Schwarz-Weiss-Foto:
Details ins Motiv bringen

Ein Motiv für S/W? Schon bei der Aufnahme sollte man sich das angestrebte Bild in in einer Schwarz-Weiss-Version vorstellen. Das macht die Bearbeitung zu einem zielgerichteten Prozess.

Klappbruecke in Dublin

Klappbrücke in Dublin. Panasonic DMC-G8 1/200s bei Blende 5.6 mit 23mm Brennweite und ISO 200

Stefan Klug aus Leimen: Ich habe dieses Bild im Juni in Dublin aufgenommen, es zeigt den zentralen Drehmechanismus einer Klappbrücke. Dies ist die herunterskalierte Version der RAW-Aufnahme ohne jede sonstige Bearbeitung. Seit zwei Monaten arbeite ich immer wieder an diesem Bild mit dem Ziel eine druckbare S/W-Version zu erzeugen, die einerseits die Details im Bild erhält und andererseits zeigt, dass es sich hier um Technik „von gestern“ handelt. Nachdem ich mit keinem Resultat bisher zufrieden war, versuche ich, von euch ein paar Tipps für die Bearbeitung zu bekommen.

Das Bild zeigt eine Stahlkonstruktion einer alten Klappbrücke, wie Stefan schreibt. Es sollen die Details der alten Technik dargestellt werden. Es ist offensichtlich leicht bedeckter Himmel mit etwas Sonne.
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Architektur-Foto:
Geometrie mit Action

Manchmal ist der Strich, den einem etwas durch die Rechnung macht, genau der, den es für ein spannendes Foto braucht. Hier sind dafür ein paar andere zuviel.

Canon EOS 500D Aufnahmedaten: 1/25s bei Blende 3.6 mit 18mm Brennweite und ISO 1000 © Rainer Bachmann

Canon EOS 500D Aufnahmedaten: 1/25s bei Blende 3.6 mit 18mm Brennweite und ISO 1000- „She Came In Through The Bathroom Window“ © Rainer Bachmann

Rainer Bachmann aus Berlin schreibt zu diesem Bild: Beim Besuch im Jüdischen Museum in Berlin spielte ich mit den geometrischen Formen und Linien der Wände und der Kellertreppe und hatte schon das Bild in schwarz/weiß vor den Augen, als plötzlich die Person aus der Tür trat. Ich drückte unwillkürlich ab und finde das Bild nun mit der Person erst eigentlich richtig spannend – sie macht auch die Formenspielerei lebendiger. Insofern bin ich mir gar nicht mehr sicher ob Architektur noch die richtige Kategorie ist, oder doch Schnappschuß treffender wäre.

Spannende Ausgangslage, schönes Motiv, guter Ausgang. Bloss der Heiligenschein, der stört mich:

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Nächtliche Panoramafotografie:
Capitol bei Nacht

Panoramafotografie in der Nacht: das heisst – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Entschleunigtes Fotografieren mit Stativ.

Kamera Canon EOS 70D; Tokina 11-16mm f/2.8 AT-X116 Pro DX ; 15s bei Blende 11 mit 16mm Brennweite und ISO 200

Kamera Canon EOS 70D; Tokina 11-16mm f/2.8 AT-X116 Pro DX ; 15s bei Blende 11 mit 16mm Brennweite und ISO 200, © Christian Künitz

Christian Künitz aus Radolfzell hat uns diese Nachtaufnahme des Capitols in der Kategorie „Architektur“ eingereicht.

Ein starkes Bild, welches du hier eingereicht hast!

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Architekturfoto in Draufsicht:
Leben in MyZeil

Architektur muss nicht streng dokumentarisch inszeniert werden, man kann sie auch zu einem Hauptelement einer Komposition machen, die durchaus auf situative Szenen setzt. Die müssen dann aber auch einen gewissen Raum erhalten.

Architekturfotografie aus der MyZeil-Mall in Frankfurt

Nikon D3100, 1/60 bei Blende 4 mit 18mm Brennweite und ISO 100, © Markus Geier

Markus Geier: Architektur-Highlight im MyZeil-Shopping-Center in Frankfurt am Main

Ein Architekturfoto (im Sinne der Dokumentation) ist diese Farbfotografie auf den ersten Blick nicht für mich, auch wenn Du damit vor allem Architektur zeigen wolltest. Und auch, wenn das Shoppingcenter in Frankfurt offenbar spektakuläre Architektur bietet, wie der virtuelle Rundgang zeigt. Da steckt auch noch aktives Leben drin, das aber aufgrund der gewählten Technik ein wenig an den Rand gedrängt wird.  Weiterlesen

Stadthalle Magdeburg:
Linien von A bis Z

Diese Architekturfotografie lebt von Abstraktion, die auch bis zum Rand durchgehalten werden sollte.

Olympus E-620 Aufnahmedaten: 1/320s bei Blende 5,6 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Olympus E-620 Aufnahmedaten: 1/320s bei Blende 5,6 mit 27mm Brennweite und ISO 100

Henrik Lauber aus Nienburg: Ich fand die Stadthalle Magdeburg mit ihren Linien und den verschiedenen Rotbrauntönen beeindruckend. Gleichzeitig ergaben sich beim Zeitpunkt der Aufnahme interessante Schattenformen. Das Foto entstand von einem benachbarten Aussichtsturm aus.

Wie der Fotograf in seiner Beschreibung bereits erwähnt, wird das Bild von seinen diagonalen Linien und den Farben grau und rotbraun dominiert. Weiterlesen

Kölner Bahnhof:
Die Bögen spannen

Bauten, die mit geschwungenen Bögen Lasten tragen, bieten Fotografen klare Kontraste zu den geraden Linien, welche die Architekturdominieren. Das Zusammenspiel schafft Spannung, wie in dieser Aufnahme.

© Ralf Joost – Canon 5D III, 1/200, F4, ISO 200, 70-200/130m. Korrekturen in Photoshop, freigestellt, gespiegelt

© Ralf Joost – Canon 5D III, 1/200, F4, ISO 200, 70-200/130m. Korrekturen in Photoshop, freigestellt, gespiegelt

Ralf Joost aus Bergneustadt: Der Kölner Hauptbahnhof von Süden aus gesehen. Mir gefiel das Zusammenspiel der Bögen, Formen und Flächen, dazu das Abendlicht. Ich bin mir nicht sicher, ob der Ausschnitt nicht doch zu eng gewählt ist. Was würde wohl Sofie dazu sagen?

Leider ist Sofie grade sehr beschäftigt, ich hoffe, Ralf nimmt auch mit meinen Beobachtungen Vorlieb.

In dieser Farbaufnahme sehen wir die Rundbögen zweier ineinander verschränkter Dachkonstruktionen aus Metall, die offensichtlich im Abend- oder Morgenlicht einen Bahnhof überdecken. Im Vordergrund spannt sich eine runde Treppe von der linken Bildhälfte in die Rechte, am rechten Bildrand ist eine Betonwand zu erkennen.

Auf den ersten Blick kann man sich als Betrachterin oder Betrachter dem Spiel der Linien, kleinen Flächen und der Bögen nicht entziehen. Über die Qualität des Motivs muss man hier wohl nicht diskutieren, und das geht sehr weit mit deiner Komposition einher – denn das Motiv ergibt sich aus Perspektive und die Bezüge, in die man die Linien mittels Standortwahl zueinander stellt.  Weiterlesen

Fenster zum Feld:
Zweck bestimmt Nachbearbeitung

Es ist zwar richtig, aus dem Bauch heraus auf eine Szene fotografisch zu reagieren. Dennoch sollte das Ergebnis auch dem Betrachter etwas sagen. Der Zweck, zu dem eine Aufnahme gemacht wurde, und die daraus folgende Nachbearbeitung bestimmen das Ergebnis mit.

Panasonic DMC-GF5 - f/2.5 - 1/800 s - 14 mm - ISO 160

Panasonic DMC-GF5 – f/2.5 – 1/800 s – 14 mm – ISO 160

Tilman Brembs aus Berlin schreibt zu diesem Bild:

Hallo, habe dieses Bild im April gemacht. Ich würde mich über eine Bildkritik von Euch freuen. Bin großer Fan eures Formates.
Viele Grüße aus Berlin
Tilman

„Man sollte immer eine Kamera dabeihaben.“ – der Grund für diesen Ausspruch ist, dass man so spontan auf Motive reagieren kann, die einem über Weg laufen. Oder umgekehrt. Jedenfalls ist es nicht verkehrt, aus dem Bauch heraus zu fotografieren und sich dann hinterher damit auseinanderzusetzen, was man eingefangen hat. Hier war das ein Feld, das Du durch ein Badezimmerfenster hindurch aufgenommen hast. Weiterlesen

Perspektive Mensch:
Die Besucherin

Schon eine Veränderung des Aufnahmestandpunktes kann aus einem vorhersehbaren Foto ein außergewöhnliches machen.

Besucherin

Wolfgang Everding aus Bremen schreibt zu diesem Bild:

Innenaufnahme in einer leeren Kunsthalle (ohne Bilder) nach Abschluss des Umbaues. An dem Tag konnten Besucher sich die neue gestalteten Räume ansehen. Das Foto gehört zu meiner Serie „Menschen im Raum“.

Eine meiner Lieblingsübungen im Kunstunterricht war, Räume zu entwerfen. Malen oder Zeichnen kann ich nicht als Fähigkeit verbuchen, aber mit dem Lineal und Bleistift war ich immer unschlagbar. Der strengen Geometrie wegen habe ich mir Dein Foto auch ausgesucht. Es hat eigentlich alles, was ein gutes Bild ausmacht, und dabei könnte ich es belassen: „Wow, super Foto!“ Das wäre aber dann hier Facebook oder flickr, und so möchte ich Dir im einzelnen erklären, warum es mir gut gefällt. Weiterlesen

Foto in Lagen:
Besuchen Sie uns …

Ein Foto kann durch geschickte Überlagerung mehrerer Motive zu einem Augenschmaus werden.

dsc0701-ffmzeil

Marcus Leusch aus Mainz schreibt zu diesem Bild, das er unter dem Titel „Besuchen Sie uns…“ eingereicht hat:

„Frankfurt/Zeil/2014: Auf Rollbändern und in Hochgeschwindigkeitsaufzügen geht es heute zum „Platz an der Sonne“. Das Tageslicht diffundiert durch blank geputzte Oberflächen, Lichtspiele und Leuchtreklame inszenieren sich selbst, Lampenschirme schweben wie kleine Planeten durch den Raum. Der Horizont hat sich verabschiedet. Oben und unten sind eine Illusion des Marketings. Die Atemluft wird gefiltert und im Sommer darf man sich airconditoned wohl fühlen. Ein Kokon aus Stahl und Glas schließt sich stumm und alternativlos beim „Erlebniskauf“ um die Besucher. In der Mall riecht es wie Unrat nach der Politur des Käuflichen…“

Aufnahmedaten: Nikon D700 (Vollformat), Objektiv: 50 mm/2.8 bei Blende 5.6, Belichtungszeit: 1/80, ISO 800, Entwicklung in Lightroom/Photoshop, Kontraste angehoben …

Manche Fotos transzendieren so sehr die üblichen fotografischen Regeln und Vorstellungen, daß man es nur „freiform“ besprechen kann. Dieses ist so eines.

So, wie in Deutschland beispielsweise Kartoffelsalat auch heute noch ein typisches Essen für Picknicks oder Parties ist, gibt es in Amerika kulinarische Mitbringsel, die man fast schon erwarten kann, wenn man zu einem entsprechenden Anlaß irgendwo hinkommt. Eines davon ist der sogenannte „7 Layer Dip„, und so hergeholt die Assoziation jetzt auch sein mag, daran fühlte ich mich erinnert, als ich Dein Bild sah. (Der Dip besteht aus je einer Lage pürierte „mexikanische“ Bohnen, Sauerrahm, Guacamole, Salsa, fein geschnittener Salat, geriebener „mexikanischer“ Käse, fein geschnittene Tomaten; garniert wird er gerne mit Oliven. Aus der Schüssel geschaufelt wird er mittels Tacochips.) Weiterlesen

Dom zu Fulda:
Etwas zu weit links

Auch beim Ausprobieren eines neuen Objektivs sollte man auf die üblichen Dinge achten, denn insbesondere bei einfachen Kompositionen fällt jeder Fehler sofort auf.

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Ralf Jäger aus Frankfurt schreibt zu diesem Bild: Technische Daten: Pentax K5 mit dem smc 28mm shift Objektiv, 1/125, f11, iso 140, mit Stativ fotografiert

Ich wollte hauptsächlich das shift-Objektiv (Design und Technik von ca. 1977) ausprobieren, das ich vor einiger Zeit ergattern konnte. Ich wollte schon weitergehen, als eine Jugendgruppe mit grünen T-Shirts vorbeikam, um den Dom anzuschauen. Ich finde, das ansonsten sehr statische Bild hat dadurch gewonnen und wird deutlich lebendiger. Die Bildbearbeitung war minimal, etwas am Kontrast geändert, den Himmel etwas beschnitten und leicht geschärft. Vielleicht habe ich ja Glück und es kommt in die Auswahl.

Ich bin mir bei Fotos, zu denen uns ein/e Leser/in schreibt, er/sie habe hauptsächlich oder lediglich „das Objektiv ausprobieren wollen“ nie ganz sicher, was als Bildbesprechung gewünscht wird. Beurteilung des Objektivs? Glückwunsch, funktioniert super. Man sieht sofort, daß Du mit einem Tilt-Shift gearbeitet hast, denn jede andere Linse hätte die Linien nach oben hin stürzen lassen. Damit wäre dann auch die Bildkritik bereits zu Ende. Weiterlesen