Christopher Anderson: Mein Sohn

Magnum-Fotograf Christopher Anderson, bisher eher in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs, gibt uns einen bezaubernden Einblick in sein Familienleben: Geburt und Heranwachsen seines kleinen Sohnes.

Es ist gerade kein kleiner Trend, die eigene Familie zu fotografieren – in der Reportage- wie in der Kunstfotografie. Das ist ein schmaler Grat, denn das private Album muss nicht unbedingt die Öffentlichkeit interessieren.

Wenn wir unser Persönliches ins Öffentliche stellen, sollten wir eine Geschichte erzählen wollen, die über den eigenen Bauchnabel hinausgeht, vielleicht eine gesellschaftliche Debatte spiegelt, uns berührt, nachdenklich macht und bereichert. Das gilt für alle schönen Künste – und in der Fotografie ganz besonders, weil sie ein Massenphänomen ist und es bereits zu jedem Thema ungezählte Variationen gibt.

Christopher Anderson berührt und bezaubert uns mit seinem zutiefst persönlichen Fotoprojekt über seinen Sohn. Er sagte dazu:

„Viele Jahre bin ich weit gereist, um die emotionalen Erfahrungen anderer zu dokumentieren. Kurz nach der Geburt unseres Sohnes wurde bei meinem Vater Lungenkrebs diagnostiziert und auf einmal war ich mit sehr persönlichen und gleichzeitig sehr universellen Fragen beschäftigt. Ich glaube, diese Serie von Fotografien sind meine wichtigste Arbeit, sie sind ein Nachdenken über die Liebe und die über Vergänglichkeit unseres Lebens.“

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Der hartgesottene Kriegsfotograf, der für seine Reportagen oft genug sein Leben riskierte, findet vielleicht gerade im Kontrast dazu zu diesen grundlegend menschlichen Dingen, die in der Familie geschehen und eigentlich nur die Familienmitglieder etwas angehen. Er erzählt sie uns in manchmal spielerischen Bildern, aus denen kindliche Entdeckungsfreude spricht. Die Serie wurde mit dem Lead Award 2013 ausgezeichnet und erschien unter dem Titel [amazon 3868283900]Son[/amazon] im Heidelberger Kehrer-Verlag. Aktuell ist die Serie in der Hamburger Robert Morat-Galerie ausgestellt.

Christopher Anderson, geboren 1970 in Kanada, lebt und arbeitet in New York. Er wurde bekannt mit politisch engagierten Reportagen aus Krisen- und Kriegsgebieten. Seit 2005 ist er Mitglied der renommierten Fotografen-Agentur Magnum. Er gewann unter anderem zwei World Press Photo Awards und erhielt die Robert Capa-Goldmedaille. Wir sehen eine Auswahl der Arbeiten auf Christopher Andersons Website.

Christopher Anderson – Son
Bis 11. Januar
Galerie Robert Morat, Kleine Reichenstraße 1 (Reichenhof), 20457 Hamburg
+ 49 40 32870890, kontakt@robertmorat.de
Geöffnet Dienstag bis Freitag 12 – 18 Uhr, Samstag 12 – 16 Uhr und nach Vereinbarung

Christopher Anderson
Galerie Robert Morat

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