4 zufällige Bildkritiken zum Thema Belichtung:
Alle 10 Artikel zum Thema Belichtung auf fokussiert.com:
Auch in der hektischen Umgebung eines Marktes darf eine Belichtung nur zu künstlerischen Zwecken ausgebrannte Stellen enthalten. Belichtungsserien oder die Nachbearbeitung können schwierige Situationen meistern helfen.
Kommentar des Fotografen:
Dies ist ein Bild aus einer Serie, die ich auf dem Fischmarkt in Ciutadella, Menorca, aufgenommen habe. Ein freies Projekt. Die Bilder gehören zu meinen Lieblings-Stills. Danke für die Aufmerksamkeit!
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Florian Müller:
Dieses Stilleben ist Teil einer im Stil einer Fotoreportage geschossenen Serie (Link oben) Auf Nachfrage hat mir Florian erklärt, der Markt sei überdacht, die Aufnahme also innen gemacht.
Mein Blick blieb an dem Foto ursprünglich hängen, weil mich der Fisch in der unteren Mitte links so klagend anstarrte, und das macht auch den Charme dieses Fotos aus. Nicht nur ist es ein ungewöhnliches Motiv, Fotograf Florian Müller hat sich ganz bewußt auf die untere Bildmitte konzentriert.
Die große Blende von f/2.2 verleiht dem Foto eine geringe Schärfentiefe, so daß die Fische nach hinten hin schnell verschwimmen. Man bekommt den Eindruck, selbst mit in der Auslage zu sein.
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Landschaftsfotografen sind der Natur und dem natürlichen Licht fast vollständig ausgeliefert. Aber nur fast.
Kommentar des Fotografen:
Vor einiger Zeit habe ich schon einmal eine Profi-Kritik von Ihnen zu einem meiner Bilder bekommen. Es war für mich sehr interessant – insbesondere weil es eine heftige Diskussion ausgelöst hat :). Den Hauptkritikpunkt habe ich mir aber auch sehr zu Herzen genommen. Nun war ich 4 Wochen im Südwesten der USA und habe viele viele wunderschöne Landschaften gesehen. Ich bin an vielen Klischees vorbeigekommen, die ich Ihnen hier in der Profikritik gerne ersparen möchte.
Auf einer meiner zahlreichen abendlichen Fototouren bin ich an einem für mich ganz aussergewöhnlichen Ast vorbeigelaufen. Er fiel mir zum einen auf, weil in der Nähe kein Baum zu finden war, zu dem er einmal gehört haben konnte und zum anderen, weil seine geschwungene Form wie eine Art Pfeil zum Hintergrund wirkte.
Dort hatte sich über der typischen, felsigen Arches-NP-Kulisse nämlich ein grosses Gewitter zusammengebraut. Diese Ausgangsbasis war ideal. Leider fehlte es am richtigen Licht. Die Sonne war hinter dicken Wolken versteckt. Weil ich das Bild aber unbedingt haben wollte, musste ich wohl oder übel warten. Für wenige Sekunden kam die Sonne dann tatsächlich heraus und schenkte meinem Bild auch noch das richtige Licht.
Unsicher bin ich mir, ob der Vordergrund zu überfüllt ist und ob die mittige Positionierung des Astes womöglich die spannende Stimmung wieder zunichte macht. Und überhaupt – ob das Bild nur auf mich so spannend wirkt, weil ich dort war, oder ob die Stimmung wirklich durch das Bild fühlbar wird. Die Uhrzeit in den Exif-Daten stimmt übrigens nicht, da muss man noch 8h abziehen. Mit freundlichen Grüssen David Kaplan
Peter Sennhauser meint zum Bild von David Kaplan:
Nun, David, wollen wir sehen, ob ich es schaffe, nochmals eine Diskussion auszulösen…
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Der Autofokus wird in Verbindung mit Seriefeuer und dezentralen Motiven bisweilen zum Spielverderber. Ein Plädoyer für manuelle Einstellungen. Und eine Lösung füpr ein technisches Problem.
Dieser Text wurde überarbeitet. Ich danke für die Hinweise aus der Leserschaft (siehe Kommentare).
Grade noch habe ich zu Serienbelichtungen geraten. Und jetzt muss ich, konsequenterweise, darauf hinweisen, dass es bei der Nutzung des Schnellfeuer-Modus zu unerwarteten Resultaten kommen kann. Der Autofokus entwickelt nämlich, wenn man ihn nicht ausdrücklich bändigt, bisweilen ein lästiges Eigenleben.
Es folgt ein Plädoyer für manuelle Einstellungen, sowohl von Schärfe als auch Belichtung. Der Unterschied zu andern solchen Pladoyers besteht darin, dass ich erkläre, warum die manuellen Einstellungen besser funktionieren als die tolle Elektronik der Kamera (auf die ich übrigens keineswegs verzichte):
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Neutralgrau-Verlaufsfilter helfen an hellen Tagen und bei Motiven mit hohem Kontrastumfang, ausgewogene Fotos zu erstellen. Die partielle Abdunkelung bei der Aufnahme ist Vorläufer der HDR-Technik – und ein bequemer und schneller Ersatz.
Meine ersten Mondaufnahmen versuchte ich in stockdunkler Nacht mit einem gleissend hellen Vollmond hinter der Golden Gate Brücke zu schiessen – und erst als das Stativ stand und das Bild mehr oder weniger komponiert war, realisierte ich, dass darauf entweder der Mond eine zeichnungsfreie weisse Fläche oder von der Brücke im Vordergrund nichts zu sehen sein würde:
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Die Nikon D700 erlaubt mit ihrem hochempfindlichen Vollformatsensor erstaunliche Nachtaufnahmen. Doch wie verhält sie sich bei ungünstigen Lichtverhältnissen am Tage?
Canon-Kameras haben inzwischen teils erstaunlich intelligente Algorithmen integriert, um auch ungewöhnliche Belichtungssituationen mit Automatik zu meistern. Zum Entsetzen des Veranstalters eines Treffens von Radiofans in Augsburg (“Du weisst doch, warum wir nicht im Fernsehen sind, sondern Radio machen”) nahm ich die Nikon D700 auch auf diese Veranstaltung mit, so wie zuvor die Canon 40D auf ein Treffen ehemaliger Kollegen, um ihre Alltags- und Schnappschußtauglichkeit zu testen.
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Gänge ins Unbekannte und eine interessante Gebäudestruktur lassen uns mehr erwarten, als ein reines Situationsbild leisten kann.
Kommentar des Fotografen:
Die Aufnahme machte ich in der Ruine des Frauensanatoriums der Belitzer Heilstätten. In all dem Verfall und der düsteren Atmosphäre reizte mich die Anziehungskraft des Lichts in dem verfallenen Treppenaufgang, wie die Hoffnung auf einen Ausweg.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Bodo Viebahn:
Was haben alte Gebäude an sich, dass sie so viele von uns zum Fotografieren animieren? Selbstverständlich haben sie dieses Unbekannte, dieses mysteriöse Flair. Wir sehen sie an und fragen uns, wie es passiert ist, dass sie in so schlechtem Zustand geraten sind, wer darin gelebt oder gearbeitet hat und wer die Arbeiter waren, die jeden Ziegelstein an Ort und Stelle gebracht haben.
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Gregor Stephan geht an die Grenzen der analogen Fotografie. Er belichtet seine Negative so lange, bis sie schwarz werden. Welche Art von Bildern dabei herauskommt, kann derzeit in Berlin betrachtet werden.
“Five Seconds Later” heißt Gregor Stephans Ausstellung in der Galerie Hunchentoot – und das ist wörtlich gemeint. Er belichtet seine Filme bei offener Blende fünf Sekunden lang. Natürlich sind die Negative dann überbelichtet und schwarz. Aber Gregor Stephan bringt dennoch Bilder daraus hervor mit einer eigenartigen malerischen Wirkung.
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Den Rahmen zu füllen kann eine gute Sache sein, aber wir sollten nicht vergessen, unserem Blick ausreichend Raum zu lassen, um im Bild umher wandern zu können und den Objekten, die wir abbilden Platz zum Atmen zu geben.
Kommentar des Fotografen:
Nächtliche Eindrücke aus dem Tagebau Garzweiler. Es ist die Kirche von Gustorf, die das Braunkohlektraftwerk Frimmersdorf überstrahlt. Hier treffen zwei Energien aufeinander und komponieren eine heftige Symbolik.
Profi Douglas Abuelo meint zum Bild von Reinhold Jakobs:
Ein Foto, das sofort Aufsehen erregt. Dies ist ein wunderbarer Kontrast zwischen neu und alt, Farbe und Einfarbigkeit und geistlich und wissenschaftlich.
Was als erstes unser Augenmerk auf sich zieht, ist die gelbe Kirche:
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Ein Foto hat immer schön von schwarz bis weiß alle Helligkeitsstufen abzudecken? Nicht unbedingt. “Low Key” und “High Key” ist eine bewußte “Fehlbelichtung”, um bestimmte Stimmungen im Bild zu erzeugen.

Blende 6,3 und 1/500 s bei Sonnenuntergang sind mit ISO 100 eindeutig viel zu knapp, um noch irgendetwas in der Landschaft erkennen zu können. Doch das war hier auch gar nicht gefragt: Es ging darum, das Glühen der untergehenden Sonne hinter dem sie verdeckenden Haus festzuhalten, so wie es das Auge fasziniert hatte. Dazu war es auch wichtig, den Weißabgleich nicht auf Automatik, sondern fest auf Tageslicht einzustellen. Eine Low-Key-Aufnahme, in der große Teile des Bilds Schwarz erreichen, aber kein Bildpunkt Weiß. (Bild: W.D.Roth)
Gründe, von der automatischen Belichtung der Kamera abzuweichen, wurden ja bereits früher genannt. Nun ist die weiße oder schwarze Katze allerdings kein besonderer künstlerischer Aspekt, die Belichtung höher oder tiefer einzustellen, sondern nur die Korrektur einer technisch unzureichenden Messung. Es gibt allerdings durchaus Gründe, aus künstlerischen Gesichtspunkten die Belichtung vom Standardwert abweichend vorzunehmen:
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Gut gesehen, aber suboptimal fotografiert: Das Bild ist insgesamt etwas überbelichtet, und der Ausschnitt könnte – notfalls nachträglich mit Cropping – besser gewählt werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Sebastian Klinner). – Olympus E-400 – 1/25s – f/5.6 – ISO 800 – 176mm
Kommentar des Fotografen:
Dieses Bild enstand bei einem Besuch des naturhistorischen Museums in Braunschweig. Es handelt sich um eine lebende Schlange, auch wenn der Name des Museum etwas anderes vermuten lässt. Als Anfänger würde mir eine professionelle Meinung zu dieser Aufnahme viel bedeuten.
Profi Robert B. Fishman meint zum Bild von Sebastian Klinner:
Schön entdeckt, die Schlange, die sich da zwischen den Blättern wohlgetarnt versteckt. Neun von zehn Museumsbesuchern hätten das Tier sicherlich übersehen. Interessant wird das Bild durch das Auge des Tiers.
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