis:
Schöne Stilleben zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Hier ist es gelungen: Nicht nur überzeugt die Symmetrie, sondern auch die ausgewaschenen Pastellfarben an den Wänden. Insgesamt ergibt sich dadurch ein sehr ruhiges, entspanntes Bild.
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Diesem an sich schönen Motiv fehlt die Spannung, die man mit einer anderen Position der Gegenstände zueinander, Seitenlichtund einer tieferen Aufnahmeperspektive hätte erzeugen können.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Daniel Reichardt). – Digital CAM – 1/5s – f/2.8 – ISO50 – 6.2mm
Kommentar des Fotografen:
“bis einer heult” – Bowlingball und Pin, auf blauem Ölfilz. ursprünglich knallbunt, die Farben haben in’s Auge gebissen. Farbinformationen mit Photoshop verworfen und etwas Sepia reingebracht, so wirkt es weniger aufdringlich.
Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Daniel Reichardt:
Da es sich um einen ganz alten Kegel und eine alte, abgenutzte Kugel handelt, passt das Sepia hier, finde ich, sehr gut. Nun habe ich lange überlegt, was mir an diesem Foto fehlt:
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