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Manipulations-Porträt: Ohne Idee wäre alles nichts

Photomontagen und Photoshop-Spielereien setzen vor allem eines voraus: Eine gute Idee. Erst sie rechtfertigt weitreichende Manipulationen, welche sich im Bild aber gleichsam auflösen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Horst Fuchs).

Kommentar des Fotografen:

Das Bild entstand aus zwei einzelnen Bildern, die per Ebenen in Photoshop übereinander gelegt wurden. Der Hintergrund ist ausgetauscht um die langweilige, einfache Farbe meiner Kellerwand zu ändern. Ein weißer Durchlichtschirm von oben und ein silberner Reflektor leuchteten das Gesicht aus. Hinter mir stand ein weiterer Blitz (Nikon SB-25), der die Wand ausleuchtete und dabei wahrscheinlich auch ein bisschen die Decke, was ein leichtes Glanzlicht auf den Haaren verursachte.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Horst Fuchs:

Dieses Bild ist ein Hingucker, bei dem sich der Betrachter nicht einfach nur fragt, wie es entstanden ist. Das durch die Hände scheinende Gesicht ist eine Herausforderung für unser logisches Sehen: Was macht eigentlich ein Gesicht aus? Reichen Nase, Mund und Augen, um einen Menschen zu erkennen? Und wieviel sagen die Hände über einen aus?

Du lieferst uns zwar nicht viel Information über deine Beweggründe, grade dieses Bild zu machen, die Entstehungsgeschichte der Idee, sozusagen:

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Hochzeitsbild: Leichte Eingriffe

Die Nachbearbeitung von Bildern in Photoshop oder einer anderen Software-Dunkelkammer heisst nicht, dass ein Bild nicht gut genug war – wirklich gute Bilder verdienen leichte Eingriffe.

© Volker Hackmann - 1/125s - f/2.5 - ISO 400 - 85mm
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Volker Hackmann). – 1/125s – f/2.5 – ISO 400 – 85mm

Kommentar des Fotografen:

Eine Freundin hat letzte Woche geheiratet und mich gebeten, während der Trauung zu fotografieren. Blende 2,5 Belichtungszeit 1/125 ISO 400 85 mm Im RAW-Konverter habe ich die Blende um +0,9 korrigiert, sowie ein bisschen mit Helligkeit und Kontrast rumgespielt.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Volker Hackmann:

Dies ist ein visuell ansprechendes Porträt einer Braut, interessant besonders wegen der Beleuchtung. Es scheint natürliches Licht zu sein, das durch Fenster auf der rechten Seite fällt. Diese Beleuchtung ist gelungen, denn die eine Gesichtshälfte ist beleuchtet, während immer noch genug Licht bleibt, um nicht die andere Seite des Gesichts in tiefem Schatten verschwinden zu lassen, wie es manchmal passieren kann, wenn man mit Fenstern und natürlichem Licht arbeitet.

Durch eine leichte Überbelichtung haben die Farben einen pastellartigen Unterton bekommen. Dies mit der leichten Unschärfe gibt dem Foto fast einen verträumten Anschein.

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Porträt: Klassisch und einfühlsam

Wenn technisch alles stimmt, fällt bei Porträts die Haltung und Pose des Modells umso mehr auf. Nicht immer im besten Sinne.

Stefan Schwarz
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Mario Mertsch). – Pentax ist DL2 – 40mm (60mm) – f/2,8 – 1/90s – 200 ISO

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Mario Mertsch:

Herzlichen Glückwunsch, das ist ein sehr schönes Portrait, das vor allem technisch zu überzeugen weiss. Inhaltlich hätte ich ein paar Vorschläge, aber dazu später:

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Strassenporträt: Mehr Zeit investieren

Menschen abzubilden, ohne dabei nur ihr Äusseres zu zeigen, verlangt Zeit und Auseinandersetzung mit dem Motiv. Denn wir alle posieren vor einer Kamera – am Fotografen ist es, durch die Fassade hindurch vorzustossen.

Karin rindlisbacher: Strassenjunge in mexico
Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Karin Rindlisbacher). – Leider keine Exif-Daten vorhanden

Kommentar der Fotografin:

Strassenjunge in Mexico, Distrito Federal TriX 400.

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Karin Rindlisbacher:

Der Hauptanlass eines guten Porträts ist, den Charakter und die Essenz eines Objekts auf interessante Weise in ein Bild zu übertragen. Dieses Porträt hier gibt uns einen guten Eindruck der äußeren Erscheinung des Porträtierten, aber lässt uns nicht hinter seine Fassade blicken. Wir können die Person nur sehen, wie sie sich präsentieren möchte, denn sie posiert offensichtlich extra für das Foto. Leider erzeugt dies eine Art von Oberflächlichkeit, was hoffentlich nicht zu abwertend klingt:

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