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Claus Stolz: Sonnenbrände

Claus Stolz betreibt die radikalste Form der Fotografie. Er richtet die Kamera in die Sonne und lässt die Filme anbrennen. Filme, nicht Sensoren!

Claus Stolz: Sonne 106, negative version, 2007

Daraus entstehen Bilder von verblüffender Schönheit und Vielfältigkeit. Seit 15 Jahren arbeitet Stolz nach diesem Verfahren, das er „Heliografie“ nennt. Zu seiner aktuellen Ausstellung in Berlin beantwortete Claus Stolz uns einige Fragen.

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Sonnenuntergang: Zwei Hälften sind nicht immer ein Ganzes

Mit so vielen interessanteren Bereichen im Bild ist es gut, den Regeln zu folgen und von der Mitte fern zu bleiben.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Chris Wallnitz).

Kommentar des Fotografen:

Ein Sonnenuntergang auf dem Land, erste Versuche, frei Hand

Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Chris Wallnitz:

Ein leuchtend roter Sonnenuntergang füllt die obere Bildhälfte, während die untere von einem alles schluckenden Meer von schwarz bedeckt wird. Die beiden fast gleich großen Hälften werden von einer leicht gebogenen, nach oben strebenden Linie unterbrochen.

Leider ergeben die beiden gegensätzlichen Hälften kein überzeugendes Ganzes.

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Doppelporträt: Inniges Glück

Eine Fotografie von der Liebe zwischen zwei Menschen zu machen ist eine Herausforderung – aber sie kann gemeistert werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Jeannine Jentsch).

Kommentar der Fotografin:

(Red: Hier scheint etwas mit dem Kommentar schief gelaufen zu sein. Jeanine, vielleicht kommentierst Du in den Kommentaren nochmals?)

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Jeannine Jentsch:

Zwei Menschen, die sich lieben und zusammen Spaß haben, eine Weile zu betrachten, wirkt ansteckend und hebt die Stimmung. Das in einem Foto festzuhalten, ist schwierig, aber möglich, wie dieses Foto zeigt.

Die Fotografin Jeannine Jentsch hat ein junges, lachendes Pärchen portraitiert, welches die Kamera ob seiner Innigkeit gar nicht zu bemerken scheint. Die Brennweite von 37mm lässt annehmen, dass die Fotografin trotzdem dicht an den beiden dran war. Hat sie einen Witz erzählt? Hüpfte ein Kaninchen vorbei? Wir wissen es nicht.

Sichtbar ist aber, dass das Lachen der beiden echt ist.

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Claus Stolz: Sonne brennt Bilder

Claus Stolz richtet seine Kamera direkt in die Sonne und lässt sie Löcher in seine Negative brennen. So entstehen wie unter einem Brennglas Bilder, die er „Sunburns“ – Sonnenbrände – nennt.

Claus Stolz: Sonne 100, 2007; Courtesy: the artist and photonet galerie

Achtung, für unsere Augen und für digitale Kameras ist das nicht zur Nachahmung empfohlen: Wer seine Augen ungeschützt in die strahlende Sonne richtet, muss mit gesundheitlichen Schäden, Verbrennungen der Netzhaut bis zur Blindheit rechnen. Digitale Sensoren wären ebenfalls dahin.

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See-Dramatik: Zuviel fantastisches Licht

Die Lichtstimmung hier ist toll, allerdings hätte die Konzentration auf einen der beiden Farbtöne dem Bild geholfen.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Bodo Viebahn).

Kommentar des Fotografen:

Die Aufnahme entstand auf Usedom, am Hafen von Raknitz am Achterwasser. Ich war von der Lichtstimmung und der fast meditativen Ruhe beeindruckt. Jetzt bin ich neugierig auf die Bildbesprechung.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Bodo Viebahn:

Zur rechten Zeit am rechten Ort. Das denkt man häufiger und ist wahrlich glücklich über diese Momente. So auch hier:

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24 Stunden: Wasser und Feuer


Licht, Wasser und Feuer in verschiedener Form.

In der Rubrik „24 Stunden“ veröffentlichen wir die besten drei bis fünf Pressebilder aus den vergangenen 24 Stunden, ausgewählt nach rein fotografischen Kriterien.

Sonnenflutung: Gegenlicht-Barock

In Städten und Umgebungen mit markanter Silhouette bieten sich Gegenlichtaufnahmen an. Dabei muss man sich entscheiden: Schattenriss – oder doch noch etwas Zeichnung im Vordergrund?

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Damian Byland).Kommentar des Fotografen:

Das Bild wurde im Dezember 08 in London aufgenommen. Beim Überqueren der Londonbridge sind mir die herrlich hereinflutenden Sonnenstrahlen aufgefallen. Da musste ich mir einen Moment Zeit nehmen.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Damian Byland:

Dir ist es hier gelungen, das durch die Wolken brechende Sonnenlicht einzufangen und als Strahlen aus dem Himmel die Erde erleuchten zu lassen – ein beliebtes Motiv im Barock, in dem es ausserdem von Gold und fetten Puten wimmelt…

Damit ist auch schon ein Problem dieser Aufnahme angesprochen:

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Sonnenstrahlen: Unsichtbares Motiv

Die Sonne oder ihre Strahlen abzulichten ist ein schwieriges Unterfangen und meist nur in Verbindung mit Wolken, Dunst oder Nebel möglich und attraktiv.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Petra Jaldon).

Kommentar der Fotografin:

Ich liebe die Sonne in jeder Hinsicht. Aber Sonnenstrahlen, die sichtbar am Himmel auftauchen, berühren mich auf ganz besondere Art und Weise und dies wollte ich weitergeben mit diesem Foto. Ich bin ein Anfänger und freue mich über jede Kritik, nur so komme ich weiter. Aufgenommen am 23.3.09 abends in Niederrohrdorf/AG

Peter Sennhauser meint zum Bild von Petra Jaldon:

Eine der frustrierenden Seiten der Fotografie besteht darin, dass wir häufig etwas anders sehen, als es nach dem Druck auf den Auslöser am Monitor der Kamera oder auf Prints erscheint. Das liegt nicht nur daran, dass unser Auge den technischen Wunderwerken der digitalen Kameras in Anpassungsfähigkeit und „Einstellungstempo“ haushoch überlegen ist, sondern auch an der Unterstützung durch einen „Prozessor“ mit Emotions-Faktor: Unserm Hirn.

Deswegen ist die Beherrschung der Technik eine absolute Voraussetzung, um Fotografie als Kunst zu betreiben. Statt den Kameraeinstellungen ausgeliefert zu sein, willst Du sie nutzen können, um damit das Resultat so zu beeinflussen, dass es dem Bild in Deinem Kopf enstpricht.

Damit ist nicht gemeint, dass man alle Knöpfe der Kamera kennen und überhaupt eine Kamera mit vielen Knöpfen haben muss. Wichtiger ist es, die Wirkung verschiedener Funktionen zu kennen, um ihre Auswirkungen aufs Bild einschätzen und ganz gezielt einsetzen zu können. Weiterlesen

Gegenlichtromantik: Lass die Sonne brennen

Aufnahmen direkt ins Sonnenlicht sind häufig unterbelichtet. Statt Belichtungskorrektur nach Schätzwerten anzuwenden, lohnt sich der Einsatz der Spotmessung.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Immo Lackschewitz).

Kommentar des Fotografen:

Yellowstone NP, September 2008, Norris Geysir Basin. Was hier so ruhig wirkt, ist das Ergebnis spontanen Sehens und Zupackens. Ich hatte gerade noch Zeit darauf zu achten, dass der Steg einigermaßen parallel zur unteren Bildkante verläuft. In die Abendsonne hineingehalten und auf Verdacht 3 Blenden heruntergedreht. Bilddaten deswegen nur näherungsweise angegeben. Hier sind sie: Konica Minolta Dimage A2, M-Modus, Bl. 16, 1/60 sec

Peter Sennhauser meint zum Bild von Immo Lackschewitz:

Ein romantischer Abendspaziergang an dampfendem Gewässer: Dieses Bild lebt vom Paar, das auf dem Steg vor der Sonne lustwandelt. Alle anderen Elemente sind zwar für die Gesamtkomposition unabdingbar – aber ohne die beiden Menschen wäre das Bild eine ziemlich öde Angelegenheit. Gut gesehen, und ziemlich gut reagiert. Wäre es noch besser gegangen? Ich denke ja:

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Gegenlichtbalanceakt: Technisch einwandfrei

Gegenlichtaufnahmen sind sehr wirkungsvoll und technisch schwierig umzusetzen. Hier hat sich der Mut gelohnt.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Pieruschek).

Kommentar des Fotografen:

Spontanes Bild beim einem Shooting. Das Model packte seine Freundin und schleppte es quer über das Parkdeck.

Profi Jan Zappner meint zum Bild von Thomas Pieruschek:

Fotografie lebt vom Licht, eine Binsenwahrheit, die hier aber schön demonstriert wird. Die Aufnahme im Gegenlicht zu machen beweist Mut. Die richtige Ausleuchtung der Portraitierten beweist das Beherrschen der Technik – mein Glückwunsch. Auch wenn das alles nicht richtig spontan, sondern sehr durchdacht aussieht – positiv gemeint.

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