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Steine, Meer, Himmel: Mehr braucht’s nicht

Eine Landschaftsfotografie, die man aufgrund der Stimmung lange ansehen möchte, ohne dass besonders aufregende Motive enthalten sind, hat sie ihre Aufgabe erfüllt.

Canon EOS 60D, 30s, f/5, 10mm bei ISO 200 © André Kayser

Canon EOS 60D, 30s, f/5, 10mm bei ISO 200 © André Kayser

André Kayser aus Dortmund schreibt zu diesem Bild: Entstanden in einem Urlaub 2014.

Die Uferpartie an einem See oder am Meer, gesäumt von grossen Kieselsteinen und Felsbrocken. Dahinter die im letzten Abendlicht nach Sonnenuntergang gleissende Wasserfläche, aus der ebenfalls noch einzelne Felsen ragen. Im oberen Drittel des Bildes der Horizont, der von links mit einer ins Bild laufenden Hügellinie ergänzt wird, und darüber, am von altrosa nach blau verlaufenden Himmel ein paar in der Bewegung verwischte Wolken.

Zuallererst denke ich bei diesem Bild: Das reicht. Mehr braucht eine Landschaft nicht. Sie hat Tiefe, Farben, Lichtspiel und Details, die man sich ansehen kann. Weiterlesen

Mit allen Mitteln: Horror auf der Burg

Ist diese Fotografie wirklich ein Zufallstreffer? Immerhin muss man die Szenerie, die vor Ort sicher auch ganz anders gesehen werden konnte, zuerst erkennen und dann auch noch richtig fotografieren: Das ist hier gelungen.

Fotografie aus dem Burgmuseum

„Creepy Doll“ in der Burg. Pentax K30 (ISO 800 // Brennweite 45 mm // Belichtungszeit 1/25 sec / Blende 5,6)

Daniel Hartmann aus Bad Bentheim schreibt zu diesem Bild: Während einer Burgbesichtigung fand ich diesen tollen Ausstellungsraum. Die vorherrschenden tollen Lichtverhältnisse zusammen mit der fast schon bedrohlich wirkenden Puppe stellen für den Charme der Aufnahme dar. Das Bild wurde bewusst abgedunkelt und in der „Schärfe“ reduziert um die Wirkung zu erhöhen / die Details auszublenden. Mich würde eure Meinung zu dem Bild sehr interessieren, da ich es als eines meiner Besseren werte.

Eine Fotografie wie aus einem Horrorfilm: Beim ersten Blick auf dieses vermeintlich Filmstandbild stellt es einem die Nackenhaare hoch. Das kommt aus der Beschreibung natürlich nicht zum Ausdruck: Weiterlesen

Pferderomantik: Dem Blick Raum geben

Ein schönes Pferdebild mit grosser Lichtstimmung und Gegenlicht-Halo im Haar von Ross und Reiterin. Die beiden könnten aber ein bisschen mehr Platz vertragen.

Pferd und Reiterin im abendlichen Gegenlicht

Gegenlichtsituation Canon EOS 1100D 1/500s bei Blende 4.5 mit 130mm Brennweite und ISO 400 © Larissa Sellmann

Larissa Sellmann schreibt: Dieses Bild habe ich am 28.12. aufgenommen. Es war ein ungewöhnlich warmer und sonniger Tag für Winter, deshalb bin ich mit meiner Freundin losgezogen um Bilder zu machen. Es war dann schon etwas später geworden und das Abendlicht war wirklich gold, als wir die Besitzerin zweier Pferde traafen, die uns spontan erlaubte mit ihnen Bilder zu machen. Als ich diesen Schimmel sah im goldenen Abendlicht sah, hat es mich sofort an ein Einhorn erinnert. Das war die Idee hinter diesem Bild. Einen magischen Moment festzuhalten. :)
Durch die Kritik, die ich bereits bekommen hab, hab ich viel im Bezug auf Kamera Einstellungen und Bearbeitung geändert. Die Kamera wird vorher eingestellt, dies braucht im Moment noch sehr lange, und bearbeitet wird mit Photoshop Elements 14.
Ganz zufrieden bin ich mit dem Bild allerdings noch nicht. Hoffe ihr könnt mir noch mehr Tipps geben :)

Gleich vorweg: Die Farbstimmung und die Pose sind Dir erneut gut gelungen. Ich verliere am Schluss hier noch ein paar Worte zum Wasserzeichen. Aber zuerst:

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Porträtfoto: Sanft im Getreidefeld

Sanft sollte dieses Porträt eines jungen Mädchens sein – und das hat die Fotografin Petra Jaldon auch durch Kontrastarmut und geringe Tiefenschärfe erreicht. Nur der bei Porträts so wichtige Gesichtsausdruck sitzt noch nicht ganz.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Petra Jaldon).

Kommentar des Fotografen:

Eine meiner ersten Porträtaufnahmen, die mir am besten gefallen hat! Ich wollte dieses sanfte Mädchen (13J., Model)irgendwie in eine sanfte Umgebung einbetten! Mit dem weichen Abendlicht konnte ich meine Idee gut umsetzen.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Petra Jaldon:

Sanft sollte dieses Portrait eines jungen Mädchens sein, und das hat die Fotografin Petra Jaldon auch erreicht. Das Foto ist durch die Abendsonne sehr weich von hinten angeleuchtet, erzeugt so an den Armen einen leichten Lichtsaum, und das Getreidefeld scheint von innen zu leuchten.

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Outdoor-Porträt: Super Licht

Erst Licht – das besondere Licht – haucht Fotos eine besondere Stimmung ein. Und das muss man finden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© David Sanwald).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild ist mit einer 50mm Brennweite bei Offenblende 1.4 entstanden. An die Belichtungszeit kann ich mich leider nicht mehr erinnern und Exifs sind nicht mehr da. Die Bearbeitung ist nicht unbedingt subtil, trotzdem denke ich (zumindest habe ich das versucht), dass ich keine Stimmung in das Bild hineinbearbeitet habe, die im Ausgangsbild nicht schon vorhanden war. Im nachhinein hätte ich die Blende vielleicht lieber noch ein Stückchen weiter geschlossen aber nun mag ich es einfach so wie es ist. Ich habe versucht den Blick und seine leichte Melancholie einzufangen und sie durch die Farben des Waldes im Hintergrund zu unterstreichen. Bei der Bearbeitung habe ich die vorhandene grüne Farbwelt noch etwas verstärkt, etwas Korn hinzugefügt und an manchen stellen eine Papiertextur eingearbeitet. Was ich selbst an diesem Bild mag ist die harmonische Farbwelt und die Ruhe, die es ausstrahlt.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von David Sanwald:

Ein klassisches Portrait, das auf den ersten Blick fesselt. Das hat vor allem zwei Gründe. Auf der technischen Seite natürlich die Blende von 1,4, was einen unglaublichen geringen Teifenschärfebereich zur Folge hat, das wiederum zu dieser Konzentration auf die Augen des Jungen führt. Auf der anderen Seite die Art wie das Licht hier genutzt wurde. Und dieses Licht macht den eigentlichen Zauber des Fotos aus.

Nur eine Kleinigkeit stört den Gesamteindruck:

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Menschenmasse: Auf das Licht kommt es an

Lichtflecken geben Fotos ein interessantes Muster, und eine Tiefe und Bildbearbeitung steigert die Dramatik.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Christian Loose).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild zeigt die Fähre, die jeden Tag nach Mombasa (Kenia) übersetzt. Dabei werden zig Autos und hunderte Menschen transportiert. Beim Anlegen der Fähre marschierten uns die Menschen förmlich hinterher, was ich vom Aufmarsch her recht spektakulär empfand. Man beachte dabei die verschiedenen Charaktere im Bild und deren Treiben. Ich griff also zu meiner D200 mit 18-70mm Objektiv und versuchte das Treiben bei 1/250s (ISO 400) einzufangen. Da mir die Farben zu kühl erschienen, habe ich dem Bild einen Warmton eingehaucht. Das Schiff im Hintergrund wird von der Nachmittagssonne angestrahlt und war gleissend hell.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Christian Loose:

Eine alltägliche Situation. Menschen verlassen eine Fähre und drängen sich Schulter an Schulter zum Ufer.

Das Schöne an diesem Bild ist das Licht. Einmal beleuchtet es am späten Nachmittag nur eine Seite der Gesichter, was den Gesichtern Spannung verleiht. Außerdem wechseln sich in dem Bild Bereiche im Schatten mit sonnendurchfluteten Stellen ab, was dem Bild nicht nur eine Dreidimensionalität gibt, sondern auch automatisch das Auge auf bestimmte Bereiche lenkt. Diese Stellen unterstreichen die Intention des Fotografen, das Gedränge zu zeigen.

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Waldbrand-Landschaft: Aus der Ecke heraus

Starke Linien in einer Landschaft öffnen den Weg zur ungewöhnlichen Komposition.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© damian byland).

Kommentar des Fotografen:

Diese Landschaftsfotografie ist auf meiner Reise durch Amerika entstanden. Mich faszinierten die abgebrannten Bäume, kombiniert mit der Abendstimmung und den letzten Sonnenstrahlen. Für eine bessere Linienführung und um das Bild ein wenig spannender zu gestalten, richtete ich meine Linse so aus, dass sich die Strasse so gut wie’s ging durchs Bild schlängelte. Die Unschärfe im linken Bildteil muss wohl am preiswerten Objektiv liegen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Damian Byland:

Ein typischer amerikanischer Highway irgendwo im Westen schlängelt sich in weichen Mäandern durch einen Nadelholzwald im Abendlicht. Die Stämme der Bäume ragen in seltsamer Nacktheit gegen den blauen, von Wolkenfetzen durchzogenen Himmel. Der Wald ist abgebrannt, die Stämme werden vom flachen Sonnenlicht zum Leuchten gebracht.

Eine attraktive und zugleich verstörende Panorama-Landschaftsfotografie: Es gleicht den Bildern, die während der Waldsterbe-Debatte in den achtziger Jahren eine Horrorvision toter Wälder vermittelten. Dabei sind Waldbrände in den Weiten des amerikanischen Westens nicht nur normal, sondern für das Ökosystem sogar nötig.

Deine Aufnahme bricht in mehrerer Hinsicht mit den Regeln:

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Fingerübungen: Jahrmarkt-Treiben

Jahrmärkte bieten Lichter und Menschen, bewegte Objekte und glänzende Kinderaugen en masse. Sie einzufangen ist eine grössere Herausforderungen als erwartet. Ein Erfahrungsbericht von der Basler Herbstmesse.

Das Staunen der Kinder: Der Mini-Jahrmarkt am Jahrmarkt. Alle Bilder 2008 © P. Sennhauser

Ein Jahrmarkt ist ein gefundenes Fressen für den Hobbyfotografen. Und eine ziemlich schwierige Angelegenheit, wie ich schnell merke. Ich war mit der Nikon D300 und dem 18-200 Zoomobjektiv (und gelegentlich dem Sigma 10-20mm) ausgezogen, „typische“ Jahrmarktsbilder von der Basler Herbstmesse zu machen, einem zwei Wochen lang die ganze Innenstadt bedeckenden Grossmarkt.

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