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Straßenkreuzung in Monaco:
Flächen und Linien

Gerade wenn das Hauptmotiv aus geometrischen Formen und Linien besteht, ist es wichtig, dass auch an den Rändern des Fotos alles stimmt.

Canon EOS 750D, 1/2s bei Blende f/8 mit 31 mm Brennweite und ISO 200.

Canon EOS 750D, 1/2s bei Blende f/8 mit 31 mm Brennweite und ISO 200. © Fabian Reisert

Fabian Reisert aus schreibt zu diesem Bild:

Ich habe dieses Bild im Sommer 2016 mit meiner Canon 750D und Kit-Objektiv 18-55mm im Zentrum von Monaco, von einer Fußgängerbrücke aus, aufgenommen. Habe extra mein Stativ den ganzen Abend rumgeschleppt. Ich mag die Farben, die Stimmung und die tollen Farbahnmarkierungen (offensichtlich Teil der Rennstrecke).

Ich war noch nie in Monaco, aber nachdem ich Dein Foto gesehen habe, ist das auf meiner „Bucket List“, denn Fahrbahnmarkierungen und Straßenschilder fotografiere ich persönlich auch sehr gerne. Das allerdings richtig hinzubekommen, ist nicht so einfach, wie man glauben möchte, unter anderem deswegen, weil ja ständig Autos und Fußgänger vorbeikommen. Du hast es hier fast geschafft.

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Straßenlampe in München:
Minimalistisch-geometrische Komposition

Bei minimalistischen Kompositionen, insbesondere bei streng geometrischen, muß wirklich alles stimmen, denn jeder Fehler fällt sofort auf.

Sony Alpha 6000, Blende 11, 1/125 Sek., ISO 100, Brennweite 34 mm - (c) Bernhard Ruhland

Sony Alpha 6000, Blende 11, 1/125 Sek., ISO 100, Brennweite 34 mm – (c) Bernhard Ruhland

Unser Leser Bernhard Ruhland hat uns dieses Foto unter dem Titel „Straßenlampe“ eingereicht, zu dem er schreibt:

Vor kurzem habe ich die Fotografie für mich entdeckt und bin auf der Suche nach Informationen über dieses neue Hobby auf eure Seite gestoßen. Eine Anregung aus einer der Bildbesprechungen aufgreifend, habe ich mal meinen täglichen Arbeitsweg unter einem anderen Blickwinkel betrachtet. Unter anderem habe ich dieses Motiv in – besser über – einer Münchner Kreuzung gefunden. Die streng geometrische Linienführung haben mir auf Anhieb gefallen, zumal ich erst vor kurzem in Indien war und noch das Bild der dortigen chaotischen Leitungsführungen vor Augen hatte. Ich habe dann einen Tag ohne Wolken (der Hintergrund sollte nicht ablenken) und eine verkehrsarme Zeit (Sicherheitsgründe) abgewartet und das Bild aufgenommen. In Gimp habe ich den Beschnitt, eine geringfügige Drehung und die Umwandlung in Schwarz-Weiß vorgenommen. Bin schon sehr auf eure Beurteilung gespannt.

Auch, wenn Du zur Zeit der Einreichung dieses Bildes erst vor kurzem die Fotografie für Dich entdeckt hattest, hast Du doch mit dieser Aufnahme ein gutes Auge bewiesen. Nicht viele Anfänger kämen auf die Idee, sich auf einer Kreuzung mitten in München vor Autos zu werfen, um in Hans-guck-in-die-Luft-Manier eine Straßenlampe abzulichten. Auch die Art der Nachbearbeitung zeugt von einem guten Händchen, denn Du hättest sehr leicht über die Stränge schlagen können.

Bei einem Foto mit solch minimalistischer Komposition, das noch dazu mit strenger Geometrie spielt, ist es sehr wichtig, daß auch wirklich alles stimmt, denn jeder Fehler fällt sofort auf. Du bist zu 90% am Ziel.

Die EXIF-Daten sind in etwa das, was ich erwartet hätte: niedriger ISO, mittlere Blende, kurze Verschlußzeit.

Die Lampe ist auch fast perfekt mittig im Bild angeordnet, was hier paßt und die Geometrie noch unterstreicht. Dadurch muß man zweimal hinschauen, ehe man realisiert, worum es sich hier genau handelt.

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Was jedoch sofort auffällt, sind zwei Flecken auf der rechten Bildhälfte, unter Umständen Sensorverunreinigungen.

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Das würde ich jedenfalls überprüfen lassen. Wie auch immer sie ins Bild gekommen sind, ich hätte mir hinterher die Mühe gemacht, sie zu entfernen, denn man bemerkt sie sofort und registriert sie als störend. Auch in Gimp gibt es die Möglichkeit, per Klon-Stempel solche Elemente loszuwerden.

Weiterhin hätte ich den Kontrast sogar noch ein klein wenig erhöht, aber das ist Geschmackssache. Das Endergebnis mit bereinigten Flecken und etwas mehr Kontrast sähe dann so aus:

Vergleichsfoto

Vergleichsfoto

Insgesamt ein für mich mit diesen Veränderungen sehr gelungenes Bild.

Holocaust Denkmal in Schwarzweiß:
Standpunkt und Perspektive

Totfotografierte oder schwierig zu fotografierende Motive kann man interessant gestalten, indem man „einfach“ seinen Standpunkt oder den Blickwinkel verändert.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© kirsten heinrich).

Kommentar des Fotografen:

Das Berliner Stelenfeld lockt uns wohl alle immer wieder. Ich war dort mehrfach, war nie mit meinen Ergebnissen zufrieden.
Hier habe ich erstmals eine Möglichkeit gesehen, den ablenkenden Hintergrund aus dem Bild zu halten ohne an Wirkung zu verlieren. 17 mm 1/15 f 9 iso 200

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von kirsten heinrich:

Ab und zu finden wir hier auf fokussiert Aufnahmen von vielfotografierten Motiven, bei denen die Hauptkritik aus der Leserschaft lautet: haben wir alles schon zig-mal gesehen. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit war eines, das nachts vom Kölner Dom aufgenommen wurde. Weiterlesen

Leserfoto:
Gebäudeschnappschuß – Gerne oben etwas dunkler

Kleine Mängel in der Aufnahme können in der Nachbearbeitung ohne weiteres behoben werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Thomas Jung).

Kommentar des Fotografen:

Ich haette fuer dieses Bild auch die Kategorie „Schnappschuss“ waehlen koennen. Das Bild draengte sich mir beim Strandspaziergang in Tel Aviv auf. Das Gebaeude ist ja eher haesslich, trotzdem faszinierte es mich: ich lief wohl dreimal am Gebaeude vorbei, immer wieder hinschauend, bevor ich versuchte es ins Bild zu fassen.
Das Bild ist unbearbeitet, da ich mit sowas unerfahren bin, und ich gerade eher versuche die Kamera kennenzulernen.
Welche Tipps koennt ihr mir vielleicht vor allem aus technischer Hinsicht (aber nicht nur) geben?

Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Thomas Jung:

Ein buntes Wirrwarr von Schirmen und Menschen vor einem ebenso bunten Gebäude. Das Foto hätte optisch verwirrend sein können, wenn es nicht die klaren Linien im Gebäude gäbe, die einen nüchternen Gegensatz zu dem chaotisch wirkenden Treiben am Strand bilden.

Zunächst einmal zur Komposition. Mir gefällt dieser Schnappschuß, wenn er auch eher das ist als ein wirkliches Architekturfoto. Bei jenem steht das Gebäude im Vordergrund – Du hast hier die Strandszene vor dem Bauwerk mit in die Aufnahme gebracht, so daß diese jetzt damit kontrastiert und man sich nicht mehr ausschließlich auf den Bau konzentrieren kann. Ich persönlich wäre noch ein paar Schritte zurückgegangen, um oben und unten mehr Atemraum zu lassen. Der Horizont wäre dann auch im Goldenen Schnitt gewesen, aus dem heraus er jetzt nach unten verschoben ist. Das fällt hier aber nicht sonderlich ins Gewicht.

Der Schatten unten links stört mich zwar auch, aber den kann man nur in einem Programm wie Photoshop wegstempeln oder das Bild links beschneiden. Da es sich aber um einen Schnappschuß handelt, kann man das diskutieren…

Was das Technische betrifft, hättest Du hier entweder einen Graufilter zum Einsatz bringen oder entsprechend nachbearbeiten müssen, denn das Bild ist um die Mittagszeit aufgenommen worden, und da ist das Licht besonders erbarmungslos und grell. Durch die Lichtverhältnisse verblassen auch die Farben im Gebäude und auf den Schirmen.

Ich habe daher in Photoshop den Graufilter simuliert, indem ich das Foto graduell von oben nach unten abgedunkelt habe. Weiterhin habe ich die Farben leicht verstärkt und das Bild entzerrt. Wenn man nämlich genau hinsieht, merkt man, daß die Linien im Gebäude nicht gerade sind, sondern nach links abfallen. Da Du aber hier mit der Geometrie in dem Bauwerk visuell kokettierst, ist es unerläßlich, daß diese auch eingehalten wird. Die erwähnten Änderungen sind übrigens auch in anderen, weniger kostspieligen Programmen ohne weiteres möglich.

In der Rubrik “Bildkritik” analysieren Profi-Fotografen im Auftrag von fokussiert.com montags bis freitags jeweils ein Foto aus der Leserschaft.
Mehr über die Profi-Bildkritik erfahren / Eigene Bilder zur Kritik einreichen.

Architekturfoto:
Reduce to the Max

Linien und Flächen, Räume und Formen sind die Elemente der Architektur, und sie können in der Fotografie neu inszeniert werden.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Nicole Holz).

Kommentar des Fotografen:

Hochhaus Nähe Messe Frankfurt / M. – gereizt hat mich hier die andersartige Perspektive auf die strenge Geometrie von Formen, Fläche und Linien, die auf den ersten Blick nichts mit der gewohnheitsmäßigen Betrachtung gemein haben.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Nicole Holz:

Eine radikal auf Wiederholung basierende Struktur aus identischen Elementen zieht sich in diesem in dunklem Sepia gehaltenen Bild vom Vordergrund links vorne in die Bildtiefe nach rechts hinten.

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Architekturfoto:
Geometrie mit Mensch

Auch Architekturfotografie lebt von Menschen. Dieses Foto zeigt, dass eine einzelne Person ein abstraktes Foto leichter erkennbar machen kann.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© lilo ulke).

Kommentar des Fotografen:

mensch im einkaufszentrum

Profi Robert Kneschke meint zum Bild von lilo ulke:

In einigen Bildkritiken hatte ich darauf hingewiesen, dass im Zeitalter der Farbfotos und Reizüberflutung Bilder ohne oder mit nur einer Farbe eine besondere Wirkung entfalten.

Auch das Schwarz-Weiß-Foto von Lilo Ulke folgt diesem Prinzip – und das mit Erfolg:

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Griechisches Blau-Weiss:
Formen und Farben in Harmonie

Griechische Dörfer sind ein beliebtes Motiv für Fotografien mit starker Reduktion: Flächen, Formen und wenige Farben bieten Spielraum für kompositorische Reduktion. Stürzende Linien sind darin meist ein behebbares Übel.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Fabian Rouwen).

Kommentar des Fotografen:

Auf Naxos aufgenommenes Foto. Kirche in der Stadt Chora. Mich faszinierten die Formen und das leuchtende Blau bei der Aufnahme.

Peter Sennhauser meint zum Bild von Fabian Rouwen:

Die verwinkelte Ecke einer kleinen Kirche im typischen Weiss der griechischen Inselbauten – darüber ein knallblauer Himmel. Die Aufnahme ist stark nach rechts gewichtet und lässt die Linien zweier Giebeldach – Flügel der Kirche vor einer runden Kuppel von links unten nach rechts oben verlaufen. Ausser dem knalligen Hellblau des Himmels sind lediglich Weiss und Creme-Farbtöne in der Aufnahme zu finden.

Die Reihe der Korrekturen: Originalbild, entzerrte Linien, Retusche.

Ich kann gut verstehen, wieso Dich dieser Anblick als Motiv gereizt hat. Hier treffen einfache Muster und Flächen, Geraden und Kurven, Linien und Verläufe aufeinander und bieten in einfacher Verbindung ein Mass an Komplexität, dem das Auge einfach folgen muss:

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Architekturfotografie:
Geometrie in der Fotografie

Ein Architekturfoto, an welchem kaum etwas auszusetzen ist – kleine Verbesserungsvorschläge und eine Variante gibts dennoch.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Hans-Juergen Porsch).

Kommentar des Fotografen:

Fischauktionshalle Hamburg Altona

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Hans-Juergen Porsch:

Wie allseits bekannt sein sollte, verlangt Architektur-Fotografie nach entweder ausgewogenen oder eben ausgefallenen Perspektiven.

Hier haben wir es mit einem sehr ausgewogenen Bildaufbau zu tun. Alle Seiten können gespiegelt werden, und doch gibt es ein paar kleine Unregelmässigkeiten, die auch als Hingucker dienen können und sicher auch sollen:

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Schlammlandschaft:
Formen, Farben, Linien

Angewandte Geometrie gut erkannt. Ein kleiner technischer Kniff hätte dieses Foto noch verbessern können.

Leserfoto: Klick für Vollansicht (© Klaus Kordowski).

Kommentar des Fotografen:

Aufgenommen auf der Halde Haniel in Bottrop, im März dieses Jahres. Obwohl Sonnenuntergänge über Industrielandschaften für einen Ruhrgebietsmenschen wie mich Gefahr laufen, mit der Zeit an Reiz zu verlieren (einfach weil sie so oft da sind!), fand ich dieses Motiv vor allem wegen der gestapelten Linien interessant – und dass sich der Aspekt der Industrie im Kleinen zurückhält. Ich war leider ohne Stativ unterwegs, ansonsten hätte ich durch eine Blichtungsreihe das Ausfransen des Sonnenlichtes vielleicht verhindern können. In der Bearbeitungen: Wiederherstellung der Lichter, etwas Sättigung.

Profi Thomas Rathay meint zum Bild von Kordowski Klaus:

Vielen Dank Klaus, dass du dich doch noch entschliessen konntest dieses Bild für uns aufzunehmen. Und für dich natürlich auch.

Gut hast du erkannt, wie dieses Bild von den Formen und Linien lebt.

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