4 zufällige Bildkritiken zum Thema Nachbearbeitung:
Alle 51 Artikel zum Thema Nachbearbeitung auf fokussiert.com:
Landschaftsfotos bestechen mit beeindruckender Natur, mit Lichtstimmung. Diese kann man durch Nachbearbeitung verstärken – oder zerstören.
Kommentar des Fotografen:
“Winter” im Hochmoor: Nachdem in den beiden letzten Jahren die Winter sehr schneereich waren, scheint er diesmal auszufallen. Ort: “Ewiges Meer”, nördlich von Aurich.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Fred Knöchelmann:
Hochmoor im Winter. Man kann bestimmt stundenlang dort herumwandern und begegnet keinem Menschen. Kompositionell finde ich Deine Aufnahme ansprechend, wenn auch der Baum im Vordergrund zugleich zu dominant wirkt und auch oben abgeschnitten ist. Die Einöde der Landschaft verleiht dem ganzen etwas Melancholisch-Träumerisches. Der Himmel spiegelt sich im Wasser und gibt der Szene zusätzliche Tiefe. Den Horizont hast Du gut getroffen, wenn auch die Sonne nach rechts verschoben ist. Das hätte man durch einen veränderten Standpunkt korrigieren können, wodurch wahrscheinlich auch die Platzierung des Baumes verbessert worden wäre.
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In Konzeptfotos lohnt es sich, auf Details zu achten und Arbeit in die Nachbearbeitung zu investieren. Hier sind gröbere Eingriffe erlaubt.
Kommentar des Fotografen:
der traurige clown und ein wundervolles, altes, geschwungenes fenster…ein schöne, wenn auch abstrakte kombination..das bild kam aus dem bauch, deshalb fehlen mir die worte zur erklärung…
Peter Sennhauser meint zum Bild von heike brauer:
Ein Mann mit Clown-Maske und traurigem Gesicht sitzt, die Beine weit vor sich gespreizt, mit dem Rücken am Sims zu einem grossen, geschwungenen Panorama-Fenster auf einem Plattenboden. Das einzige Licht in der Schwarz-Weiss-Aufnahme scheint durch das geschwungene, dem Mund des Clowns gleichende und in viele Quadrate aufgeteilte alte Fenster in den leeren Raum zu fallen. Draussen gleissen verschneite Bäume.
Was Formen, Linien, Lichtstimmung und Komposition angeht, ist diese Aufnahme insgesamt sehr stimmig:
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Interessante Motive können überall gefunden werden, wenn man nur hinschaut.
Kommentar des Fotografen:
“A Hole in the Sky” – Ich habe das Bild in einem stillgelegten Kühlturm in Belgien aufgenommen. Mir hat die imposante, massive Struktur des Kühlturms mit dem kleinen Loch Himmel imponiert. In dem Turm zu stehen war ein besonderes Erlebnis, mit dem Bild habe ich versucht die ganz besondere Stimmung einzufangen. Zum Einsatz kamen eine 5D Mark II mit einem TS-E 17mm Objektiv. Entstanden ist das Bild aus 3*3 Aufnahmen (Bracketing mit drei Belichtungen bei shift auf -12mm, 0mm und +12mm)
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Frank Noir:
Erst einmal Glückwunsch zu dieser Aufnahme! Wenn Du mir nicht gesagt hättest, daß es sich um einen stillgelegten Kühlturm handelt… Auf Deinem Flickr ist er dann zu sehen, wie er URSPRÜNGLICH aussieht. Um es mit einem der Kommentare zur unbearbeiteten Version zu sagen:
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Nebel und Dunst können als Weichzeichner und Filter wirken, was bei Landschaftsaufnahmen Tiefe ins Bild bringen kann. Sie wirken sich aber auch auf Farben aus.
Kommentar des Fotografen:
In den Voralpen bei leicht nebligem Wetter auf der Suche nach einer Abfolge von Landschaftskulissen bis an den Horizont. Angestrebt waren nicht Silhouetten bei Gegenlicht. Mit dem seitlich einfallende Abendlicht zeigte sich sich die erwünschte Farbigkeit. Nach längerem Suchen fand sich schliesslich mit dem Blick in ein kleines Seitental eine Situation, die mich ansprach.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Peter Künzler:
Obwohl ich schon seit Jahren nicht mehr wirklich in den Bergen war, möchte ich, seitdem ich Dein Bild gesehen habe, unbedingt mal wieder wandern gehen. Diese Majestät, diese Weite hatte ich fast vergessen, bis sie Dein Foto in Erinnerung brachte.
Das war auch der Grund, warum ich es mir herausgesucht habe – und mit ein bischen Feilen kann man hier ohne großen Aufwand noch das Tüpfelchen aufs “I” bringen. Daß Du eine Hochformataufnahme für eine Landschaft gewählt hast, die sonst oft im Querformat dargestellt wird, stört mich nicht im geringsten:
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Wenn ein Foto Potential hat, kann man mit nur ein bisschen Nachbearbeitung daraus ein Kunstwerk machen.
Kommentar des Fotografen:
Eine Bauruine, die hier zwar am Rand des Industríegebietes steht, aber trotzdem die Landschaft verschandelt. Im inneren ist dieses Loch, was mich nahezu festhielt, es irgendwie zu fotografieren. Nach ca 30 verschiedenen Blickwinkeln ist dieses daraus enstanden.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Gerhard Frenzel:
Dein Bild hat mich aus den von Dir genannten Gründen angesprochen. Diese Öffnung hält einen fest, man muss sie förmlich fotografieren. Das Bild dann aber nicht weiter zu bearbeiten, heißt, es bei einem Schnappschuß zu belassen, wo ein Kunstfoto möglich gewesen wäre.
Wie schon ad nauseum hier ausgeführt, kommen in den allerseltensten Fällen Bilder vollkommen aus der Kamera.
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Gut gemachte Bildmanipulationen verbinden perfekte Technik mit fotografischem Handwerk. Dies gelingt am besten, wenn realistische “Fehler” ins Bildwerk integriert werden.
Kommentar des Fotografen:
Meine fotografische Leidenschaft sind Fotomontagen. Hier habe ich einen Raum in einem Kunstmuseum aufgenommen. Auf den Bildern waren Motive aus der Natur zu sehen. Da kam mir ide Idee, wie es den aussehen würde, wenn die Natur nun tatsächliche aus den Bildern “heraus käme”. Der 2. Gedanke war, dass vielleicht in Zukunft die Natur nur noch in Museen zu “besichtigen” sein könnte. Außerdem gefallen mir solche surrealistischen Szenen. Ich habe mit diesem Bild schon bei einigen Wettbewerben teilgenommen und dabei in einem FIAP-Wettbewerb in Zargozza (Spanien) eine Goldmedaille gewonnen. Mich würde natürlich auch Ihre Meinung dazu interessieren!
Profi Peter Sennhauser meint zum Bild von Norbert Senser:
Wir blicken in dieser Farbfotografie frontal in einen kleinen Museumsraum mit Holztäferung bis Hüfthöhe und Fischgräte-Holzboden. An den drei rostroten Wänden hängen jeweils zentriert drei barocke Goldrahmen. Darin sind aber nicht Bilder zu sehen; aus den beiden Rahmen an den seitlichen Wänden wachsen uns hellgrüne Dschungelpflanzen entgegen, aus dem Bildrahmen an der Stirnseite des Raums strömt ein kleiner Wasserfall mitten in den Raum, das Wasser spritzt vom Holzboden auf.
Die Nachbearbeitung von Fotografien in Photoshop ist eine der ersten neuen Erfahrungen, welche viele Einsteiger in die Fotografie heute zunächst scheuen, dann begeistert aufnehmen und sehr rasch bei dem ankommen, was nicht mehr reine Nachbearbeitung, sondern bereits Bildmanipulation genannt werden muss.
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Wenn man sich die Mühe macht, HDR-Aufnahmen nachzubearbeiten, kommen dabei außergewöhnliche Ergebnisse heraus. Details und Stimmung, die vorher im Bild angelegt waren und durch HDR verstärkt herausgearbeitet werden sollen, kommen so zur Geltung, anstatt von unerwünschten Effekten “überrannt” zu werden.
Kommentar des Fotografen:
Je länger ich im Fotografier- und Ausstellungsgeschäft unterwegs bin, desto intoleranter werde ich gegenüber den “typischen HRD-Bildern mit Mickeymouse-Farben und Heiligenschein”. Man möge mir solche Radikalisierung nachsehen, bezieht sie sich doch in allererster Linie auf den Anspruch gegenüber meinen eigenen Arbeiten. Hier ein Beispiel …
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Dr. Thomas Brotzler:
Der Innenraum eines Klosters, links eine Steinbank, die durch das von rechts kommende Licht von Seiten eines Fensters spärlich beleuchtet wird. Auf der Bank lehnt eine Blume, daneben ist schwach eine Zeichnung mit Kreuz zu sehen. Der Rest des Raumes liegt fast vollständig im Dunkeln, die ganze Szene hat etwas Träumerisches.
Mein erster Impuls war, diesem Beitrag den Titel “HDR Done Right” (HDR Richtig Gemacht) zu geben. Glückwunsch zu diesem Foto, bei dem ich (fast) nichts anderes zu sagen habe als:
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HDR kann aus Landschaftsaufnahmen spektakuläre Bilder herauskitzeln – wenn diese in der Anlage schon vorhanden waren.
Kommentar des Fotografen:
HDR Bild aus drei Aufnahmen. An meinem Bid fasziniert mich vor allem die Wolken und Vögel im Hintergrund.
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Thomas Pfenninger:
HDR, schon des öfteren hier auf fokussiert besprochen, oder “high dynamic range” ist eine Art der Bildbearbeitung, bei der die Tonwerte zwischen dem dunkelsten und dem hellsten verteilt werden, anstatt sich an das eine oder andere Ende des Histogramms anzulehnen. Wenn HDR gekonnt eingesetzt wird, können spektakuläre Bilder entstehen. HDR, wie alle anderen Bearbeitungsmöglichkeiten auch, kann aber nur aus einem Bild herausholen, was bereits in der Anlage vorhanden ist.
Des weiteren hat HDR die Tendenz, Dinge mit einem Grauschleier zu überziehen und eine helle Aura um Gegenstände zu legen. Deshalb ist nur mit der HDR-Umwandlung die Arbeit noch lange nicht getan.
Den Schatten nach zu urteilen hast Du diese an sich hübsche Landschaft um die Mittagszeit fotografiert. Die Bildaufteilung ist gut, die Unterschiede zwischen Grasflächen, Weg und Feldern ergeben interessante Texturunterschiede.
Die HDR-Bearbeitung ist hier allerdings meiner Meinung nach fehl am Platz:
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Ob und wie er ein Bild nachbearbeitet, entscheidet natürlich der Fotograf. Aber selten kommt es perfekt aus der Kamera.
Kommentar des Fotografen:
Bin 16 Jahre alt und habe dieses Bild hier in einem kleinen Windschutzgürtel mit Bach gemacht. Ich weiß, dass man noch am Computer daran feilen könnte – aber da ich kein Fan von nachträglicher Bearbeitung bin, würde ich gern wissen, was ich vor Ort besser machen könnte. Es ist ein HDR mit Tamron SP 17-50mm VC bei 17mm, zusammenaddierte Belichtungszeit ca. 4sec Blende: 13 Canon EOS 550D
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Felix Waldschütz:
Mir hat an Deinem Foto spontan die Stimmung gefallen, die Du eingefangen hast. Etwas schwermütig, gleichzeitig ruhig. Nichts lenkt ab – und das ist auch für mich eine Schwachstelle. Aber erst einmal der Reihe nach:
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Die effektvollsten Bilder sind oft die am einfachsten komponierten.
Kommentar des Fotografen:
Innen oder außen?
Profi Sofie Dittmann meint zum Bild von Michael Becker:
Dein Foto beweist einmal mehr, daß effektvolle Bilder nicht kompliziert sein müssen. Im Gegenteil, manchmal reicht eine Ecke und die Fähigkeit, etwas in ihr zu sehen. Mir gefällt an Deinem Foto genau das. Einfach, trotzdem viel Stimmung im Bild, und man kann immer noch als Betrachtender darin “hängenbleiben”. Die strenge Symmetrie ist hier nicht langweilig – im Gegenteil, das Bild würde ohne sie nicht wirken.
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