Blumenfotografie: Schönheit und Vergänglichkeit

Schönheit und Vergänglichkeit, Liebe und Tod: Blumen spielen in der zeitgenössischen Fotografien als Motiv nach wie vor eine große Rolle.

Margriet Smulders: Bloody Roses, 2007, Courtesy the artist und Galerie Jordanow, Mü7nchen

Wie unterschiedlich Fotografinnen und Fotografen das Thema dabei angehen, können wir uns aktuell in einer Übersichtsausstellung in Berlin ansehen.

Martin Klimas: Ohne Titel, 2007, Courtesy the artist und COSAR HMT, DüsseldorfDas Thema der Darstellung von Blumen und Pflanzen in der Kunst ist Jahrhunderte alt. Kein lebendes Wesen ist mehr mit Symbolik belegt und dargestellt als die Blume – auch Die Geschichte der Fotografie kennt bereits seit ihrer Pionierzeit Aufnahmen von Blumen.

In jüngster Zeit ist das Motiv Ausgangspunkt neuer, experimenteller Betrachtungen: Blumenvasen werden zerschossen und der Moment der Zerstörung dokumentiert, Blüten werden mit Farbe übermalt, Blütenstängel und Staubblätter für erotische Anspielungen verwendet, Blumen werden in der Natur, beim Vertrocknen, Verblühen oder Verwesen beobachtet, gescannt oder in überbordenden Buketts inszeniert.

Jessica Backhaus: Orchids in Salzburg, 2006, Courtesy the artist und Robert Morat Galerie, Hamburg/Berlin

Die Berliner Alfred-Ehrhardt-Stiftung zeigt das Werk von 18 internationalen Künstlern und Fotografen dazu: Jessica Backhaus, Wilfried Bauer, Andrea Baumgartl, Frauke Eigen, Amin El Dib, Stephan Erfurt, Fischli/Weiss, Thomas Florschuetz, Jean-Baptiste Huynh, Martin Klimas, Sofia Koukoulioti, Vera Mercer, Holger Niehaus, Christian Rothmann, Miron Schmückle, Luzia Simons, Margriet Smulders und Michael Wesely.

Mal tauchen wir ein in illusionistische Bildräume, wie die Stiftung mitteilt, mal sind wir konfrontiert mit puristischer Strenge – der entscheidende Aspekt jedoch bleibt Vanitas:

Luzia Simons: Stockage 68, 2008, Courtesy the artist und ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN, BEIJING

Die Rose steht wie kaum eine andere Blume für den Dualismus von Liebe und Tod, etwa durch ihre symbolische Bedeutung als „ewiges Band“ der Liebenden, auch über den Tod hinaus.

Stephan Erfurt: Ohne Titel. Polaroid SX 70, Insel Mainau 1994, Courtesy the artist

Michael Wesely: B3074, 19.3.-27.3.2007, Courtesy the artist und Galerie Nusser & Baumgart, München © the artist und VG Bild-Kunst Bonn, 2011

Auch für andere Blumenarten, etwa Lilien oder Tulpen, ließen sich ähnliche symbolische Bedeutungen herleiten, die in der künstlerischen Absicht und in der Betrachtung zumindest mitgedacht werden ( – sollten, denn wir verzeichnen einen großen Wandel im Verständnis der Symbolik und auch ein Vergessen von Bedeutungen, die vor Jahrzehnten vielleicht noch geläufig gewesen sind).

Das Thema bleibt faszinierend, wie uns auch der zur Ausstellung erschienene Bildband vorführt: [amazon 3832192662]Flower Power: Blumen in der zeitgenössischen Fotografie[/amazon] von Matthias Harder, erschienen im DuMont-Verlag, Köln 2010.

Blumen – Zeitgenössische Fotografie
Bis 2.Oktober
Alfred-Ehrhardt-Stiftung, Auguststraße 75, D-10117 Berlin
+49 (0)30 200 953 33,  info@alfred-ehrhardt-stiftung.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr, Donnerstag 11 – 21 Uhr

Alfred-Ehrhardt-Stiftung

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