Staatsgalerie Stuttgart: Experimente mit dem Licht

So etwa um 1920 entdeckten Künstler ganz unterschiedlicher Richtungen die Fotografie als Experimentierfeld und Ausdrucksmittel. Wir denken da nur zum Beispiel an Christian Schad, Man Ray oder László Moholy-Nagy.

Anton Stankowski, Begrüßung Zürich Riedenplatz, 1932-1980, schwarzweiß Fotografie, 31,6 x 24,2 cm, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung © Stankowski-Stiftung 2014Beispiele für dieses experimentelle Gestalten mit Licht sehen wir aktuell in der Stuttgarter Staatsgalerie – von 16 Künstlern aus der Zeit von 1920 bis etwa 1980.

Am Beginn dieser Entwicklung steht die Neuentdeckung des bereits in der Frühzeit der Fotografie verwendeten Fotogramms, so teilt die Staatsgalerie Stuttgart mit. Die Präsentation beginnt mit dieser Phase des künstlerischen Experimentierens und zeigt Fotogramme von Man Ray, László Moholy-Nagy, der ab 1923 am Bauhaus lehrt und sich dort intensiv mit der Fotografie und der „reinen Gestaltung des Lichtes“ beschäftigt, sowie Victor Vasarely und Anton Stankowski. Christian Schad ist durch eines seiner späteren Fotogramme vertreten, das der zweiten intensiven Beschäftigung mit dem Thema ab 1960 entstammt.

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Die Staatsgalerie Stuttgart verfügt über einen umfangreichen Bestand an konzeptionellen Werken Sechziger- und Siebzigerjahre, den es ebenfalls wieder zu entdecken gilt. Daraus zeigt die Ausstellung unter anderem Fotografien der deutschen Künstler Barbara und Michael Leisgen sowie Monika Baumgartl. Sie verstehen das natürliche Licht nicht nur als rein visuelles Gestaltungsmittel, sondern deuten es inhaltlich. Barbara und Michael Leisgen machen sich das Sonnenlicht zu eigen und benutzen es als eine Art Stift, um ihre Gedanken in den Himmel zu schreiben. Monika Baumgartl dagegen bildet in ihren mit Langzeitbelichtung aufgenommenen nächtlichen Mondspuren den Verlauf der Zeit ab.

Die Positiv-Negativ-Montagen des Industriefotografen Ludwig Windstoßer (1921-1983) verdeutlicht erzeugen mittels Tonwertumkehrungen und Überblendungen surreale Bildwelten. Eine Hell-Dunkel-Ästhetik zeigt sich in den Schattenbildern von Marcel Duchamp oder Jaromír Funke. Daneben zeigt die Ausstellung auch Aufnahmen des „Lightning Fields“ (1977) von Walter De Maria, ein Land-Art-Projekt, das von den Besuchern nicht fotografiert werden darf und von dem es deshalb „offiziell“ nur Bilder des Fotografen John Cliett gibt.

Gebanntes Licht – Experimentelle Fotografien der Staatsgalerie Stuttgart
Bis 19. Oktober
Graphik-Kabinett, Staatsgalerie Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße 30-32, D-70173 Stuttgart
+49 (0) 711-470 40 0, info@staatsgalerie.de
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr, Donnerstag 10-20 Uhr

Staatsgalerie Stuttgart

 

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