4 zufällige Bildkritiken zum Thema Nebel:
Alle 15 Artikel zum Thema Nebel auf fokussiert.com:
Wenn man nicht mit offener Blende für Tiefenwirkung sorgen kann, helfen andere Dinge – wie Nebel – eine Schichtung der Distanzen abzubilden.
Kommentar des Fotografen:
Früh morgens bei der Fahrt durchs Altmühltal. Die Sonne war gerade dabei, den Morgennebel aufzulösen. Diese verzauberte Stimmung wollte ich einfangen. Da die farbige Variante nur im Vordergrund etwas Grün zeigte, aber nichts an der Atmosphäre änderte, habe ich mich für s/w entschieden. Olympus Pen E-P2, Blende 5,6, 1/500
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Wolfgang Uhlig:
Ein einsamer Mensch auf einem Fahrrad fährt auf einer Strasse in dieser Schwarz-Weiss Fotorafie ins Bild hinein. Die Person hat eben einen Baum im nebligen Vordergrund rechts passiert. Während Baum und Radfahrerin eine klare Silhouette abgeben, liegen dahinter am Weg zwei weitere Ebenen mit Büschen und Bäumen.
Bei Landschaftsaufnahmen spielt die Illusion der Räumlichkeit eine grosse Rolle. Wenn es der Fotografin gelingt, die Szenerie dreidimensional wirken zu lassen, ist das halbe Bild geschossen – und das ist, zumal mit geschlossener Blende und damit ohne Schärfentiefeneffekte, gar nicht so einfach.
Schwarz-Weiss-Fotografie dagegen bedingt klare Kontrastverhältnisse, sich abgrenzende Flächen und Formen.
Dir ist es in diesem Bild gelungen, beides zusammenzuführen:
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Das Subjekt einer Landschaftsfotografie muss keine Landschaft sein – es kann Licht, Farbe, Stimmung, Muster etc sein.
Kommentar des Fotografen:
Morgennebel am Grundlsee (wenn die Sonne den Morgennebel durchdringt) 1/500,Av 8, 26 mm
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Günther Dankelmayr:
Zwei Enten schwimmen in dieser Gegenlicht-Farbfotografie eines Sees in Wellenkreisen im rechten Vordergrund aufeinander zu. Der “Horizont” des Sees im unteren Drittel des Bildes wird am linken Aussenrand von einem nahen Ufer mit Bäumen und einem Gebäude, am rechten von einem entfernten, steil ansteigenden bewaldeten Berg eingegrenzt. Darüber hängt pastellener, flockiger Morgennebel, durch den die Sonne am rechten Bergrand eben erst dringt.
Es ging mir wie allen, als ich angefangen habe, mich mit Landschaftsfotografie zu beschäftigen: Ich habe grossartige Landschaften gesehen und wollte sie in Bildern festhalten – was fast nie so gelingt:
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Mit dem Bruch von einfachen Klischees kann Spannung aufgebaut und ein inhaltlicher Kontrast erstellt werden. Wie wenig es dazu braucht, zeigt dieses Bild.
Kommentar des Fotografen:
Bergbauer beim mähen seiner Wiese am frühem Morgen, nach einem Unwetter in der Nacht, am Ischlberg in Bad Aussee
Peter Sennhauser meint zum Bild von Alois Peer:
Ein unentschlossener Morgen in den Österreicher Alpen nahe Innsbruck: Die Sonne bricht durch die Wolken, Nebelfetzen ziehen durch die Täler. Die Farbfotografie zeigt im Gegenlicht beinahe nur Schwarz und Weiss und hebt den unmittelbaren Vordergrund als Silhouette von der Tiefe ab: Von rechts unten zieht sich der Grasbewachsene Berghang nach links ins Bild hoch, wo ein Baum steht und mit den untersten Ästen einen Rahmen entlang der oberen Bildkante zeichnet. Etwas links der Bildmitte ist ein Mann zu erkennen, der an der Steuerung einer Mähmaschine den Hang hoch geht und gerade die Hand nach dem Schalthebel ausstreckt.
Die Stimmung dieser Fotografie ist unbestritten stark, der Morgen nach einer Regennacht auf den ersten Blick nicht nur erkenn-, sondern schon fast riechbar:
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Nebelfotos erfordern entweder logistische Drahtseilakte mit Nebelmaschinen und guter Vorbereitung – oder etwas Erfahrung und Glück, um beim passenden Wetter an der richtigen Stelle zu sein, wenn die Sonne den Morgennebel durchdringt.
Kommentar des Fotografen:
Zu der Zeit, als das Bild entstanden ist, war eine Kältewelle bei uns. Ich wusste, das es einen schönen Morgennebel geben wird dann die Sonne rauskommt. Wir haben 3 – 4 so Tage im Jahr wo man solches Wetter ziemlich gut vorraussagen kann. Ich war eine Zeit lang morgens zum Sonnenaufgang an dem Ort unterwegs und sah dann, dass die Sonne durch den Nebel bricht. Ich bin über den Acker gelaufen, um noch die richtige Stimmung einzufangen. 2 Minuten später war der Nebel auch schon verzogen.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Andreas Jacob:
Morgennebel zu fotografieren, ist nicht einfach, denn die wenigsten Fotografen haben riesige Nebelmaschinen, mit denen sie ganze Landschaften vollpusten können..
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Nebel, Licht und Tiefe – das ergibt Landschaftsfotografien mit erhöhtem emotionalem Anspruch und Hang zum Kitsch-Alarm.
Kommentar des Fotografen:
Ein nebeliger Morgen in Mühlreith/Bad Aussee/Österreich – während des Sonnenaufganges lichteten sich die letzten Nebelschleier über den Feldern Mühlreiths.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Maria Gianmoena:
Eine Baumgruppe – mehr ein Gebüsch – in einer frühmorgendlichen Weide wird im Zentrum dieser Farb-Aufnahme von seitlich durch den Morgennebel eintreffenden Sonnenstrahlen gestreift. Dahinter, im linken Teil des Bildzentrums, steht ein Baumstrunk oder ein Felsklotz, auf dem etwas zu liegen scheint. Im rechten Vordergrund ist in der Unschärfe eine Rahmung durch weitere belaubte Äste auszumachen.
Die Lichtstimmung in dieser Aufnahme ist einer dieser Glücksfälle, nach denen ich als Landschaftsfotograf jage:
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Licht ist das Wesen der Fotografie, und Lichtstimmungen allein ein grossartiges Motiv. Zum Beispiel der Zauber eines Nebelmorgens.
Kommentar des Fotografen:
Hallo, das Bild hier habe ich letztens an einem Nebelmorgen aufgenommen. Mich hat hier besonders die Stimmung fasziniert, die entstanden ist, als die Sonne durch den Nebel gebrochen ist. Ich würde gerne wissen, was ihr davon haltet. Aufgenommen wurde das Bild mit einer sehr kurzen Belichtungszeit, deswegen habe ich in Lightroom mittels der Gradation und Füllicht den unteren Teil aufgehellt und dem Ganzen eine etwas wärmere Farbe gegeben.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Susan Brooks-Dammann:
Diese Farbaufnahme zeigt in fast monochromem braungrün eine Nebellandschaft, die sich vom Betrachter weg sanft anhebt. Den Vordergrund macht freies, von einzelnen Büschen besetztes Grasland aus, eine leichte Kuppe läuft aus der Bildmitte nach links hinten, rechts wird der Horizont von einer mit einer Baumreihe bewachsenen zweiten Hügelkuppe bedeckt, die nach links in das Bild läuft. Der Mittelgrund ist von rund drei in den Tonwerten klar getrennten Tiefenschichten von Buschsilhouetten beherrscht. Hinter diesen bricht eine grosse, weichkantige, goldene Sonne durch den Nebel.
Eine der schönen Nebenwirkungen der Landschaftsfotografie ist, dass sie uns zwingt, Tageszeiten und Situationen bewusst zu erleben, die viele von uns sonst kaum antreffen würden:
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Nebelmorgen mit Sonnenstrahlen – traumhafte Motive für Frühaufsteher. Lohnende Aufnahmen für den letzten Schliff.
Kommentar des Fotografen:
Allerheiligen in der Südsteiermark. Ein nebeliger Morgen. Die Sonne bahnt sich den Weg durch den Nebel und zaubert eine wunderschöne Stimmung in die Landschaft. Im Wohnmobil unten schlafen noch alle – die Zeit sollte man anhalten können…
Peter Sennhauser meint zum Bild von Andreas Wenter:
Eine Hügellandschaft mit Weinbergen und Flurkreuz im Vordergrund, Nebelschwaden, die in der Bildmitte zwischen den Hügeln durchwabern, und darüber Hügelspitzen mit schwarzen Pappeln, die vor dem fernen Nebelmeer in den Himmel aufragen. In der Bildmitte zwischen Vorder- und Hintergrund ist im Nebel ein Bauernhaus erkennbar und davor, wenn man genau hinschaut, ein Wohnmobil. Es ist früher morgen, das Licht der seitwärts eindringenden Sonne ist golden.
Ich bin fasziniert von dieser Aufnahme.
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Sonnenstrahlen, Staub, Rot: Die Reduktion auf eine Farbe und eine eher seltene Lichtstimmung lassen dieses Foto zu seiner Wirkung kommen.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild wurde im Februar auf dem Dachboden einer Scheune aufgenommen – eigentlich ein Zufall, da gerade in dem Moment, als der Bauer mit dem Kehren der Scheune begonnen hat, die Sonne durch die Wolken geklommen ist und eine Lichtsäule durch die Dachluke geworfen hat. Mir gefällt der Kontrast zwischen den alten Autoteilen und dem Staub und der roten Tonne, der Lichtschein gibt dem ganzen etwas Mystisches.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Alexander Cinatl:
Man nehme: Den Dachboden einer Scheune, von jeder Gestaltungsregel für gute Fotos ein Teil, mixe das Ganze und man erhält ein sehenswertes Foto. Es ist schon beeindruckend, wie in dem eher schlicht gehaltenen Bild so viele gelungene Kompositionselemente zusammenkommen. Aber der Reihe nach:
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Landschaftsfotografie lebt von der Tiefe. In mancher Tele-Aufnahme aber kleben Vorder- und Hintergrund dafür umso beeindruckender aufeinander.
Kommentar des Fotografen:
Dieses Bild habe ich vor Jahren im Winter gemacht. Hinter dem “einsamen” Baum ist ein Tal, welches von Schnee bedeckt war. Ab einer bestimmten Höhe war dieser dann wieder geschmolzen, was dem ganzen einen schönen Kontrast gibt. Dieses Bild (Mit einer Bridgecam geschossen) war der Anlass für mich, mich mehr mit der digitalen Fotografie auseinander zu setzen.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Pascal Mathys:
Ein Baum an einem Abhang steht im Zentrum dieser schwarz-weissen Landschaftsfotografie. Seine nackten Äste und die Umgebung – ein Acker ganz im Vordergrund, Büsche daneben und ein verschneiter Hintergrund – wirken seltsam falsch, wie bei einem verspäteten Wintereinbruch kurz vor dem Frühling.
Das Tal im Hintergrund ist verschneit, könnte aber auch – die puderzuckerweissen Bäume sprechen Bände – von einem Frostnebel in eine Märchenlandschaft verwandelt worden sein. Dafür spricht auch der Umstand, dass der Wald ab einer gewissen Höhe im Bild nicht mehr weiss ist.
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Landschaftsfotografie braucht nicht unbedingt einen Vordergrund, aber unbedingt Tiefe. In diesem Sinne sollten Regeln verstanden und angewandt werden.
Kommentar des Fotografen:
Kiefern im Morgennebel. Der Nebel des Morgens dämpft das Licht der frühen Sonne; wie Silhouetten erscheinen die Kiefern vor dem Hintergrund. Everglades Nationalpark, EOS 1V, Diafilm, Stativ, SVA
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Friedhelm Stille:
Eine Gruppe magerer, hoch aufragender Kiefern vor einer fahlen, durch dichten Nebel radikal gefilterten Sonne. Wäre deren Schein und ihre “Aura” nicht gelblich gefärbt, würde das Bild monochrom wirken.
Die Bäume füllen die Komposition in spannungsbauendem Rhythmus in allen drei Dimensionen:
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