4 zufällige Bildkritiken zum Thema Architektur:
Alle 46 Artikel zum Thema Architektur auf fokussiert.com:
Der Standpunkt des Fotografen entscheidet über die Wirkung der Linien in der Komposition.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild ist das Treppenhaus des Neuen Museums in Nürnberg. Durch die Komposition wollte ich etwas Ruhiges und Angenehmes zum Ausdruck bringen, gleichzeitig wollte ich aber den Betrachter sich wundern lassen, was dieses Bild darstellt, denn nur die ungleichmäßig strukturierte Decke gibt Aufschluss. Keinerlei Bildbearbeitung, nur Verkleinerung durch Irfanview.
Profi Jan Zappner meint zum Bild von Christoph Merklein:
Treppenhäuser können einen verzücken oder verzweifeln lassen. Hier ist alles gelungen. Glückwunsch. Vor allem der Standpunkt ist ausgezeichnet gewählt.
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Ungewohnte Standansichten zeigt uns Matthias Haus: dunkel, geheimnisvoll, ein wenig unheimlich.
Der Bremer Fotograf nennt seine Reihe aber “Contemporary Fine Daydreams” – Tagträume aus unserer Zeit, fein und schön. Ein weites Feld also – städtische Klischeebilder sind es jedenfalls nicht.
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Für seine Fotos aus dem Inneren von Hamsterkäfigen bekam Stephan Sahm 2009 den Europäischen Architekturfotografiepreis: “My Cage is My Castle” nennt er seine Serie.
Die Ausstellung mit den Bildern aller Preisträger, aller Auszeichnungen und Anerkennungen ist aktuell in Stuttgart zu sehen. Insgesamt hatten sich an dem alle zwei Jahre ausgelobten Wettbewerb 232 Fotografinnen und Fotografen aus 16 Ländern beteiligt.
“Neue Heimat” war das Thema des Wettbewerbs und der Münchner Fotograf Stephan Sahm untersuchte die Plastikheimat der Kleintiere. 6,6 Millionen davon soll es in Deutschland geben und die Reichhaltigkeit an Laufrädern, Wippen und Schaukeln, die sich in den Zoohandlungen auftürmen, entzückt wohl nur deren Besitzer. » weiterlesen
Der Kreative Prozess der Fotografie muss nicht zwingend vor dem Auslösen stattfinden. Eine Absicht allerdings sollte hinter jedem Bild stehen.
Kommentar des Fotografen:
Das Bild zeigt einen alten Dorfteil von Saas-Grund. Das Bild hat einen ziemlich hohen Kontrastumfang, da ich es mitten am Tag fotografiert habe. Ich denke, die Wirkung des Bildes lebt davon, dass der rechte Teil komplett überbelichtet ist. Das Negativ hätte in diesem Bildbereich aber durchaus noch Zeichnung.
Ist es nun sinnvoll mit Techniken wie zum Beispiel HDR diese überbelichteten Bildbereiche durch Verschmelzung von mehreren Ausbelichtungen zurückzuholen? Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ich das Foto unter “Architektur” oder “Abstrakt” hochladen sollte.
Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Venetz:
Eine körnige, teilweise massiv überbelichtete Schwarz-weiss-Fotografie eines Winkels im Walliser Dorf Saas Grund. In der linken Bildhälfte steigt eine verwinkelte Treppe zu einem Hauseingang auf, der von einem Beton-Dach gedeckt ist. In der rechten, überbelichteten Bildhälfte führt eine schmale Gasse zwischen den Häusern nach links oben aus dem Bild.
Du wirfst in Deinem Kommentar gleich zwei grundlegende Fragen auf, die eines zeigen:
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Weil die Kamera anders sieht als wir und einen Ausschnitt produziert, lassen sich damit spannende Abstraktionen schaffen.
Kommentar des Fotografen:
Die Aufnahme zeigt einen Teil eines Beleuchtungselements. Die Aufnahme entstand auf der AIDADIVA
Peter Sennhauser meint zum Bild von Thomas Neumann:
Eine breite Diagonale in Rottönen zieht sich von rechts oben nach links unten vor einem schwarzen Hintergrund. Darin eingelassen eine Fläche mit bläulich schimmernden Punkten.
Wenn Du uns nicht aufklären würdest, wir hätten kaum eine Chance zu erkennen, worum es sich bei dem Gegenstand in dieser Fotografie handelt. Die Frage lautet, ob das überhaupt relevant ist:
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Auch Architekturfotografie lebt von Menschen. Dieses Foto zeigt, dass eine einzelne Person ein abstraktes Foto leichter erkennbar machen kann.
Kommentar des Fotografen:
mensch im einkaufszentrum
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von lilo ulke:
In einigen Bildkritiken hatte ich darauf hingewiesen, dass im Zeitalter der Farbfotos und Reizüberflutung Bilder ohne oder mit nur einer Farbe eine besondere Wirkung entfalten.
Auch das Schwarz-Weiß-Foto von Lilo Ulke folgt diesem Prinzip – und das mit Erfolg:
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Der polnische Fotograf Rafal Milach gewinnt mit “Black Sea Of Concrete” den Fotobuchpreis des Online-Verlags Blurb. Exzellente Bilder einer Landschaft zwischen Zerstörung und Idylle.
“Das erste, was einem auffällt, ist der Beton. Kilometerlange Reihen schwarzer Blöcke, manchmal bemalt in blau und gelb, den Nationalfarben der Ukraine.”
Der polnische Fotograf Rafal Milach war im Auftrag einer NGO unterwegs an der russisch-ukrainischen Grenze und der Schwarzmeerküste – und hin- und hergerissen zwischen der Schönheit der Landschaft und der überwältigenden Architektur aus der Sowjet-Ära. Er wollte die Ukraine im Winter fotografieren, wenn die Touristen verschwunden sind und die Landschaft roh und leer ist.
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Aus Lego-Steinen entstehen die Grundelemente von Andi Zimmermanns bunten Stadtlandschaften. Diese fotografiert er und setzt sie am Computer zusammen.
Die großformatigen Fotografien dieser Lego-Welten sind also Konstruktionen im doppelten Sinne – anscheindend von dieser Welt und doch nicht. Sie sind derzeit in der Düsseldorfer Galerie Mikro zu sehen.
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Regelbrüche sollten – in der Regel – nur vereinzelt als Stilmittel angewandt werden. Die bewusste Kumulation kann aber ebenfalls eine starke Wirkung erzeugen.
Kommentar des Fotografen:
Los Llanos, La Palma, Kanarische Inseln, Nikon D3, Nikor 24mm/2.8 PC-E, Belichtungsreihe mit +-1 EV aus der Hand, HDR mit Photomatix, Filter NIK Silver Efex
Peter Sennhauser meint zum Bild von Topp Dierk:
Am liebsten gucken wir Menschen uns Menschen an, und menschenleere Fotografien, noch dazu solche von einem Ort, der von Menschen gestaltet wurde und von ihnen genutzt wird, wirken häufig kalt, uneinladend und langweilig.
Dieses Bild hingegen vermittelt südliche Hitze, flimmernde Luft und Mittagsruhe und stellt uns mitten in die Szenerie. Dabei basiert es, als Schwarz-Weiss-Aufnahme, fast ausschliesslich auf Flächen und Linien.
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Am leichtesten fällt es Menschen, sich mit anderen Menschen zu identifizieren. Diesen Umstand können Architekturfotografen ausnutzen, um ihre ansonsten meist “unbelebten” Bilder mit Emotionen aufzuladen.
Kommentar des Fotografen:
Die Aufnahme (La Défense – study) entstand im Mai 2009 in Paris, genauer gesagt in dem berühmten Finanzdistrikt La Défense. Es ist ein beliebter Treffpunkt für alle Liebhaber der Archtikturfotografie. Ich wanderte also durch La Défense um mein Fotomotiv für diesen Tag zu finden. Als ich durch diese Hochhausschluchten ging, sprang mir plötzlich dieses Motiv ins Auge. Ich überlegte, wie ich es am Besten festhalten konnte und so kam diese Aufnahme zustande. Alles an diesem Bild fasziniert mich. Die Spiegelung der Wolken in der Fassade, Die Wolken an sich und natürlich das i-Tüpfelchen – Die Fensterputzer. Was für ein Anblick muss sich denen wohl da oben ergeben haben.
Profi Robert Kneschke meint zum Bild von Ronny Ritschel:
Das ist eine Aufnahme, bei der einem leicht schwindelig werden kann. Schwarz-Weiß-Fotos leben von der sorgfältigen Verteilung der verschiedenen Grautöne im Bild, von ganz weiß bis ganz schwarz:
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