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Ruhiges Kinderportrait: Glücksfall

Es ist eine Kunst, bei zappeligen Kindern ruhig wirkende Portraits zu erstellen. Mit etwas Körnung und Tonung wirken sie dann sogar zeitlos.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephan Bremicker).

Kommentar des Fotografen:

Wo ist die Marie? Da ist die Marie! Dieses Bild ist beim Spielen mit unserer Kleinsten entstanden. Momentan versuche ich bei meinen Portraits die Umgebung etwas stärker mit einzubeziehen, um ein Gefühl für die Situation dem Betrachter zu vermitteln. Bei der Bearbeitung war mein Ziel, das Bild auf das Wesentlichste zu reduzieren, um so ihren aufgeweckten und freudigen Blick voll zur Geltung zu bringen. Ebenso hat mich die Situation mit starkem Gegenlicht und einem relativ starken Kontrast zum dunklen Vorhang gereizt. Nun würde mich natürlich sehr die Meinung eines Profis interessieren, was ich gegebenenfalls noch besser machen könnte.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Stephan Bremicker:

Bei Portraits entscheiden Sekunden zwischen Gelingen und Vermasseln. Bei Portraits von Kindern sind es eher Millisekunden. Die wenigen, die Dir zur Verfügung standen, hast Du hier jedoch gut genutzt.

Das Modell, in diesem Fall Deine kleine Tochter Marie, schaut mit einem leicht verschmitzten Blick direkt in die Kamera. Als Bildformat wurde das Quadrat gewählt, und auch das Hauptmotiv – der Kopf – befindet sich direkt in der Bildmitte.

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Hellen van Meene: Alles wird verschwinden

Traumartige Porträts von Kindern und Jugendlichen zeigt die Niederländerin Hellen van Meene – sie schweben zwischen Kindheit und Erwachsenwerden.

Hellen van Meene: St. Petersburg, 2008

Hellen van Meenes Serie mit dem Titel „Tout va disparaître“ – „Alles wird verschwinden“ erinnert in Licht und Inszenierung an die Tradition der holländischen Malerei. Aktuell sind die Bilder in Innsbruck zu sehen.

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Kinderporträt in Schwarzweiß: Ungestellt und natürlich

Die besten Porträts legen etwas Persönliches offen, sie fördern das Innere des Porträtierten zu Tage. Dazu braucht man weder eine teure Beleuchtungsausrüstung, noch ein Studio. Ein einfaches Fenster genügt schon.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Stephan Bremicker).


Kommentar des Fotografen:

Der Frühling lag schon in der Luft, und auf einmal ist es wieder kalt und ungemütlich. Dies waren wohl die Gedanken meiner Tochter, als sie an diesem Samstag aus dem Fenster geschaut hat. Ich habe mit einer kontrastreichen s/w-Umwandlung versucht diese Emotionen noch besser zum Betrachter zu transportieren. Mich berührt das Bild und daher wäre ich sehr gespannt, was ein Profi dazu zu sagen hat und was man noch hätte besser machen können.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Stephan Bremicker:

In dem von mir viel zitierten Buch „On Being a Photographer“, das sich einem ausführlichen Dialog von Bill Jay und David Hurn widmet, spricht Bill Jay u.a. davon, daß für ihn die wirklich guten Porträts nicht unbedingt die technisch perfekten sind, sondern die, die etwas über den Porträtierten verraten.

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Kinderporträt in Schwarz-Weiß: Der richtige Augenblick

Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen ist es wichtig, nicht gleich zum Blitz zu greifen. Ein lichtstarkes Objektiv oder auch nur das Hochschrauben des ISO-Werts bringen bessere Porträts.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Andrea Gerber).

Kommentar des Fotografen:

Wissbegierig Das Foto entstand im Sommer bei einem Ausflug ins Mathematikum Gießen. Ich hatte das erste Mal mein neues Objektiv dabei (50 mm, 1,8 von Nikon). Die Lichtverhältnisse dort waren sehr schwierig und ich hatte enorme Probleme mit dem Weißabgleich, sowie mit der Belichtung. Dieses Foto meiner 5jährigen Tochter spiegelt den ganzen Tag wieder. Sie war so neugierig, wissbegierig, alles wurde genau unter die Lupe genommen und ausprobiert.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Andrea Gerber:

Die besten Porträts, ich kann es nur immer wieder erwähnen, sind meistens die, in denen die Porträtierte im Augenblick versunken war oder entspannt genug, daß das Porträt ungestellt wirkt.

Das ist bei Andreas Foto ihrer Tochter voll gelungen. Weiterlesen

Kleinkindporträt mit Ballon: Zwei Aufnahmen sind besser als eine

Nachbearbeitung kann aus einem guten Schnappschuß ein noch besseres Porträt machen. Man muß auch nicht unbedingt in Photoshop investieren. Allerdings kann man nicht alles damit verbessern.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Cäcilia Todte).

Kommentar der Fotografin:

Ein authentisches Bild, was nicht ganz einfach war, da sie das gemacht hat, was sie wollte (meistens weggucken oder umdrehen und wieder nach hause laufen ;D). Letztendlich genau das was ich wollte – trotzdem fallen mir Makel auf. Nun möchte ich eure Meinung hören – und Tipps wie/was ich besser machen könnte.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Cäcilia Todte:

Cäcilias Porträt eines kleinen Mädchens (Tochter?) ist eines der besten Kinderporträts, die ich seit langem gesehen habe. Es hat alles, was ein gutes Porträt haben sollte:

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Kinderspielplatz: Reduktion mit Story

Die Reduktion auf wenige Elemente kann einer Fotografie mehr Ausdruck verleihen als eine vollgepackte Komposition.

Tatort Spielplatz? Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Larissa Seuferle).

Kein Kommentar der Fotografin.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Larissa Seuferle:

Ein Hand-Karussell auf einem Kinderspielplatz in knalligen Farben, angeschnitten am linken Bildrand. Der Hintergrund des einfachen Bildes verliert sich im stockdunklen Gebüsch am Rande des Spielplatzes.

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Grosses Kino: Ein paar Tricks machen Hollywood

Der Mix von richtigen Zutaten: Wenige Farben, passender Bildschnitt und einige Menschen an den richtigen Stellen. Schon entstehen Bilder wie im Hollywood-Kino.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Johannes Siglär).

Kommentar des Fotografen:

Das Leben ist voller Überraschungen! Diese Tatsache mache ich mir beim Fotografieren zunutze, d.h. ich plane nur sehr selten im voraus, was ich wann wie aufnehme. Und so ist auch dieses Bild ein Zufallsprodukt: Wir – das sind meine Frau und unsere drei Kinder – machten gerade ein Picknick auf einer herrlichen Herbstwiese, als mir plötzlich ein Mann auffiel, der mit seinem Lenkdrachen wahre Wunder vollbrachte. Natürlich ist auch unser Sohn gleich aufgesprungen. Und als er so im Gras kniete und das Spektakel mitverfolgte, liefen plötzlich Bilder aus dem Kino vor meinem inneren Auge ab. Da konnte ich einfach nicht anders als abdrücken… Ich hoffe, die Faszination, die er in diesen Momenten verspürt hat, wird durch das Foto ein klein wenig greifbar.

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Johannes Siglär:

Grosses Kino. Das war mein erster Gedanke, als ich das Foto sah. Zum einen natürlich wegen des Breitbild-Formats und der geringen Tiefenschärfe, was an Kinofilme erinnert. Auch die Tonung der Farben erinnert mich an ältere Hollywood-Filme. Dazu kommt, dass die Geschichte auf dem Bild erkennbar ist.

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Babyporträt: Das Filmstar-Format

Die Ästhetik der Fotografie orientiert sich gerne auch an andern Medien – hier mit einem Kleinkind-Porträt im 16:9-Breitwandformat.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sven Kellenberger)

Kommentar des Fotografen:

Dieses Foto zeigt den nachdenklich, verträumten Blick von Oliver an seinem ersten Geburtstag. Ein erhöhter Standort des Fotografen ist ja normalerweise bei einem Kinderportrait nicht ideal, allerdings empfinde ich es in diesem Fall nicht unbedingt als störend. In meinen Augen macht es das Foto sogar interessanter.

Trotzdem habe ich mit der Wahl des Formates 16:9 diese Tatsache etwas abzumildern versucht. Auch habe ich versucht mit diesem Format an die Grossaufnahmen von Filmstars, wie man Sie von der Kinoleinwand kennt, zu erinnern. Mit der Bearbeitung in Schwarzweiss wollte ich diesen Effekt noch etwas verstärken.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Sven Kellenberger:

Oliver, offenbar des Fotografen Sohn, blickt in diesem Breitformat-Porträt in Schwarz-Weiss von schräg unten nach rechts an der Kamera vorbei. Der verträumte, nachdenkliche Blick des Jungen sticht ins Auge, das Porträt wirkt, wie von Sven beabsichtigt, ein wenig wie das Standbild eines Films.

Grundsätzlich finde ich deine Analyse in fast allen Punkten treffend:

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Street Photography: Junge Fußballspieler in Paraguay

In der Straßenfotografie sollte man stets versuchen, die ganze Szene einzufangen, auch wenn sie sich schnell abspielt. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, daß die Aufnahme gestochen scharf ist

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sven Schwinning).

Kommentar des Fotografen:

Dieses ist mein erstes Bild bei fokussiert.com. Ich habe es letztes Jahr in Luque/Paraguay aufgenommen. Beim Spazierengehen kam ich an diesen spielenden Jungs vorbei. Der Junge Torwart lud mich mit seinem Blick direkt zum Knipsen ein. Etwas mehr Schärfe wäre sicher nicht schlecht gewesen.

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Sven Schwinning:

Kinder, die barfuß auf der Straße Fußball spielen. Der kleine Torwart, mit einem Handschuh bewaffnet, nimmt den Fotografen in dem Augenblick wahr, als er den Auslöser drückt. Alle anderen sind in ihrem Spiel versunken. Mich hätte diese Szene auch gereizt, insbesondere wegen des Gegensatzes von Torwart und Spielern und der Art, wie sie im Bild angeordnet sind.

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Kinder-Situationsporträt: Das Wunderland U-Bahn

Die schönsten Kinderbilder entstehen, wenn sich die Porträtierten nicht beobachtet fühlen und in ihrer Welt versunken sind. Um die Chancen auf das perfekte Bild dieser kurzen Momente zu steigern, bieten sich schnelle Bildserien an.

Leserfoto: Klick für Vollansicht und Kameradaten (© Johannes Siglär).

Kommentar des Fotografen:

Wie wir vor ein paar Tagen im Freibad waren, hat unser Sohn das mit dem „Baden gehen“ zu wörtlich genommen – sprich auch seine normale Straßenkleidung war am Abend völlig durchnässt. Und so musste er eben im Bademantel den Heimweg antreten… Was mir persönlich an diesem Bild besonders gefällt, ist der Blick meines Sohnes. Durch diesen Blick wird offenbar, dass er mit dem Betreten der U-Bahn in eine ganz eigene Welt eingetaucht ist. Eine Welt, die faszinierend, vielleicht aber auch verstörend oder gar einschüchternd auf ihn wirkt. Dieser Interpretationsspielraum macht das Bild – für mich – interessant.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Johannes Siglär:

Ein Kinder-Situationsporträt mit grenzwertiger Stimmung, wie Du richtig bemerkst – die Vermischung seiner inneren mit der äusserlichen Welt spiegelt sich buchstäblich in den Augen des Kleinen – oder seinem Auge (ich komme darauf zurück). Ein schön gelungenes, in weichen, der U-Bahn angemessen dunklen Tonwerten grade richtig abgestuftes Bild.

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